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Heike Hoyer

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Eine lebensentscheidende Begegnung im Tageshoroskop

Aus der Praxis | Noch keine Kommentare |

Vor einem Jahr stellten Christine und ihr Mann eine Adoptionsantrag. Mitten in ihre Urlaubsvorbereitungen kam dann vor 6 Wochen der Anruf der Vermittlungsstelle, daß sie einen Jungen adoptieren könnten, der mit siebeneinhalb Monaten zu früh geboren und entsprechend untergewichtig (”ein Frühchen”), seit 2 Wochen im Krankenhaus liege. Nach kurzer Bedenkzeit entschieden sie sich grundsätzlich dafür; letztendlich entscheidend würde aber natürlich die Begegnung mit dem Kind sein. Dazu sagte Christine rückblickend
Ich habe die ganze Nacht vorher nicht geschlafen. Was sollten wir machen, wenn wir oder ich den Kleinen aus welchen Gründen auch immer nicht mögen würden oder keinen Bezug zu ihm bekämen? Ich hatte das Gefühl, ihm eine weitere Ablehnung (nach der leiblichen Mutter) nicht zumuten zu können aber es mußte ja auch irgendwie passen. Jedenfalls war ich total durcheinander und extrem angespannt.”
Obwohl mit konkreten Pognosen ja äußerst vorsichtig umgegangen werden sollte, hätte die kundige Astrologin in diesem Fall mithilfe der Tageshoroskope Christine beruhigen können.

Tageshoroskope (TH.) geben, wie der Name schon sagt, die Erlebnisqualität und ggfs. auch die Ereignisse eines bestimmten Tages wieder. Technisch gesehen handelt es sich dabei um eine Sekundärprogression, bei der die Deutung aber eben nicht für das entsprechende Jahr sondern für den entsprechenden Tag erfolgt. Unter dem Begriff “Tageshoroskop” werden verschiedene Techniken verstanden; ich beziehe mich hier auf die nach M.Roscher.
Danach werden die Hauptachsen sowie weitere interessierende Hausachsen auf den jeweiligen kritischen Graden als am wichtigsten gewertet (wie immer bei Anwendung der kritischen Grade ist dazu ein korrigiertes Horoskop Voraussetzung). Idealtypischerweise gibt der AC mehr die Qualität des Tages wieder, während der MC mehr sein Ergebnis anzeigt. Diese exakte Differenzierung läßt sich in der Praxis so natürlich nur selten wiederfinden. Berücksichtigt werden ansonsten noch Planeten in Konjunktion, Spiegelpunkt oder Quadrat zu den Hausspitzen mit einem maximalen Orbis von einem Grad.

Was sagen also nun die THe von Christine und Johannes (dem möglichen Sohn) des 08.10.2007, an dem ihre erste Begegnung stattfand? Beginnen wir mit dem von Johannes, der bewußt ja nicht “weiß”, um welch wichtigen Tag für ihn es sich handelt.

johannes.jpg
Der AC steht auf 00°39 Jungfrau, einem Zeichenübergangsgrad, der zunächst einmal ganz allgemein besagt, daß sich im Leben etwas verändert. Der Grad selbst trägt die Planetenprägung Sonne/Merkur. Von seinen verschiedenen Bedeutungen scheint – auf unser Ereignis bezogen – keine besonders zutreffend oder interessant, vielleicht noch am ehesten: “in einer Situation außergewöhnliche Geschicklichkeit beweisen müssen” (diese und alle folgenden Gradzuschreibungen und -interpretationen aus: Michael Roscher: Kritische Grade in der Prognose, Chiron Verlag, Tübingen 2005)
Aber der MC fällt auf einen hochprägnanten Grad, nämlich 20°59 Stier mit einer reinen Venusprägung, einen der stärksten Liebes- und Partnerschaftsgrade: “Bedürfnis nach Nähe und Bindung; hier werden immer essentielle Bindungen eingegangen.”
Außerdem befindet sich die Venus in der Nähe seines AC, noch nicht ganz im orbis. D.h. Johannes verliebt sich sofort und nachhaltig in seine zukünftige Mutter und “bemüht sich” in den folgenden Tagen selbst erfolgreich um eine anziehende Ausstrahlung (Venus am AC).

Wie sieht es nun bei Christine aus?
christine.jpg
Der AC steht auf 02°16 Krebs (Mond/Uranus; Venus/Mars) mit u.a. folgender Bedeutung: “Unerwartete und heftige Wende im Leben; oft radikale Veränderung zum Besseren; Eindrucksüberflutung; Partnerschaftsgrad”.
Der MC fällt auf 29°14 Wassermann (Uranus/Neptun) und beinhaltet u.a.: “etwas Außergewöhnliches und Riskantes gelingt wieder Erwarten; Wunder werden wahr”.
Zudem steht die Bindungsachse 2/8 auf 19°05 Krebs (Mond/Venus), auch einem Bindungs- und Partnerschaftsgrad.
Und schließlich finden wir noch die Venus in Konjunktion zum IC, womit sich die Konstellation Mond/Venus wiederholt: ich werde in meinen Gefühlen tief berührt und angezogen.
Alle relevanten Parameter lassen sich hier in einen Bezug zum entscheidenden Ereignis des Tages bringen und weisen in eine Richtung, nämlich daß sich ihre Hoffnungen erfüllen werden und sie dieses Kind sofort in ihr Herz schließen wird. Diese Aussage ist in dieser Prägnanz sicherlich nicht die Regel in einem TH, weist aber noch einmal auf die herausgehobene emotionale Bedeutung dieses Tages hin.
Christine beschrieb ihr Treffen folgendermaßen: “Es war alles sofort klar, ich mochte ihn sofort”.

Mittlerweile lebt Johannes seit 3 Wochen in seiner neuen Familie. Er ist schon 7cm gewachsen, hat gut zugenommen und scheint sich sehr wohlzufühlen. Trotz seiner Winzigkeit strahlt er eine gewisse Art von gelassener Souveränität aus. “Er wirkt irgendwie erhaben”, sagte ein Freund.
Kein Wunder bei einem Löwe-AC….

© 2007 Heike Hoyer @ 12. November 2007

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