Jede Wahrheit …
… braucht einen Mutigen, der sie ausspricht. Aktueller Bildzeitungsslogan
Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich noch hier in Hamburg, im wunderschönen Stadteil Flottbek, und das, worüber ich schreibe, ist fast eine Woche her: die Tagung des Deutschen Astrologenverbandes (DAV) in Bonn mit dem Schwerpunktthema: “Altbewährtes neu entdeckt – Klassische und Stundenastrologie”.
Ich hatte mich gefreut auf diesen Kongress, vor allen Dingen auf die zahlreichen Kolleginnen und Kollegen, die ich dort treffen würde, und auf den fachlichen, aber auch persönlichen Kontakt, den ich dort finde – München, wahrscheinlich zwar die Stadt mit der höchsten Astrologendichte der Welt, ist was den Austausch zwischen Kollegen angeht, eher Ödland.
Und auch wenn ich der Klassischen Astrologie nicht unvoreingenommen gegenüber stehe, hatte ich doch eine leise Erwartung, nicht nur technisch Neues zu erfahren, sondern auch mehr über das Menschen- und Weltbild, das klassische Astrologen und Stundenastrologen mitbringen, mitzubekommen, vielleicht hatte ich sogar die Hoffnung, dass sie all meine Vorurteile zerstreuen würden in dieser Hinsicht. Diese Hoffnung war nicht unbegründet, konnte ich doch m Vorfeld einige interessante Gespräche führen mit Vertretern der klassischen Kunst, die mir zu verstehen gaben, dass das Misstrauen, das so genannte “psychologische” Astrologen den klassischen Astrologen entgegenbrächten, auf nichts weiter als ihre mangelhafte Kenntnis der Materie zurück zu führen sei. Nun denn – auch wenn ich mich in der Lehre von den Würden, Grenzen, Triplizitäten und Fixsternen für nicht ganz unbewandert halte, so dachte ich, würde diese Tagung mit ihren zahlreichen Vorträgen und Workshops doch dieses Defizit ausgleichen können.
Meine Erwartungen wurden erfüllt, meine Hoffnungen enntäuscht.
Ich wusste ja schon immer, dass ich einen Mars am Imum Coeli habe. Aber so deutlich wie an diesem Wochenende spüre ich ihn selten – insbesondere da ich dank John Timpermann, dem sympathischen Belgier, nun weiß, dass ich es diesem Mars zu danken habe, meinen Job verfehlt und schon seit meiner Jugend in die berufliche Irre gegangen zu sein. Schließlich hätte ich Krimineller oder wenigstens Kriminaler werden können – aber Astrologe? Tut mir leid: Dazu hätte mein Berufssignifikator Merkur sein müssen, daber der rollt lädiert in seinem Rollstuhl durch das sechste Haus, wo er einfach nur 25% seiner Kraft entfalten kann – da kann man ja nun wirklich nicht erwarten, dass ausgerechnet dieser Planet mir bei meiner Karriere helfen sollte. Das mit dem Rollstuhl ist eine Anspielung auf das Bild, dass uns der Holländer Martien Hermes präsentierte, auf dem Planeten in kardinalen Häusern wahre Kraftprotze sind im Gegensatz zu den armseligen Gestalten in den fallenden Häusern. Nun gut, wer mein Horoskop kennt ahnt schon, dass ich längst scheintot sein müsste, denn außer Mars und Mond habe ich in kardinalen Häusern nichts zu bieten. Traurig.
Ob Primärmotivation oder finanzieller Signifikator nach Guido Bonatti, ob Grenzen oder stundenastrologische Exempel – technisch gesehen kam ich auf meine Kosten. Kein Wunder: ich habe eine große Schwäche für alles Alte, was man unschwer an meinem Studienweg feststellen kann – von Altnordisch über Sanskrit bis hin zu Mittelkymrisch habe ich alles mit großer Begeisterung studiert. Und wäre ich einfacher gestrickt und hätte einfach nur Freude am Alten und Verstaubten, dann wäre die Tagung nie zu einem Problem für mich geworden. Leider aber gibt es da eine andere Seite in mir, die sich einer Ethik verpflichtet fühlt und die in einem Menschen- und Weltbild verwurzelt ist, das ich getrost dem 20. Jahrhundert zuschreiben würde. Dieses humanistische Menschen- und Weltbild wurde arg gebeutelt auf dieser Tagung.
