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Iris Apé

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5 Kommentare

  1. Yamuna
    Yamuna Becker
    5. Januar 2009 @ 10:17

    Liebe Iris,

    häppi nju jier erstmal und danke für diese nette Anekdote und den Tipp mit 12 Neustarts im Jahr;-))

    I see your point – jedoch sind hier zwei Menschen nicht mit den gleichen Voraussetzungen in dieselbe Situation gegangen, wobei nur die Reaktion auf die Ereignisse persönlich je nach Charakter verschieden ausfiel.

    Du warst von Anfang an in einer ganz anderen Position als Deine stärkere, ältere Cousine, nämlich mitgeschleppt und unfreiwillig in diese Situation geraten. Sie hatte hoffnungsfrohe Erwartungen an das Event, aber Du wolltest nix wie raus, da war der Brotschuß der Zündfunken für die angestaute Spannung, die sich in Gelächter entlud.

    Liebe Grüße und see you here & there
    Yamuna

  2. Dagmar Wäscher
    Dagmar Wäscher
    5. Januar 2009 @ 16:21

    Liebe Iris,
    nun, ich persönlich fand es schon immer zu dumm, genau an Silvester sich was vorzunehmen. Ich kenne niemanden, der diese Vorsätze durchgehalten bzw. denn überhaupt begonnen hätte ;)

    Es gibt einen guten astrologischen Grund, warum dies ein ungünstiger Zeitpunkt sein könnte und Vorsätze nicht unbedingt zu Silvester / Neujahr gefasst werden sollten. Die Sonne befindet sich dann nämlich auf dem Kritischen Grad 10° Steinbock, plus minus. Das ist ein Mond/Venus-Grad. Könnt ihr mir mal bitte verklickern, wie man bei diesem Hingabe-Grad etwas, das man gerne tut (Rauchen wird meistens auch gerne ausgeführt), aufgeben sollte?

    Danke dir für das geniale Bild: die Butter vom Brot schiessen! Ich werde jetzt immer daran denken, wenn mir mal jemand wieder die “Butter vom Brot” nehmen sollte.
    Prosit Neujahr! Liebe Grüße
    Dagmar

  3. Gerd
    5. Januar 2009 @ 18:36

    Hallo Iris,
    absolut genial Dein Artikel. Bedenken wir wirklich einmal zwei Seiten die einer Situation zueigen sein können. Meist ist es ja so, dass der Geschädigte geschockt ist, während die Zuschauer lachen. Eine Situation die beide gleich betrifft und zwei klassische Möglichkeiten, wie wir ihnen begegnen können, das kommt nicht gerade oft vor. Um so schöner, dass wir das hier lesen können und bei aller Heiterkeit, doch den ernsten Hintergrund klar erkennen können. Bin übrigens noch immer am lächeln und hoffe bald auf weitere tolle Gedanken von Dir.
    Liebe Grüße Gerd

  4. Iris Apé
    Iris Apé
    5. Januar 2009 @ 20:40

    Hallo ihr 3, Yamu, Dagmar und Gerd!
    Seid mir herzlich gegrüßt!

    Liebe Yamuna,
    I know what YOU mean! Nur hätte es ja durchaus auch anders herum kommen können…Cousinchen, die so bombig drauf war im Gegensatz zu mir, hätt ja das Lachen sehr wohl auf ihrer Seite haben können :-) und “angestaute Spannungen” entladen sich nicht selten in Tränen :-( Aber wir wollen ja nun keine Grundsatzdiskussion entfachen, wem wann Tränen bzw. Lachen “zustehen”, ich würde das Ganze gerne schlichtweg im übertragenen Sinne betrachten…
    :-*

    Liebe Dagmar,
    welch guter Tipp mit dem kritischen Grad…Besten Dank! Hab mir übrigens deinen Buchtipp zu den “Gefühlsgebrauchsanweisungen” heute bestellt…bin schon gespannt, wie kritisch es dann wird…

    Lieber Gerd,
    du wirst es nicht glauben, oder eventuell doch, ich versuchte letztlich einer Freundin diese Geschichte zu erzählen (am Telefon) und hatte reichlich Mühe damit. Warum? Sie löst bei mir noch heute einen irren Lachreiz aus :-)

    Alles Gute noch für 2009 euch 3-en
    Iris

  5. Astro-Fox
    Astro-Fox
    6. Januar 2009 @ 01:04

    Hallo Dagmar,

    kann ich und mach ich*
    (*=eigene persönliche Einschätzung)
    Mond/Venus
    na klar, daß man der Laune abhängig (Mond) in der Sylvesternacht eher herumschäkert (Venus) als Pläne schmiedet. Sonne/Pluto wäre evtl. erfolgversprechender.
    Allerdings:
    Der Mond ist schon sehr wechselhaft.
    Und die Venus weiß, was Sie will.
    Bei entsprechender Konstellation kann man durchaus den Wunsch verspüren (Mond), Dinge anders zu richten (Venus).
    Aber:
    Wer trifft gerade an dem Tag die Vorsätze? Ich gehe davon aus, daß sie vorher getroffen werden.

    * Astro-Fox *

Das neue Jahr – Vorsätze und die persönliche Einstellung

Aus dem Leben, Erleben | (5) Kommentare |

Neues Jahr

Wird’s besser?
Wird’s schlimmer?
Fragt man alljährlich.
Seien wir ehrlich:
Leben ist immer lebensgefährlich.

(Erich Kästner)

Hello again! Wie läuft das neue Jahr für Sie an? Haben Sie sich mit 2008 auch von alten „Lastern“ verabschiedet und für 2009 im Gegenzug einige gute Vorsätze bereit gelegt? Unter Aufbietung ihrer stärksten Willenskraft versteht sich. Ich finde das ziemlich anstrengend um ehrlich zu sein und habe es in der Form aufgegeben. Man erpresst sich doch selbst. Versiegt das Vorhaben nicht selten im Nichts, so wie manche Radwege in unserer genialen Verkehrsplanung, bei denen der mutige Radfahrer anfangs vertrauensvoll im sicheren Rahmen unter Vorgabe einer klar-weißen Markierung dahinradelt, die urplötzlich im Vagen endet und er dann adhoc selbst entscheiden darf, ob er die vor seinen Augen auftauchende Bordsteinkante hochdonnern möchte oder sich lieber von einem rückwärtig herannahenden Fahrzeug streifen lässt…
Nichts gegen Disziplin, aber der Zeitraum von einem Jahr ist mir einfach zu langgestreckt, um eigene Macken auszuhebeln oder sich in einen Menschen zu wandeln, mit dem man selbst besser klarkommt. Das erzeugt mehr Druck als Motivation. Und der Kosmos hat es doch so geschickt eingerichtet für unsereins, dass man genau diesen von der ganzen Jahreswechselaktion nehmen kann, hielte man sich allein vor Augen, dass wir zwölf Mal pro Jahr monatlich zum Neumond unserer ganz persönlichen Starterenergie eine neue Richtung und Schwerpunkt verleihen können. In kleinen Schritten wandelt es sich effektiver.

Darüberhinaus ist bei der Hinterfragung der berühmt-berüchtigten eigenen Vorsätze letztendlich noch etwas anderes nicht ohne Belang, vielmehr sogar von entscheidender Wichtigkeit: die Frage der Einstellung. Der eigenen Sichtweise, der Perspektive, welche man den Dingen gegenüber, die einem widerfahren sind (musste das denn sein?? Ja!!) und noch widerfahren werden (auch das noch! Wir sind aber auch zu bemitleiden…) einnimmt. Während ich so darüber nachdachte, fiel mir eine Geschichte ein, die ich an dieser Stelle gerne erzählen würde. Es ist eine Geschichte aus Kindheitstagen. Ich nenne sie:

abbildungDas Pausenbrot und der Blickwinkel

Eine Cousine und ich verbrachten ein Wochenende bei einer Tante. Ganz in der Nähe ihrer Wohnung befand sich eine sogenannte “Jugendfreizeitstätte”. Als ich den Ausdruck das erste Mal hörte, war ich sofort misstrauisch, was vermutlich an der Art und Weise lag, wie mir dieses “Abenteuerzentrum” erläutert wurde. Als mir dann noch mitgeteilt wurde, dort würden unter Aufsicht Spiele gemacht, in Gruppen gebastelt, Theateraufführungen sowie gemeinsame Unternehmungen vorbereitet, war mein Folgeimpuls “da will ich auf keinen Fall hin“. Lange Zeit musste ich das auch nicht. Aber dahingehend, dass meine Cousine vier Jahre älter, reifer, klüger, durchsetzungsstärker und wer weiß, was sonst noch alles war und ich nicht gefragt wurde, wurde ich an einem Tag im Anhang mitgeschleppt. Die kinderliebe Tante war recht angetan, uns für eine Weile nicht nur los zu sein, sondern obendrein auch “gut aufgehoben” und “sinnvoll beschäftigt” zu wissen. Man konnte es ihr nicht verdenken, schließlich verstanden wir einander bestens im zickigen, mädchentypischen Zanken.

