Der Astro-Krimi auf astrophoenix: Mission impossible? – Teil 2
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Daquelines Augen schweifen über die legendäre Donau, die hier zu einem gewaltigen Fluss angequollen ist. Sie steht auf der Elisabethbrücke und geht in Gedanken ihre ersten Annahmen durch. Eigentlich ist sie auf dem Weg zum Burgviertel, aber es ist noch früh am Morgen. In diesen Stunden kann sie sich am besten konzentrieren.
Budapest – was für eine Stadt!
Noch heute kann man spüren, wie sich die Kutschen der Könige und Adeligen über ihre breit angelegten Straßen lavierten, obwohl sie inzwischen fest in kapitalistischen Händen zu sein scheint. Die Monarchie zu Ende geträumt. Aber auch der Kommunismus hinterließ seine Spuren.
‚Jemand mit einer literarischen Ader und der wie ein König zu leben gedenkt, der könnte durchaus den Wunsch verspüren, sich hier niederzulassen. Das war mir gleich klar, als ich im Horoskop den Herrscher von 5 in 9 entdeckte. Da es sich hierbei um den Mond handelt, trägt der HE immer das Gefühl in sich, Weite und Ferne zum Leben zu benötigen. Der HE könnte sich immer in die Welt hinaus getrieben fühlen, fern von der eigentlichen Heimat beheimatet sein. Pest war einmal das literarische Zentrum von Ungarn, und Budapest ist sicher heute der nationale Umschlagplatz für moderne Kunst.
Es erscheint mir am sinnvollsten, das Burgviertel durchzustöbern, denn hier residierten die Monarchen. Jemand mit einem ausgesprochenen Hang und Faible, königlich zu wirken und sich demgemäß zu präsentieren…. Hm, ich könnte hier weitere Zeichen zur gesuchten Person herausfinden.’
Sie klappt ihren Laptop zu und stiefelt in Richtung des Burgberges. ‚Der Mond befindet sich im Zeichen Skorpion in Konjunktion zu Saturn. Das ist niemand, der seine Empfindungen an die große Glocke hängt. Auch niemand, der mich gleich mit offenen Armen empfängt, also vorsichtig, Daqueline! Umso passender, dass diese Person dichtet. Denn Gefühle brauchen nun mal ein Ventil, und hier könnten sie gelebt werden. Der Herrscher von 3 befindet sich in 12. Wahrheit durch Dichtung? Oder ist es etwa eine perfekte Tarnung? Ein Ghost-Writer?’
Ganz in diesen Gedanken versunken betritt sie die Matthiaskirche,
die sich im nördlichen Teil des Burgberges befindet. Daqueline lässt sich auf einer der hinteren Bänke nieder. Die meisten ihrer Fälle löst sie aus einem tiefen innerem Wissen, vielleicht Intuition heraus. So ist es ihr nicht fremd, dass sie auf einmal der Gedanke beschleicht, die gesuchte Person könnte auf der Flucht sein. Ob vor sich selbst oder vor anderen, das vermag Daqueline nicht beantworten zu können. Aber sie ist sich sicher, dass die Person innerlich getrieben und noch nicht wirklich bei sich angekommen ist. ‚Zu viele uranische Komponenten sind in diesem Horoskop verborgen. Es ist bestimmt nicht leicht, diese Ansprüche und Zerrissenheit unter einem Hut zu bringen.’
‚Eine Person, die Gleichgesinnte um sich braucht, wie andere Brot zum Leben (Herrscher von 2 in 11 und von 7 in 11). Am Angebot dürfte es dieser Person nicht mangeln, denn Jupiter beschert ihr aus dem vierten Quadranten kiloweise Begegnungen – er steht in Haus 7. Auch möglich, dass die betreffende Person mit einer Person aus einer gehobenen Gesellschaftsschicht liiert ist. Mit einer staatlichen Autorität?’
Daquelines Kopf raucht und ihr Magen auch. Der Kürbis in ihrem Rucksack ist ihr schon jetzt lästig, und sie beschließt, sich diesem zu entledigen. Aber bevor sie den Burgberg den Rücken zukehren wird, entzündet sie vor dem Seitenaltar eine Opferkerze. Dazu beugt sie sich ziemlich weit vor, so dass der Kürbis aus ihrem Rucksack fällt und unter dem Altar rollt. ‚Mist!’ entfährt es Daqueline. Sie schaut sich um, aber niemand befindet sich außer ihr in der Kirche. Auf allen Vieren kriecht sie unter dem Altar, aber es ist stockfinster und ihre Hände greifen ins Nichts und in Staub. ‚Halt, da ist was! Fühlt sich jedoch nicht wie mein Happy Jack an…’ Das Ding raschelt und Daqueline packt es und zieht es hervor. Es ist eine Zeitung vom…. Kein Datum zu finden. Ihr Blick überfliegt die Schlagzeilen. ‚Komisch, es ist in deutscher Sprache verfasst.’ Auf der hinteren Seite erkennt sie nur jede Menge von diversesten Anzeigen. Gelangweilt will sie die Zeitung unter den Altar zurückwerfen, aber sie erhascht im Flug noch folgende Worte: „Urlaub am Starnberger See!“
Ein Geistesblitz durchschießt sie. Sie lächelt in ihren froschgrünen Schal hinein und zückt ihren Laptop. ‚Wie gut, dass es Internet gibt!’ Bevor sie ihr Rückflugticket bucht, sucht sie ihren Lieblingsradiosender und schaltet den Lautsprecher an. In der Kirche ertönt der Song Stairway to Heaven, und nur Daqueline weiß, wie dieser im Moment zu verstehen ist.
Was hat Daqueline Veushére vor? Weiß sie, um welche Person es sich handelt? Hinweise nimmt jede astrophoenische Dienststelle entgegen!
Fortsetzung folgt am 3.Advent!
Die Fotos wurden aus www.wikipedia.de entnommen.
© 2007 Dagmar Wäscher @ 9. Dezember 2007
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Schlagwörter: Astro-Krimi, Budapest, Herrscher von 2 in 11, Herrscher von 5 in 9, Herrscher von 7 in 11, Jupiter in 7, Mond in Skorpion, Mond Konjunktion Saturn
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