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Christopher Weidner

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1 Kommentar

  1. Yamuna
    Yamuna Becker
    12. Juli 2007 @ 07:01

    Lieber Chris,
    das war wieder sehr inspirierend, und zwar aus sehr persönlichem Grund: mein Freund und ich haben beide unseren Mond etwa auf 20° Krebs und er ist obendrein bei Vollmond geboren – d.h. seine Sonne steht genau gegenüber. Nun bin ich ja bestens auf das Wochenende mit ihm vorbereitet. Bin schon sehr gespannt, wie sich das Sprechen über Gefühle da auswirken kann…
    Liebe Grüße
    Yamuna

Neumond Juli 2007 – Sag mir, was du fühlst.

Der Mond, Zeitqualität | Ein Kommentar |

abbildungDer Neumond erzählt uns etwas über die Grundqualitäten eines Monats, wobei “Monat” den Zeitraum von Neumond zu Neumond meint. Die Deutung des Neumond-Horoskops kann uns wichtige Impulse für unser eigenes Leben geben und uns dazu anhalten, über uns selbst und unsere Beziehungen zu reflektieren. Im Folgenden möchte ich solche Anregungen für euch herausarbeiten. Mehr zur Deutung des Neumond-Horoskop findet ihr im Glossar unter Mondphasen.


Die Neumond-Konstellation

abbildungDie Konjunktion von Sonne und Mond findet am 14.07.2007 um 12:12 Uhr statt, und zwar auf 21,5° Krebs. Der Grad, auf dem der Neumond steht, gibt uns wichtige Informationen über die Grundtendenzen des Monats bis zum nächsten Neumond am 12.08.2007.

Nach Michael Roscher ist der Grad zwischen 21° bis 22° von einer Sonne/Merkur-Konstellation geprägt. In meinem Beitrag zu Sommersonnenwende habe ich über die Konstellation Mond/Merkur gesprochen, die sich auf den 0° Krebs befindet, auf denen sich die Sonnen zum Zeitpunkt der Sonnenwende befindet. Mond/Merkur habe ich als Möglichkeit umschrieben, sich in ein Zwiegespräch mit sich selbst zu begeben. Nun treffen wir auf eine Konstellation, die sehr ähnlich ist, jedoch eine andere Ausrichtung aufzeigt: Während sich die Aufmerksamkeit bei der Mond-Konstellation nach innen richtet, wendet sie sich mit der Sonnen-Konstellationen nun nach außen. Folgerichtig gibt Roscher ihr den Titel: “über Taten sprechen”. Im Hintergrund schwingt die Botschaft, dass der aktuelle Neumond uns nahelegt, über unsere Gefühle zu sprechen, oder besser: mit unseren Empfindungen nicht hinterm Berg zu halten, ob dies nun bedeutet darüber zu sprechen oder auf eine andere Weise zu kommunizieren.

Eine Leitfrage zu dieser Konstellation könnte also lauten: Welche Gefühle und Empfindungen möchte ich gerne anderen mitteilen? Und: Auf welche Weise möchte ich dies tun? Was ist die angemessene Form dafür?

Die angemessene Form ist ein sehr wichtiger Schlüssel für den Erfolg eines solchen Unterfangens. Wenn wir über unsere Empfindungen sprechen, bringen wir etwas zum Ausdruck, das lange Zeit in uns geruht hat. Uns selbst ist es vertraut, wir kennen unsere Gefühle. Doch wenn wir diesen Gefühlen eine nach außen sichtbare Gestalt geben – werden andere verstehen, was wir meinen? Und selbst wenn sie es verstehen – werden sie so reagieren, dass ich mich verstanden fühle? All dies ist unabhängig von mir, ich kann es nicht beeinflussen. Es gibt keine Möglichkeit vorauszusagen, ob ich den gewünschten Erfolg habe, wenn ich meine Empfindungen offenbare. Aber ich kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass andere mich genauso verstehen, wie ich es mir wünsche. Dies ist eine Frage der Form, mit der ich auf andere zugehe.

Der Merkur-Anteil dieser Konstellation trägt deutlich den Charakter des Jungfrau-Merkur. Es geht also auch um Anpassung, oder besser: um Aussteuerung an die Umweltbedingungen. Es stellt sich hier die Frage: Wie kann ich meine Gefühle so darstellen, dass sie von anderen begriffen werden können? Dazu muss ich mich auch in den Adressaten meiner Gefühle hineinversetzen – und zwar bevor ich mich an ihn wende.

Eine weitere Schlüsselfrage zu dieser Konstellation ist also: Was vermute ich darüber, wie mein Gegenüber reagieren wird, wenn ich ihm meine Empfindungen zeige? Und: Was vermute ich, braucht mein Gegenüber, um meine Empfindungen annehmen zu können?

