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Iris Apé

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2 Kommentare

  1. Gerd
    6. Januar 2008 @ 10:29

    Hallo Iris,
    leider hab ich selten Zeit, in Astrophönix, die sehr unterhaltsamen Artikel zu lesen. Doch auch heute treffe ich wieder auf einen herzerfrischenden Artikel von Dir! Mir gefällt Deine Art zu schreiben und Deine Gedanken und Gefühle sind so packend zusammengefasst, daß sich Deine Artikel wie spannende Romane lesen lassen. Dein Humor und Dein Wissen (betreffend der Astrologie) kommen bei Dir nie zu kurz. Mach weiter so, damit ich auch in Zukunft viel Freude am lesen habe. Danke! Herzliche Grüße Gerd

  2. Sabine Bends
    Sabine Bends
    8. Januar 2008 @ 09:08

    Ach Iris…, Herzensschwester…

    Mir fehlen die Worte. Woher nur nimmst du sie, wo es doch nichts zu greifen gibt in diesen Gefilden? Du formst sie gar nicht aus Gedanken oder gar Buchstaben, mehr aus spinnwebfeinen durchsichtigen Lichtkristallen… ich ahne es…

    Eine Umarmung für (((Iris))) von
    Sabine

Hommage an Neptun – so nah und doch so fern

Aus dem Leben, Traumwelt | (2) Kommentare |

abbildungIm vergangenen Urlaub vernehme ich folgenden Dialog.

Tourist 1: ” Mensch, guck a mol. I han denkt, des isch irgend a Figur!”

Tourist 2 (vermutlich Mann von Tourist 1): “Noi Hilde, des isch der Nebdun! Oder? Was meinscht? Wie heischt der noch, der mit dem Dreizag?”

Tourist 1: “Jo, hascht recht. I glaub scho. Des müscht der Nebdun sei…”

Oh, oh! Und heiligs Blechle obendrein! Wo bitte gibts Balsam für astrologische Seelen?

Wahrhaftig! Hier steht er. Neptun, Herrscher über die Tiefen des Ozeans. Formvollendet vor passender Kulisse, in den Farben des Meeres, mit dem er zu verschmelzen scheint. Er muss wohl direkt aus dem Wasser entstiegen sein, sein Gewand spiegelt Töne in blau-türkis, durchzogen von grünlichem Schimmer. Niemand schien sein Auftauchen bemerkt zu haben. Er war einfach da. Und allabendlich, kurz nach Sonnenuntergang zur Stunde der eintretenden Dämmerung, kehrt er ebenso unbemerkt dorthin zurück, gleitet ins fließende Nass, verbindet sich mit seinem Element, wird zu einem von Millionen Tropfen, taucht ungesehen hinab in die Fluten, die sanften Wellen geben ihm Geleit. Man glaubt sich in einem Traum. So, als wäre er nie da gewesen. Und doch, da war etwas.

Er ist schön. Wunderschön. Es fällt schwer, den Blick abzuwenden. Es hält mich an, zu verweilen. Seit ich ihn das erste Mal erblickte,  suche ich ihn jeden Tag erneut auf, umhüllt von einem ihn umgebenden Zauber. Eine tiefe Sehnsucht in mir macht ihn unvergesslich dieser Tage, zieht mich unausweichlich zu ihm hin. Gerne würde ich ihn ansprechen, nach seinem Paradies fragen. Mein  Innerstes möchte ihn verstehen, be-greifen. Doch es geht nicht. Er wirkt unnahbar, nicht fassbar, wie durchsichtig. Meine Worte scheinen ihn nicht zu erreichen, dringen nicht zu ihm durch. Sie verhallen in der Weite des Universums, werden gar verzerrt.

Ebenso uneindeutig bleiben seine Botschaften. Die einzelnen dahingehauchten, zu Wörtern zusammengefügten Lettern gleichen dem dumpfen Geräusch einer Schiffssirene, welche durch dichten Nebel aus weiter Ferne ertönt. Man weiß, sie sind da. Nur das “Wo” verschließt sich einem, scheint sich zu entziehen. In ihnen schwingt etwas Latentes mit, nichts scheint klar und offensichtlich. Sie sind wie verdünnt, von Geheimnissen umwoben und bedürfen eines feinabgestimmten Filterungsprozesses auf dem Weg zum Verständnis des subtilen, unterschwelligen, im Verborgenen angelegten Sinnes.

Liebend gerne würde ich ihn berühren. Sachte und eher flüchtig, nur um zu wissen, ob er auch wirklich da ist. Wo er doch zum Greifen nah ist, nur ein paar Meter von mir entfernt, Neptun zum Anfassen. Aber ich getraue mich nicht. Wohl wissend, im Moment der leichtesten Berührung wird er sich auflösen, zerstäuben. Seine feinsten Partikel würden sich mit der Atmossphäre verbinden. Wie selbstverständlich würde er sich im gesamten, ihn umgebenden Kosmos verteilen, mit ihm und allem eins werden, sich in seiner Selbstlosigkeit zur Verfügung stellen, auf Erlösung hoffend. Einer für alle, dessen Herz voller Mitgefühl aufopfernd für die Kollektivseele schlägt, der Takt vertraut mit einer absichtslosen, alles einschließenden Symbiose und übergeordneten Liebe göttlichen Ursprungs. Und ich bliebe zweifelnd mit dem wirren Gefühl zurück, einer Täuschung erlegen zu sein. Einer Sinnestäuschung, ähnlich einer illusionären Fatamorgana. Ich fühlte mich betrogen, nichts war je da. Wachte ich oder träumte ich?

