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Sabine Bends

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Die Kunst der astrologischen Beratung – Einladung zu einer Fortbildung

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Astrologisch gut zu beraten ist eine Kunst. In erster Linie denken wir als angehende Astrologen, dass es eine astrologische Kunst sei. Unsere Ängste und Sorgen gelten den Inhalten unserer Beratung: “Werde ich auch auf alle Fragen meines Klienten eine befriedigende Antwort finden? Werde ich mit seinem Horoskop etwas anfangen können?” Mit steigender Übung, Praxis und Deutungssicherheit, mit wachsenden Erfahrungen, Horoskopen und dazugehörigen Lebensgeschichten verschwinden diese Sorgen allerdings schnell im Hintergrund.
Dann bekommen ganz andere Fragen Gewicht und der eigentliche Beratungsprozess tritt in den Vordergrund. Jetzt wird klar, dass astrologische Beratung vor allem auch eine Beratungskunst ist. In den meisten Fällen haben wir dafür jedoch wenig bis gar kein Handwerkszeug mitbekommen. Wir sind astrologisch geschult, aber nicht beraterisch. Wir lernen als angehende Astrologen, was eine Konstellation bedeuten könnte, aber wir wissen nicht unbedingt, worauf wir bei einem Beratungsgespräch wirklich zu achten haben.
Vor allem, weil wir alles “richtig” machen wollen, tun sich zu Beginn unserer Beratungserfahrung eine Menge Fallen auf. Hier nur ein paar mögliche Fallen:


· Wir glauben, jedem Klienten helfen zu müssen.
· Wir sind überzeugt davon, auf alles eine Antwort haben zu müssen.
· Wir wollen niemanden enttäuschen oder vor den Kopf stoßen.
· Wir sind nicht darauf vorbereitet, mit Menschen in Krisensituationen umzugehen.
· Wir sind mit unseren eigenen unterschwelligen Motivationen nicht vertraut. Dies macht uns anfällig für die Übernahme von Rollen, die unser Klient uns zuschreibt.
· Wir haben Angst, uns zu irren oder Fehler zu machen.
· Wir sind mit den Grundlagen von Gesprächsführung nicht vertraut und lassen uns die Führung aus der Hand nehmen.

Je nach Art und Temperament des Beraters können auch die Schwierigkeiten natürlich ein wenig variieren, doch gibt es einige Punkte, auf die ein beratender Astrologie vor allem zu Beginn gerne hereinfällt. Da es in diesem Bereich unter angehenden Astrologen noch an Ausbildungsmöglichkeiten mangelt, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, hier zukünftig Abhilfe zu schaffen. Yvonne Böhlefled als Diplom-Psychologin und ich als Astrologin und haben uns gemeinsam dem Thema gestellt. Wir haben eine Seminarreihe entwickelt, in der wir guten Astrologen und Astrologinnen auch die Chance geben, gute Berater und Beraterinnen zu werden.

Dabei greifen wir alle problematischen Situationen auf, die in der Praxis tatsächlich vorkommen, und bieten Wege zur Lösung an.

Fachkompetenz und Menschlichkeit vereinen

Der erste Schritt beginnt bei der Eigenanalyse des Beraters. Um nämlich herauszufinden, für welche der vielen kleinen Fallen wir tatsächlich anfällig sind, müssen wir zunächst wissen, was für ein Beratertyp wir eigentlich sind. Genauso wie jeder Mensch seinen Charakter hat, gibt es auch unterschiedliche Beratercharaktere. Diesen Typus für sich selbst herauszufinden, ist der erste Schritt, um zu wissen, in welchen Situationen man besonders achtsam sein muss.

Auch für einen astrologischen Berater kann es nicht schaden, über ein gewisses therapeutisches Grundrepertoire zu verfügen, wie beispielsweise die wichtigsten Eigenschaften eines Therapeuten kennen zu lernen. Zusammen mit der eigenen Beratertypologie lassen sich daraus schon sehr erkenntnisreiche Schlussfolgerungen ziehen.

