Astrologie des Ortes: Du bist, wie du wohnst
Aus der Praxis | Ein Kommentar |
Nachlese eines Sonntagsworkshop an der A*SYS*Akademie München
Die Arbeit mit Horizonthoroskopen ist noch nicht sehr weit verbreitet. Das mag einerseits daran liegen, dass die Technik der Projektion von Planetenpositionen auf den Horizont noch recht jung ist, zum anderen auch daran, dass die Interpretation eines solchen Horoskops einige Fragen aufwirft, die wir mit der herkömmlichen Herangehensweise an ein Horoskop nicht klären können. Aus diesem Grunde veranstalte ich immer wieder gerne Workshops zur Standortastrologie, um neue Wege auszuprobieren und die praktische Anwendung und den hohen Wert dieser neuen Form von Horoskopen zu demonstrieren. Vergangenen Sonnatg beschäftigten wir uns mit der Frage, wie wir Horizonthoroskope bei der Gestaltung unserer eigenen vier Wände einsetzen können.
Zuerst führte ich kurz in die Theorie der Horizontastrologie ein und wies auf einen wesentlichen Unterschied zwischen den uns vertrauten Horoskopen hin: Während wir üblicherweise die Planetenpositionen auf den Tierkreis – die Ekliptik als scheinbare Umlaufbahn der Sonne um die Erde – projizieren, dient in der Standortastrologie der Horizont als Bezugs- und Messkreis. Das bedeutet, dass wir keine Tierkreiszeichen haben, auf die wir uns beziehen können, denn dieser wird durch den Horizont ersetzt. Das Horizonthoroskop ist also nicht einfach nur ein Hilfshoroskop (wie andere Techniken, z.B. das Relokationshoroskop oder die Astrokartographie), sondern eine ganz eigenständige Form (vgl. hierzu Feng Shui – die Botschaft des Raumes, Teil 5).
Das bedeutet aber auch, dass wir ganz andere Ideen entwickeln müssen, was die Deutung angeht. Die Planeten, die jetzt nicht mehr auf den Tierkreis projiziert werden, sondern auf den Horizont, werden zu Richtungen, in die ich blicke. Im Horizonthoroskop (hier das von Barrack Obama), wird dies durch Linien dargesstellt, die von der Mitte ausgehen. Die Frage ist also: Welche Bedeutung hat eine Richtung?
In der Tradition aller Kulturen gibt es so etwas wie eine Zuschreibung von Bedeutung zu Himmelsrichtungen. In China hat dieses Wissen in der Praxis des Feng Shui niedergeschlagen, insbesondere in der so genannten Kompassschule. Doch auch im Abendland kennen wir bedeutsamen Richtungen, man denke nur an die Ausrichtung von Kirchen nach Osten, dorthin wo die Sonne aufgeht, also das Leben aufersteht, während im Westen der Bereich der Geister und Dämonen ist, weswegen der dieser Bereich von Kirchen oft wehrhafter gestaltet wurde. Auch in der Antike und im Mittelalter wies man Himmelsrichtungen Bedeutungen zu, insbesondere verknüpfte man sie mit der Elemente-Lehre: Süden entspricht Feuer, Norden Wasser, Westen der Erde und Osten Luft.
Dennoch sind diese Ansätze nicht ausreichend, um eine ausführliche Deutng zu ermöglichen. Daher habe ich begonnen, Anleihen aus der Tradition des Feng Shui zu nehmen. Dort wird der Horizont in acht Sektoren aufgeteilt, die mit den Ba Gua, den acht Zeichen oder Trigrammen des I Ging korrespondieren. Wir erhalten so etwas wie acht Häuser des Horizontes. Interessanterweise ist ein Acht-Häuser-System auch aus der traditionellen Astrologie bekannt, das so genannte Oktotopos (im Unterschied zum Dodekatopos, dem uns geläufigen Zwölfhäusersystem, mehr dazu auf sternwelten.at).
Die Zahl Acht (zweimal Vier als Zahl der Materie) scheint besser geeignet zu sein, räumliche Bedeutung abzubilden, als die Zahl Zwölf (viermal Drei, Zahl des Geistes), wie wir sie zur Unterteilung des Tierkreises kennen. Man denke an die Windrose, deren Zwischenhimmelsrichtungen durch die fortschreitende Halbierung des Horizontkreises bilden.
Mein Vorschlag bezieht sich also darauf, die Planetenlienien im Zusammenhang mit diesen acht Sektoren zu deuten. Diese könnten so gedeutet werden:
- Osten: Herkunftsfamilie, Gesundheit, Körper, Kraft, Neubeginn
- Südosten: Wohlstand, Existenzsicherung, Sicherheit, Wachstum
- Süden: Berufung und Erfolg, Ziele, Lebenssinn, Blüte
- Südwesten: Partnerschaft, Liebe, Gemeinschaft, Miteinander, Geborgenheit, Begegnung
- Westen: eigene Familie, Ergebnisse, Erreichtes, Erfolge, Schöpfungen, Abschluss
- Nordwesten: Freunde, Ahnen, Religion, Spiritualität
- Norden: Geheime Wurzeln, Unbewusstes, Wurzeln, Talente, Begabungen, Lebensgrund, Motive
- Nordosten: Wissen, Weisheit, Klarheit, Meditation, in seiner Mitte sein
Jeder Raum kann in diese acht Sektoren eingeteilt werden, ausgehend vom Betrachter als Mittelpunkt des “Gesichtskreises” (wie früher der Horizont auch genannte wurde). Wenn nun Planetenlinien durch einen dieser Sektoren laufen, konzentriert dies ihre Bedeutung auf diesen Lebensbereich.
