Hey Mister Neptune, are you ready to jump? Sind Sie zum Sprung bereit, Herr Neptun?
Aus dem Leben | (7) Kommentare |
Haben wir uns letztlich mit Hilfe eines Liedes von Suzie Quatro der Venus-Saturn-Thematik in einer Beziehung angenähert, so wenden wir uns diesmal dem “Gegenspieler” Venus-Neptun zu. Wo Saturn die Schotten dicht macht und klare Grenzen zieht, öffnet Neptun die Tore nach allen Seiten hin. Und er ist da nicht so wählerisch, lässt einiges durch seine Pforten. Er ist grenzenlos, absichtslos, vollends bereit, eine umfassende Verbindung einzugehen und darin auf zugehen.
Hiervon kann diesmal eine Freundin ein Liedchen singen. Bei ihr entsteht die Konstellation über Neptun, welcher sich in ihrem 7. Haus niedergelassen hat. Er trägt somit seine Botschaften in den Bereich des Partnersuchbildes. Zudem ist Neptun gemäß dem Aszendentenzeichen Fisch ihr Geburtsherrscher, hat demnach einiges mehr an Gewicht und entspricht einem Lebensthema.
Er hat sich dort wirklich gut eingerichtet und es sich mehr als bequem gemacht. Die Sache mit “Rapunzel, lass dein Haar herunter” gestaltet sich bei ihr des öfteren so, dass, nachdem sie ihre Haare heruntergelassen hat, niemand mehr unten an ihrem Traumtürmchen zu stehen scheint, der sie dann rettet, auf seinem Gaul oder im Golf mit nimmt und erlöst. Die von ihr Auserkorenen sind in irgendeiner Form nicht mehr in greifbarer Nähe für sie bzw. haben sich anderweitig verflüchtigt. Oder sie verkörpern den Typ des mehr oder weniger labilen Weicheis, der selbst nicht allzu viel auf die Reihe kriegt bzw. zu einem etwas unsteten Lebenswandel neigt. In den vergangenen Jahren kam es zu den skurrilsten Beziehungsgeschichten samt vorprogrammierten Enttäuschungen vielfacher Art. Es folgen ein paar Erlebnisse zur Veranschaulichung.
Ihr erster Mann, ein Ausländer, verschwand irgendwann von einen Tag auf den anderen ohne jede Vorankündigung und ungesehen von der Bildfläche respektive der gemeinsamen Wohnung. Er tauchte erst zum Scheidungstermin wieder auf. Die Verschmelzungssehnsucht muss an jenem Tag aufgrund der längeren Trennungsphase wohl so groß gewesen sein, dass man sich direkt nach vollzogener, rechtskräftiger Scheidung noch kurzerhand zu einem “letzten Mal” entschied, als krönenden Abschluss sozusagen. Danach löste er , der seit wenigen Stunden frisch gebackene Ex, sich endgültig in Luft auf.
Ihr zweiter Mann, ein Polizist, der zwar reichlich Strafzettelchen an andere austeilt, selbst aber keineswegs so sündenfrei und stabil zu sein schien, brannte mit der Kindergärtnerin der gemeinsamen Kinder durch. Das war es dann auch schon mit den “festen” Verbindungen in Eheform. Die Ehe an sich würde man eigentlich ins 8. Haus der Verbindlichkeit zählen, aber es geht jetzt weniger darum. Die jeweilige Art des Abgangs spricht für sich sowie der fast schon zielsichere, venus-neptunisch-verklärt-getrübte Beziehungsgriff von einem Weichei zum nächsten.
Es folgten weitere, diesmal lose, anfangs augen-neptunschein-liche, viel versprechende Traumbeziehungen, die nicht minder aussagekräftig waren. Wobei Erlöser bzw. zu Erlösender hierbei das ein oder andere Mal den Posten wechselten. Gerade Fischeaszendenten wollen schließlich auch gerne von Zeit zu Zeit Rettungsringe zugeworfen bekommen. Es gibt auch eine lange Schlange von Kandidaten, die den Neptunpol ihrerseits in der Projektion bestens aus agierten und zu gerne von ihr gerettet werden wollten.
