Tropfen im Ozean – Transit-Neptun Opposition Sonne
Aus dem Leben, Erleben, Zeitqualität | (4) Kommentare |
Wenn die Sonne Mitte August Neptun und Chiron gegenüber tritt, wirft sie ihr Licht des Bewußtseins auf die Nebelbänke, Wolkenschleier und Gewässer des Unbewußten, beleuchtet das Verborgene, die fließenden Übergänge von Diesseits und Jenseits – und auch die Zerbrechlichkeit unserer Existenz. Wir halten uns für einmalige Individuen, jede(r) von uns hat eine kleine Sonne in sich, das persönliche “Ich”, und doch sind wir als “Tropfen” unsichtbar im Ozean des Seins neptunisch miteinander verbunden. Das zeigt sich gerade in den grenzüberschreitenden bis global wirksamen Ereignissen der letzten Zeit
Diese Thematik bewegt mich derzeit sehr: seit einem Jahr steht Transit-Neptun mit Chiron in Opposition zu meiner Sonne (und in Konjuktion mit meinem Chiron!). Im Solar 2010 steht die Sonne im Solar am Aszendenten, Neptun mit Chiron am Solar-Deszendenten. Dieses Thema bestimmt also das folgende Lebensjahr. Ich hatte vorgehabt, meinen 50. Geburtstag in einem Meditations-Retreat in Amerika zu begehen, was bei dieser Konstellation passend wäre. Doch wegen eines anderen Projektes entschied ich mich schweren Herzens, auf die Reise über den Ozean zu verzichten. Wenn auch mit der unguten Ahnung “wer weiß, was nächstes Jahr ist…”
Vor zwei Wochen kam die erschütternde Nachricht, daß der Co-Direktor jenes amerikanischen Meditations-Zentrums mit 54 Jahren unerwartet im Schlaf verstarb. Todesursache unklar, man vermutet Herzinfarkt. Stunden zuvor war er noch guter Laune und Verfassung gewesen!
Herz = Sonne, Neptun = Schlaf, ungeklärte Umstände, Chiron = Verwundbarkeit, Sterblichkeit. Seit dieser traurigen Nachricht ist in mir wie ein Schalter umgelegt, unvermittelt hat mich Wochen vor meinem Geburtstag mein neues Solar-Thema ereilt Schon oft habe ich erfahren, wie sich das nächste Solar-Thema ein bis zwei Monate vor meinem Geburtstag bereits ankündigt, doch selten war es so offensichtlich wie dieses Mal.
Statt in Amerika bin ich jetzt bei meinem alten tibetischen Meditationsmeister Tenga Rinpoche. Er wird zusehends gebrechlicher, immer spürbarer versagt ihm sein Körper den Dienst. Aber seine innere Sonne, sein brillianter Geist und seine Herzenswärme strahlen umso stärker. Ich hatte unerwartet das große Glück, ihn ein paar Minuten alleine sprechen zu können, weil jemand anders seinen Termin nicht wahrgenommen hatte Niemand weiß, ob diese Begegnung die letzte ihrer Art sein könnte. “Der Zeitpunkt des Todes ist ungewiß, und dieser Körper wird bald eine Leiche sein.” So beginnen alle buddhistischen Belehrungen, und diese Wahrheit ist mir augenblicklich sehr präsent.
Die Tibeter haben bestimmte Rituale und Meditationen zur Unterstützung jener, die diese Welt verlassen haben und auf der anderen Seite umherirren. Gestern führte dieser Meditationsmeister solch eine Zeremonie durch für alle jüngst Verstorbenen. Wir konnten deren Namen auf Listen eintragen. Dort standen auch die für uns “Namen-Losen”, die wir nicht persönlich kannten: die 21 Opfer der Love Parade, die 250.000 Opfer des Bebens von Haiti, die 50 Opfer der Waldbrände in Rußland, die Opfer des Flugzeugabsturzes von Katyn, Tausende Opfer der Überflutungen in Pakistan und China.
Jetzt zu Neumond gegenüber von Neptun und Chiron verstärkt sich die Energie, in China brechen Dämme, Indus und Neisse schwemmen zahllose Existenzen fort, egal, welche Sprache, Religion und Nationalität die Menschen an ihren Ufern haben… hier hat das Gruppenschicksal wörtlich in einer großen Woge viele Tropfen mitgenommen….