Wie oft musste ich hören, dass im Horoskop “die Wahrheit” angelegt sei, und dass es dem Astrologen obliegt, diese “Wahrheit” auszusprechen – und sei sie noch so unbequem. Wie mutig! Marianne Deubel versicherte sinngemäß, dass auch klassische Astrologen selbstverständlich psychologisch arbeiteten, aber eben erst, nachdem sie die “Wahrheit” gesagt haben, um die Enttäuschung und die Frustration gewissermaßen aufzufangen. Erik van Slooten und andere versicherten, dass es Klienten ihrer Erfahrung nach erleichtere, wenn man ihnen die Illusion nehme. Das tue zwar weh, aber das sei allemal besser, als negative Erfahrungen zu machen.
Da kann ich nur erstaunt fragen: Welche “Wahrheit” hätten sie denn gerne? Steht denn wirklich alles im Horoskop drinnen? Wirklich ALLES? Nehmen wir mal an, ich frage, ob ich bald wieder einen Job bekomme. Kann das Stundenhoroskop wirklich eine Aussage treffen: Sie werden dann und dann wieder in Lohn und Brot stehen – ohne die sozialpolitische Wirklichkeit des Landes, in dem ich mich befinde zu berücksichtigen, z.B. Massenarbeitslosigkeit? Oder steht die dann auch im Horoskop drin?
Ich glaube nicht daran, dass die “Wahrheit” im Horoskop steht. “Wahrheit” ist ein gefährlicher Begriff, denn er bedeutet, dass alles, was nicht die “Wahrheit” ist, unwahr und falsch ist. Wer sich gegen die “Wahrheit” verhät, der wird bestraft, versündigt sich. So war auch immer wieder von den Naturgesetzen zu hören, die dank der klassischen Astrologie so deutlich ans Licht kämen, ja, der klassische Astrologe sei nichts anderes als ein Priester dieser Naturgesetze, der mir aufzeige, was mir blühe, wenn ich gegen sie verstoße. Freilich hätte ich die Wahl dazu – wir sind ja alle freie Menschen -, aber dann müsse ich eben auch die Konsequenzen tragen. Das ist nicht meine Vorstellung von Freiheit: die Freiheit zu sündigen.
Wann ist eigentlich eine Erfahrung schlecht? Woran erkenne ich das? Angenommen, ich möchte ein Haus kaufen. Dann frage ich den Stundenastrologen, ob ich das tun soll. Und der Stundenastrologe sagt: Tun Sie es ncht, das geht nicht gut. Damit definiert er: Haus kaufen – schlecht, Haus nicht kaufen – gut. Angenommen ich halte mich an seinen Rat. Bin ich dann glücklicher? Vielleicht war die Erfahrung, ein Haus zu kaufen, wichtig für mich, vielleicht hätten sich interessante weitere Perspektiven ergeben, wenn ich diesen Weg eingeschlagen hätte, möglicherweise hätte der Hauskauf nur am Anfang Schwierigkeiten gemacht, aber es hätte sich an einer anderen Stelle bezahlt gemacht … Leider werde ich das nicht erfahren, denn ich habe das Haus ja nun nicht gekauft. Kann wirklich eine Erfahrung radikal in gut und schlecht eingeteilt werden?
Sicherlich: Alle Menschen streben danach, Leiden zu vermeiden und Glück zu vermehren. Doch wir wissen, dass Glück nicht allein durch das Vermeiden von Fehlern entsteht, sondern auch durch das Lernen aus Fehlern. Wer keine Fehler macht, der kann seinen Horizont kaum erweitern. Warum will uns die Stundenastrologie davor bewahren, unseren Erfahrungsschatz zu vergrößern? Welchen Sinn hat dies?