Ein dem Alkohol recht zugetaner Genosse griff, als sich das Ende der Affäre anbahnte, zur Neptunlaufmasche mit hohem romantischen Niveau: “Ich geh jetzt einen Strauß rote Rosen und einen Ring kaufen, fahre damit zu meiner Angebeteten, falle dort auf die Knie (bis zu dem Zeitpunkt, als ich diese Geschichte vernahm, dachte ich immer – wie naiv von mir – so etwas gibt es nur in Filmen, von denen er anscheinend zu viel geguckt hatte), dann erkläre ich ihr mit Hilfe der mitgebrachten “Utensilien” meine Liebe…So werde ich die Kiste bestimmt noch retten können.” Konnte er nicht.
Ein weiterer suchte, als es Anzeichen der eventuellen Beendigung der Beziehung gab, “geistesgegenwärtig” ein Reisebüro auf und buchte einen Kurztrip nach Paris. Tickets for two. Die Stadt der Liebe winkte mit jeder Menge Sehenswürdigkeiten und dem Zaunpfahl, meine Freundin sagte nicht nein. Der Prinz machte in Gedanken wahrscheinlich schon Luftsprünge und sah sich mit ihr im siebten Himmel (-bett) über den Dächern von Paris. Jedoch kam es ab dem Moment der Ankunft zu nicht zu überbrückenden Differenzen. Seine Aussage, er spräche Englisch, stellte sich schon mal als Finte heraus. Und es war auch schnell klar, dass er keinerlei Interesse an der Besichtigung der Stadt hatte, sondern insgeheim mit neptunischem Täuschungsmanöver einen 24-Stunden-Allroundbetturlaub geplant hatte. Der Trick funktionierte nicht. Die Beziehung war unmittelbar nach dem Trip beendet.
Auch bei der nächsten Nummer stand bereits das Thema Trennung im Raum. Um seine Traumfrau bei der Stange zu halten, erschien der Traumprinz diesmal direkt auf der Matte und schlug einen Hauskauf für das weitere Zusammenleben vor. Er wollte partout nicht ablassen und weigerte sich strikt, die Wohnung zu verlassen. Das ging so weit, dass er von der Polizei abgeholt werden musste. Obendrein wurde ihm noch der Führerschein abgenommen, da er angetrunken war. Nur am Rande sei erwähnt, es handelte sich hierbei um die Dienststelle ihres Ex, dem Polizisten, die sich des Falls an nahm. (Nicht ganz auszuschließen, dass die sich dort gekugelt haben).
Und dann war da noch ein etwas labiles Muttersöhnchen, welcher nach immerhin drei Wochen Beziehung Nägel mit Köpfen machen wollte. Er schlug vor, als Vorstufe zur gemeinsamen Wohnung könne er vorerst bei ihr einziehen und schon mal “zur Probe wohnen” (Zitat). Als das nicht zog und das unvermeidliche Ende absehbar war, ließ er sich ins Krankenhaus einweisen und gab ihrem Fischeaszendenten zu verstehen, er sei suizidgefährdet.
Auch gab es zwischendurch noch einen etwas abgedrifteten Musiker, der Neptuns Einfühlsamkeit und Fantasie diesmal über seinen Beruf mit in die Beziehung hinein fließen ließ. Aber auch er wurde fort getragen, schwebend auf neptunischen Wolken. Die kurze Affäre ging in neptundurchtränkten Gewässern baden.
Es folgten weitere abbruchreife Liebesabenteuer, das dahinter liegende Schema jedoch blieb ähnlich. Gehofft wurde viel, jede Menge idealisiert, endlos geträumt. Und es wurde auch viel enttäuscht und gelitten. Die Liste von zerplatzten Seifenblasenträumen und Pfefferminzprinzen, die nicht halten wollten, was sie versprachen, ist lang. Die aufgebauten Illusionen hielten der Realität nicht stand. Es waren sehr desillusionierende, schmerzende Erfahrungen. Im Augenblick gibt es keine Neuigkeiten aus der Ecke.
So, aufwachen bitte! Wie sieht es aus, Herr Dreizack da oben auf dem Brunnen? Sind Sie nun zum Sprung bereit? Dann springen Sie schon! Please Mister Neptune, jump, right now!
Nachtrag:
Dieser Beitrag ist meiner Freundin gewidmet. Ihr Fischeaszendent träumt, wenn er nicht gerade in der Badewanne liegt oder die Landschaften und Liebespaare aus Rosamunde Pilchers Filmen an ihr vorüberziehen, seit Jahren davon, wie Mary Poppins, die Kultfigur der 60-er, mit Schirm in einer Hand und gepackten Tasche in der anderen auf Reisen zu gehen. Einfach davon zufliegen, sich in die Lüfte zu schwingen und dabei am liebsten von einem Prinzen begleitet zu werden (Herrscher von 1 in 7, es besteht ein instinktives Bedürfnis nach einem Partner). Liebe “Mar-ion Poppins”, ich wünsche es dir von ganzem Herzen, möge dein Traum in Erfüllung gehen. Die Chancen stehen gut. Du hast in letzter Zeit des öfteren die rosaroten Gläser deiner Brille durch glasklare ersetzt.