Ein Beispiel:
Susanne ist ein klassischer Helfertypus: Einfühlsam und immer mitfühlend bringt sie allen Schwächen ihrer Klienten viel Verständnis entgegen. Ihr fällt es hingegen schwer, in einer Beratung auch mit sich selbst in Kontakt zu bleiben. Dies macht sie anfällig für eine Beeinflussung durch ihren Klienten, auch wenn diese unabsichtlich und unbewusst geschieht. Sie gerät schnell in Rolle, in der sie ihr Gegenüber gern sehen möchte: der Retterin, die im Zweifelsfalle auch gegen ihre eigenen Überzeugungen verstößt, um den Klienten nicht zurückzustoßen. Ihre unbewussten Motivationen sind daran maßgeblich beteiligt.

Diese unbewussten Motivationen sind der nächste Schritt auf der Entdeckungsreise unserer Beraterpersönlichkeit. Von Kompensation eigener Ungeborgenheit, über das Vergnügen daran, Geheimnisträger zu sein, bis zum Wunsch, missionarisch tätig zu sein, verbirgt sich eine Fülle von versteckten inneren Antrieben in uns. Diese sind keinesfalls schlecht – ohne sie hätten wir wohl kaum gerade diesen Beruf gewählt. Nur sollten wir sie kennen. Denn dann kennen wir auch die Fallen, in die wir tappen können.

Wir alle sind durch bestimmte Erwartungen unserer Klienten verführbar. Einige von uns wären gern allwissend, andere wissenschaftlich anerkannt, wieder andere möchten heilen. Jegliche unbewusste Motivation bringt eine Reihe von Grundmustern des Verhaltens mit sich. Klienten, die diese Grundmuster ansprechen, passen wie ein Schlüssel in das Schloss unserer Motive, und bekommen automatisch das, was sie von uns haben wollen. Doch ist es das, was sie wirklich brauchen?

Es gibt noch andere Gründe dafür, warum es sinnvoll für eine Beraterin ist, sich selbst gut einschätzen zu können. Eine astrologische Beratung kann beim Klienten Gefühle ansprechen, denen er ansonsten wenig freien Lauf lässt, ihn in Zustände versetzen, die einen kritischen wenn nicht gar krisenhaften Charakter annehmen können. Der Umgang mit solchen Situationen fällt leichter, wenn man seine eigenen Stärken und Schwächen kennt. Wer über die Tränen seines Klienten hinwegredet, weil sie ihm unangenehm sind, hat damit eine große Chance vertan. Wer mit der Klientin weint und keinen klaren Kopf mehr hat, ebenfalls.

In Krisen neigen wir dazu, unsere gewohnten Verhaltensstrategien auf die Spitze zu treiben. Das ist allerdings nicht immer hilfreich. Gegenstrategien kann man allerdings nur vorher mit kühlem Kopf entwickeln, nicht wenn der Stress ausbricht. Wir müssen uns vor einer Beratung darüber im Klaren sein, wie wir mit bestimmten Fragen und Tabus umgehen. Was antworten wir auf die Frage nach dem Tod oder nach Krankheiten? Wie gehen wir mit Aussagen oder Andeutungen auf Gewalt oder Missbrauch um? Wie mit Menschen, die offenbar depressive Neigungen haben oder sich in anderen therapiebedürftigen Zuständen befinden? Woran erkennen wir diese?

Natürlich sind wir beratenden Astrologen meist keine Therapeuten und wollen vielleicht auch keine sein. Doch gerade aus diesem Grund müssen wir unsere Grenzen und die unserer Tätigkeit definieren. Und zwar vor einer Beratung.

Gerade für Astrologen und Astrologinnen gibt es noch eine andere vielgefürchtete Krisensituation: Die Klientin / der Klient kann mit der Deutung nichts anfangen. Gerade in einer solchen Situation ist es wichtig, sich kongruent und authentisch zu verhalten. Allzu schnell ist ein Ausweichmanöver eingeschlagen, möchte man sich schützend rechtfertigen oder andere Strategien verfolgen, um sich zu rehabilitieren. Doch damit ist weder dem Klienten noch dem Beratungsprozess gedient. Auch hier gibt es eine Menge hilfreicher Tipps, die wir mit unseren Seminarteilnehmern gemeinsam erarbeiten.