Zwar wurden die klassischen Astrologen nicht müde zu bekräftigen, dass die so genannten “Übeltäter” gar nicht so übel sind – aber warum heißen sie dann noch so? Und am Ende, wenn ich den Deutungen folgen darf, waren es wieder mal Mars und Saturn, welche die Kräfte anderer Planeten “vernichteten”. Überhaupt ist die Sprache der klassischen Astrologie ziemlich martialisch: das Horoskop gleicht einem apokalyptischen Schlachtfeld, auf dem sich die Mächte des Guten mit den Kräften der Finsternis schlagen.
Lassen wir uns also nicht nur über die Techniken sprechen – davon ist vieles sicherlich alt bewährt und mag neu entdeckt werden. Doch welcher Geist weht mir aus der Sprache der klassischen Astrologie entgegen? Welches Menschenbild offenbart sich mir da? Mein Eindruck ist, dass mit dem Wiedererstarken der klassischen Astrologie all die Errungenschaften der Aufklärung und des Humanismus in den Orcus gekippt werden wollen. Die gesamte Philosophie des 20. Jahrhunderts wird fix als “wischi-waschi” deklariert. Es geht jetzt nur noch darum, das zu zeigen, was ist.
Meine Astrologie unterscheidet sich von dieser Sicht der Dinge radikal. Ich glaube nicht an das Horoskop als Wahrheitsbringer. Ich glaube auch nicht, dass es so etwas wie die “Wahrheit” gibt. Für mich ist das Hosroskop ein Öffner der Zukunft, indem es uns motiviert über unsere Möglichkeiten zu reflektieren. Was ich nicht möchte zum gegenwärtigen Augenblick, ist die Vermischung zwischen psychologischer Astrologie und klassischer Astrologie, solange nicht klar ist, welches Menschenbild wir da hineinmengen – unhinterfragt und unbedacht. Es geht nicht nur um altbewährte Techniken, sondern es geht auch um ein möglicherweise reaktionäres Menschenbild, das für mich auf dem Kongress hinter den freundlichen Gesichtern all der sympathischen Kolleginnen und Kollegen der klassischen Fraktion aufblitzte. Bevor ich auf meine Fragen noch keine schlüssige Antwort bekommen habe, vor allen Dingen eine, die mir garantiert, dass wir mit der klassischen Astrologie nicht das Weltbild des Mittelalters über uns Heutige stülpen müssen, möchte ich in der Differenzierung bleiben. Eine Annäherung halte ich zurzeit für ausgeschlossen.
Die DAV-Tagung hat einiges angeregt, hat in meinen Augen die Unterschiede noch deutlicher werden lassen. Das ist ein guter erster Schritt. Nun erwarte ich einen zweiten Schritt, und der muss sich auf der Ebene der Ethik vollziehen. Hier möchte auf keinen Fall das Rad der Zeit zurückdrehen.
Christopher Weidner
© 2006 Christopher Weidner @ 13. Oktober 2006
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Schlagwörter: DAV, Deutscher Astrologenverband (DAV), Ethik, Klassische Astrologie, Psychologische Astrologie, Wahrheit
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Lieber Christopher,
ich musste sehr schmunzeln über Deinen Bericht – Du bist sehr selbstkritisch auch mit Deiner Umwelt – aber das finde ich klasse – bleib so wie Du bist!!!!
Denn das alles zeigt dochs ehr gur dass Du weißt wohin Dein Weg Dich führt egal ob mit schwachen Merkur – aber der Mars am IC gibt Dir schon den Tritt sozusagen dahin – das ist hier sehr gut zu spüren!!
Lieben dank nochmals für den tollen Bericht!
Ciao Ines
Lieber Christopher,
da freu ich mich doch sehr, dass ich bei dir und Sabine gelernt habe was Astrologie bedeutet. Alles andere wäre für mich auch nicht tragbar und nachvollziehbar gewesen.
Danke, dass du bist wer du bist und sagst was du denkst. Und danke dass du uns immer wieder anregst, beide Seiten der Medaillie zu sehen. So dass erst gar nicht die Frage auftaucht Übeltäter oder nicht, denn alles hat zwei Seiten und für jeden bedeutet Wahrheit etwas anderes.
