Der Teufelskreis oder der Mutter Theresa Virus
Aus dem Leben | Noch keine Kommentare |
Ja, die Faszination mit dem Rückblick im Horoskop ist mir auch bekannt und das Fazit: Hätte ich das alles vorher gewusst, hätte ich mir einiges erspart! Doch glaube ich nicht wirklich daran. Zumindest würde bei mir der Faktor der Neugierde mich dazu bringen auszuprobieren wie weit ich gehen kann!
Was nützt es, wenn ich z.B. durch einen Transit angedeutet bekomme, dass es einen Todesfall in der Familie geben könnte? Renne ich dann von Einem zum Anderen und versuche ihn vor Etwas zu bewahren? Wie “bereite” ich mich auf dieses “Ereignis” vor? Oder zeigt eine Konstellation Unruhe mit Unfallgefahr an, gehe ich dann nicht mehr auf die Straße oder lasse mein Auto stehen? Ich bin der Meinung, wenn es passieren soll, passiert es anyway. Und zwar genau mit Etwas, was man nicht in Betracht gezogen hat! Gefragt wird man nicht wirklich.
Als meine Mutter an Krebs erkrankte war mir klar, sie hatte sich diese Krankheit ausgesucht, um mit jungfräulicher weißer Weste aus dieser Tretmühle, genannt Leben, entschwinden zu dürfen. Ich konnte es ihr nicht einmal verübeln. Ehrlich gesagt war ich sogar ein wenig wütend, dass sie ging. Sie sollte ich hier gefälligst noch um meinen Vater kümmern, der es nicht verdient hat, einfach alleine gelassen zu werden! (O-Ton meiner damaligen Gedanken).
Das reine logische Denkvermögen aus der bisherigen Beobachtung heraus ließ mich wissen, meine Mutter wird demnächst gehen. Komischerweise hatte ich sogar gefühlsmäßig ihren Tod mit durchlebt. Ich war kilometerweit entfernt und konnte den Todeszeitpunkt, fast Minutengenau, erfühlen. Nehmen wir an, das Horoskop hätte mir auch noch angezeigt, dass mein Gefühl richtig ist und meine Mutter stirbt, der Blick ins Horoskop hätte mir auch mein Wissen bestätigt, dass nach dem Wegfall der größten Projektionsfläche meines Lebens (meine Mutter) ebenso auch der Schutzfilter zwischen mir und meiner Umwelt entschwinden würde. Logisches Fazit dieser Konstellation: die Umwelt prallt ungefiltert auf mich ein! Überschwemmung und Chaos die logische Folgeerscheinung. (noch dazu mit dem wundervollen Mond eingebettet in den noch wundervolleren emotionalen grenzenlosen Meergewässern des Fisches im 7. Haus!!) Sprich, ich hätte erkannt, dass das Mutter Thersa Virus in mir schlummert und dies der Zeitpunkt seines Ausbruchs ist! Nun, wie hätte ich mich vorbereiten können diesen Tsunami zu überstehen? Meinen Schutzwall noch größer aufbauen? Mir eine neue „Mutter“ suchen? Wäre doch egal gewesen, oder? Wenn ich auserkoren bin, diese „verzauberte Anlage“ in mir kennen lernen zu „dürfen“, dann ist das so! Wie schon erwähnt, gefragt wird hier keiner!
Und, als Meister der Täuschung und Tarnung kommt natürlich der Herr der Überschwemmungen nicht daher und sagt: „Hey Du! (? Warum gerade ich?) Hab da was für dich! Soll dir helfen, dich mit dir und deinem Mutterbild auseinander zu setzen! Wird dir helfen, dich in deine Mutter reinversetzen zu können und dein Verhältnis zu ihr mal aus der anderen Perspektive erfahren zu können! Viel Spass!“ Nee, nee, nee!!! Da hätte man ja die Möglichkeit gehabt, dankend abzulehnen!
Mr. Tarnung und Täuschung kommt natürlich mit dem Wolf im Schafspelz, respektive mit einem Mann aus der Coca Cola Werbung! Klar, triff deinen Feind an der wunden Stelle! Und klein Conny ist halt kaum magisch angezogen von attraktiven muskulösen Männerkörpern, welche in ihr natürlich nicht die genialsten Vorstellungen zur Auslebung der animalischen Triebe wach werden lassen und die Mars/Pluto Front auch nicht sofort aktiviert wird, um dieses Bedürfnis zu stillen! Und wenn das auch noch gut ist, dann kann klein Conny wieder nicht genug kriegen, wird süchtig und bleibt kleben!!! Geschickt eingefädelt! Super Plan! 1:0! (Leider bin ich kein fairer Verlierer!) Gewusst hatte ich ja, dass diese Geschichte nicht gut geht, aber glauben konnte ich das nicht, weil ja der Blick ins Horoskop meines Feindes eindeutig zeigte, dass wir dasselbe Grundproblem haben und mit jupiterhaftem Grundoptimismus (Schütze Haus 4) bildete ich mir ein, gemeinsam sind wir stark! Ich helfe dir und du hilfst mir! Wie naiv kann man eigentlich noch sein! Aber das passiert, wenn der Verstand von Glaube und Hoffnung überschwemmt wird, wenn 1+1 vielleicht auch 3 ergeben könnten, wenn es nicht nur Erklärung A und B gibt, sondern eine erfühlte Möglichkeit C oder sogar D???? Manchmal frage ich mich wirklich, welcher Vogel hier das Ei ins Kuckucksnest gelegt hat?!
