Sonne
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Die Sonne im Horoskop
Leitsatz: „Ich setze frei.“
So wie es ihr Symbol (der Punkt im Kreis) ausdrückt, bildet die Sonne das Zentrum meiner Persönlichkeit. Sie ist der Kern, mit dem ich mich identifiziere, das Thema, um welches mein Leben zu kreisen scheint.
Die Sonne steht für die Fähigkeit, meiner Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen, sie sichtbar und spürbar zu machen. Sie verleiht mir eine bestimmte Ausstrahlung und meinen Handlungen eine typische Färbung. Dadurch gibt sie mir das Gefühl, etwas Einzigartiges zu sein. Ihre Stellung zeigt an, wie sich mein Potenzial am besten entfalten kann.
Die Kraft, einem eigenen Rhythmus im Leben zu folgen und mich selbst zu verwirklichen, wird durch ihre Position bestimmbar. Eng damit ist die Frage verbunden, wie weit ich mir meiner selbst bewusst bin, wie gut ich mich selbst (er)kenne. Deshalb ist die Sonne der Schlüssel zu meiner Fähigkeit, Bewusstsein zu entwickeln, d.h. aus einem fremd-bestimmten, mechanischen Leben ein selbst-bewusstes und freies zu gestalten.
Schlagworte zur Sonne:
Persönlichkeit, Individualität, Ich, Handlung, Lebenskraft, Schaffenskraft, Bewusstsein, Selbsterkenntnis.
Die Sonne aus der Anschauung
Kein Gestirn hat die Menschen wohl so beeindruckt, wie die Sonne, die als Herrscherin über Licht und Dunkelheit die beiden wichtigsten Rhythmen allen Lebens auf der Erde bestimmt: den Wechsel von Tag und Nacht und den Wandel der Jahreszeiten.
Die Sonne leitet ihren Namen in praktisch allen Kulturvölkern von Wortwurzeln ab, die etwas mit „brennen“ und „leuchten“ zu tun haben – ein offensichtlicher Bezug zu der sichtbaren wie spürbaren Energie, die sie aus ihrem Zentrum in alle Richtungen abstrahlt und ohne die Leben auf der Erde undenkbar wäre.
Aber nicht nur in diesem Sinne ist sie Beginn und Zentrum alles Lebendigen: aus heliozentrischer Sicht ist sie der Mittelpunkt unseres Sonnensystems, um den sämtliche Planeten kreisen.
Alles, was Licht und Farbe besitzt, empfängt es im Grunde von der Sonne und reflektiert es lediglich zurück: dies verkörpert der Mond mit seinen Phasen am deutlichsten, dessen erleuchtete Seite stets in Richtung Sonne weist. Aber auch alle anderen Planeten verleiht die Sonne erst ihre Sichtbarkeit und damit ihre Bedeutung. Sie bringt die Dinge an den Tag: ihr Licht offenbart ihre Verschiedenheit und Eigenart – so wie sich der farblose Sonnenstrahl durch Brechung schließlich in alle Farben des Spektrums auffächert.
Die Sonne aus mythologischer Sicht: Helios und Apollo
Die Charakterisierung des Helios ist nichts anderes als eine mythologische Umschreibung der Sonne und ihrer Eigenschaften selbst: Helios lässt sich von einem ihm heiligen Hahn wecken, besteigt in Begleitung seiner Schwester Eos – die „Morgenröte“ – den von vier Pferden gezogenen Wagen und macht sich von seinem im Osten gelegenen Palast auf die Reise über den Himmel zu seinem westlichen Palast auf der Insel der Seligen. In der Nacht segelt er wieder heim über den Ozean. Während andere von Helios strahlender Schönheit geblendet werden, kann er alles hören und sehen, was auf der Erde vor sich geht.
Später wurde auch Apollo als Sonne verehrt, ursprünglich zuständig für Musik und Kunst, sowie für Mathematik und Medizin. Überhaupt gilt er als der Gott alles Schönen und Geistigen, der mit seinem Licht das Dunkle und Barbarische von der Erde vertreibt. Da auch Apollo alle irdischen Vorgänge sehen kann, verehrte man ihn als Hauptgott der Prophezeiung, und heiligte ihm das berühmte Orakel von Delphi, über dessen Eingang die Inschrift „Erkenne dich selbst“ zu lesen war.
© 2007 Christopher Weidner @ 9. Juli 2007
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