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Sabine Bends

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Das innere Drama

Der Mond, Erleben | Noch keine Kommentare |

Sie möchten das Auf und Ab Ihrer Gefühle besser verstehen? Sie möchten etwas über Astrologie und sich selbst lernen? Der Mond kann Ihnen dabei behilflich sein, denn seine Themen sind: Stimmungen, Emotionen, Gefühle und Bedürfnisse. Der Mond steht für unser Unterbewusstsein und unser reaktives, gewohntes Verhalten. Er inszeniert unser inneres Drama.

Deswegen ist es so sinnvoll, ein Mondtagebuch zu führen. Dies ist auch für Anfänger der Astrologie leicht zu bewerkstelligen. Aufgrund seines schnellen Umlaufs im Tierkreis – der Mond benötigt 27,75 Tage für alle zwölf Tierkreiszeichen, das heißt, im Durchschnitt 2,3 Tage pro Zeichen – können wir den Mond und wie er uns persönlich berührt, in unserem Alltag gut beobachten.

Wenn wir also Tagebuch darüber führen, wie wir uns fühlen, welche Stimmungen wir durchlaufen und welche Reaktionen und Verhaltensweisen wir an uns feststellen, hat dies sehr viel mit dem Mond zu tun, sowohl mit unserem Geburtsmond und unserer generellen emotionalen Gestimmtheit als auch mit dem laufenden, sprich transitierenden Mond, der nichts weiter als eine ständige Spiegelung unserer innersten Gefühlsregungen ist. Es ist für die Selbstbeobachtung und kritische Selbstwahrnehmung ungeheuer hilfreich und für das persönliche astrologische Verständnis äußerst erhellend, den Mondstand im Bezug zu persönlichen Planeten zu verfolgen und die eigenen Verhaltensweisen entsprechend zu verstehen. Astrologie wird im oft so unspektakulären Alltag gerade über die Beobachtung des Mondes und seine Reflektion in uns intuitiv spürbar, greifbar und erlebbar. Denn Gefühle sind nicht abstrakt, dafür müssen wir nicht denken, sondern nur in uns hineinhorchen.

Kennen Sie es, dass Sie von einem bestimmten Gefühl regelrecht überrollt werden? Eben noch war alles anders, und auf einmal ist es da, dieses innere Gestimmtsein. Völlig ohne äußeren Anlass oder auch scheinbar von außen hervorgerufen breitet es sich in Ihnen aus und nimmt allen Raum ein, den Sie ihm gewähren.

„Liebe Sabine, dies ist ein Hilferuf – mir geht es gerade sehr schlecht. Kannst du mal in mein Horoskop schauen, was da los ist? Der Anlass von außen ist nur eine Meinungsverschiedenheit mit meinem Freund, doch in mir ist die Hölle los….“

Ein Blick in das Horoskop zeigt, dass der Mond der Fragenden in Ihrem Horoskop gerade über eine Opposition von Chiron zu Uranus und Pluto transitiert. Die Planeten haben bei ihr einen Bezug zum Thema Partnerschaft und sind mit einem traumatischen Verlusterlebnis verknüpft. Immer, wenn der Mond über diese Konstellation transitiert und die Umstände gerade entsprechend sind, kommt in der Klientin diese Verlustangst wieder hoch. Dies ist ein Mechanismus Ihres Unbewussten, der darauf hinweist, dass diese Gefühle langsam, Stück für Stück verarbeitet werden wollen. Sie wurden damals, bei dem Verlust, den Sie erlitt, zu großen Teilen verdrängt und unterdrückt, weil es einfach zu schmerzhaft für das Kind war. Jetzt, als Erwachsene, erlebt die Klientin, die Nachwirkungen. Je mehr Bewusstsein sie in diesen Augenblicken aufbringen kann, sich den Gefühlen zu stellen, ohne vor Angst und Panik weglaufen zu wollen, je mehr sie lernt, die Gefühle dosiert zu zu lassen, auszudrücken und so zu verarbeiten, um so weniger wird sie von diesen Gefühlszuständen gequält. Das Mondtagebuch hilft ihr sehr dabei.

Wir alle haben solche unbewussten Reaktionen. Und wie alles andere auch, so unterliegen auch Gefühle Rhythmen. Sie sind wie sind wie Wellen im Meer – Stimmungen, die auftauchen und wieder verschwinden. An ihnen zu haften, sie festhalten zu wollen, hieße, eine lebendige Welle einzufrieren. Gefühle sind keine Dauerzustände. Wir sind wütend, wir sind fröhlich, wir sind traurig. Ein ständiger Wechsel. Gefühle nicht wahrhaben zu wollen, sie zu verdrängen, hieße, das Meer zum Stillstand bringen zu wollen. Etwas zu kontrollieren, das wir nicht kontrollieren können. Deswegen ist es für einen Menschen auf dem Weg zur Bewusstwerdung hilfreich, Gefühle bewusst zu erleben, sie zu fühlen, intensiv zu spüren, ohne sie festhalten oder loswerden zu wollen. Ohne sie zu bewerten, in “gut” oder “schlecht”. Eine Emotion kann uns innerlich nicht vergiften, wenn wir sie bewusst erleben. Hinderliches löst sich durch Bewusstsein auf. Hilfreiches verstärkt sich durch Bewusstsein.

OSHO schreibt in seinem Buch “Emotionen – Frei von Angst, Eifersucht, Wut” (erschienen bei Goldmann): “Gefühle auszudrücken ist Leben; sie zu verdrängen ist Selbstmord. Lass deine Wut [oder andere Gefühle] nicht an anderen aus. Lass dich darauf ein, meditiere darüber, drück sie aus, probiere sie aus, lass sie in dir zu, spüre den ganzen Schmerz und die Qual. Spüre sie; lerne sie kennen. Und dieses Verstehen ist der Beginn deiner Transformation.“

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© 2008 Sabine Bends @ 30. Juni 2008

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