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Christopher Weidner

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1 Kommentar

  1. Ines
    13. November 2007 @ 08:22

    Lieber Christopher,

    Du scheinst einen besonderen Hang zur Neumondin zu haben – ich vermisse hier einen Aspekt und zwar die Neumondin aus der Magischen Sicht – aus der Mystischen Sicht …
    da würde was ganz anderes rauskommen!
    Oder zumindens noch eine zusätzliche Verbindung entstehen!
    Hast Du Dich mal damit befasst?

    Liebe Grüße

    Ines

Neumond Oktober 2007 – Lass uns Klarheit finden

Der Mond, Zeitqualität | Ein Kommentar |

abbildungDer Oktober-Neumond (11.10.2007, 5:00:38 UT) ist gerade einen Tag alt. Da wird es Zeit, ein paar astrologische Worte über ihn zu verlieren. Ich möchte dabei zunächst die Aufmerksamkeit auf eine Konstellation lenken: die Venus/Saturn-Konjunktion am Anfang der Jungfrau.

Abgesehen davon, dass diese Konstellation sehr augenfällig ist, hat sie für diesen Neumond eine besondere Bedeutung, denn: Venus ist die Herrscherin des Neumondes, der in der Waage stattfindet, dem Zeichen, das von Venus beherrscht wird – oder dessen Gastgeber Venus ist, wenn man die weniger feudalistische Ausdrucksweise einer modernen, aufgeklärten Astrologie bevorzugt. Grundsätzlich gilt: der Gastgeber des Neumonds spielt in einem Neumond-Horoskop naturgemäß die Hauptrolle und es lohnt sich, insbesondere auf Konstellationen zu achten, die sich auf ihn beziehen. Wenn nun Venus als Gastgeberin von Saturn „belagert“ wird, prägt dies die Themen, die uns im Zeitraum bis zum nächsten Neumond (am 9.11.2007) bewegen werden – prägen in dem Sinne, dass sich hier ein Potenzial eröffnet, das uns zur Verfügung steht.

abbildungIch betone das gleich zuvörderst, denn gerade wenn Saturn im Spiel ist, werden viele gleich wieder die Unke rufen lassen – und versäumen darüber hinaus, die konstruktiven Perspektiven dieser Konstellation zu betrachten. Bitte bedenkt: astrologische Konstellation bedeuten in sich nichts. Sie haben keinen Wert, will heißen: sie sind in sich und an sich weder gut noch schlecht. Gut oder schlecht werden sie erst im Auge des Betrachters. Es liegt an uns, an unseren Erwartungen und Erfahrungen, mit der wir dieser Konstellation begegnen, ob wir ihr mit bangem oder freudigem Herzen entgegensehen. Lassen wir also zunächst einmal ungehört verhallen, wenn ein Reinhold Ebertin in seinem Kultubuch „Kombination der Gestirnseinflüsse“ – kurz „KdG“ genannt – das Prinzip von Venus/Saturn mit „Hemmungen im Liebesleben, Liebesleid“ erklärt. Noch ist nichts verloren, noch ist nichts darüber ausgesagt, was uns in dieser Neumondphase im Zeichen von Venus und Saturn wirklich geschehen wird.

Dennoch kann man sagen, dass Venus in Neumond-Horoskopen eine Betonung auf den Begegnungsbereich legt. Venus steht im Kybernetischen Modell der Planeten für unseren Zugang zur Welt auf der Basis zwischenmenschlicher Kontakte, und zwar dort, wo wir uns mit anderen Menschen verbinden möchten. Ihr Konterpart ist dabei Mars, dessen Interesse auch auf den zwischenmenschlichen Bereich gerichtet ist, der aber dafür Sorge trägt, dass wir uns auch wieder aus Verbindungen, die wir eingehen, lösen können. Wo Venus verbindet, trennt Mars, damit wir unsere Individualität nicht verlieren. Wenn nun Venus mit Saturn zusammensteht, kommt es zu so etwas wie einem „Stopp“ in punkto Beziehungsleben. Saturn – er steht für die Konzentration, für die Reduktion. Er strebt nach Stabilität und Struktur. Venus/Saturn sagt also so etwas aus wie: „Es ist jetzt nicht die Zeit, neue Kontakte aufzubauen, sondern sich auf das zu besinnen, was an Beziehungen gerade da ist.“

