Pluto am Deszendenten – „Ich komme nicht von ihm los!“
Aus der Praxis | Ein Kommentar |
Jüngst hatte ich in meiner Praxis den Fall einer sehr erfolgreichen Geschäftsfrau, die sich in einen wesentlich jüngeren Mann verliebt hatte. Es bestand nicht die geringste Aussicht darauf, dass etwas daraus werden könnte. Sie hätte es am liebsten als eine harmlose Schwärmerei abgetan, aber die Gedanken an diesen Mann verfolgten sie bis in den Schlaf hinein. „Ich ertappe mich dabei, wie ich immer öfter an dem Restaurant, in dem er arbeitet, vorbeifahre, nur um zu sehen, ob er da ist, was er macht und mit wem er sich trifft. Ich fühle mich nicht gut dabei. Ich merke, dass meine anderen Lebensbereiche darunter leiden, zum Beispiel bin ich völlig unkonzentriert in der Arbeit. Ich erkenne mich gar nicht wieder! Ich bin doch sonst ein so kontrollierter Mensch!“
Ein Blick in das Horoskop zeigt mir: Sie hat den Planeten Pluto genau auf der Spitze des Deszendenten. Da der Deszendent eine Venus-Entsprechung ist, handelt es sich hier um eine Venus/Pluto-Kombination: diese kann Menschen anfälliger dafür machen, sich mit Haut und Haaren auf einen Menschen einzulassen – und sich am Ende dabei selbst zu verleugnen.
Zunächst einmal erkläre ich meiner Klientin, dass ihr Verhalten zwar merkwürdig ist, aber nichts Schlimmes ist. Vielmehr drückt sich in diesem Verhalten ein bestimmtes Bedürfnis in ihrem Leben aus, das möglicherweise zuvor nicht richtig zur Geltung gekommen ist. Menschen mit Venus/Pluto neigen dazu, alles in ihrem Leben im Griff haben zu wollen: sie möchten, dass die Welt sich genau so dreht, wie sie es sich vorgestellt haben. Daher organisieren sie sich ihr Leben so, dass jedes Durcheinander gebannt werden kann. Wir würden sagen: diese Menschen sind Perfektionisten. Doch das Leben ist nicht perfekt. So kommt es, dass sich dieser Perfektionsdrang irgendwann gegen uns selbst richtet, wie in dem Fall meiner Klientin: Sie sieht sich mit einer Situation konfrontiert, in der sie keine Chance hat, ihre Vorstellungen durchzusetzen – und schon gerät ihr Leben aus den Fugen. Derselbe Drang, alles perfekt zu machen, der sie in ihren übrigen Lebensbereichen sehr weit gebracht hat, wird nun zum Fallstrick.
Doch wie könnte eine Lösung gelingen? Es nützt nichts, wenn wir uns mit aller Gewalt gegen diesen Drang stemmen – dadurch wird er vermutlich nur noch stärker. Stattdessen ist es wichtig, sich zu fragen, wie ich diese Energie, die sich dahinter zeigt, konstruktiver nutzen kann. Anstatt die Leidenschaft zu unterdrücken, sollten wir sie akzeptieren und ihre Kraft für etwas anderes einsetzen. Ich empfehle daher meiner Klientin, in dieser Lebensphase sich zu fragen, welche anderen unerfüllten Lebenswünsche es gibt – und ob nicht einer davon realistisch genug ist, um jetzt getragen von dieser großen Kraft endlich Wirklichkeit zu werden.
In meiner langjährigen Beratungspraxis habe ich schon viele interessante Menschen kennen gelernt. Immer wieder verblüfft mich die Vielfalt der Anliegen und wie deutlich sie sich in den Horoskopen widerspiegeln. In dieser Serie möchte ich Ihnen einige Beispiele für Lösungsorientierte Astrologie vorstellen. Sie werden merken, dass ich immer wieder nach einem ähnlichen Muster vorgehe: Ich versuche genau zu verstehen, worum es dem Menschen geht, und suche dann die Konstellation im Horoskop, die mir am geeignetsten erscheint, das Anliegen zu verkörpern. Ich gehe davon aus, dass jede Konstellation, die uns als Problem begegnet, die Lösung bereits in sich trägt. Gemeinsam mit meinem Klienten begebe ich mich auf die Suche nach dieser Lösung.
Mehr zu meinem Beratungsangebot unter: www.astrologie-muenchen.de
Bildnachweis: www.pixelio.de – Fotograf: Petra Dreiling-Schewe
© 2010 Christopher Weidner @ 3. Juni 2010
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Schlagwörter: Pluto, Pluto Konjunktion Deszendent, Venus-Pluto
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…und ich wieder.
Ich kann Deiner Klientin so nachfühlen! Allerdings ist das mit der Umlenkung der Energie gar nicht so einfach. Ich habe zwar den Pluto in 1, aber die Hingabe mit Haut und Haaren kenne ich nur zu gut.
Ich hatte mir in dieser Situation auch selbst erklärt, dass das Ankämpfen gegen diese Energie nichts bringt und ich schauen muss, dass ich diese irgendwo anders ausleben kann. Allerdings gab es für mich nichts anderes, was auch nur annähernd einer Hingabe wert war. Das Projekt “der Mann” war all over me und alles andere schien sinn- und bedeutungslos.
Selbst die plötzliche Trennung, ich in Köln, er im Gefängnis, haben nichts gebracht. Gut, solange er im Gefängnis war, war ich irgendwie beruhigt. Hatte ich ihn doch da “unter Kontrolle” im Sinne, ich wußte, wo er war und konnte ihn besuchen. So ging das 5 Jahre.
Ich habe mir nun bei seinem letzten Gefängnisaufenthalt ein “anderes Objekt” gesucht, doch kam ich lediglich vom Regen in die Traufe. War natürlich auch einer aus dem Gefängnis! Es ging drei Wochen gut, dann habe ich mich getrennt. Ist allerdings auch ein Kampf, ihn loszulassen.
Und, nun habe ich wieder Kontakt zu Mann Nr.1 und versuche meine Einstellung oder besser Erwartung ihm gegenüber zu ändern. Irgendwie denke ich, ich kann nicht wirklich ohne ihn, wir haben ja immerhin auch Spass zusammen. Solange ich ihn für das nehme, was er ist, nämlich ein kleiner Junge in einem “Männerkörper”, mit dem man zwar Spass aber sonst nichts haben kann, dann, glaube ich, geht das schon.
In der Hoffnung, dass das irgendwann langweilig wird und sich von selbst langsam im Sand verläuft…….
Liebe Grüße
Conny
PS: Viel Glück an Deine Klientin. Ich wünsche ihr wirklich ganz viel Kraft für die Umlenkung der Energie auf ein anderes Projekt. Das ist echt eine rießige Anstrengung!