Mond
Der Mond, Glossar | Noch keine Kommentare |
Der Mond im Horoskop
Leitsatz: „Ich nehme auf.“
Das Zeichen des Mondes ist wie eine Schale, ein Gefäß, in dem er das Licht der Sonne auffängt. Er steht deshalb für die Art und Weise, wie ich das, was um mich herum geschieht, aufnehme, welche Eindrücke ich empfange. Der Mond reflektiert nicht alles Licht zurück, und so bildet er stets nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit ab, sowie auch ich die Welt stets in ein ganz bestimmtes Licht getaucht sehe, das meiner persönlichen und subjektiven Wahrnehmung entspricht.
Über den Mond bin ich untrennbar mit all meinen Stimmungen und Gefühlsschwankungen an die Welt geknüpft. Er verkörpert den unverwechselbaren emotionalen Zustand, mit dem ich mich, ohne daß es mir bewusst wäre, in meiner Wirklichkeit bewege, er entspricht meiner allgemeinen Art, „zwischen den Dingen zu sein“.
Wie der Mond aber auch die zeitlichen Abläufe in sich verlässlich wiederholende Abschnitte teilt und so als Maßstab und Grundlage für Zeitmessung dient, ist diese emotionale Einstellung zur Welt das Fundament meiner Identität. Während der Mond sagt, „was für ein Ort diese Welt für mich ist“, zeigt mir die Sonne, wie ich das, was ich an diesem Ort bewirken will, in die Tat umsetze.
Schlagworte zum Mond:
Eindrucksaufnahme, Wahrnehmung, Fühlen, Empfinden, Identität, Unterbewusstsein.
Der Mond aus der Anschauung
Da der Mond neben der Sonne die hellste Erscheinung am Himmel ist, kam er in seiner Bedeutung für den Menschen der Sonne fast gleich, übertraf sie in manchen Kulturen sogar, schließlich ist er nicht so sehr wie sie auf eine Hälfte des Tages festgelegt und ist nicht nur nachts, sondern zuweilen auch am Tage sichtbar.
Das augenfälligste Merkmal des Mondes aber ist seine rhythmische Gestaltwandlung, das Zu- und Abnehmen in wiederkehrenden Phasen. Seine stärkste Lichtkraft entwickelt er als Vollmond: dann regiert er alleine und souverän das nächtlichen Firmament, während er die Welt mit seinem kühlen silbrigen Schimmern in ein unwirkliches Szenario taucht.
Die Regelmäßigkeit seiner Phasen machte ihn zu einem idealen Zeitmesser, der den Jahreslauf der Sonne in kleinere Abschnitte, die Monate, gliedert, welche ursprünglich der Zeitspanne von einem Vollmond zum nächsten entsprachen, also etwa 29 Tage. Überhaupt würdigt sein Name in vielen Sprachen diese Eigenschaft und leitet sich von Worten mit der Bedeutung „messen“ ab. Viele Zyklen des irdischen Lebens hängen offensichtlich mit dem Mond zusammen, allen voran der Wasserzyklus von Ebbe und Flut, welcher auf der Anziehungskraft des Erdtrabanten beruht und nachweislich einige einfache Lebensformen beeinflusst. Aber auch eher unwissenschaftliche Zusammenhänge verweisen auf die Macht, die man ihm gerne zuschreibt, wie das Umschlagen des Wetters, Geburtenhäufigkeiten und die berüchtigte „Mondsüchtigkeit“ und das Schlafwandeln. Die Übereinstimmung des lunaren mit dem weiblichen Regelzyklus schließlich hat Menschen dazu veranlasst, ihn als Verursacher dieser Rhythmen anzusehen. Immer wieder wurde er deshalb auch als Herrscher über die Fruchtbarkeit der Natur angesehen.
Seine fleckige Oberfläche weckte die Phantasie der Menschen und lud sie zu allen erdenklichen Geschichten über das ein, was sie darin wahrzunehmen glaubten, sei es der berühmte „Mann im Mond“, ein Hase oder einfach ein Gesicht, dessen Tränen als Morgentau auf den Gräsern zurückbleiben …
Der Mond in der Mythologie: Selene
Ebenso wie Helios ist auch Selene eher eine Personifikation des Mondes als eine wirkliche Göttin. Nachts erhebt sie sich aus dem Ozean, in welchem sie ihren weiß schimmernden Leib gewaschen hat, um den Himmel auf einem von zwei Rossen gezogenen Wagen oder auch auf einem Stier reitend zu überqueren. In der Mythologie spielt sie eine eher zweitrangige Rolle. Verehrung genoss sie als Geburtshelferin und als Spenderin des für Zauberrituale so günstigen Lichts.
Andere mit dem Mond verehrte Göttinnen sind die amazonenhafte Artemis, Herrin der Tiere und Schwester des Apollo, die mit Pfeil und Bogen bewaffnet die Wälder durchstreift und dem zunehmenden Mond entspricht, dann Hera, die Herrin des Himmels und Hüterin der ehelichen Ordnung – der Vollmond –, sowie die dunkle Hekate, die in der Finsternis der Nacht in einem Gespensterschwarm durch die Lüfte jagt und den abnehmenden und den dunklen Neumond versinnbildlicht.
© 2007 Christopher Weidner @ 10. Juli 2007
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