Vor allem ein Horoskop in Sachen Partnerschaft ist m.E. völlig sinnlos. Gut, liegt im Auge des Betrachters! Wenn man natürlich im Horoskop des Partners ein Potential entdeckt, welches in meinen Augen DAS Potential überhaupt ist und sich dann in den Kopf setzt, dem Partner “helfen” zu wollen, dieses Potential zu entwickeln ohne auch nur eine Minute daran zu denken, den Betroffenen zu fragen, ob er überhaupt wünscht “entzaubert” zu werden? Und wer überhaupt sagt mir, dass es DAS Potential überhaupt ist? Die Beschäftigung mit den Horoskopen (vor allem vom männlichen Gegenpart) hat mich nur dazu gebracht, ein Verständnis für Verhaltensmuster aufzubringen und Nachsicht walten zu lassen. Ich mutierte in die von mir gehasste Mutterrolle! Na super! Davon hatte ich schon immer geträumt!!!! Einmal sein wie meine Mutter! Lebensziel erreicht!
Ich habe nur für mich festgestellt, dass es mir besser ging, je weniger ich wusste. Ich war entscheidungsfreudiger und vor allem entscheidungsfähiger. Früher hatte ich die Wahl zwischen A und B, 1 + 1 war 2 und basta! Heute „darf“ ich zwischen A, B und C aussuchen und 1 + 1 könnte ab und zu auch 3 ergeben. Fazit: Lethargie, Depression, Stillstand!
Manchmal wünschte ich, ich hätte nie angefangen mich mit Astrologie, den Lebensgesetzten usw. zu beschäftigen. Wobei dies gar nicht so schlimm ist. Mein völlig sinnloser Drang immer zu erkunden WARUM etwas so ist oder WARUM etwas passiert machen mir das „Leben“ schwerer als es ohnehin schon ist. Die Frage WARUM kann ich doch stecken lassen und erst recht die Recherche nach dem Sinn einer Sache, einer Begebenheit, einer Begegnung, einer Handlung, einer Tat! Dieses Nachdenken, Abwägen, Verständnis haben…..Also ehrlich, mir ging es vorher besser!
Ok, ich habe mir nie die Mühe gemacht rückblickend die Transite meines „Lebens“ anzuschauen. Warum auch? Wenn ich mir heute die Frage stelle, was ich anders machen würde, wenn ich noch mal irgendwo anfangen könnte….mir würde nichts einfallen. Ich würde alles genauso machen. Ich habe alles erreicht was ich wollte! Und alles was passiert war, wollte ich genauso!! Mag komisch klingen, aber ich bereue absolut nichts! Zumindest bis zur Vollendung meines 30. Lebensjahres! Alles danach würde ich vollkommen anders machen. Klar, dies war der Wendepunkt in meinem Leben! Der Ausbruch des Mutter-Theresa-Virus!
(Und während ich hier so schreibe bemerke ich, dass Yamuna nicht so ganz unrecht hat. Hätte ich mich, nachdem ich erkannte, dass ich am Mutter-Theresa- Syndrom leide, mit dieser Krankheit beschäftigt, hätte ich vielleicht herausgefunden, welche Bedingungen dazu führen, dass die Krankheit ausbricht und das Leben zum Stillstand bringt und welche Bedingungen den Ausbruch verhindern? Nee! Dann käme ich ja wieder zur Lösung der noch größeren Schutzmauer und die hätte ja so auch nicht viel gebracht. Das hatte ich ja schon einmal erwähnt.)
Nun, nachdem der Virus ja schon ausgebrochen ist, könnte man erforschen, wie die Auswirkungen so gering wie möglich gehalten werden können. Aber dazu gehört doch in erster Instanz das Annehmen der Tatsache, dass diese Krankheit zum „Leben“ gehört und ein Teil von mir ist, oder?! Und damit schließt sich der Kreis? Wie kann man diesen, Gott sei dank begrenzten, Weg zwischen Geburt und Tod mit dieser Krankheit einigermaßen lebenswert gestalten? Mit anderen Worten: Was ist der „positive“ Aspekt des Mutter-Theresa-Syndroms?
© 2007 Conny @ 27. Juni 2007
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