Wir können nun zum Beispiel einen Grundriss unserer Wohnung nehmen und ihn zunächst mit Hilfe eines Kompass in diese acht Sektoren gliedern. Dann können wir über diesen gegliederten Raum unser Horizonthoroskop legen und prüfen, wie die einzelnen Planetenlinien verlaufen. Eine Venuslinie durch das südliche Horizonthaus könnte darauf hinweisen, dass ich in dieser Richtung die Themen meiner Berufung stärken kann, indem ich dem Prinzip der Venus hier “huldige”. Ich könnte zum Beispiel etwas aus dem Spektrum venusischer Farben anbringen, vielleicht etwas in Pastelltönen oder ein Symbol, zum Beispiel Tauben, der Venus geweihte Vögel. Wenn ich meine Beziehung stärken möchte und im südwestlichen Horizonthaus Saturn verläuft, dann könnte ich dort diesem Planetenprinzip etwas “weihen”, indem ich etwas anbringe, das in Gestalt, Form, Farbe oder Symbolik für mich das Saturnprinzip verkörpert. Natürlich kann man sich auch überlegen, wo der beste Schlafplatz wäre, vielleicht auf der Mondlinie oder doch auf der Neptun-Linie für ausgiebiges Träumen? Saturn-Linien könnten sich besonders gut eignen, um dort konzentriert zu arbeiten, während Uranus-Linien eher für kreative Tätigkeiten geeignet scheinen. Wir gingen auch der Frage nach, was passiert, wenn die Uranus-Linie unser Bett kreuzt und warum die Pluto-Linie einen guten Platz hat, wenn sie durch die Toilette verläuft.
So wird der gesamte Wohnraum zu einem lebendigen Abbild der Planetenkräfte in mir. (Im ersten Bild habe ich das Horizont-Horoskop von Barrack Obama auf das Oval Office im Weißen Haus gelegt …).
Im Workshop haben wir auch die Planetenlinien jedes einzelnen Teilnehmers sichtbar gemacht, indem wir für jeden eine Aufstellung gemacht haben, bei der Teilnehmer in der Mitte des Raumes stand, während sich die übrigen TeilnehmerInnen als Planeten in den Richtungen des individuellenHorizonthoroskops im Kreis positionierten. Ein eindrucksvolles Erlebnis! So wird klar, dass wir die Richtungen der Planeten, wie sie sich zum Zeitpunkt und am Ort der Geburt zeigten, immer mit uns herum tragen und jederzeit und an jedem Ort den Raum uns herum prägen.
Jeder der Teilnehmer und Teilnehmerinnen brachte einen Grundriss zum Workshop mit und wir besprachen sie nacheinander, entwickelten Ideen, wie der Wohnraum im Einklang mit dem persönlichen Horizonthoroskop optimiert werden könnte. Zum Teil waren wir sehr erstaunt, wie intuitiv die meisten ihre Wohnungen bereits nach ihrem Horoskop eingerichtet hatten, insbesondere Schlafstätten fanden sich überdurchschnittlich häufig auf Mond-Linien.
Leider war – wie immer – die Zeit zu kurz, um alle Facetten dieser spannenden Technik zu beleuchten. Außen vor musste die ausführliche Anwendung des Horizonthoroskops auf größere räumliche Zusammenhänge bleiben, zum Beispiel das Stadtviertel, in dem ich lebe, oder gar die ganze Stadt. Auch die Frage, wie wir das Horizonthoroskop nutzen können, um Umzüge zu planen oder unseren Urlaub zu gestalten, muss auf einen kommenden Workshop verschoben werden (vgl. hierzu den Beitrag von Dagmar Wäscher: Untersuchung eines standortastrologischen Phänomens).
Wer sich mit Horizothoroskopen beschäftigen möchte, muss sich allerdings ein Programm besorgen, dass es erlaubt, Planeten auf den Horizont zu berechnen. Das Programm, das ich hierfür benutze, ist Astroplus von Astrocontact.
Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, wann der nächste Workshop zum Thema Ortsastrologie angeboten wird, der möge sich bitte in meinen Newsletter-Verteiler eintragen: www.asys-akademie.de/newsletter oder einfach regelmäßig auf der Website der A*SYS*Akademie vorbeischauen: www.asys-akademie.de
Im nächsten Sonntagsworkshop am 14.12.2008 wird es spannend: Wir beschäftigen uns mit der Frage, warum wir Idole haben und weshalb wir ausgerechnet diese oder jene Größe aus Politik, Kultur oder Wissenschaft verehren. In “Mein Lieblingsprominenter und ich” vergleichen wir unser eigenen Horoskop mit dem von berühmten Persönlichkeiten, die uns beeidrucken – und erfahren mehr über uns selbst und unsere Ideale. Zugleich ist es eine gute Übung im praktischen Horoskopvergleich. Mehr Informationen unter: www.asys-akademie.de/lieblingspromi
© 2008 astrophoenix @ 17. November 2008
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Schlagwörter: Astrologie des Standortes, Feng Shui, Horizont, Horizonthoroskop, Local Space, Ortsastrologie, Raum, Standortastrologie, Wohnen
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Lieber Christopher, liebe Fans der Horizonthoroskopie und alle, die es noch werden
Ich freue mich für euch, einen aufregenden Tag mit den eigenen vier Wänden verbracht zu haben! Natürlicherweise – ohne den Grund hierfür zu kennen – fiebere ich in diesen Themenbereichen immer mit und auf
Und ich bin mir sicher, dass es in nicht allzu weiter Ferne Workshops zu weiteren standortastrologischen Themen geben wird; zumindest werde ich und/oder wir beide dafür sorgen, gell?
Also, lasst euch überraschen, was das Christkindle im nächsten Jahr für euch bereitstellen wird. Horizontstarke Grüße
Dagmar