Das kann in mehrerlei Hinsicht gedeutet werden. Zum Einen kann es heißen, dass wir uns um gerade im Aufbau befindliche Beziehungen kümmern sollten. Vielleicht haben wir gerade neue Kontakte geknüpft, dann ist diese Zeitphase ideal, um ihnen Festigkeit und Dauer zu verleihen. Saturn steht auch für Ernsthaftigkeit: vielleicht geht es darum, nach einer ersten Phase der Lockerheit und der Non-Chalance dafür zu sorgen, dass auch andere Werte Einzug halten in eine neue Freundschaft oder gar eine neue Partnerschaft. Übrigens gilt dies nicht nur für private Kontakte, sondern sicherlich auch für berufliche. Unter diesem Gesichtspunkt wäre eine Steigerung von Acquise-Tätigkeiten eher gegenläufig zur Zeitqualität. Vielmehr könnte jetzt Kundenpflege auf der Agenda stehen: alte Kontakte neu kontaktieren, „Karteileichen“ aussortieren usw.

Eine andere Möglichkeit, Venus/Saturn zu leben, eröffnet sich in bestehenden Beziehungen. Hier kann Saturn für mehr Klarheit stehen. Jeder von uns kennt das: Wir haben alte Bindungen, die über die Jahre hinweg ein wenig an Form verloren haben. Vielleicht wissen wir bei manchen Menschen gar nicht mehr so genau, warum wir uns überhaupt noch regelmäßig sehen, warum wir sie immer wieder anrufen, und fragen uns, was uns der Kontakt überhaupt noch gibt. Ist es vielleicht nur die pure Gewohnheit, die diese Beziehungen aufrecht erhält? Oder das schlechte Gewissen? Oder ein diffuses Verantwortungsgefühl? Oder auch nur die Konvention? Genau dies stellt Saturn in Frage. Hier geht es darum, das Fundament zu prüfen, auf dem unsere Beziehungen aufbauen – und im Zweifel neue Spielregeln festzulegen, neue Strukturen aufzustellen, die es erlauben, die Beziehungen für mich wieder als echte Bereicherung für mein Leben zu empfinden.

Natürlich kann Saturn, der Hüter der Grenzen, auch zu Abgrenzungen kommen, und das kann in Beziehungen auch Trennung bedeuten. Doch Venus/Saturn heißt nicht, dass nun leidvolle Trennungsszenen zwingend bevorstehen, sondern dass wir das Potenzial dieser Konstellation nutzen können, dort einen Schlussstrich zu ziehen, wo wir bereits unter Beziehungen leiden. In diesem Sinne erleichtert uns der Oktober-Neumond sogar einen wichtigen, vielleicht längst überfälligen Schritt zu tun und uns von belastenden Beziehungen zu befreien. Wie gesagt: dies ist eine Option – und kein Schicksal. Dennoch sollte diese Möglichkeit auch in Betracht gezogen werden. Venus/Saturn erinnert uns daran, dass wir keine Beziehung aushalten müssen aus falsch verstandenem Verantwortungsgefühl oder sonst welchen moralischen Erwägungen heraus, wenn wir uns selbst dabei Schaden zu fügen.

Die übrigen Konstellationen des Oktober-Neumondes ergänzen dieses Spektrum: der Gastgeber der Venus/Saturn-Konjunktion ist Merkur (er herrscht über Jungfrau). Dieser Merkur steht gerade in Skorpion und empfängt ein Trigon von Mars im Krebs. Dies könnte als ein freundlicher Impuls zur Durchsetzung verstanden werden – Mars unterstützt uns gewissermaßen dabei, klare Worte zu finden (Merkur/Mars).
In diesem Sinne wünsche ich uns allen: ein spannende Vermehrung der Erkenntnisse bei allem, was uns in den kommenden Tagen bis zum nächsten Neumond widerfahren wird!

Christopher Weidner

© 2007 Christopher Weidner @ 12. Oktober 2007

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