Beratungskompetenz ist mehr als “nur gut reden können”

Berater vergessen oft häufig genau die Dinge, die für sie selbst am Wichtigsten sind: Klare Vereinbarungen, ein gutes Selbstwertegefühl, kollegiale Unterstützung und Supervision sowie den Erwerb von beraterischer Kompetenz und Sicherheit. Wer in Beratungen einfach “reinstolpert”, ohne sich auf diesen Gebieten sicher zu fühlen, geht unter Umständen durch unangenehme Lernerfahrungen.

Die Beratung selbst ist ein Prozess, der schon mit dem Telefonat und der Terminvereinbarung beginnt, sich in der Vorbereitung auf die Beratung und dem Beratungsgespräch selbst fortsetzt, und selbst dann nicht endet, wenn der Klient die Praxis wieder verlässt.
· Welche Informationen sind für den Erstkontakt wichtig?
· Wann darf / kann / muss ich eine Beratung ablehnen?
· Wie bereite ich mich angemessen vor?
· Welches Setting ist richtig für eine Beratung?
· Welche Grundregeln gilt es zu beachten?
· Wann muss / kann / darf ich eine Beratung abbrechen? Und wie tue ich das?
· Wie beende ich eine Sitzung, wenn der Klient so gar keine Anstalten macht zu gehen?
· Welche Form der Nachbearbeitung und Nachbetreuung ist notwendig?

Hier nur ein Fehler, der häufig begangen wird: Eine Klientin vereinbart einen Termin und fragt nicht nach den Zahlungsmodalitäten. Die Beraterin spricht ebenfalls nicht davon. Einen Tag vor dem vereinbarten Termin sagt die Klientin den Termin ab. Die Beraterin hat das Horoskop schon erstellt und sich auf eine spezielle Fragestellung der Klientin vorbereitet. Was nun? Wird der Termin in Rechnung gestellt? Wenn ja, zu welchem Prozentsatz? Im Nachhinein ist dies eine schwierige Frage. Ist man sich vorher über diese Möglichkeit im Klaren, kann man Regelungen dafür finden. Die Beratung als Prozess nimmt daher ein Drittel unserer Seminarreihe ein.

Man kann nicht nicht-kommunizieren. Aber was kann man dann?

Das Kernthema im Beratungsprozess ist natürlich der Kontakt mit der Klientin / dem Klienten– die Kommunikation. Hier ist es besonders hilfreich, einige Kommunikationsmodelle kennen zu lernen, um die eigenen Kommunikationsstrukturen und die des Klienten in Übereinstimmung miteinander zu bringen. Der astrologische Berater muss wissen, wie er Prozesse von Frage- und Antwortverhalten positiv beeinflussen kann und die Kommunikation insgesamt so zu leiten vermag, dass sie dem Beratungsprozess dient. Dabei gilt es auch, persönliche Neigungen zu erkennen. Da gibt es den Berater, der möglichst viel von seinem astrologischen Wissen an den Mann oder die Frau bringen möchte und daher zu lange Monologe hält, denen der Klient schon bald nur noch teilweise folgen kann. Aber auch die Beraterin, die wunderbar mitfühlend zuhört und über den Klagen und dem Gejammer ihres Klienten völlig die Gesprächsführung aus der Hand gibt. Dies sind natürlich nur zwei Extremfälle in einer Fülle von Möglichkeiten, denen wir im Seminar gemeinsam auf die Spur kommen wollen, um jeden Seminarteilnehmer in seinen Kommunikationstalenten zu stärken und ihm mögliche Schwächen bewusst zu machen.

Wer sich dem Beratungsprozess, sich selbst in seiner Rolle als Berater/in und der Kommunikation mit dem Klienten / der Klientin frühzeitig stellt und sich damit auseinandersetzt, gewinnt an Sicherheit in der astrologischen Beratung und erhöht damit die Chancen, wirklich hilfreiche Arbeit zu leisten.

Einladung zur Seminarreihe ab Oktober 2006 in Köln
Einladung zum kostenlosen Infoabend am 26.9. in Köln

Herzlichst,
Sabine Bends

© 2006 Sabine Bends @ 8. September 2006

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