Höhepunkt des Tages war, die Cousine konnte es kaum erwarten, die Aufführung eines einstudierten Theaterstücks. Während sie ganz in ihrem Element schien und in totaler Begeisterung vollends aufblühte, verstand ich weder Hintergrund, die Lachsalven noch den Grund für den abschließenden Beifall. Zu meiner Erlösung wurde endlich die Pause im Freien eingeläutet, alle durften hinaus auf das großflächige Gelände. Die Fastfreiheit hatte mich wieder, vorerst keine zwanghaften Gruppenaktionen, die da auf einen warteten. Meine Stimmung hatte sich erheblich gebessert! Wir machten uns über die von der Tante liebevoll belegten Brote her. Der so trübe und langweilende Beginn des Aufenthalts gewann für mich zusehends an Lockerheit und Lebenslust. So auch für eine Gruppe von Jungen, die neben uns Fußball spielten. Das war wohl früher schon so und ist auch heute nicht anders. Es ist wie ein Reflex. In dem Moment, wo sie einen Ball erhalten, fangen sie damit automatisch an, ohne dass ihnen irgendjemand gesagt hätte, sie sollten es tun, legen sie los. Es erstaunt mich stets aufs Neue, wie sich scheinbar wie von Zauberhand ohne viele Worte Mannschaften von allein formieren und verschiedene  Positionen selbstverständlich eingenommen werden. Eine im blinden Einverständnis agierende eingeschworene Gemeinschaft. Und sie fühlen sich dann derart in ihrem Element, dass sie nichts mehr zu berühren scheint, sie vergessen gedankenverloren förmlich alles, wirklich restlos alles, was um sie herum geschieht, auch außerhalb der Begrenzungslinien.

So kam es, dass von einer Sekunde auf die andere die Cousine und ich versehentlich in die Schusslinie des bolzenden Clans gerieten und uns beiden die angebissenen Pausenbrote zeitgleich geradewegs aus der Hand geschossen wurden. Aufgrund der Wucht des Aufpralls wurden diese in unzählige Einzelteile (womöglich Atome) zerrissen, bis zur Unkenntlichkeit zerfetzt, somit ungenießbar und für den weiteren Verzehr nicht mehr geeignet. Körperschäden gab es keine, der passgenaue Schuss ging mitten durch. Ab dem Moment war zwar nicht die Stulle, anstelle dessen aber der Besuch in dem Jugendzentrum “gegessen”. Zumindest für meine Cousine. Ich fand die Situation urkomisch, konnte mich vor Lachen schier nicht mehr halten. Fing ich doch gerade an, mich einzuleben und Gefallen an der versprochenen Freizeit in dem Survivalcamp zu finden, wo einem nicht nur die Butter vom Brot geschossen wurde, sondern man zudem regelrecht um seine elementarsten Grundnahrungsmittel bangen durfte. Leider wurde ich aber erneut übergangen, nicht gefragt und postwendend von einer tränenüberströmten, geschockten Cousine wortlos zurück zur Tante geschleift. Dort angelangt, blickte diese verwundert abwechselnd von einer zur anderen (warum seid ihr denn schon so früh wieder zurück??). Es dauerte nur einfach eine Ewigkeit, bis sie den wahren Grund erfahren durfte. Während die Cousine jedes Mal erneut in Tränen ausbrach bei dem Versuch, das Geschehen wiederzugeben, bog ich mich vor Lachen und war so ebenfalls nicht in der Lage, die Situation zu schildern. Wir versuchten den Erklärungsanlauf, ich weiß nicht wie oft. Erstaunlich, ein und dieselbe Situation, der eine weint, indes der andere lacht…
Nach jenem Vorfall musste ich nie wieder in die Freizeitstätte der “geordneten Bahnen und kindgerechten, geregelten Beschäftigungen”.  abbildung

So oder anders?

Warum habe ich diese Geschichte erzählt? Wie wäre es wohl, versuchte man nun das, was hierbei rein unbewusst ablief, sich bewusst hochzuholen? “Einstellungen” nimmt man heutzutage gewohnheitsmäßig an jedem technischen Gerät vor. Warum diese nicht auch an anderer Stelle abrufen, seinen Standpunkt hinterfragen, sich gedanklich ein paar Zentimeter umplatzieren. Wie fühlte man sich bei der Vorstellung, eine Begebenheit muss keineswegs nur “so” sein. Sie kann “so” ODER “anders” sein. Wie sähe das Bild einer Situation aus, wenn an Stellen, wo zuvor noch vereinzelt dunklere  Schatten in der Landschaft waren, partiell helle Farben erschienen?
Damit ist nicht etwa gemeint “lach doch, selbst wenn dir zum Weinen zumute ist”. Ebenso wenig soll etwas schmackhaft gemacht werden, was nicht leicht zu verdauen ist. Es geht nicht um schönreden, verniedlichen oder verharmlosen. Aber es gibt eine Relativität. Reden wir lieber neutral von einem “Vorkommnis” oder sprechen wir direkt bewertend von einer “Gemeinheit des Schicksals”? Die Dinge messen sich an dem Stellenwert, den WIR ihnen zukommen lassen. Diese Freiheit der Wahl haben wir. Und sogar wenn man sich dann für das eine “so” entscheidet, fühlte sich nicht allein das Wissen um die Existenz eines anderen “so’s” erleichternd an?
Wenn wir dies nun versuchten, womöglich würden wir uns wundern, wieviel leichter einem manches von der Hand geht/gegebenenfalls fliegt, sogar wenn wir an bestimmten Tagen dazu auserkoren sind, mit dem Pausenbrot auf der Abschussrampe zu stehen.


© 2009 Iris Apé @ 5. Januar 2009

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