© 2007 Iris Apé @ 15. Juni 2007
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O Iris,
der ist gut! Ihr könntet einen Film daraus machen!
Für mich stellt sich in diesen Fällen dann immer die Frage: woran mag es liegen, dass Menschen so oft einem gleichen roten Faden folgen? Ist es, weil man sich selbst als Opfer (er)lebt, oder weil man glaubt, es liegt nur an den anderen? Und selbst, wenn man als Freundin oder Außenstehender diejenige Person darauf anspricht, hat es nicht unbedingt Erfolg. Was muss denn alles passieren, damit sich Menschen erkennen und anders handeln können, um schließlich auch sich selbst emotinal verändern zu können? Der Mensch ist ein Mysterium.
Danke dir für diese tolle Beschreibung der VE/NE-Problematik!
Liebe Grüße
Dagmar
Liebe Iris!
Wo befindet sich eigentlich dieser schöne Neptunbrunnen auf dem Foto?
Herzliche Grüße,
Christopher
Lieber Christopher,
es handelt sich um den Neptunbrunnen im Schloßpark von Schloß Schönbrunn/Wien.
Der Brunnen ist eine Pracht, die reinste Augenweide, annähernd vergleichbar mit der Fontana di Trevi in Rom.
Sein Anblick ließ mir den Atem stocken und inspirierte mich zu dem Beitrag.
Er ist von allen Seiten begehbar, Neptun kann man fast von hinten auf die Schulter tippen.
Der Brunnen wär was fürs Wohnzimmer. Im Prinzip.
Mit Sicherheit aber eine Reise wert.
Liebe Grüße
Iris
Liebe Iris,
)
Deine Handschrift ist unverkennbar, Deine Beiträge find ich immer originell, amüsant und toll auf den Punkt gebracht
Was Du da beschreibst, merke ich leider selber recht deutlich – auch wenn ich keine offensichtlichen Resonanzen VE/NE. Theoretisch dürfte ja nix ausgelöst werden, was nicht angelegt ist, oder Chris?? Vielleicht sieht die Wissenschaft das zu streng, und Neptun löst beim Gang über den DC was aus, ob Resonanz oder nicht.
Liebe Grüße
Yamuna
Liebe Iris,
dein Beitrag spricht mich insofern ganz persönlich an, da ich in meiner momentanen Lebensspanne eine Plutoopp. auf meine SonneVenuskonj, gradgenau am Desz. ,auf dem krit. Grad Neptun/neptun vor mir habe, und mich diese plut. Kraft in all meine stillen und abgelegensten Kämmerleins der heimlichen und totgeglaubten Sehnsüchte führt, alte Wunden werden wieder entdeckt,eben auch das Gefühl des nicht angenommen werdens, verlassen werdens…es fühlt sich unberechbnar an, man ist ausgeliefert, der leichte ´Weg, wäre die Augen zu schließen, bis alles vorbei ist.Der Weg ist schmerzhaft, sehnsuchtsvoll unberechnbar und ich hoffe mit diesem Prozess meine Liebefähigkeit so transformiert zu habe, dass mich äußere Umstände nicht umwerfen können, dass ist für mich das Geschenk dieser Konstellation Venus/Neptun: hingebungsvoll lieben zu können ohne das gleiche im Außen zu erwarten.
Liebe Grüße Sigrid
Liebe Sigrid, Yamuna, Dagmar,
dank euch für eure Kommentare!
Zum fortführenden Austausch zu dem Thema der Venus-Neptun-Konstellation würde ich euch gerne mit ins Diskussionsforum nehmen. Dort habe ich hierzu eine separate Rubrik mit einer Kurzfassung eurer geschilderten Erfahrungen eröffnet, die uns und allen Interessierten zur Verfügung steht.
Vielleicht habt ihr ja Lust, dort mal vorbei zu schauen…
Liebe Grüße
Iris
Hallo!
Die Idee mit einer Diskussion zu diesem Thema finde ich prima! Der Link zu diesem Thema im Forum:
Diskussion im astrophoenix-Forum
Herzliche Grüße,
Christopher