Kritik an der Astrologie entgegnet
Gedankensplitter | (4) Kommentare |
Getreu dem Dualismus gibt es auch kritische Äußerungen zur Astrologie. Die, die ich an anderer Stelle gehört und kommentiert habe, gebe ich hier auf astrophoenix zusammengefasst und teilweise geändert wieder:
Hallo Leserinnen und Leser von astrophoenix,
Hallo Kritiker und Gegner der Astrologie,
hier sind meine Kommentare und Antworten auf einige kritischen Äußerungen zur Astrologie:
Die Astrologie ist keine Wissenschaft, eine Naturwissenschaft schonmal gar nicht.
Zur Stellungnahme obiger Aussage kläre ich für mich zunächst, was eine Wissenschaft für mich ist: Das zur Verfügung Stellen von Wissen auf nachvollziehbare und reproduzierbare Weise bezogen auf das Erklären beobachtbarer Phänomene.
Genau dieses macht die Astrologie. Die Astrologie ist ein Modell und eine Methode um Geschehnisse auf Erden zu erklären.
Die Schwierigkeit bei der Wissenschaft Astrologie ist, daß (unter Laborbedingungen reproduzierbare) Experimente schwierig sind. Ich kann im Horoskop keinen Planeten verschieben oder herausnehmen. Andere Wissenschaften „leiden“ ähnlich an diesem Mißstand: z.B. die Wirtschaftswissenschaft.
“Die Astrologen sind ein heillos zerstrittener Haufen.”
„Alles“ entwickelt sich und unterliegt einem Prozeß der Reife. Die „alten Griechen“ meinten das Atom wäre unspaltbar. Die Quantenmechanik hat das physikalische Weltbild stark beeinflußt und erschüttert. Das Universum besteht zu 70% aus „dunkler Materie“, von der man noch nicht weiß, was sie ist…
In der Fachwelt der „Wissenschaftler“ wird genauso diskutiert und gestritten wie in der Welt der Astrologen und umgekehrt. Das ist ein normales menschliches Verhalten.
Fortschritt basiert immer nur auf dessen, was schon da ist.
Man möge bedenken, daß erst in den letzten Jahrhunderten auf technischer Ebene Grundlagen geschaffen wurden, die das Arbeiten der Astrologen vereinfachte, bzw. ein Verfeinern von Methoden oder Absicherung durch Studien erst ermöglichte.
(astronomisches Fernrohr, 1611 Kepler
Aufschreiben der Geburtszeit, 1899 Deutschland,
Entdeckung des „letzten“ Planeten Pluto, 1930
Computerprogramme zur Horoskopberechnung, Ende 20. Jahrhundert
Das dieses auch zu Diskussionen führt ist OK.
“Es gibt kein fundiertes Argument, was die Funktionsweise der Astrologie beweist.”
Ein Astrologe der Neuzeit, Michael Roscher (1960-2005) hat „seine“ Art der Astrologie geschaffen: die Transpersonale Astrologie ®. Er war streng zu sich selber und hat gesagt, „jede Aussage eines Astrologen muß auf seine Richtigkeit hin überprüfbar sein.“ Alles, was die Transpersonale Astrologie an Deutungsmöglichkeiten hergibt, kann an Fallbeispielen von Ereignissen und Wesenszügen von Menschen aufgezeigt werden. Da der Astrologie „lediglich unser Sonnensystem zur Verfügung“ steht, ist eine Aussage eines Astrologen zunächst mit Oberbegriffen gefüllt – das ist hinzunehmen, wenn die Basis „letztendlich und lediglich“ aus 12 Sternzeichen, 10 astrologischen Planeten und 12 Häusern (=Lebensbereiche) besteht. Lege ich einen extrem genauen Maßstab an die Überprüfung an, werden die Abweichungen zur Aussage natürlich größer.
Glaube und Religion widerspricht der Astrologie
Nein, gar nicht.
Im Vaterunser erkenne ich die Grundannahmen der Astrologie wieder:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Philpp Melanchton, die “rechte Hand” Martin Luthers sagte: “Darf sich der Mensch mit Sternendeutung beschäftigen? Ja … denn die Bibel (1. Moses 1,14) lehrt, daß die Sterne nicht nur geschaffen sind, damit wir die Jahre und den Jahreslauf unterscheiden können, sondern auch, damit sie und (uns?) zum Zeichen werden. …
“Es gibt keine Studie, die Astrologie beweist.”
Doch:
Michel Gauquelin hat eine statistische Studie angelegt und den “Mars-Effekt” entdeckt: Sportler haben den Mars im 12. Haus.
Haus 12: wie ich in der Gesellschaft erscheine
Mars: Auseinandersetzung, Sport;
Er hat weitere Zuordnungen “Planeten in Haus 12″ – “Berufsart” herausgefunden.