Ganz lieben Gruß an dich,
Nici
Lieber Christopher,
die dritte im Bunde mischt auch noch mit
Von deinem Scheintodsein habe ich noch gar nix gemerkt.
Dein Bericht ist so herrlich marsisch, da reibt sich mein Mars die Hände! Frei nach dem Motto: und er lebt doch!
Spaß beiseite, Ernst heraus:
Was mich eigentlich am meisten schockiert, und das betrifft bestimmt nicht nur klassische Astrologen, ist anscheinend die Tatsache, dass es Astrologen gibt, die sich für die Klienten entscheiden. Da trifft mich echt der Schlag. Ist das nicht zu anmaßend?
Ich erinnere mich gut daran, wie ich in meiner “alten” Rolle als Gesundheits- und Krankenpflegerin von Patienten oft gefragt worden bin: “Schwester, was soll ich tun?” (Sie meinten dies auf die Therapie bezogen). “Was würden sie an meiner Stelle machen?” O Gott, das hätte ich nie gewagt, für Patienten eine derartige Entscheidung zu treffen. Es mag vielleicht mal Ausnahmen geben, wo es wirklich Sinn macht und gut ist.
Das gibt mir schon zu denken.
Dann sagst du: “München, wahrscheinlich zwar die Stadt mit der höchsten Astrologendichte der Welt, ist was den Austausch zwischen Kollegen angeht, eher Ödland.”
Könnte sich das denn nicht ändern? Vielleicht sehen das ja noch andere AstrologInnen so, und fänden die Idee prima, wenn Phoenix einen regelmäßigen Austausch in München für die hiesigen initiieren würde. Was meinst du? Das wäre doch ein schöner Schritt.
Ganz liebe Grüße
Dagmar
Hi Christopher,
Du musst dir nun wirklich keine Sorgen machen, lieber Christopher, von einem lädierten Mars im Rollstuhl sowie eines nur im Viertel seines Potentials funktionierenden Merkurs habe ich so garnichts bemerken können bei deinem Auftritt auf der Tagung.
Im Gegenteil, es bereitete mir ein gewisses Vergnügen deinen charmant fallenden Mars in der Waage wütend ggg zu erleben.
Übrigens, wusstest du das es sogar ausgesprochen sympathische Kriminelle gibt.??? gg
Und wer sagt denn das der Mars in den Krieg ziehen muss????? “gg”
Nun, wenn auch die holländischen Kollegen menschlich einfach kernig, knackig und sympathisch rüberkamen so verblüffte es auch mich wie einfach so ein Berufssignifikator zu bestimmen sei.
Meine Erfahrungswelt spricht da eine andere Sprache…wer kann sich heute noch auf seinen gewählten Beruf ausruhen, noch auf eine stringente Lebensbiographie zurückgreifen, noch sich auf die Auftragslage seiner Firma verlassen.
Neben dem sogenannten Terrrorismus..ein Begriff unter dem man gerne Gegner aller Art zusammenfasst..beschäftigt die Menschen heute vor allem die Frage der GLobalisierung, ob ich morgen noch meinen Arbeitsplatz habe, mein Produkt verkaufen, eine Rente bekomme und wie unsere Kinder aufwachsen werden.
Zugegeben, nach klassischer Manier komme ich anscheinend besser weg als ich es glaubte mit meiner ausgeprägten Zweite Haus Betonung.
Zwar klappt es da auch nicht mit dem Geldverdienen, wie ich es eigentlich erwarten dürfte..ggg, denn in der fallenden Jungfrau sind da Mars und Venus keine grosse Hilfe…und Mars nimmt mir eh alles wieder weg…aber da haben wir ja Jupiter in 1.
ALso, sollte ich mich schleunigst zum Guru umschulen lassen.
War es nicht schon immer mein geheimster Wunsch Menschen die Wahrheit näher zu bringen? gg
Und wenn ich dann genügend Anhänger um mich geschart habe brauche ich mir eh um mein finanzielles Auskommen keine Gedanken mehr zu machen.
