Venus
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Venus im Horoskop
Leitsatz: „Ich gebe mich hin.“
So wie sie die Menschen mit ihrem hellen Glanz faszinierte, vertritt Venus im Horoskop das, von dem ich mich angezogen fühle. Ihre Stellung im Horoskop verrät, welche Menschen, Dinge und Ideen mich interessieren, wohin ich meinen Blick unvermittelt lenke, was mich reizt.
Was meine Venus begehrenswert finde, bezeichnet allerdings immer auch einen eigenen Mangel, ich sehne mich nach dem, was mir fehlt. Ich suche im Sinne einer Ergänzung und eines Ausgleichs, wovon ich mir Erfüllung und Harmonie verspreche.
Wenn es um Menschen geht, zeigt sie also nicht nur die Art und Weise, wie ich Beziehungen zu anderen aufbaue, sondern auch welchen Typ Mensch ich dabei bevorzuge. Dies gilt natürlich für freundschaftliche Begegnungen genauso wie für erotische. Geht es um Materielles, verweist sie auf meinen persönlichen Geschmack, alles was mir schön und wertvoll erscheint. Dabei spielt für sie die geistige Dimension, mein ästhetisches Empfinden, eine ebenso große Rolle wie die reine Sinnlichkeit, also meine Fähigkeit, mich genußvoll einer Sache hinzugeben.
Schlagworte zur Venus:
Interesse, Anziehung, Beziehung, Ergänzung, Harmonie, Ästhetik, Sinnlichkeit, Genuss.
Venus aus der Anschauung
Der zweite Planet unseres Sonnensystems fiel den Menschen durch sein glanzvolles Erscheinungsbild auf und genoss daher hohes Ansehen. Tatsächlich ist Venus nach Sonne und Mond das hellste Gestirn am Himmel – ja, sie kann unter günstigen Bedingungen in mondlosen Nächten sogar sichtbare Schatten werfen.
Ihre Umlaufbahn ist unter allen Planeten die harmonischste und kommt der Kreisform am nächsten. Ähnlich Merkur kann sie sich dabei nicht allzu weit von der Sonne entfernen, aber aufgrund ihres strahlenden Lichtes ist sie wesentlich leichter zu beobachten und gilt als der klassische „Lichtbringer“, lat. Luzifer, gr. Phosphoros, der als Morgenstern das Herannahen des Tages verkündet und als Abendstern oder griechisch Hesperos den Tag verabschiedet. Diesen Glanz verdankt Venus ihrer dichten, vielschichtigen Wolkenhülle, welche das Sonnenlicht ausgezeichnet reflektiert, uns bis heute aber die unmittelbare Sicht auf ihre Oberfläche versperrt.
Venus in der Mythologie: Aphrodite
Im strahlendsten aller Sterne verehrte man in der Antike die Göttin der Schönheit und der Liebe: Aphrodite/Venus. Aus dem Schaum des Meeres geboren kleidet sie sich in einen purpurnen, mit Diamanten besetzten Mantel, trägt Myrte und Rosen in ihrem Haar und lässt sich auf ihrem Elfenbeinwagen von Schwänen, Tauben und Sperlingen ziehen – natürlich in Begleitung ihres Sohnes Eros oder Cupido, der vor ihr her fliegt, um seine Liebespfeile abzuschießen. Sie besitzt einen magischen Gürtel, der jeden, dessen Blick auf ihn fällt, sogleich mit unwiderstehlicher Begierde nach der Trägerin erfüllt. So sorgt sie durch ihr Auftreten für die wechselseitige Anziehung zwischen den Menschen und lässt sie sich einander in Liebe hingeben. Ihr Gemahl ist der lahme, aber äußerst kunstfertige Schmiedegott Hephaistos, so dass sich in diesem seltsamen Paar die natürliche zur künstlerischen Schönheit gesellt. Auch der ungestüme Kriegsgott Ares, der im Grunde gar nicht zu ihrem friedvollen Wesen passen will, hatte es ihr angetan und so ließ sie sich wiederholt auf Affären mit ihm ein.
Aphrodite sollte sich um nichts anderes als die Liebe kümmern, und als Athene, die Göttin der Weisheit und der praktischen Künste, sie einmal dabei überraschte, wie sie sich heimlich an einem Webstuhl zu schaffen machte, geriet sie in Wut darüber, wie jene es wagen konnte, ihre ureigenen Rechte zu verletzen. Rasch bat Aphrodite um Entschuldigung und machte seither einen riesigen Bogen um jede Form von Arbeit, um sich nur noch dem Schönen und Edlen zu widmen …
© 2007 Christopher Weidner @ 17. Juli 2007
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