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Sabine Bends

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1 Kommentar

  1. Christopher Weidner
    Christopher Weidner
    24. Mai 2006 @ 17:37

    Liebe Sabine!

    Gerade gestern hatte ich in meinem Vortrag zum Thema “Liebe und Partnerschaft im Horoskop” ein ähnliches Thema. Wir haben Teilnehmer-Horoskope besprochen (was dank des neuen Beamers jetzt ganz wunderbar klappt!) und da war eine Frau mit einer Uranus-Konjunktion exakt auf dem Deszendenten. Sie schilderte uns, dass ihr “größtes Problem” sei, keine “normale” Beziehung führen zu können. Für mich stellte sich die Frage: Jemand mit Uranus am DC – kann er wirklich glücklich sein, wenn er eine “normale” Beziehung führt? Ich denke, es ist nicht der “Job” eines solchen Uranus, normale Beziehungen zu führen. Es ist der Blick der Gesellschaft auf unsere Beziehungen, der uns manchmal daran zweifeln lässt, ob so, wie wir leben, richtig oder falsch ist. Wenn es nicht die vielen Vorstellungen im Kopf gäbe, von denen du sprichst, und die meiner Meinung nach in erster Linie aus gesellschaftlich sanktionierten Wertvorstellungen kommen, würden viele Menschen weitaus weniger Problem damit haben, einfach dem Lebensstil nachzugehen, der ihrer Anlage entspricht. Andererseits kann man natürlich auch sagen: Gerade mit Uranus brauche ich ja auch die Reibung, die daraus resultiert, dass ich unkonventionell bin. Würde ich nicht “anders” sein – könnte ich dann glücklich werden?
    Liebe Grüße
    Christopher

Jedes Leben ist anders

Aus der Praxis | Ein Kommentar |

abbildungGestern war eine Klientin bei mir zur Beratung, deren Leben etwas anders verläuft als das der Menschen, die wir vielleicht als “Durchschnitt” betrachten würden. Ihr Grundgefühl im Leben war schon immer: “Ich bin nicht richtig, mit mir stimmt etwas nicht.”

Doch siehe da: Ihr Leben stimmte mit ihrem Horoskop überein. Der Kosmos hatte sie so gemeint. So oder auch ein bisschen anders, aber doch nicht ganz anders. Es beruhigte sie sehr, dies zu sehen, zu hören und zu erfahren. Sie entspannte sich merklich und ging mit dem Gefühl nach Hause: “Ich bin richtig.”

Man könnte meinen, man geht zum Astrologen, um zu hören zu bekommen, was man alles “richtig” macht und was “falsch”, woran man noch “arbeiten” muss, was schon ganz super läuft. Wir alle laufen mit allerhand Bewertungen und Maßstäben herum, wie etwas zu sein hat. Wir haben Bilder im Kopf, was eine “tolle Beziehung” ist, wann man “erfolgreich” ist und was ein “gutes Familienleben” ist.

Doch in der Realität sind dies alles nur Bilder und Ideale, die uns nicht selten den Weg dahin versperren, das zu schätzen und zu achten, was wir haben. Da “Eigene” und “Eigenartige” eben.

Meine Klientin führt ein Leben ohne intime Beziehungen. Sie hat kein Bedürfnis nach zu viel Nähe zu einem Menschen oder nach Sex. Sie hat es ihren eigenen Worten nach “einmal versucht”, aber es ging einfach nicht. Sie muss in Beziehungen zu anderen immer ein bisschen aufpassen, nicht ausgenutzt zu werden. Sich seelisch und körperlich weit zu öffnen ist für sie daher ein gefährliches Unternehmen. So ist es. Und diese Realität zu akzeptieren, sich nicht “falsch” zu fühlen, hat etwas Befreiendes.

Im Horoskop der Klientin sehen wir einen Fische-Deszendenten mit Chiron genau darauf. Verletzlichkeit in Beziehungen. Ihr fünftes Haus der Sexualität beginnt in Steinbock. Saturn darselbst steht auch dort im gleichen Zeichen und ist rückläufig. Er hat ein Quadrat zur Venus. Ein Mensch also, der für Intimität und Sexualität sicherlich viel Vertrauen braucht, viel Sicherheit und das Gefühl, mit unbedingter Loyalität rechnen zu können.

Diese und andere Horoskopmerkmale ließen ein Bild in mir aufsteigen, das Bild einer Nonne. Nicht, dass meine Klientin Nonne ist. Natürlich wissen wir auch nicht, ob sie jemals eine war. Doch ich schilderte ihr meinen Eindruck dennoch und sie konnte viel damit anfangen. Außerdem bekam ihr “Anderssein” dadurch einen Namen. Und wenn man einen Namen für etwas hat, dann ist es nicht mehr seltsam.

Ich bin davon überzeugt, dass wir viele “Probleme” gar nicht hätten, wenn wir nicht mit so vielen Vorstellungen im Kopf herum liefen, wie etwas zu sein hat. Wenn wir also in Astrologiebüchern lesen Venus-Saturn seie “gefühlskalt” oder “gehemmt in der Begegnung”, dann sind das starke Bewertungen, die indirekt implizieren: “Und das ist falsch”.

Wenn der Kosmos einen Menschen mit so viel Saturn im 5. Haus und bei der Venus ausstattet, dann gehe ich davon aus, dass das grundsätzlich richtig ist. Die Frage ist nur, wie bereit wir sind, das, was uns gegeben wird, auch anzunehmen.

Meine Klientin war im Grunde sehr bereit, ihr “Sosein” anzunehmen. Lediglich die Umwelt verunsicherte sie immer wieder. “Du kannst doch nicht immer alleine bleiben.” “Du musst dich halt mal öffnen.” Solche und andere mehr oder weniger gut gemeinte Ratschläge bekommen wir ja alle zu hören. Gar nichts müssen wir. Mit Venus-Saturn und Chiron am Deszendenten dürfen wir Partnerschaft als ein unbekanntes Territorium betrachten, das wir in diesem Leben vorsichtig und langsam erkunden. Wir dürfen uns Zeit lassen. Wir dürfen wählerisch sein. Und wir dürfen uns richtig fühlen.

Sabine Bends

© 2006 Sabine Bends @ 24. Mai 2006

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