Den Übeltäter Saturn im Quadrat dazu kickt Juppi locker weg, hat der doch ein so grosses Herz. gg
Und mein überdisponierter Merkur hilft mir ja auch nix, ist er auch in der fallenden Jungfrau….und da heute fast jeder sich zum Buchautor berufen fühlt erübrigt sich diese Ambiton eh für mich .gg
Doch Spass beiseite
Es wäre genaustens zu differenzieren wieweit die Klassische Astrologie synoym mit einem reaktionären Weltbild wäre.??
auch schwer vorstellen das solches haltbar wäre im Zeitalter von Internet, Beschleunigter Lebensweise ,den globalen Herausforderungen und auch Krisen die fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens zu bewältigen hat.
Dies zu leugnen wäre gar töricht , wie auch der Glaube darauf gäbe es einfache Antworten und Wahrheiten.
Spannend waren die Vorträge über die diese Techniken allemal..zugegeben als Laie und bisher autodidaktisch Lernender mag ich mir kein leichtfertiges Urteil anmassen, geschweige denn wäre in der Lage da fundiert argumentieren zu können.
Doch stellt sich schon die Frage was das zunehmende Interesse an den klassischen Methoden und der Stundenastrologie ausdrückt.
Was bewegt die Menschen heute, was ist ihr Bedürfniss, das nach Konkreten Antworten??? und warum ist das so.?
Wenn ein Taschendieb einen Heiligen sieht, so sieht er nur dessen Taschen.”.
Nach dieser orientalischen Weisheit sehen wir was wir sehen wollen oder sehen können, nicht mehr und oft weniger als das.
Unsere Kenntnisse sind demnach nie objektive Kenntnisse, sondern Spiegelbilder in unserem geistigen Objektiv.
Die sogenannte Realität ist eine Darstellung unserer Sichtweise.
“Deses Dilemma eingeschlossener Subjektivität hat man auf verschiedene Weise versucht beizukommen, bis letzlich in diesem Jahrhundert der Nachweis erbracht wurde, das das Beobachtete erstens vom Beobachtungsstandpunkt abhängt und zweitens durch den Vorgang der Beobachtung selbst immer mit verändert wird.
Der Forscher wird selbst unweigerlich zum Mit-Teil seines Forschungsergebnisses.
DIe Astrologie hat durch ein
System kosmischer Ordnung das angeblich grösser ist als das Individuum und umfassender als der Betrachter, nämlich durch die Macht der Sterne, versucht , eine Objektivierung der Lebensabläufe zu katalogisieren.
Dieser Versuch ist insofern missglückt als es soviele astrologische Systeme, Ansätze, Theorien und Schulen gibt wie Astrologen.
Womit wir behautpten können , das unter aller Objektivität der Astrologie der Einzelne eben nur sieht was er sieht, was er weiss und was er für richtig hält.
Der Glaube an das, was man sieht oder weiss ist psycholoogisch und esistentiell wichtig, denn nur dadurch ergibt sich ein Gefühl der Gewissheit, das für das Realitätsempfinden entscheidend ist
Ein permanent verunsicherter Mensch , ohne Gewisshheit, ohne irgendeine Form persönlicher Realität ist dem Zustand existentieller Leere ausgeliefert und somit haltlos.
Alle konservativen Glaubenssysteme haten ihren Wert , eben diese Form des Haltgebens, gerade im HInblick auf Zukunft und TOd, zusehends verloren, jedenfalls in den westlich industrialisierten Ländern.
IN gleichem Masse haben sich andere Formen der Sinngebung ersatzweise eingefügt.
Sie einfalten in dem Masse ihre Wirksamkeit für den Betroffenen wie er daran glaubt.”
(dieser Gedankengang stammt aus einer Zusammenfassung von Notizen aus einem Beitrag “Über díe Subjektivität hinaus”, Zeitschrift Connection spezial, Astrologie, Herzschlag des Kosmos, )
Übrigens. lieber Chrístopher, deiner Frage schliesse ich mich an, kann eine Erfahrung wirklich radikal in gut und schlecht eingeteilt werden? an deinem Beispiel des geplanten Hausverkaufes.
