Über den Autor dieses Artikels

Dagmar Wäscher

Zum Autorenprofil von Dagmar Wäscher

Keine Kommentare

Der Geschmack von Mango

Aus der Praxis | Noch keine Kommentare |

Ein Erlebnisbericht von Dagmar Wäscher

abbildungHaben Sie schon einmal versucht, jemandem den Geschmack einer Mango zu erklären, der noch nie eine Mango gegessen hat? Selbst wenn Sie es noch so treffend beschreiben, der andere wird diesen Geschmack erst durch den Selbstversuch “verstehen”, und wissen, was mit Ihrer Beschreibung gemeint war.
Genauso ist jetzt dieser Versuch als ein Versuch anzusehen, Ihnen meine Erfahrung in der Astrosystemischen Aufstellungsarbeit zu vermitteln, die Sie mit Sicherheit ganz anders erleben werden! abbildung

Der erste spannende Augenblick beginnt bereits vor der eigentlichen Aufstellung: die Wahl auf die Teilnehmer, die ein bestimmtes Prinzip für den Horoskopinhaber verkörpern sollen. Ich werde von der Klientin gefragt, ob ich bereit bin, die Venus zu übernehmen. Okay. Mach ich. Obwohl ich mir insgeheim gewünscht habe, den Mars zu repräsentieren. Hier beginnt jedoch das erste Geheimnis in der Systemischen Aufstellungsarbeit: du bekommst mit Sicherheit immer das zugewiesen, das du in diesem Moment für den Klienten bearbeiten und tragen kannst.
Manchmal wusste ich schon vorher, für welche Rolle ich auserwählt wurde. Jetzt ist es also Venus.

Mir wäre es lieber gewesen, ich hätte vorher nicht erfahren, welchen Part ich übernehmen werde. Um nicht der Versuchung zu verfallen, die Venus eben als Venus zu “spielen”. Aber denkste… noch bevor ich zum Denken komme, stehe ich schon mittendrin; die Klientin stellt mich so in den Raum, dass es mir ganz komisch zu mute wird. Komisch… wie komisch? In den Körper gehen und beobachten, wo sich gerade was abspielt, dann versuchen das Chaos in Worte auszudrücken.
Als mich Christopher, unser Aufstellungsleiter, fragt, was sich für mich seit der Aufstellung der diversen Faktoren verändert hat, weiß ich noch immer nicht, wie ich dieses Gefühl beschreiben soll. Ich bin ganz verblüfft, als ich mich plötzlich sagen höre: “stabil verloren”.
Was? Wie kann man stabil und verloren gleichzeitig sein? Und dann sage ich noch: “Ich befinde mich in einem surrealen Kunstwerk”.

Es ist schon merkwürdig. Irgendwie erwarte ich, dass ich mich immer gleich in den verschieden Aufstellungen fühle, oder zumindest so, wie ich mich vor der Aufstellung fühlte. Von wegen. Mit Sicherheit ist es nicht so, wie ich denke, ich werde mich fühlen. Ich setze mich also freiwillig einer Unsicherheit aus? Klingt verrückt. Aber aus unerfindlichen Gründen ziehen mich diese Ver-rückt-heiten an; hier rücken wir scheinbare Gewissheiten auseinander und wagen den Blick in eine andere Dimension. Teil eines ver-rückten Systems zu sein, eröffnet mir neue Möglichkeiten, die Welt als Ganzes zu verstehen. Ohne genau wissen zu müssen, wieso weshalb warum.

Jetzt bin ich wieder ver-rückt worden und stehe dem so genannten Fokus gegenüber. Na, ich weiß nicht, ob mir das gefällt…? Dem Fokus wohl auch nicht so wirklich, denn er sagt: “Sie schaut so streng”.
Peng. Das hat gesessen. Innerhalb einer hundertstel Sekunde überrollen mich Bilder aus meiner Vergangenheit, als mir das immer wieder zugetragen wurde. Damals empfand ich es als Bürde, heute akzeptiere ich es als einen Teil von mir, der mir in meinem Leben durchaus eine große Hilfe war. Auch weil ich gelernt habe, mich manchmal nicht zu ernst zu nehmen und über mich lachen zu können. Deshalb komme ich in dieser hundertstel Sekunde gut über diesen Schrecken hinweg. Außerdem befinde ich mich eben nun in dieser speziellen Rolle, die dieses Thema “verwirklichen”, sprich zu Tage bringen soll.

Nach ein paar korrigierten Schritten hierhin und dahin ist es sowieso wieder ganz anders. Puh, zum Glück kann ich dieses Mal ganz leicht diese Schritte ausführen. Ich erinnere mich an eine Aufstellung, in der ich ganz genau wusste, worauf ich zu zugehen hatte… Aber glauben Sie, ich hätte es geschafft? Nicht, weil mir die Beine zu schwer waren, das war in einem anderen Film von Aufstellung, nein, ich konnte es einfach nicht. Es war so lächerlich einfach. Es brauchte eben genau diese “Erfüllungen”, die ich nach der Hilfe von Christopher und den anderen Teilnehmern erbringen konnte. (Zum großen Glück muss ich niemals alleine da durch!)

Dieses Mal entwickelt sich der Ablauf relativ rasch und leicht. Wir sind bereits am “Ende” angekommen, und ich wünsche mir für die Klientin, dass sie trotz dieser emotionalen Betroffenheit das Ja zum “es ist gut so” vollbringen kann. Für mich ist das immer der am meisten bewegende Moment in der Aufstellung, und ich bin mir sicher, dass es nicht nur mir so ergeht.
Obwohl ich dieser Frau noch nie in meinem Leben begegnet bin, nehme ich Anteil an ihrem Leben, ihrem Etwas, das sie hierher geführt hat. Für mich ist es eine Begegnung der Vierten Art: außer unserem Namen wissen wir nichts voneinander, und, es spielt auch keine Rolle, was wir beruflich machen oder wie viel Geld wir verdienen. Wir treffen uns systemisch auf einer anderen Ebene, die uns ermöglicht, Türen zu der jeweiligen Wahrhaftigkeit desjenigen Menschen zu öffnen, der sich so wie ich, nach Veränderung sehnt.

Jedes Erlebnis dieser Art verändert meinen Blick auf die Welt. Ich möchte mich dieser Veränderung nicht mehr entziehen.

Mehr über Astrosystemische Aufstellungsarbeit in München erfahren Sie unter

http://www.phoenix-astrologie.de/auf.html

© 2006 Dagmar Wäscher @ 8. Mai 2006

Druckversion des Artikels Druckversion des Artikels

Empfehlen Sie diesen Artikel weiter!

Schlagwörter: ,

Weitere Beiträge von Dagmar Wäscher.

Verwandte Artikel:

Kommentieren

Um einen Kommentar zu diesem Beitrag abgeben zu können, müssen Sie sich bei Astrophoenix registrieren und anmelden.

Login