Über den Autor dieses Artikels

Yamuna Becker

Zum Autorenprofil von Yamuna Becker

Keine Kommentare

Planeten-Weg: Noch 2,9 km bis Uranus?

Aus dem Leben, Berichte, Wissenskiste | Noch keine Kommentare |

abbildungSinnend stehe ich vor einem Wegweiser: 2,9 km bis Uranus. Das schaffe ich zu vorgerückter Stunde locker. Aber bis Neptun (4,5 km) oder Pluto (7 km) wird das Licht der Sonne nicht mehr reichen, ausserdem verpasse ich den letzten Zug…
Wie weit ist es von einem Planeten unseres Sonnensystems zum nächsten? Wie gross ist die Sonne als unser Zentralgestirn im Vergleich zur Erde und ihren Planetengeschwistern? Anschaulich lässt sich dies erfahren – oder besser gesagt: erwandern auf einem “Planetenweg”.

Ich wurde darauf aufmerksam, als ich im Emmental und im Jura auf solche Wegweiser traf; ausserdem waren mir auf meiner Schweiz-Karte blaue Saturn-Symbole aufgefallen. Saturn mitten im Schweizer Jura? Richtig. Nun stehe ich in Le Locle, der Geburtsstätte der Uhrmacherkunst. Ein Firmenschild leuchtet mir entgegen: ZODIAC. Aha, hier bin ich wohl richtig!
abbildungAlso stapfe ich die Treppen hinauf, die aus dem Tal von Le Locle auf den nächsten Höhenrücken führten. Oben leuchtet mir auf einem Mast eine ca. 1.5 m grosse gelbe Kugel entgegen – das musste die Sonne sein. Darunter lese ich die Abstände bis zu den einzelnen Planeten: Merkur 30 m, Venus 60 m, Erde 108 m. Wie passend: 108 ist in der buddhistischen Tradition eine absolute Glückszahl – und wir auf der Erde haben ja das Glück, durch den für Lebewesen idealen Abstand der Erde zur Sonne auf unserem blauen Planeten eine gute Lebensbasis vorzufinden.
Also mache ich mich auf in die Richtung, in die der Wegweiser zeigte, gespannt auf Merkur – doch im angegebenen Abstand sehe ich nur ein Auto, neben dem sich ein Paar unterhält. Wie passend, steht doch Merkur als Herrscher der Zwillingen auch in Zusammenhang mit Austausch, Kontakt, Kommunikation und Mobilität abbildung
abbildungNachdem ich die Venus passiert habe, gelange ich zu Erde und Mond, die wie auf den Enden einer Wasserwaage balancieren – ein Paar, das sich gegenseitig in der Bahn hält Wie klein die Erde ist im Vergleich zur Sonne… Von hier aus bis zum Mars ist es schon ein ganzes Stück weiter zu laufen.
Auf halbem Wege sehe ich etwas zwschen parkenden Autos am Wegesrand stehen: ein Bügelbrett mit Tierkreiszeichen darauf. Stimmt, was wären denn die Planeten ohne ihre Bahn, die von den Sternbildern des Tierkreises gesäumt wird? Einfach köstlich – das könnte ich ja jetzt zum Surfbrett umfunktionieren und per Anhalter durch die Galaxis surfen…
abbildungNun geht es leicht bergauf durch den Wald – die Strecke bis zum Jupiter zieht sich dahin, und bis zum Saturn ist etwas Ausdauer gefragt. Der steht nämlich schon mitten im Wald. Sieht schon merkwürdig aus, Saturn mit seinen Ringen unter lechtend grünen Baumwipfeln, von Brombeeren umrankt… abbildung Nun muss ich auch noch einen Bach sowie eine Bahnlinie überqueren – ach ja, hier in der Lücke zwischen Saturn und Uranus befinden sich die Zentauren, halb Tier, halb Mensch. Leises Glockengebimmel begleitet mich, während ich den Kuipergürtel durchquere: in der “Milchstrasse” gibt es wohl Milchvieh, und daher der Name? Endlich habe ich in der Abenddämmerung den Uranus erreicht. Das Licht der Sonne ist weit draußen im Sonnensystem schon ziemlich schwach geworden. Nein, bis zum Neptun ist es jetzt zu weit, von Pluto ganz zu schweigen – noch eine halbe Ewigkeit bis zum bisher bekannten Außenposten unseres Sonnensystems. Hier ist meine heutige Reise zuende, Zeit für den “Rücksturz zur Erde”, wie es bei der Raumpatrouillie im Raumschiff Orion 8 immer hieß. abbildung
Planetenwege gibt es auch in Deutschland, z.B. in Bonn am Rhein entlang: am alten Bundeshaus Wasserwerk steht die Sonne, und Pluto befindet sich kurz vor dem Hafen in Richtung Stadtmitte.

© 2012 Yamuna Becker @ 4. März 2012

Druckversion des Artikels Druckversion des Artikels

Empfehlen Sie diesen Artikel weiter!

Schlagwörter: , , , , , , , ,

Weitere Beiträge von Yamuna Becker.

Verwandte Artikel:

Kommentieren

Um einen Kommentar zu diesem Beitrag abgeben zu können, müssen Sie sich bei Astrophoenix registrieren und anmelden.

Login