Jeder einzelne Mensch war ein kleines Universum für sich mit einer eigenen inneren Sonne, und unerwartet waren sie nun zurückgekehrt wie Tropfen ins große Meer… ihnen allen schickten wir heilsames Licht des Mitgefühls mit auf den Weg. Om Mani Peme Hung
Dies bewegt und berührt mein Herz, ich fühle mich wie aufgelöst, aufgeweicht von weiteren Todesnachrichten der letzten Tage. Ich bin auch so nah “am Wasser gebaut” wie lange nicht mehr, da hat wohl die Begegnuing mit meinem alten Lehrer alle Schleusen geöffnet. Die Buddha-Gestalten Chenresig und Tara verkörpern in Tibet das große Mitgefühl, und mein Rinpoche ist diese Energie in menschlicher Form. Ich sitze viel auf meinem Kissen und meditiere oder schaue zu, wie die Kerzenflamme vor dem Buddha immer kleiner wird und sich leicht flackernd in Zeitlupe in die Mitte des glühenden Dochtes zurückzieht. Ein Weilchen ist gerade noch ein schwach leuchtendes Pünktchen zu ahnen – bis es ganz verlöscht.
Stille – große Stille und doch klare Präsenz.
Nachtrag April 2012:
Mein tibetischer Lehrer Tenga Rinpoche ist in seine letzte Meditation eingetreten – 4 1/2 Tage nach seinem klinischen Tod am 30.3. hat sein Bewußtsein am 3.4.12 endgültig seine irdische Hülle verlassen. Große Meister wie er beherrschen die Arbeit mit den feinstofflichen (Neptun)Energien so sehr, dass in dieser “Nachtodes-Meditation” die Herzgegend noch tagelang warm bleibt und der Körper noch lebendig wirkt. Näheres auf: www.benchen.org
Es bewegt mich zutiefst, diesem Meister 14 Jahre lang immer wieder begegnet zu sein, ich schätze mich glücklich, so kostbare Gelegenheiten genutzt zu haben, einen wahren Buddha zu sehen – Neptun-Sonne in ihrer erleuchtetsten Form.
Nachtrag vom 05.08.2012 – 2 Jahre nach Erscheinen des Artikels:
Nun sind Reliqien meines tibetischen Lehrers in seinen Zentren in Europa angelangt: verschiedenfarbig schimmernde “Perlen”, die sich bei der Einäscherung seiner irdischen Hülle bildeten. Sie wurden in eine Kristallpagode gefüllt und gemeinsam mit seinen Roben in seinen Tempel in Belgien gebracht und feierlich begrüßt. Man kann in seinem Zimmer sitzen, in dem er über 12 Jahre hinweg seine Schüler für Einzelgespräche empfing, und vor seinem Bett innerlich mit ihm Zwiesprache halten. Seine energetische Präsenz ist gerade dort sehr intensiv, wo er wohnte: Von seinem Foto strahlt er jeden voller Herzenswärme an – so als würde er körperlich vor einem sitzen.
Ja, er ist spürbar da… es gibt keine Grenzen zwischen den Dimensionen, sie durchdringen sich gegenseitig.
Neptun und Sonne … Bewußtheit und Ozean des Seins… Natur des grenzenlosen Geistes.
© 2010 Yamuna Becker @ 5. August 2010
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Schlagwörter: Aszendent, Chiron, Deszendent, Konjunktion, Neptun, Opposition, Solar, Sonne, Transit
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Liebe Yamuna,
lieben Dank für dein Bericht – ich versuche auch zu verstehen warum vieles im Leben so kommt – warum mein Vater der eigentlich vor 2 Jahren “starb” erst jetzt loslassen musste.
Tatsächlich ist Chiron mit Neptun stark gestellt direkt auch noch mit Lilith.
Ich habe eher an andere Planeten gedacht.
Man muss alle Faktoren beachten – es fing alles in Sardinien an und endete trotz allem in Köln – sein Horoskop muss neu gestellt werden dann kommen andere Konstellationen ans Tagelicht!
Oder letztendlich sprechen doch die ersteren Faktoren für sich nämlich Uranus – Jupiter und Neptun!
Manchmal denke ich oft – warum hinterfrage ich denn alles im Leben?
Liebe Grüße
Ines
Liebe Ines,
dein Vater starb in derselben Nacht wie der Leiter des Meditationszentrums, eine Freundin von mir betreut zwei Wachkoma-Patientinnen, von denen die eine gestern nach 2 Jahren künstlicher Ernährung endlich sterben konnte. Von einer Bekannten mußte der Hund eingeschläfert werden, und als sie ihn zum Tierarzt fuhr, fand sie eine überfahrene Katze, die dann in ihren Armen starb – fast jeden Tag bekomme ich aufs Neue die Botschaft: es kann jeden Augenblick soweit sein. Vielleicht sind derzeit die Energien so stark, daß so manches bereits geschwächte Wesen sie nicht mehr aushält und diese Seite der Welt verläßt….
Yamuna
Liebe Yamuna,
es heißt doch bei diesen Konstellationen was zu Ende gehen muss wird zu Ende gehen oder falls nicht wird es zu Ende gebracht es MUSS also.
Derzeit liegt der Bruder meines Vaters im Srterben………
Liebe Grüße Ines
Liebe Ines,
ja, es sieht fast so aus… deine Familie scheint sehr intensiv von dieser Zeitqualität betroffen – ich schließe euch in meine Meditation mit ein!
Yamuna