Für einen Astrologen ist es sehr gut nachvollziehbar, daß ein Bezug zum 12. Haus herausgefunden wurde, weil im 12. Haus Menschen in der Gesellschaft „sichtbar“ werden.
„Das die Astrologie nicht wahr sein kann, bewies schon der griechische Mystiker und Philosoph Pythagoras vor ca. 2500 Jahren als er darauf hinwies, das Zwillinge ein unterschiedliches Schicksal haben.”
Ja eben, Zwillinge können ein unterschiedliches Schicksal haben.
Die Häuser, das „innere Speichengebilde“ im Horoskop, verändert sich um ca. alle 4 Minuten um ein Grad. Ändern sich damit die Häuserherrscher, kann dies zu unterschiedlichen Schicksalen führen. Ein erklärendes Beispiel zum angeführten Gesagten findet man in “Praxis der Horoskopinterpretation” von Michael Roscher S. 108 .. 111.
Pythagoras lebte v. Chr. Häusersysteme kannte man meines Wissens im 1. Jahrhundert, möglicherweise nicht zur Zeit von Pythagoras.
Die Astrologie hat die Erkenntnissen der Astronomie nicht einbezogen: Kopernikus, Statusänderung Pluto, …
Das ist so nicht ganz richtig:
Kopernikus hat die Sonne und nicht die Erde in den Mittelpunkt gerückt.
Es ist in der Physik aber egal, wo ich mein Bezugskoordinatensystem hinlege. Der Mensch befindet sich auf der Erde, nicht auf der Sonne. Also wird in der Astrologie das Bezugskoordinatensystem in den Erdmittelpunkt oder auf die Erdoberfläche gelegt.
Als man den Neptun entdeckt hatte, hat man einige damalige “Planeten” als Asteroiden (Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter) zurückgestuft. Es gab also in der Geschichte der Astrologie Zurückstufungen.
Die Astrologie ist “die Lehre der Anfänge”. Pluto ist der erste Vertreter der transneptunischen Objekte. Aus diesem Grund hat er eine Legitimation, im Horoskop zu verbleiben.
Ceres ist die Vertreterin der Asteroiden und Chiron der Vertreter der “Bahnkreuzer”. Deshalb sind diese beiden im Horoskop enthalten. In der Transpersonalen Astrologie spielen Ceres und Chiron allerdings eine untergeordnete Rolle.
Sedna könnte auch die erste von „???“ sein. Sedna liegt außerhalb des Kuiper-Gürtels. Allerdings sind die Themen der Sage von Sedna für mich schon von anderen Planeten abgedeckt.
Im Horoskop gibt es also genauso viele astrologische Planeten wie der Mensch Finger hat. Die beiden inneren Planeten haben “doppelte” Häuserherrscherfunktionen. Ein für mich stimmiges System.
“Bei der Astrologie handelt sich […] um ein System von erfunden Regeln, die sich gegenseitig stützen und “beweisen” aber überhaupt keine Verbindung zur Realität haben und auf sie bezogen auch gar keinen Sinn ergeben.”
Ja, das astrologische Modell ist in sich geschlossen und schlüssig. Die Astrologie sagt, bezogen auf das Schicksal eines Menschen: Wiederholen sich am Himmel Konstellationen, die sich im Geburtshoroskop vorfinden, dann passiert (Ihm) etwas. Für mich ist das ein Bezug zur Realität.
Bei Horoskopen wird der „Barnum-Effekt“ ausgenutzt.
Der Barnum-Effekt sagt, es wird dem Leser eine so ungenaue und breitgefaßte Aussage angeboten, daß dieser gar nicht Nein sagen kann. Man hat ein Experiment mit einem Text durchgeführt. Ein Text, aus verschiedenen Texten von Horoskopen zusammengesetzt, wurde von der Mehrheit von Testpersonen als stimmig erwiesen.
Wenn ich eine Auswahl von Sätzen zusammenfasse, die sehr allgemeingültig sind, und diese Testpersonen vorsetze, die die Aussagen als stimmig bewerten, dann stimmt es, daß die Sätze sehr allgemeingültig sind – mehr nicht.
In einer Prognose oder Horoskopdeutung kann sich der Schreiber mit der Detailgenauigkeit so sehr aus dem Fenster lehnen, d.h. detailliert und kreativ werden, wie er nur möchte – nur – die Bestandteile eines Horoskops haben zunächst Oberbegriffe, die ich beliebig mit Details oder Entsprechungen füllen kann, aber ich kann nicht mit Präzision sagen, was genau gerade sichtbar oder wahrnehmbar wird. Dieses ist nicht der Barnum-Effekt sondern die Tatsache, daß „nur“ 12 Häuser, 10 Planeten und 12 Häuser vorliegen. Die „Oberbegriffe“ werden sich ereignen.
