Erfahrungen mit dem rückläufigen Merkur
Aus dem Leben | (3) Kommentare |
Bitte den Rückwärtsgang einlegen
Merkur, der flinke Götterbote und Vermittler zwischen Himmel und Erde, hat sich diesmal während seines Rückwärtsgangs förmlich überschlagen. Es schien so, als wolle er die gesamte ihm zur Verfügung stehende Palette an Möglichkeiten auffahren. Die Rückläufigkeit bestand von 12. bis 31. Januar. Bei mir bewegte er sich in dieser Zeitspanne im Transit grenzwertig zwischen 2. und 3. Haus meines Horoskops. Dreimal im Jahr erhalten wir mittels dieser Rückläufigkeitsphasen eine ganz besondere Gelegenheit, uns gedanklich/verstandesmäßig Dingen zu widmen, die unter Umständen nicht fehlerfrei sind beziehungsweise erneuter Überlegungen, Korrekturen oder Reparaturen bedürfen. Genau solche bislang eventuell vernachlässigten, aber latent dahinschwelenden „Fehler“ oder, damit wir uns nicht gleich selbst ein schlechtes Gewissen durch die Wortwahl einreden, etwas neutraler ausgedrückt „Schieflagen“, treten nun gehäuft auf und lenken so zwangsläufig unseren Blick auf diese „wunden“ Punkte. Diese sind dann so reif wie die überreifen Äpfel aus dem Märchen (wir sind reif, wir sind reif, wir sind überreif…) kurz vor dem Pflücken oder Herabfallen. Entweder man pflückt sie selbst oder sie fallen einem buchstäblich auf den Kopf und erinnern daran, dass hier etwas in Vergessenheit geraten ist. Es ist nicht nur eine Phase, in der auf dem merkurschen Kommunikationsgebiet Dinge „daneben“ gehen können, die an der Geduld zerren und einem zeitweise den Nerv rauben. Wir können durch eingehende Beschäftigung, verstärkte Reflexion in genau den betroffenen Bereichen neue Erkenntnisse gewinnen. Es ist DIE Chance, bestehende Fehler auszumerzen und zu beheben. Wir können in vielerlei Hinsicht dazulernen.
Da liest man oft von „Vorsicht vor Verträgen und Abmachungen“. Diesmal bekam ich richtig Gelegenheit, diesen Pauschalspruch mit eher angstauslösender, blockierender Wirkung am eigenen Leib zu testen. Es geht nicht darum, sich in dieser Zeit abzuschotten, einzuigeln, die Kommuniktion einzustellen, keine Päckchen mehr zu verschicken und keinesfalls Reisen anzutreten. Das ist nicht Sinn der Sache und gerade ein agiler Analytiker wie Merkur, der liebend gerne unterwegs ist, hätte das nicht gewollt. Was aber passiert ist die Tatsache, dass man an Flexibilität MERK-UR-LICH dazugewinnen kann, solange man sich als beweglich erweist und nicht abblockt. Man wird zur Anpassung gebracht, Merkur öffnet uns in dieser Zeit die Tore zur detailgetreuen Betrachtung. Stellt er einen doch gerne auf die Probe um zu sehen, wie man mit gewissen Situationen umgeht, vor allem wenn sie nicht so laufen, wie man es gewohnt ist.
Was hat sich nun also bei mir in dieser Phase getan?