Zur späten Nachmittagsstunde streift mich sein Schatten, welcher ihn mir näher zu bringen scheint. Ich verspüre ein zartes Prickeln, bin dankbar für diese Fügung des Augenblicks, beginne gleichsam zu erahnen, mehr Nähe wird es nicht geben zwischen ihm und mir, ein gebührender Abstand will gewahrt werden. Ich frage mich, gelänge eine Annäherung über Blickkontakt? Es wäre einen Versuch wert, seinen Blick aufzufangen, vielleicht die Spur einer Reaktion darin zu erkennen. Doch die insgeheime Hoffnung in mir währt nur kurz. Eine leise Stimme haucht mir die Antwort ein. Mein Blick in seine Augen würde ihn treffen wie ein gebündelter Laserstrahl. Allenfalls würde er langsam, wie in Zeitlupe, seinen Kopf wenden in meine Richtung, sein Blick jedoch würde verweilen in der nichtendenwollenden Weite des Horizonts, würde sich verlieren in der unendlichen Ferne.

Eine Stimme dringt von weit her zu mir durch. “Wach auf, wach auf”, flüstert sie mir ins Ohr. “Du verpasst alles hier auf Erden! Bald ist Jahreswechsel! 2007 auf 2008!” Noch bin ich wie betäubt, paralysiert, gefangen im blauen Traum einer Narkose. Ich taumle, mir schwindelt. Allmählich, irgendwo auf dem schmalen Grat zwischen märchenhafter Traumwelt und irdischer Realität, lüftet sich ein Schleier vor meinem noch verschwommen-trunken-wässrigen Blick, die Stimme wird klarer. Ein Kribbeln erweckt meine Lebensgeister. Ich beginne mich zu entsinnen, ich habe geträumt. Von einer Begegnung mit einer beflügelnden, allen Idealen genügenden Liebe platonischer Natur, gleichsam auf ewig unerreichbar, obschon ich ihr sehr nah war.

Und all dies in einer Zeitspanne, in der Neptun im Transit meine Sonne berührt. Es geschah nichts von heute auf morgen. Er hat sich angeschlichen, mogelte sich förmlich durch eine Hintertür meines Seins hindurch. Orakelt werden einem teils wahrlich “rosige” Aussichten. Es ist die Rede von einer Zeit der Orientierungslosigkeit, Identitätsauflösung, dem Empfinden von Handlungsunfähigkeit, man weiß angeblich nicht mehr, wer man ist… Hört sich nach einem womöglich unüberbrückbaren Zwiespalt für den Zeitraum der Konjunktion an: die Vereinigung von Durchlässigkeit und Indiviuum. Auflösung und Selbstentfaltung in einem Boot. 

Was kann ich dazu sagen, noch mitten im Prozess begriffen und doch schon einen Großteil der Wegstrecke zurückgelegt, in der mein Persönlichkeitskern von einer durchsichtigen Hülle umgeben, beeinflussbar und angreifbar scheint? Da dieser langwährende Zustand (zirka 1-2 Jahre) in der Form nur allenfalls einmal im Leben beschert wird, will er etwas zu bedeuten haben. Hier verlangt eine andere Ebene des Daseins nach Integration. Der zentrale Kern wird geöffnet für einen Rahmen, der das rein Persönliche übersteigt. Das ist schwer möglich durch das Aufrichten von Schutzwällen und dichtabschottenden Mauern. Es ist sicherlich keine Phase, während der man vor Hyperaktivität zerschellt. Die Vitalität kann untergraben, zeitweise lahmgelegt werden. Dieser Transit wird begleitet von dem starken Wunsch nach Rückzug, Innenschau, Meditation. Er macht mir das Reich der Träume zugänglich wie nie zuvor, liefert Bilderfluten mit schier unermesslichen Reichtum an Fantasiegebilden, lässt mich in fiktiven Geschichten versinken, mühelos, ohne jegliche Anstrengung in Trancezustände gleiten und Rückführungserfahrungen suchen. In meinem Horoskop hat Neptun, herrschend über mein 4. Haus der seelisch-emotionalen Prägung, seinen Platz im 12. Haus gefunden, eine Mond/Neptunkonstellation. Nicht verwunderlich, dass er mir Spiritualität und transzendente Einsichten zuträgt, meine Seelensehnsucht im tiefsten Inneren erfüllt zurücklässt mit jeder Erfahrung, die mir zuteil wird. Er ermöglicht ein Aufgehen im größeren Ganzen, das Heranreichen an andere Dimensionen und Sphären, die ich zuvor allenfalls erahnt hatte.

Die Gezeiten, mit denen Neptun angeschwemmt wird, verleihen der Fantasie Flügel. Sie lassen aus dichtem Blätterwerk und verharzten Baumrinden Geister hervortreten, Tapeten- und Vorhangmuster gebären Gerippe oder werden im Handumdrehen zu Feen und Engelswesen, die aus sumpfigen Gewässern aufsteigen. Anfangs zaghafte Pinselstriche verdichten sich zu einem Meer aus schillernden Farben. Es werden Traumschlösser hervorgebracht, in denen Wichte kopfüber an Decken wandeln, Schokoladenfabriken kreirt, prallgefüllt mit Süßigkeiten nie gekannter Geschmacksrichtungen. Nichts ist fix, aber alles scheint möglich. Zeit abzutauchen, ohne dabei zwangsläufig unterzugehen. Es gibt keine Grenzen, dafür aber reichlich Ventile für einen Zugang zu Neptuns Gefilden.

Die Sonne zeigt sich dieser Tage nur selten. Als die Wolken aufreißen, die letzten Nebelschwaden weichen, erscheint sie für einen kurzen Moment, wirft ihre Strahlen auf die Erde. In ihrem Licht erblicke ich vereinzelte Wasserperlen, die auf meiner Haut glänzen. Woher dies?

© 2007 Iris Apé @ 27. Dezember 2007

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