Bei astrologischen Beratungen wird mit Cold-Reading gearbeitet.
Sie sind jemand, dem Wertschätzung wichtig ist? Hierzu wird kaum jemand mit Nein antworten.
Ähnlich dem Barnum-Effekt hangelt man sich beim Cold-Reading mit allgemeinen Aussagen oder angebotenen Möglichkeiten durch ein Gespräch.
Es ist durchaus richtig, daß wenn man ein astrologisches Beratungsgespräch, was ein astrosystemischer Berater führt, beobachtet, man Ähnlichkeiten zu obigen Elementen erkennen kann. In bestimmten Gesprächssituationen verwendet man Oberbegriffe. In anderen Gesprächssituationen beschreibt man mögliche Szenarien als Angebot an den Fragesteller/Klienten. Oberbegriffe erleichtern zunächst unbekannte Details einzukreisen. Angebote zur Auswahl helfen, den Kontakt zum Fragesteller/Klienten zu halten. Letzteres ist ein wesentliches Konzept der astrosystemischen Beratung.
Ich habe mich zu einer gewissen Zeit an anderer Stelle mit Gegnern und Kritikern der Astrologie auseinandergesetzt – aus mehreren Gründen: Ich wollte sehen, wie firm ich mit der Astrologie bin. Außerdem wollte ich zeigen, daß man den Argumenten der Kritiker Stand halten kann. Es schadet auch nicht, sich die Argumente anzuhören, um zu prüfen, ob man noch auf den Boden der Tatsachen ist. Es ist aber letztendlich so: Wer wirklich nur mit vorgefertigter Meinung Kritik an der Astrologie übern möchte, den kann man auch mit Argumenten nicht beeindrucken. Letztendlich will ich auch keinen überzeugen. Jeder kann seine Einstellung überlegen und überdenken: versuche ich eine Sache zu verstehen oder gar etwas aus ihr zu machen – oder bin ich prinzipiell dagegen. Immerhin habe ich mich als Ingenieur auf die Astrologie eingelassen.
Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, daß ich das Leben und die Wesenszüge eines Menschen in seinem Geburtshoroskop wiederfinden kann.
Dieser Artikel wird seine Fortsetzung mit zwei provokanten Thesen finden:
Astrologie und Wissenschaft:
„Die Wissenschaft kann erklären, aber nicht verstehen.“
„Die Astrologie kann verstehen, aber nicht erklären.“
* Astro-Fox *
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© 2008 Astro-Fox @ 30. April 2008
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Schlagwörter: Astrologie-Seiten, Astrologiekritik, astrosystemische Beratung, Barnum Effekt, Cold Reading, Kopernikus, Kritik, Michael Roscher, Michel Gauquelin, Naturwissenschaft, Philpp Melanchton, Pluto, Religion, Vaterunser, Wissenschaft
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„Das die Astrologie nicht wahr sein kann, bewies schon der griechische Mystiker und Philosoph Pythagoras vor ca. 2500 Jahren als er darauf hinwies, das Zwillinge ein unterschiedliches Schicksal haben.”
Pythagoras? Irgendwelche nähere Angaben? Um einen Hinweis dankbar.
Sonnenfuss
Hallo Sonnenfuss,
ich habe leider keine näheren Angaben dazu,
wie Pythagoras “bewiesen” haben soll.
Ich habe nur das Argument zitiert.
Grüße
* Astro-Fox *
Hallo,
na, das wird auch schwer sein, ein entsprechendes Zitat von Pythagoras zu finden. Meines Wissens nach hat er sich dazu nie derart geäußert. Die Pythagoräer wurden ja schließlich sogar astrologiefreundlich, wenn nicht “astrologiegläubig”.
Ich denke mal, dass der Mensch, der dieses “Argument” nutze, eher einen Grundgedanken aufgreifen wollte, den es tatsächlich schon 300 vor Christus gab. Der Gedanke, dass Zwillinge unterschiedliche Lebensläufe haben können, obwohl sie doch die gleiche Planetenkonstellation haben müssten. Dieser Einwand ist auf jeden Fall über 2.000 Jahre alt – aber stammt höchstwahrscheinlich nicht von Pythagoras.
Viele Grüße,
Holger
Auch interessant in diesem Zusammenhang: eine Antwort an einen Astrologie-Kritiker, die ich 2003 bereits verfasste. Ich gehe auf die (durchaus typisch schlecht informierten) “Argumente” eines Astrologie-Kritikers ein, der mir sein Unverständnis über die Astrologie per Mail zukommen ließ. Den ganzen Artikel gibt es hier:
http://www.lebendige-astrologi.....php3?id=54