Über den Autor dieses Artikels

Christopher Weidner

Zum Autorenprofil von Christopher Weidner

Keine Kommentare

Saturn

Glossar | Noch keine Kommentare |

abbildungSaturn im Horoskop

Leitsatz: „Ich beschränke mich.“

Saturn, der die Grenze zwischen dem sichtbaren und dem unsichtbaren Teil des Planetensystems hütet, ist das letzte Prinzip im Horoskop, dessen Wirkungen für mich im Leben offensichtlich sind. Jenseits von Saturn beginnt ein Raum, der sich meinen bewussten Bestrebungen entzieht. So gesehen verkörpert Saturn das Ziel meines Lebensweges, meine Berufung, überhaupt den Platz, den ich in der Gesellschaft einnehmen möchte.

Um dieses Ziel zu erreichen, zeigt er mir im Horoskop, wo ich Dinge von Beständigkeit und Dauer im Leben zu errichten vermag, wie gut und wie konsequent ich längerfristige Entwicklungen auf meiner Lebensreise einkalkulieren kann. Wo sich Saturn im Horoskop befindet, bin ich in der Lage auf Überflüssiges zu verzichten, um zielstrebig meine Vorsätze zu erfüllen. Deswegen mag ich hier manchmal etwas zu kalkuliert und streng, vielleicht sogar unnahbar und lieblos erscheinen.

Vor Saturn sind alle Menschen ohne Ausnahme gleich. Er vertritt deshalb eine Form der Gerechtigkeit, die auf Normen und Gesetzen beruht und keine persönliche Interpretation zulässt (Jupiter). Deshalb steht er auch für meinen Umgang mit den Ansprüchen und Forderungen, wie sie die Gesellschaft zugunsten des Wohls aller über mich verhängt hat. Als Kehrseite zeigt er mir natürlich auch, in welchen Bereichen ich mich in meiner individuellen Freiheit beschnitten fühle.

Schlagworte zu Saturn:
Grenze, Berufung, Ziel, Beständigkeit, Konzentration, Recht und Ordnung, Gesetz, Strenge.

Saturn aus der Anschauung

abbildungDer zweitgrößte Planet unseres Sonnensystems ist zugleich der letzte mit bloßem Auge sichtbare: Saturn. Schon bei den Babyloniern hieß er „der Beständige“, weil er sich durch seine langsamen, fast schleppenden Bewegungen am Himmel auszeichnet, die wir nur über lange Strecken der Beobachtung ausmachen können. Zudem ist sein Licht vergleichsweise schwach und matt.

Wieder gelang es mit Hilfe des Fernrohrs die eigentliche Besonderheit dieses Planeten zu entdecken: Er besitzt einen gewaltigen Ring aus Eis- und Steinpartikeln, der ihn mit unglaublicher Präzision auf der Höhe seines Äquators umgürtet.

Saturn galt lange Zeit als äußerste Grenze des Planetensystems, mit ihm schloss man die himmlische Harmonie der klassischen sieben Planeten ab – zwei Lichter und fünf Wandelsterne. Um so dramatischer war 1781 die Entdeckung, dass es jenseits dieser Schwelle noch weitere Planeten geben musste …

Saturn in der Mythologie

abbildungSchleppenden Ganges begegnet uns Kronos/Saturn im letzten Planeten, den das bloße Auge ausmachen kann. Er gehört zu den alten Göttern und ist der Vater des Zeus. Dieser erhob sich gegen ihn in einem fürchterlichen Krieg. Nachdem Kronos seinem Sohn unterlag, wurde er von den olympischen Göttern auf eine Insel im entferntesten Westen verbannt – so wie sein Planet lange Zeit die letzte Station am Rande des Universums war.

In der Vorstellung der bildenden Kunst ist Kronos ein alter Mann mit einer Sichel und sein Wappentier eine Krähe. Sein Äußeres deutet auf das unerbittliche Nagen des „Zahns der Zeit“ hin, deren Herrscher er ist: seine greisenhafte Erscheinung, sein haarloses Haupt, sein vom Alter gebeugter Rücken. Als ihm prophezeit wurde, er würde von seinen eigenen Kindern entmachtet werden, versuchte er diesem Schicksal zu entgehen, indem er sie alle verschlang – nur Zeus konnte gerettet werden. Damit verweist er auf die Erbarmungslosigkeit der Zeit, die alles, was sie hervorbringt, auch wieder zerstören wird. Im Gegensatz dazu steht die auf Einsicht und Milde beruhenden Gerechtigkeit des Zeus: er urteilt nach den Umständen des Einzelfalls und lässt oft genug Gnade vor Recht ergehen. Der Taktschlag des Kronos hingegen leistet einem höheren Gesetz Folge – nicht zuletzt verkörpert im berüchtigten Sensemann, der uns über die Schwelle von Leben zum Tode führt, wenn unsere Zeit gekommen ist.

© 2007 Christopher Weidner @ 22. Juli 2007

Druckversion des Artikels Druckversion des Artikels

Empfehlen Sie diesen Artikel weiter!

Keine Schlagwörter für diesen Beitrag vorhanden.

Weitere Beiträge von Christopher Weidner.

Verwandte Artikel:

Kommentieren

Um einen Kommentar zu diesem Beitrag abgeben zu können, müssen Sie sich bei Astrophoenix registrieren und anmelden.

Login