Soll ein Mensch denn wirklich genau so reagieren, wie wir uns das vorstellen? Nehmen wir an, ich wäre wirklich wütend auf jemandem. Wenn ich meinem Gegenüber diese Wut ausdrücken möchte, wünsche ich mir möglicherweise, dass er Reue zeigt und sich für etwas entschuldigt. Also passe ich die Form meiner Empfindungen daran an, dass es wahrscheinlicher wird, dass mein Gegenüber ein schlechtes Gewissen bekommt und sich demütig vor mir in den Staub wirft … Michael Roscher beschreibt dies bei diesem Grad so: “Will durch Anpassung dominieren.” Ich passe mich also meinem Gegenüber an, um genau die Knöpfchen bei ihm zu drücken, die es bedarf, um ihn so reagieren zu lassen, wie ich das will. Letztlich geht es dabei um Kontrolle.

Das Problem: Ich habe nichts weiter gewonnen als eine Bestätigung meiner Gefühle. Aber wer von uns kennt das nicht? Zwar habe ich jetzt endlich gesagt, wie es mir geht und der andere kriecht verdientermaßen zu Kreuze – aber geht es mir wirklich besser dabei? Die Schwierigkeit besteht darin, dass wir das nur durchziehen können, wenn uns der andere völlig egal ist. Doch das ist er nicht, sonst würden wir uns ja nicht darum bemühen, ihm etwas von uns verständlich zu machen. Es ist unser Mitgefühl für die Lage des anderen, die es uns unmöglich macht, diesen Triumph zu genießen.

Aus diesem Grunde enthält diese Konstellation einen weiteren Vorschlag: Unsere Gefühle nicht so sehr als Tatsachen zu formulieren, mit denen andere künftig zu leben haben, sondern als Möglichkeiten, sich selbst weiter zu entwickeln. Meine Wut, meine Trauer, meine Freude, meine Zuneigung sind Ausdruck für ein Bedürfnis, das ich gerade habe. Ich bin vielleicht wütend, weil mich ein anderer verletzt hat. Vielleicht würde ich ihm dies gerne “vor den Latz knallen”, wie man so schön sagt. Doch es ist abzusehen, wie ein anderer auf eine solche Ansprache reagieren würde – entweder er holt zum Gegenangriff aus, und es entsteht eine endlose Debatte, oder er gesteht unfreiwillig seinen Fehler ein, auch wenn er es unter dem Druck meines Gefühlsausbruchs getan hat. In beiden Fällen habe ich im Grunde nicht das bekomme, was ich will. Wenn ich jedoch mir im Vorfeld klar darüber werde, was genau mich verletzt hat, welches Bedürfnis in mir nicht getroffen wurde, als der andere mich verletzte, kann ich anstatt eines Gefühlsausbruchs verständlich machen, was ich eigentlich gebraucht hätte. Ich könnte zum Beispiel sagen, dass ich mir mehr Anerkennung gewünscht hätte oder mehr Respekt.

Der Unterschied: Solche Bedürfnisse kann jeder Mensch verstehen, denn sie sind grundlegend menschlich. Wenn es mir gelingt, in der Darstellung meiner Gefühle zugleich zu zeigen, was ich wirklich brauche, erhöhe ich die Chance, dass ein anderer nachempfinden kann, was mir wichtig ist, und gebe ihm damit die Chance, es bei einem nächsten Mal anders zu machen. Auf diese Weise erweitere ich unser beider Möglichkeiten und gebe einer Beziehung sogar noch die Gelegenheit, sich weiter zu entwickeln.

Darum mein Vorschlag sich zu fragen, bevor man ein Gefühl ausdrückt: Welches Bedürfnis wird bei mir gerade nicht getroffen, während ich auf diese Weise emotional reagiere?

Die Botschaft des Juli-Neumonds: Sag mir, was du fühlst.

Über seine Gefühle und Empfindungen zu sprechen und sie so zu vermitteln, dass der andere weder brüskiert wird noch zum Gegenangriff ausholt, ist die Botschaft dieses Juli-Neumondes. Natürlich können wir auch andere darauf ansprechen, was sie gerade fühlen, wenn wir den Eindruck haben, etwas ist nicht in Ordnung. Auch dann aber geht es darum herauszufinden, welche Bedürfnisse gerade nicht getroffen werden – und nicht so sehr darum, seinen Emotionen freien Lauf zu lassen.

In der Sonne/Merkur-Konstellation kommt beides zusammen: der Gefühlsausdruck des Löwen und die Bereitschaft zur Aussteuerung und Optimierung des Jungfrau-Merkur. Bedeim gerecht zu werden ist die Übung, die uns dieser Neumond auferlegt.

Damit will ich es an dieser Stelle bewenden lassen. Die weiteren Konstellationen und Aspekte des Horoskops kommen mir weniger spektakulär vor – aber das ist in erster Linie mein persönlicher Eindruck. Ich interessiere mich natürlich was ihr, liebe Leserinnen und Leser, zu berichten habt und freue mich auf Kommentare hier oder auf Beiträge im Astrophoenix-Forum.

Bis zum nächsten Neumond!
Euer Christopher

© 2007 Christopher Weidner @ 12. Juli 2007

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