Und ist es die Aufgabe der Astrologie uns vor einer vermeintlich schlechten Erfahrung zu beschützen?
Welche Instanz beurteilt dies ?
Im diesem Sinne war dies ein anregendes Astrologentreffen , doch wir stehen doch erst am Beginn dieser wichtigen Fragen?
Kreativität besteht auch darin Perspektiven zu finden, neue Standpunkte. Können wir das?
Servus
Barbara
Lieber Christopher,
unter all deinen Fans bin auch ich, ganz vorne an. Und ich schließe mich Dagmar an, wenn sie sagt: Was für ein Mars (Was für ein Mann)! Der kommt richtig gut rüber. Dann haben sie also doch Recht, die klassischen Astrologen!
Ich bin froh, mit dir zusammenarbeiten zu dürfen. Auch (oder gerade weil?) ich viel weniger radikal bin als du – was ja ganz anders sein müsste, bei meinem Mars. Da haben sie also doch nicht Recht, die klassischen Astrologen! Oder ist er verbrannt?
Sabine
Die Gretchenfrage stellt sich für mich in jenem Punkt, den Christopher schon recht anschaulich beschrieben hat.
Und egal, ob reaktionäres Weltbild oder nicht, einjeder bringt seine Welt..anschauung in eine Beratung , sowohl der Klient als auch der Berater.
So ist es wie im Leben..treffe ich eine Entscheidung bedeutet dies meist etwas anders dafür nicht zu tun oder zu unterlassen.
Als zweifelnde Jungfrau fragte ich mich schon oft– wäre ich den anderen Weg gegangen wie wäre es ausgegangen.? Oft entstand aus einer anscheinend konkreten Antwort ein sogenanntes Drittes, eine Sichtweise die zuvor weder mit Ja noch mit Nein zu beantworten gewesen wäre.
Die Antwort entsteht in dem ich mir erlaube einen Schritt zu machen, ohne Kalkül das dieser mir ein gewünschtes Ergebniss zu liefern hätte.
Nicht immer bringt uns das Leben an jenen Platz, den wir glauben das er für uns vorgesehen sei.
Eine erste Erkenntniss ist doch , das wahrzunehmen was Jetzt ist.
Barbara
Hallo Chris,
herzlichen Dank für diese wunderbaren Worte die mich daran erinnern, warum ich einen Kontakt zur Astrologie und Astrologen lange Jahre lieber vermieden habe. Allerdings entsteht ja das Bild bekanntlich im Auge des Betrachters und so zeigt die Sichtweise der “klassischen Astrologen” ganz klar ihre Art der Wahrnehmung auf. Ich bezeichne diese mal so ganz frei als schlichtweg “begrenzt”.
Nun wundere ich mich auch nicht mehr über das Forum des DAV und über viele andere Dinge, die ich bis dato noch versucht habe nicht so klar anschauen zu müssen.
Ich kann mich nur anschließen, das ich Dich, Sabine und Holger bitte genauso weiterzumachen, wie Ihr begonnen habt, denn in Eurem Umgang mit der Astrologie können wache und erwachte Menschen ihren Weg suchen und finden, bekommen Hilfe und CHancen und lernen zu verstehen, das sie nicht hilflose Opfer irgendwelcher Astrologen, Ärzte, Götter oder sonstwas sein müssen.
Eure Methode, Astrologie zu praktizieren und zu lernen, gibt uns allen die Chance, auch in diesem Bereich eine therapeutische Heilmöglichkeit zu finden und anzuwenden, die den herkömnmlichen Therapien gegenüber einen unschätzbaren Vorteil aufweist- sie hilft der Therapeutin, die Klientin abstrakt wahrnehmen zu können und schränkt somit das unendliche Thema der Projektion in der Therapie um einiges ein.
Welch ein Geschenk der Götter an uns, mit dem Ihr- der Göttin sei Dank- umzugehen wisst.
