Venus-Jupiter – Eine heikle Angelegenheit
Aus der Praxis | Ein Kommentar |
„Die Situation ist etwas heikel,“ so beginnt mein Klient, ein attraktiver Mann Mitte 40. „Ich bin seit achtzehn Jahren verheiratet und führe eigentlich eine glückliche Ehe. Ich eine Tochter und eine tolle Frau, auf die ich mich in jeder Lebenslage bislang verlassen konnte. Auf eine Messe vor einem halben Jahr habe ich zufällig eine andere Frau kennen gelernt. Es war seltsam – wir haben sofort zueinander gefunden. Anfangs dachte ich, es würde bei einem einmaligen Seitensprung bleiben, doch diese Frau lässt mich nicht mehr los. Ich habe mich richtig in sie verliebt! Nun treffen wir uns heimlich, so oft es eben geht, aber auf Dauer ist das kein Zustand. Ich möchte meine Ehe nicht zerstören. Ich liebe meine Frau, aber ich fühle mich wie magisch zu der Anderen hingezogen. Ich weiß gar nicht wie mir geschieht. Was soll ich bloß tun?“
Ich blicke in das Horoskop und entdecke im siebten Haus, dem Haus, das für Beziehungen und Partnerschaften steht, Jupiter in Konjunktion mit dem Liebesplanet Venus. Diese Venus ist zugleich Herrscherin des fünften Hauses – dem Haus, in dem es um sexuelle Abenteuer geht. Diese Konstellation weist auf einen Menschen hin, der eine hohe Anziehungskraft auf andere Menschen ausübt. Sie verspricht Beliebtheit und nur selten müssen diese Menschen um ihre Anerkennung in ihrer Umwelt kämpfen. Ich frage meinen Klienten, ob dies denn das erste Mal ist, dass er in solche Versuchung gerät. Er lächelt. „Ja – und nein. Mir wurden schon öfters solche Avancen gemacht. An Gelegenheiten hat es mir also nie gemangelt. Doch ich habe mich nie auch ein Techtel-Mechtel eingelassen und bin meiner Frau immer treu gewesen! Jetzt aber ist es irgendwie anders – ich habe die Kontrolle verloren und habe nun Angst, alles zu verlieren.“
Mit Venus/Jupiter haben Menschen ein starkes Verlangen nach Begegnung. In der Regel haben sie einen großen Freundeskreis und es fällt ihnen leicht, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Sich in dieser Hinsicht zurückstecken zu müssen, ist keine leichte Aufgabe, weil ihnen immer etwas fehlen wird. Besonders in schwierigen Lebenssituationen macht sich das bemerkbar. Wenn alles gut läuft, dann fällt es auch leicht, sich im Griff zu haben. Doch sobald es schwieriger wird, müssen Menschen mit dieser Konstellation aufpassen, dass sie sich nicht mit ihren Beziehungen verzetteln. Dann kann es auch zu solchen Dreiecksgeschichten kommen.
Ich frage ihn, was ihm denn bislang dabei geholfen hat, sich zurückzuhalten, obwohl er unzählige Chancen an sich vorbeiziehen sah und ob es zurzeit etwas gibt, dass diesen Halt infrage stellt. „Meine Verantwortung für meine Familie. Doch jetzt ist unsere Tochter mit ihrem Freund zusammengezogen. Irgendwie ist Zuhause eine richtige Leere entstanden.“ Hier liegt also der Hase im Pfeffer! Die Konstellation drängt sich in das Bewusstsein, um meinem Klienten zu zeigen, dass in Sachen Beziehungen sich etwas Neues tun muss. Ich schlage meinem Klienten vor, sich damit auseinanderzusetzen, wie er den neu gewonnenen Freiraum gemeinsam mit seiner Frau füllen kann. Hier fehlt es offensichtlich an einer Idee, wie das gemeinsame Leben als Paar aussehen soll. Eine Paartherapie kann hier ebenso helfen wie auch einfach eine gemeinsame Auszeit nehmen mit dem Ziel, dem Miteinander einen neuen Sinn zu geben.
In meiner langjährigen Beratungspraxis habe ich schon viele interessante Menschen kennen gelernt. Immer wieder verblüfft mich die Vielfalt der Anliegen und wie deutlich sie sich in den Horoskopen widerspiegeln. In dieser Serie möchte ich Ihnen einige Beispiele für Lösungsorientierte Astrologie vorstellen. Sie werden merken, dass ich immer wieder nach einem ähnlichen Muster vorgehe: Ich versuche genau zu verstehen, worum es dem Menschen geht, und suche dann die Konstellation im Horoskop, die mir am geeignetsten erscheint, das Anliegen zu verkörpern. Ich gehe davon aus, dass jede Konstellation, die uns als Problem begegnet, die Lösung bereits in sich trägt. Gemeinsam mit meinem Klienten begebe ich mich auf die Suche nach dieser Lösung.
Mehr zu meinem Beratungsangebot unter: www.astrologie-muenchen.de
Bildnachweis: www.pixelio.de – Fotograf: Uschi Dreiucker
© 2010 Christopher Weidner @ 10. Juni 2010
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Schlagwörter: Jupiter in 7, Venus in 7, Venus Konjunktion Jupiter, Venus-Jupiter
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Hallo lieber Christopher,
hallo liebe Leser,
so, das Thema Seitensprung und schlechtes Gewissen kommt derzeit ziemlich oft des Weges und deshalb möchte ich mal was dazu sagen. Habe im Übrigen diese Thematik nie so ganz verstanden und schon gar nicht den Wirbel, der darum gemacht wird.
Schlicht und einfach: Ich war und bin der Meinung, dass der Mensch niemals für Monogamie geschaffen wurde. Rückblickend finden wir doch immer wieder das Hordenverhalten in differenzierter Form.
Der Drang des “Fremdgehens” scheint ja in jedem irgendwie angelegt zu sein, oder? Ergo: Es existiert. Das schlechte Gewissen dabei ist doch lediglich die von der Gesellschaft aufdoktrierte Moral die da heißt: Treu und das auch noch bis das der Tod uns scheidet!
Wenn wir für die Monogamie geschaffen worden wären und für die Treue bis in den Tod, warum kommen wir dann immer wieder in die Versuchung?
Liebe Grüße
Conny