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Christopher Weidner

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Orbis

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Definition

Aspekte werden nicht nur dann gewertet, wenn sie exakt sind, sondern man gesteht ihnen vor und nach der Exaktheit einen gewissen Toleranzbereich ein, Orbis (lat. „Umkreis“) genannt.

Die Wahl des richtigen Orbis für einen Aspekt gilt als eine hohe Kunst in der Astrologie, denn es gilt die Wichtigkeit des Aspektes mit der Wichtigkeit des beteiligten Planeten zu kombinieren. Jeder Astrologe wird aus seiner eigenen Erfahrung andere Gesichtspunkte mit ins Spiel bringen, sodass nur schwer pauschale Regeln aufgestellt werden können: die Einen schwören auf besonders enge Orben, die Anderen sind wiederum sehr großzügig.

Der Orbis kann von folgenden Gesichtspunkten abhängen:

  • Die Geschwindigkeit der Planeten spielt eine Rolle – allgemein gilt, je schneller ein Planet umso höher darf er gewertet werden. Eine Ausnahme bildet die Sonne, welche ungeachtet ihrer Umlaufzeit von einem Jahr genauso wichtig ist wie der ungleich schnellere Mond.
  • Schließlich bestimmt sich die Größe eines Orbis auch aus der Priorität des verbindenden Aspektes. Erfahrungsgemäß sollte man hier als Anfänger einen kleineren Orbis wählen, da man sonst eine Fülle von Aspekten erhält, die gerade noch gültig sind, und dadurch Gefahr läuft, den „Wald vor lauter Bäumen“ nicht mehr zu sehen.

Beispiel
Angenommen wir würden bei einem Quadrat einen grundsätzlich einen Orbis von 5° zulassen. Dies bedeutet, dass z.B. bei einem Quadrat links und rechts der exakten 90° je 5° dazugezählt bzw. abgezogen werden, so daß man einen Bereich von insgesamt 10° hat, innerhalb dessen das Quadrat gültig ist, und zwar von 85° bis 95°. Wenn wir weiters die Gewichtung der Planeten berücksichtigen, verringert oder vergrößert sich der Orbis entsprechend. So könnte zum Beispiel der Orbis eines schnell laufenden Planeten den Grundorbis um 150% übertreffen: Dies würde für den Mond bedeuten, dass ein Orbis von 7,5° statthaft wäre. Bei Uranus würden wir nur 50% vom Grundorbis gelten lassen – dann wird der für ihn gültige Orbis nur 2,5° ausmachen.

Zusätzlich ist die Frage zu klären: bei zwei Planeten – welcher von beiden bestimmt den Orbis? Vereinfacht gesagt können wir davon ausgehen, dass der schnellere Planet den Orbis bestimmt. Es ist jedoch auch möglich, die Orben beider Planeten zu mitteln: In unserem Beispiel würde dann der Orbis für den Aspekt zwischen 7,5° und 2,5° liegen, was dem Grundorbis des Quadrats von 5° entspricht.

© 2008 Christopher Weidner @ 16. März 2008

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