Die Entdeckung der Langsamkeit
Aus dem Leben | (3) Kommentare |

Als Fan beobachtender Astrologie im Alltag möchte ich heute über meine aktuellen Erfahrungen mit dem rückläufigen Merkur berichten. Dieser war fast den ganzen Juli über rückläufig, wenn man die stationären Phasen mitrechnet. Ich bin immer schon ganz gespannt, was in der Zeit passiert, weil ich schon so viele interessante Erfahrungen in den Zeiten des rückläufigen Merkurs gemacht habe. Wer sich für die Auswirkungen vom rückläufigen Merkur ganz allgemein interessiert oder den Begriff gar nicht kennt, der kann sich in meinem Artikel vom letzten Jahr unter
http://www.astrologie-koeln.de/merkur_rueckl.pdf informieren.
Schon im Juni bahnte sich etwas an: Eines der Plastikteile, mit denen sich die Wegfahrsperre meines Autos deaktivieren lässt, zerbrach. Das Ersatzteil funktionierte von Anfang an nicht wirklich zuverlässig, und so war es am 12. Juli soweit, als Merkur rückwärts langsam in das Quadrat zu meinem Mars hineinlief. Mein Wagen sprang nach einem Ausflug an das andere Ende von Köln nicht mehr an. Ich fuhr also mit der Straßenbahn heim, vom Rechtsrheinischen ins äußerste Linksrheinische. Diesen Ausflug wiederholte ich noch zweimal, um immer wieder festzustellen: Rien ne va plus – nichts geht mehr, oder besser gesagt “fährt mehr”.
Da ohnehin mein Urlaub nahte, den mein Freund und ich wandernd verbringen wollten, fand ich es gar nicht so schlimm, ohne Auto zu sein. Und so zogen wir im Juli per Bahn gen Eifel, um dort zu Fuß den Lieserpfad, einen Fußweg durch das Liesertal, zu beschreiten. Die Bahn stand auch ganz im Zeichen des rückläufigen Merkur: Sowohl auf dem Hinweg als auch auf dem Rückweg gab es Pannen. Auf der Hinfahrt nach Wittlich hatten wir 2 Stunden Pause im stehenden Zug in Koblenz. Die Klimaanlage fiel natürlich auch aus, so dass die Temperaturen im ICE auf gemütliche 45° anstiegen. Auf der Rückfahrt von Gerolstein wurden wir zwischendurch in einen Bus umgeladen – da kamen wir nur eine Stunde später an.
Rückwärts läuft man am besten ganz langsam, und so mahnt auch Merkur in Phasen seiner Rückläufigkeit zur Langsamkeit. Und die konnte ich ausreichend entdecken. Wir legten jeden Meter vom Wittlicher Bahnhof bis nach Daun entlang der Lieser zu Fuß zurück, mit Rucksäcken voller Proviant und mit Schlafsäcken ausgestattet. Geschlafen wurde unter freiem Himmel, getrunken aus Bächen und Quellen. Als ungeübte Wanderer kamen wir mit unserem Gepäck nur langsam voran, aber es war einfach göttlich. Handyempfang gab es dort nicht, Ortschaften gibt es auf der Route nur eine, Manderscheid, und so waren wir völlig “aus der Welt”. Merkur lief durch Krebs in meinem zwölften Haus – eine ideale Konstellation für den völligen Rückzug.
Pünktlich zur stationären Phase Merkurs kamen wir wieder nach Hause. Ich kaufte mit dem Rucksack ein und vermisste mein Auto nicht wirklich. Ich stellte mich innerlich auf eine längere autofreie Zeit ein und konnte gut damit leben. Jetzt gewinnt Merkur langsam wieder an Fahrt, und so wagte ich es heute, einen Versuch zu starten, mein Auto wiederzubeleben. Ich weiß aus Erfahrung: Wenn ich es zu früh, also noch während der Rückläufigkeit erzwingen will, geht gar nichts. Heute lief dann alles ganz problemlos, ich rief den ADAC und der baute mir ohne viel Federlesens die Wegfahrsperre aus.
Was ich in dieser Zeit des rückläufigen Merkurs gewonnen habe? Neben vielen Dingen, die ich über die Natur gelernt habe, vor allem Unabhängigkeit. Ich weiß jetzt, dass ich gut ohne Bett, ohne Wasser aus der Leitung, ohne WC und ohne Auto leben kann, zumindest für eine Weile und im Sommer. Ich habe ein paar Herausforderungen gemeistert und vor allem habe ich es genossen, nichts tun zu müssen, nirgendwo hin zu müssen und kaum reden zu müssen. Eine echte Merkur-Umkehrerfahrung. Dankeschön, lieber Merkur, war toll mit dir im Rückwärtsgang!