- eine Kurzreise verschob sich mehrfach. Der Termin wollte und wollte sich nicht ergeben, sodass sie nun erst angetreten werden kann, nachdem Merkur wieder gradläufig ist
- Sms-kommunikation ergab teils skurrilste inhaltliche Zusammenhänge. Manche Sms wurden gar nicht gesendet, sondern verschwanden im weitläufigen Kosmos. Andere verschoben sich zeitlich, teilweise um mehrere Tage. Neuere schoben sich vor ältere, sodass der Sinn nicht mehr wirklich zu erkennen war. Wieder andere enthielten nur noch Aussagen wie „Textteile fehlen. Funklochgruß“…
- ein gebuchter Kurs wird vorerst „auf Eis gelegt“, es ist nicht sicher, ob er stattfinden kann
- Finanzfragen, die mit der Bank abzuklären sind, verzögern sich um einen längeren Zeitraum
- ein Geschenkgutschein kann nicht eingelöst werden, da das Angebot nicht mehr besteht. Zur Rückerstattung des Geldbetrages bedarf es etlicher Nachfragen. Dann wird erst zuviel rücküberwiesen, ein paar Tage später das Zuviel wieder abgezogen
- eine normalerweise recht schnell getane Hotelbuchung zieht sich aufgrund von genaueren Absprachen über 2 Wochen lang hin. Es war zwar anstrengend und langwierig, bot mir aber die Gelegenheit, einen Preis regelrecht im Sinne der Händlereigenschaft Merkurs auszuhandeln und mahnte nebenbei, auf Kleingedrucktes zu achten
- die Bestellung einer Astrologiesoftware hatte nicht nur stundenlanges „Herumprobieren“ zur Folge, sondern auch einen längerdauernden Schriftwechsel , bei dem nicht nur ich selbst mit technischen Spitzfindigkeiten vertraut werde, sondern nebenbei der Hersteller selbst auf bis dato nicht erkannte Fehlerquellen, die jedem Beteiligten das Leben unnütz schwer machen können, aufmerksam wird
- mein Navigationsgerät lässt mich im Zuge meiner Fortbewegung an einer Straße links abbiegen, wo schon lange nicht mehr links abgebogen werden darf. Ein eindeutiger Hinweis für ein überfälliges Update, ein Gedanke, den ich aus Bequemlichkeitsgründen bislang verdrängt hatte und der mich erneut in die Lage bringt, mich mit den technischen Details auseinanderzusetzen
- mein recht neues Telefon klingelt sich wund und geht mir gewaltig auf die Nerven. Der Anrufbeantworter schaltet sich erst nach 17-fachen Klingeln ein. Bislang hatte ich mich um die Bedienungsanleitung zwecks gewisser Einstellungen großzügig gedrückt. Das ist nun unumgänglich geworden
- die Ankündigung der „Verschrottungsprämie“ bringt mich binnen weniger Gedankengänge zu dem plötzlichen Entschluss, mein 24 Jahre altes Auto „abzugeben“ und mich nach einem Neuwagen umzusehen. Aus dem „Umsehen“ und Informationen sammeln wurde innerhalb 1 Stunde ! (da soll nochmal einer sagen, Frauen könnten sich beim Einkauf nicht entscheiden…) ein Kaufvertrag. Und da saß ich dann vor dem Verkäufer, wand mich innerlich hin und her, dachte, Mensch, rückläufiger Merkur und Verträge…hm…nur es ging nicht anders, sonst wäre die supergünstige Sonderedition vor meinen Augen weggewesen, mit jemand anderen davongefahren, während ich gedanklich mit aktueller Rückläufigkeit beschäftigt war. Das konnte Merkur nicht gemeint haben. Der Verkäufer hatte nebenbeibemerkt seinerseits Computerprobleme während des Gesprächs, wohl schon seit Tagen lief “einiges nicht so rund am PC” wie er anmerkte, und so konnte ich mir eine beiläufige Bemerkung zum rückläufigen Mekur nicht verkneifen. Er tat so, als hätte er es nicht gehört. Die kurze, kaum merk-ür-liche Irritation entging mir dennoch nicht und ich genoss für einen Moment, bevor sich mein Verstand wieder um Hubraum und Verbrauchsdaten kümmern musste. Vielleicht hatte er auch einfach nur Angst nachzufragen, was ja auch gut möglich ist. Derartige Bemerkungen sind Leuten, die sicher hinter Schreibtischen sitzen und blind mit Zahlen und Getrieben umgehen können, doch häufig suspekt. Gut, also war der Vertrag dann erstmal gewissermaßen „vorläufig“. Es musste noch nachgebessert werden. Denn so flott die Prämie im Konjunkturpaket während der Mekurrückläufigkeit auch beschlossen worden war, so unausgereift und überarbeitungsbedürftig erwies sie sich in der Realität. Auch musste sie erst noch abgezeichnet werden. Zudem wusste zu dem Zeitpunkt noch niemand, wie genau alles laufen würde bei der Abwicklung und der Verrechnung der Prämie.
Das war es im Groben für diesmal. Unschwer lassen sich bei den genannten Vorkommnissen Attribute des 2. und 3. Hauses erkennen.Was mir sonst noch auffiel: ja, sicher, im Bahnverkehr wurde mal wieder gestreikt. Es kam zu Verzögerungen, Verspätungen und Ausfällen. Analog zum Jahresbeginn 2008, wo sich die Tarifverhandlungen und zahlreichen Streiks auch einen Großteil durch die Rückläufigkeitsphase Merkurs zogen. Diesmal war auch der Luftverkehr betroffen. Der Gashahn wurde in diesem Zeitraum in einigen Ländern abgedreht, die Verhandlungen zogen sich indessen. Auch hatte der neue amerikanische Präsident Obama direkt ein 2. Mal Gelegenheit, seinen Amtseid korrekt zu leisten. Der Eid vom Vortag zum Datum der Amtseinführung beinhaltete Versprecher seines Gegenübers. So durfte also auch hier „korrigiert“ werden, um späteren Missverständnissen vorzubeugen.
