Astrologie in Indien
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Ein persönlicher Erfahrungsbericht, der nicht als Auswertung eine groß angelegten Studie zu sehen ist.
Hallo liebe Leserinnen und Leser von astrophoenix,
der Stellenwert der Astrologie ist ein anderer als in Deutschland. Das Ansehen der Astrologen ist groß kann schon fast in die Nähe eines Priesters gerückt werden.
In vielen Regionen Indiens ist es üblich, dass die Eltern die Verheiratung ihrer Kinder vereinbaren. Basis ist die Zugehörigkeit zu einer Kaste, wo bei es zu den Hauptkasten weitere Unterkasten gibt. Der potentielle Mann und die potentielle Frau dürfen sich zu einem Kennenlerngespräch treffen. Sind beide mit einer Heirat einverstanden, so ist die Heirat beschlossen. Der Rat eines Astrologen wird dabei eingeholt. Es bestimmt schon im Vorfeld, wann der günstige Zeitpunkt der Partnersuche und Hochzeit ist. Ebenso beurteilt er, wie gut das zukünftige Paar zusammenpasst. Es gibt dabei ein Punktesystem aber auch die Möglichkeit, “problematische” Planeten durch günstige Planeten des Partners auszugleichen.
Mehr als die Hälfte der Menschen in Indien konsultieren einen Astrologen. Hiebei geht es nicht nur um die Partnerwahl, sondern z.B. auch um die richtige Berufswahl oder wie in Deutschland um Probleme und Fragestellungen des Alltags.
Auch in Indien raten die Astrologen dazu, sich den Problemen zu stellen, wobei als Lösung oder “Heilung” auch die Verwendung von Heilsteinen (Halbedelsteine) genutzt wird. Das Gebet und das Hinwenden an einen bestimmten Gott oder Gottheit kann ebenfalls zur Anwendung kommen.
In Indien wird die sogenannte “vedische Astrologie” praktiziert.
In der heiligen indischen Sprache Sanskrit (ähnlich Latein eher ungebräuchlich) wird die vedische Astrologie Jyotiṣa genannt, im Englischen Jyotish oder Jyotisha.
Jyotiṣa basiert auf Erwähnungen in der Veda, die heiligen Schriften des Hinduismus.
Die Verwendung des Tierkreises und die Darstellung des Geburtshoroskopes ist das augenfälligtse, was zur westlichen (hellenistischen Astrologie – aus der Sicht der Inder) Astrologie anders ist. In der indischen Astrologie wird der siderische Tierkreis verwendet, also der Tierkreis, der sich an den Sternbildern orientiert. In der westlichen Astrologie, wird der tropische Tierkreis verwendet, eine 12-tellung der Eklitpitk, deren Anfangspunkt durch den Frühlingspunkt bestimmt wird, also dem “Schnittpunkt” des Himmelsäquators mit der Sonnenumlaufbahn zum Frühlingsbeginn. Durch das Taumeln der Erdrotationsachse, Präzession genannt, “wandern” die Sternbilder entlang des tropischen Tierkreises. Zur Entdeckung, besser Entwicklung der Astrologie, waren die Sternbilder mit den Tierkreisen in Überdeckung, bzw. man hat die Sternbilder als “Eselsbrücken” für die Tierkreiszeichen genutzt – was ich ganz einfach vermute.
Im Lagna Chart sind die Planeten in rautenförmigen Häusern eingetragen. Die Häuser haben sehr ähnliche oder fast identische Bedeutung wie in der klassischen westlichen Astrologie.
Auch in der indischen Astrologie gibt es unterschiedliche Häusersysteme.
Die Planeten haben ebenso ähnliche oder gleiche Bedeutung wie in der klassischen westlichen Astrologie. Überraschenderweise haben Sonne und Mondknoten auch “böse” Eigenschaften.
Der Mond nimmt teilweise einen besonderen Stellenwert ein. Analog zum siderischen Tierkreise ist der Himmel auch in 27 Abschnitte eingeteilt. Die Stellung des Mondes in diesen Abschnitten wird für bestimmte Techniken verwendet.
Aspekte verbinden die Planeten miteinander und damit auch die Tierkreise.
Die Häuser sind im Lagna Chart miteinander verbunden und Planeten können dementsprechend in andere Häuser “hineinsehen”.
Der Fixstern des Aszendenten kann den phonetischen Klang des Namens des Kindes vorgeben.
Der Mondrhythmus wie auch der Rhythmus anderer Planeten in Bezug auf das Geburtshoroskops werden ebenso wie die Transite zur Prognose verwendet.
Eine Methode zur Geburtszeitkorrektur soll es nicht geben.
Nach einem Beschluss des Gerichtshofes des indischen Bundesstaates Andhra Pradesh in 2001 hat das indische Ministerium für “Human Resource Development” entschieden, dass indische Astrologie an den Universitäten gelehrt werden darf.
Eine Geschäftsreise nach Indien hat mich dazu gebracht, mich ein kleinwenig mit der vedischen Astrologie zu beschäftigen.
Der Artikel hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und basiert auch nicht auf einer ausgiebigen Literaturrecherche, vielmehr auf Einzelgespräche mit Astrologen und Astrologienutzern in Indien.
Astrologen sagen, es gäbe nur eine indische Astrologie. Aber bei einem Land mit mehr als 10 anerkannten Sprachen mit eigenen Schriftzeichen und über 20 Bundesstaaten würde mich das eher überraschen …
Demnächst:
Vastu Shastra – Feng Shui auf indisch …
… und wahrscheinlich auch wieder als Neuauflage:
Astrologie Kalender 2009
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© 2008 Astro-Fox @ 26. August 2008
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Schlagwörter: Astrologie-Seiten, indisch, Jyotish, Jyotisha, siderisch, topozentrisch, vedisch
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