Sabine Bends
© 2006 Sabine Bends @ 2. August 2006
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Schlagwörter: Merkur, Rückläufigkeit
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Liebe Sabine,
klasse Geschichte! Wenn man sich diese Zeit immer im rückläufigen Merkur nehmen könnte, das wäre doch schön :>)Erinnert mich immer so an: “Mit dem Rythmus der Zeit leben”.
Bei dieser Rückläufigkeit gab es bei mir seltsamerweise keine besonderen Vorkommnisse, zumindest im Alltagsleben. Andererseits habe ich zwei Versuche gestartet, zwei unterschiedliche Lebenstatsachen abzuschliessen. Ist mir nicht gelungen, aber sie waren sehr präsent.
Mich würde mal interessieren, was Merkur-betonte Menschen in dieser Zeit so empfinden. Spürt ihr das auf eine besondere Art und Weise?
Liebe Grüße
Dagmar
Hallo liebe Sabine
Lieben Dank für deine Geschichte….sie ähnelt einwenig meiner gelebten Erfahrung des rückläufigen Merkurs, wenn ich auch nicht durch äussere Pannen ausgelöst. Mit einem unaspektierten Merkur im dritten Haus in der Jungfrau bewegt jener sich nicht immer in geordneten gewohnheitsmässigen Bahnen und löst so manchesmal Unverständniss im Umfeld aus….da empfinde ich eine gewisse Affinität zu der Natur eines rückläufigen Merkurs.
In diesem Jahr war der retograde Mekur jeweils in einem Wasserzeichen, einmal in Fische und im Juli im Zeichen Krebs.
Persönliche und emotionale Themen waren da auf der Tagesordnung und die Chance bisher Unausgesprochenes doch noch zur Sprache zu bringen.
Die Empfindlichkeit des Krebses kann jeoch auch zu Missverständnissen führen und alte Verletzungen reaktivieren.-
Selbstreflektion und der Mut über wunde Stellen der eigenen Psche zu sprechen sind das beste Heilmittel.
Doch sind die Ereignisse vor allem AUslöser…das eigentliche Programm läuft in uns selbst.
Eine gute Gelegenheit die eigenen Reaktionsmuster anzuschauen und zu erkennen.
So folgte ich einer Eingebung in den Schwarzwald zu reisen, (einem Ort wo ich vor zehn Jahren ein Jahr lebte,) und dort die Stille der Wälder wandernd zu erfahren.
Einwenig abseits des Weltgetöses und der Gefahr die unser Alltag auch so bergen kann…
In unserem ALltag ist ja die grösste Gefahr das wir von Gewohnheiten leben.
WIr erleben den schönen Augenblick, wir lernen einen Menschen kennen, wir sind glücklich.
Durch den ALltag reibt sich das in eine Gewohnheit ein und es kommen viele alte Gewohnheiten hinzu, von denen wir uns schwer entbinden können.
Wenn wir zum Beispiel in der Natur leben und uns ganz dem Rythmus von Tag und Nacht, Frühling, Sommer, Herbst und Winter hingeben würden, wir spürten..wie auch die Pflanzen und die Tiere..das wir Teil einer wunderbaren Ordnung und ihrer Gesetzmässigkeiten sind.
In den Städten ist dies nicht leicht wahrzunehmen.
Wir haben uns eine Ordnung nach gesellschaftlichen und nutzbringenden Gesichtspunkten kreiiert .
So lernte ich hier eine Frau kennen , die eine Ausbildung in Amerika absolvierte was man Vison Quest nennt..auf deutsch Visionssuche.
In Anbetracht mangelnder Rituale (vor allem in Übergangszeiten)in unserer Kultur und auch Innehalten- besann man sich auf eine Methode welches die Indianer übrigens vor jeder wichtigen Lebensentscheidung anwandten…man zieht sich einige Tage in die Natur zurück, (sogar ohne Lebensmittel mitzunehmen ),auf sich selbst zurückgeworfen um Kontakt zu seiner innereren Führung zu bekommen.
So kann ein Kontakt zur kraftvollen Vielschichtigkeit unserer Gefühle entstehen..und die Kraft selbst dafür zu sorgen, das wir uns gut fühlen und bekommen was wir brauchen.
Ja, ich stimme zu, war toll dieser Rückwärtsgang..ich freue mich auch über diesen Kontakt zu dieser Frau
und das wir anivisierten eventuell auch eine solche Visionssuche in Spanien mal zu machen…an Kraftorten und herrlicher Natur mangelt es dort ja wahrlich nicht.
Liebe Sonntagsgrüsse
Barbara
Ich wünsche dir Zeit
Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.
Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.
Ich wünsche dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge dir übrigbleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.
Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.
Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!
Elli Michler
Aus: Dir zugedacht, © Don Bosco Verlag, München , 19. Aufl. 2004
Link zum Verlag Don Bosco
Kommentar bearbeitet am 17.9.2006 von CAW