Nicht schlecht, Herr Specht, all das. Merkur, gerissen und raffiniert wie er nunmal ist, muss sich eins gegrinst haben da oben am Himmel. In puncto Fortbewegung darf deshalb ab dem 1. Februar auch wieder vorwärts gefahren werden. Nur nicht zu schnell. Denn ab dann tritt der neue Bußgeldkatalog in Kraft. Welch perfektes Timing genau zu dem Zeitpunkt, wo Merkur dreht. Auch konnte zum 1. Februar ein Durchbruch bei den Tarifverhandlungen erzielt werden… Mein persönliches Fazit der letzten 3 Wochen lautet: viele Bedienungsanleitungen und Kleingedrucktes durchgelesen, viel Detailarbeit geleistet, einiges dazugelernt. Darüberhinaus vermute ich stark, das Wort des Jahres 2009 wird „Abwrackprämie“.
© 2009 Iris Apé @ 1. Februar 2009
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Schlagwörter: 2. Haus, 3. Haus, Flexibilität, Korrekturen, Lernen, Merkur rückläufig, Transit
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Liebe Iris,
)
danke für diesen sehr anschaulichen Bericht, wie sich MerkurR in der Praxis bei Haus 2 und 3 auswirken kann
Bei mir wurde der Götterbote exakt auf dem Deszendenten rückläufig, so hatte ich es weder mit Gebrauchsanweisungen noch Autoverträgen oder Bankgeschäften zu tun, sondern mit Beziehungsthemen. Es kam zu reichlich schriftlichen Kontakten und persönlichen Wiederbegegnungen mit “Ehemaligen”, außerdem fielen mir von einigen viele biografische Informationen zu, die etliche Puzzlesteinchen zum nachträglichen Verstehen dessen lieferten, was damals in Beziehungen gelaufen ist und vor allem, was der Hintergrund dazu war. SEHR spannend, diese Rückschau”! Mal gucken, was Merkur mir jetzt noch bringt, wenn er den DC wieder erreicht und dann in mein 7. Haus läuft – bald danach wird ja Venus rückläufig, genau auf meinem MC – ob die beiden Planeten sich wohl abgesprochen haben, mal mein Achsenkreuz so richtig in Schwingung zu versetzen?
Wir werden sehen…
liebe Grüße und viel Spaß mit dem neuen Auto, möge das Kleingedruckte sich als tauglich erweisen und die Bank klar denken
Yamuna
Liebe Iris,
danke für diesen anschauliche Bericht zum immer wieder gern gelesenen Merkur! Ich bin eine Sechst- und Siebthausbetroffene. Allerlei Fäden, die zum Teil schon sehr lange zurückliegen, durften jetzt eingesammelt werden. Unter anderem ein schon zwei Jahre altes Übersetzungsprojekt, aber auch gesundheitliche Themen, die – wie könnte es anders sein – um die Beweglichkeit und die Knöchelchen gehen. Auch ein bisschen Technik ist dabei, Ich hatte vor einem Jahr – unter rückläufigem Merkur – ein schnurloses Headset gekauft, das nie seinem eigentlichen Verwendungszweck zugeführt werden konnte, weil es einfach nicht funktionierte. Derzeit entdecke ich gerade andere Einsatzmöglichkeiten dafür. Ein Freund von mir hat gerade mit meiner Hilfe ein 5 Jahre lang eingelagertes völlig unbenutztes Stage-Piano ausgegraben, das nun endlich mal benutzt werden wird. Du siehst, bei mir greift Merkur r wirklich tief in die Zeitkiste!
Ein paar ganz schöne Geschenke sind dabei. Ich denke übrigens auch über mein altes Autochen nach…
Herzlichen Gruß von
Sabine
Hallo meine beiden Edelfrauen, Yamuna und Sabine,
ja das hatte es diesmal in sich…interessant auch, was sich bei euch beiden so getan hat…
Was ich erst im Nachhinein bemerkt habe war, dass der hin- und herwandernde Merkur noch zusätzlich “Halt” gemacht hat auf meinem Radixmerkur! Und der steht am abst. Mondknoten. Kein Wunder also, dass es diesmal richt rund ging.
Ich grüße euch sehr herzlich :-** (für jede einen dicken Kuss, damits keine Zankereien gibt
Iris