Mars
Glossar | Noch keine Kommentare |
Mars im Horoskop
Leitsatz: „Ich setze mich durch.“
So unbeherrscht und unkultiviert wie Mars, der sich ohne Zaudern das nimmt, was er gerade braucht, sind auch jene Kräfte in mir, die er im Horoskop verkörpert. Hier steht er für die Durchsetzung meiner Interessen (Venus) und zwar ungeachtet jeglicher Einwände seitens der Vernunft oder des Anstandes.
Mars gibt mir Auskunft darüber, was ich als meine ureigensten Bedürfnisse empfinde und auf welche sehr instinkthafte und daher unkontrollierte Weise ich auf die Welt zugehe, um jene einzulösen. Er ist der Schlüssel zu meiner Aggressivität, von lat. ag-gredi, „auf etwas zugehen“.
Seine Stellung im Horoskop zeigt mir, wo ich die Welt als Herausforderung erlebe und auf welche Mittel ich zurückgreifen kann, um ihr aktiv und effizient entgegen zu treten.
Mars ist ein Einzelkämpfer und so gesehen steht er dafür, inwieweit ich mich auf mich selbst verlassen kann und wie viel Mut ich aufbringe, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen – auch entgegen den Erwartungen und dem Druck der Umwelt.
Schlagworte zu Mars:
Aggression, Verteidigung, Herausforderung, Aktivität, Tatkraft, Mut, Selbstvertrauen.
Mars aus der Anschauung
Unser nächster Nachbar im Sonnensystem ist Mars, der berüchtigte rote Planet, dessen unübersehbare Färbung bei nahezu allen Völkern mit Feuer und Blut assoziiert und deshalb mit Krieg und Zerstörung in Verbindung gebracht wurde. Tatsächlich ist seine Farbe auf einen erhöhten Eisengehalt des Bodens zurückzuführen. Von uns aus gesehen bietet er einen recht unsteten Anblick, da seine Helligkeitsschwankungen die der anderen Planeten bei weitem übertreffen.
Die Beobachtung seiner Oberfläche war selbst nach der Erfindung des Fernrohrs recht schwierig, da seine Atmosphäre oftmals durch gewaltige Staubstürme getrübt wird. Erst durch die Entsendung von Raumsonden konnte über viele Punkte Klärung geschafft werden. Davor veranlassten Beobachtungen von vermeintlichen „Kanälen“ auf dem Mars viele Wissenschaftler zu der Annahme, es gäbe auf ihm Hinweise für eine außerirdische Zivilisation. Nichtsdestoweniger bestand lange die Angst vor einer Invasion der Marsianer, wie z.B. im Roman Krieg der Welten von H.G. Wells. Wahrscheinlich aber wird es der Mensch selber sein, der auf der Suche nach neuem Lebensraum diesen „kriegerischen“ Planeten erobern wird.
Mars in der Mythologie: Ares
Rot und unstet leuchtet der Planet am Himmel, der Ares/Mars zugeordnet wird. So launisch und stets zum Kampf bereit, ist es kein Wunder, dass die Überlieferung ihn als Einzelgänger darstellt, der von den meisten Göttern tunlichst gemieden wird – mit Ausnahme von Aphrodite, die sich wohl eher von seiner attraktiven wild-männlichen Körperlichkeit angezogen fühlte, als von seinem unberechenbaren Temperament.
In glänzender Rüstung und blinder Wut, stürzt er sich in Begleitung seiner Söhne Phobos und Deimos – Furcht und Schrecken – in jedes Kampfgetümmel, gleichviel auf welcher Seite er seine Spur aus Blut und Zerstörung hinterlässt. Überhaupt verachtet er jeden, der sich an Gesetze hält, verschmäht Weisheit und Vernunft, tritt Gerechtigkeit mit den Füßen und schert sich nicht im mindesten darum, was andere von ihm halten mögen.
Während die Griechen Ares mit Unbehagen betrachteten, schätzte das kriegführende römische Imperium Mars so sehr, dass es ihn zum Staatsgott erhob – immerhin war er Vater der Zwillinge Romulus und Remus, den Gründern von Rom, die von einer Wölfin, dem ihm geheiligten Tier, gesäugt wurden.
© 2007 Christopher Weidner @ 19. Juli 2007
Empfehlen Sie diesen Artikel weiter!
Keine Schlagwörter für diesen Beitrag vorhanden.
Weitere Beiträge von Christopher Weidner.
Verwandte Artikel:







