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Christopher Weidner

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Neptun

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abbildungNeptun im Horoskop

Leitsatz: „Ich bin alles.“

Im Horoskop finde ich Neptun an der Stelle, wo ich besonders sensibel und fast ungeschützt gegenüber Kräften bin, die von außen auf mich einströmen, z.B. Einflüsse des Zeitgeistes, Trends, gesellschaftspolitische Tendenzen etc. Hier habe ich gewissermaßen einen „sechsten Sinn“ für alles, was um mich herum los ist. Dabei „spüre“ ich die Dinge eher, als dass ich sie beim Namen nennen könnte.

Neptun schärft mein Empfinden für Probleme, die sich weit außerhalb meines Gesichtskreises abspielen und zu denen ich zunächst keinen persönlichen Bezug habe. Er löst die Grenzen meines Ichs zur Umgebung auf: hier fühle ich mich von allem unmittelbar betroffen, ich fühle quasi alles mit.

Andererseits kann ich mich dort, wo Neptun steht, auf persönlicher Ebene unangreifbar machen, meine Bedürfnisse und Interessen verbergen und tarnen, um einer Konfrontation aus dem Wege zu gehen. Hier tendiere ich dazu, andere zu täuschen und deren Täuschungsmanövern zu unterliegen oder laufe sogar Gefahr mich selbst zu täuschen.

Schlagworte zu Neptun:
Sensibilität, Betroffenheit, Auflösung, Grenzenlosigkeit, Hintergründigkeit, Unangreifbarkeit, Täuschung.

Neptun aus der Anschauung

abbildungAufgrund von Bahnstörungen des Uranus vermuteten Astronomen schon bald die Existenz eines weiteren transsaturnischen Planeten, tappten aber lange Zeit sprichwörtlich im Dunkeln. Tatsächlich bestätigen Aufzeichnungen vor seiner eigentlichen Entdeckung, daß einige ihn bereits gefunden, aber nicht als Wandelstern erkannt hatten. Erst J. G. Galle konnte Neptun 1846 ausfindig machen, einen Gasplanet mit grünlich-blauer Färbung: Seine Atmosphäre weist einen so hohen Gehalt an Methangas auf, daß alles rote Licht geschluckt wird.

Der Zeitgeist dieser Jahre brachte den Aufschwung der Industrialisierung und damit eng verbunden die Frage nach den Möglichkeiten sozialer Absicherung auch der schwächsten Mitglieder einer Gesellschaft mit. Viele wissenschaftliche Bereiche erlebten hier ihren Durchbruch, wie z.B. die Medizin und die Chemie. Allen voran aber entwickelte sich das Interesse an den innerseelischen Mechanismen des Menschen, der Psychologie. In eine ähnliche Richtung weist das sich ausdehnende Interesse an Religion und Mythologie, an Okkultismus und Spiritismus, welches in einen Boom von Hypnose, Séancen und Geheimgesellschaften mündete.

Neptun in der Mythologie

abbildungDer Charakter des Poseidon/Neptun, des Bruder von Zeus, wird in den Geschichten um seine Gestalt erschöpfend ausgeführt. Allerdings stößt auch hier die Übertragung seiner typischen Merkmale auf den astrologischen Neptun auf Grenzen: als rachsüchtiger und besitzergreifender Gott mit kriegerischen Ambitionen paßt er im Grunde nicht so recht in das Bild, das man von dem ihm zugehörigen Planeten erwarten würde.

Als Herrscher der grenzenlosen Meere gehört er in eine Reihe von Wesen, die sich in den undurchsichtigen Tiefen dieser formlosen Welt tummeln. Da gibt es zunächst Okeanos, den Sohn von Himmel und Erde, der als gewaltiger Strom den gesamten Erdenkreis umspült. Kinder des Meeres sind auch die Nereiden, sanfte und segenspendende Wasserwesen und Töchter des Nereus, einem geheimnisvollen, alten Mann mit prophetischer Gabe. Dieser verbirgt sich auf dem Grunde des Meeres und kann sich durch seine Fähigkeit, die Gestalt nach Belieben zu ändern, dem Zugriff Fremder und Neugieriger entwinden. Ansonsten wird er als freundlich und arglos beschrieben.

Daneben lauern unheimliche Wesen aus der Urzeit im trüben Blau der Meere, wie die schreckliche, schlangenhafte Echidne, Mutter des furchterregenden Typhon, dem größten Ungeheuer, welches die Welt jemals erblickt hat, sowie der vielköpfigen Wasserschlange Hydra und des dreiköpfigen Höllenhundes Kerberos.

© 2007 Christopher Weidner @ 20. August 2007

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