Herzliche Grüße
Petra
Lieber Christopher, liebe Gleichgesinnte,
letzte Wochenende saß ich in einem hervorragenden Seminar über Intuition im wunderschönen Schloß Goldegg(ÖSTERREICH). Auf unsererem intuitven Weg der Erkenntnis habe wir uns ganz konkret mit dem Thema Menschenbild beschäftigt, denn dieses beeinflußt uns in all unserem Tun. Wir sind in unserer Runde im speziellen auf den Einfluß des Menschenbildes auf die Bildung eingegangen. So geht Rudolf Steiner von der Annahme aus, dass in uns sämtlichen Anlagen und geist. Kapazitäten von Geburt an da sind, und nur auf seine sensibel Periode des Erwecktwerdens warten… das Wesentliche dieser Betrachtungsweise ist das Akzeptieren der individuellen Reifungstempos. Ein Beispiel. Ein Kind, dass mit 7 Jahren noch nicht lesen kann, könnte durchaus später Schriftsteller werden und nicht wie es das herkömmliche Schulsystem glauben macht bereits mit 7 annehmen, für Deutsch keine Begabung zu haben.
Auf unser Thema, nämlich die astrologische Wahrheitssuche übertragen, bedeutet das für mich ebenso, streng Abstand zu nehmen von all zu griffigen Prognosen…wenn wir zurück blicken, erkennen wir da nicht das gerade die Einbahnstraßen im Leben nicht in die Lebendigkeit geführt haben; dass wir manch Möglichkeit vertan haben, weil wir sie einfach nicht gesehen haben und hier kann die Astrologie ansetzen, dir zu zeigen, was alles an Möglichkeiten in dir angelegt ist und nur dein individueller Reifungsprozess noch nicht freigelassen hat …
Selbst Jesus hat in Bildern zu den Menschen gesprochen, und haben das nicht alle Propheten getan?Das lässt uns in der Folge frei entscheiden. Eine Astrologie, die sich gegen dieses Grundbedürfnis stellt und das Leben nur als eine Folge von Entscheidungen zwischen richtig und falsch ,bzw. die Energien schicksalhaft auf uns zukommend betrachtet nimmt doch dem Leben Leben wollten wir nicht eigentlich mit dem mehr an Bewußtsein dem leben Leben und Vielfalt geben?
ups
Name und Gruß hab ich vergessen
also ganz herzliche Grüße Sigrid
Hallo Lieber!;-
Nichts gegen die Klassiker, aber wo bleibt die inhaltliche Deutung.
Funktionen fördern weiterhin das annehmen von Hilflosigkeit.
Heisst, Wachstum ausgeschlossen und Wunder verboten.
Was bedeutet eigentlich astrologisch zu beraten?
Den Wesenskern zu beleuchten.
Und da kommen nunmal die verschütteten Eigenarten zum Licht-genau das Thema der Finsternis.
Wie kann man heute einem Menschen nach klassischen Gesichtspunkten sagen, dies und das wäre der falsche Weg, wenn nicht der Kern zuvor gesichtet wurde.
Ist nicht das finster Falsche ein Schlüssel zur eigenen Kraft.
Begeht Fehler und erlebt.
Die anerzogene Schutzmaske verliert
den Nutzen, wenn der Turm bricht.
Nach klassischer Astrologie bin ich z.B. die Königin der Unterwelt gefährlich und dominant.
Die Psychologen schieben mir das Opfer unter*g*
Wer bin Ich?
Domina, die Führerin durch das Labyrinth?
Die mit Leichtigkeit diesen Klepper auch besteigt.
Und so, durch Eigene Art, diese Dunkelheit ausleuchtet, als Begleiterin der gequälten Seele.
Job verfehlt?
Nun, ist halt mein Beruf, der immer hörbar ist.
Heilen und Selbstheilen.
Auch schön
Der Schatten in der Finsternis ist ein Lichtstrahl.
Grüsse von der Herrin der Quellen
SunGo
(nächst mal trinken wir den Kaffee zusammen, war da auch grad in Hamburg:-)