Ariane Mnouchkine: “Hitze, Licht, Schönheit, Leben – eben Theater!”
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Ich werde von der Lust getrieben, etwas zu sehen. Und darüber hinaus glaube ich fest daran, dass das Theater auf lange Sicht zu einem Werkzeug im Dienst bestimmter Anliegen werden kann. Man muss sich immer vorstellen, dass man die Welt verändern kann.
Ariane Mnouchkine, die Gallionsfigur des französischen Theater, die in allen Teilen der Welt mit ihren ungewöhnlichen Konzepten für Film und Theater beeindruckende Erfolge feiert, wird heute 69 Jahre. Sie schreibt Theatergeschichte mit ihren Shakespeare-Aufführungen, in denen sie Elemente des japanischen Noh-Theater einfließen lässt, und erringt ihren internationalen Durchbruch 1970 mit der Produktion “1789″, einem Stück über die Französische Revolution, für das sie eine bis dahin unbekannte Theatersprache erfand. Das Stück basiert auf reiner Improvisation und setzt ein aktives Körperspiel voraus. Das von ihr gegründete “Théatre du Soleil” – Theater der Sonne – ist eine riesigen Fabrikhalle zuhause, der Cartoucherie de Vincennes. Dort lebt und arbeitet das Ensemble in einer Kommune. Schauspieler und Bühnenarbeiter erhalten die gleiche Gage und die Mitglieder des Theater sind zu gleichen Anteilen Eigentümer. Im Kollektiv werden Vorstellungen ausgearbeitet, die sich aus den Einnahmen der Welttourneen finanziert werden. Die Theatergemeinschaft arbeitet an einem Metatheater, in dem Spiel in Realität übergeht. Körpersprache, Pantomine, Akrobatik und vor allen Dingen aktive Beteiligung des Zuschauers am Bühnengeschehen sind die zentralen Merkmale der Inszenierungen. Mnouchkine setzt auf die Phantasie des Schauspielers: sie ist das Fundament ihrer Arbeit.
“Es geht darum, den Muskel der Phantasie des Schauspielers zu stärken. Es muss den Spielern nach und nach gelingen, Visionen zu haben, visionär zu sein, das zu sehen, wovon sie sprechen, das zu sehen, wohin sie gehen, wo sie sind, den Himmel über sich, den Regen zu sehen, das Gefühl des anderen zu empfangen, an es zu glauben.”
Das Horoskop
Frage: Warum trägt das „Théatre du Soleil“ diesen Namen?
Mnouchkine: Weil wir damals den schönsten Namen gesucht haben. In den 60er Jahren gab es viele neu gegründete Theater, die automatisch den Namen ihres Gründers trugen. Ich wollte mein Theater nicht „Compagnie Ariane Mnouchkine“ nennen. Also suchte ich einen Namen, der dem Leben am nächsten war, dem Licht, der Wärme und der Schönheit. Das lässt einen an die Sonne denken.

Daten: Mnouchkine, Ariane – *03.03.1939 – 20:50 Uhr – Boulogne Billanc, F; Quelle: www.astrosuche.net
Leben, Licht, Wärme – Sonne: Wenn wir in Mnouchkines Horoskop blicken, strahlt uns die Sonne in Konjunktion mit Planetengiganten Jupiter in Haus 5 – dem Löwe-Haus – entgegen: Sonne/Jupiter. Doch damit nicht genug solarer Ausdruckskraft – auch der Mond steht im Löwen. Wen wundert es, dass dieses Theaterensemble den namen des Tagesgestirns trägt? Sonne ist zudem Herrscherin von 5 in 11 (Sonne/Uranus): Hier drückt sich in der Kreativität, der Schöpferkraft (5) die individuelle Rolle in der Gesellschaft aus (11). Es geht beim Erschaffen (Haus 5) darum, eine Vision zu (11) zu verwirklichen. Dieser uranische Impuls setzt sich auch in der Mondposition fort, die ein Uranus-Quadrat empfängt: Mond/Uranus – schon die Wahrnehmung sucht nach dem Besonderen, den Brüchen in der Wirklichkeit, die es dann kreativ zu beleuchten gilt. Saturn als Herrscher von 4 in 7 (Mond/Venus) macht deutlich, dass der Beweggrund aller Beweggründe für die Regisseurin die Begegnung ist, sei es, dass in ihrem Ensemble sich Kulturen und Nationen begegnen, oder dass ihre Theaterstücke den Zuschauer aktiv einbeziehen und ihn berühren, ja verändern wollen durch die Berührung. Der Zuschauer wird zum Akteur – er schaut nicht mehr einfach zu, sondern in der Teilnahme wird er zum Teil des Stücks, und das Stück zum Teil seines Lebens. Saturn direkt am Deszendenten zeigt, wie ernsthaft dieser Anspruch ist – es ist nicht nur ein Spiel, es geht darum die Wirklichkeit zu verändern. Die Bedeutung des Körpers in diesem Spiel: Pluto als Herrscher von 2 in 10: die Körperlichkeit wird gesellschaftlich relevant (Venus/Saturn). Jupiter, Herrscher von 3 in 5 (Sonne/Merkur), zeigt den Drang und die Lust, körperliche Selbstdarstellung (3) in den Dienst des schöpferischen Ausdrucks zu stellen – und gegebenenfalls dadurch zu provozieren: Mars in Haus 3 (Merkur/Mars).
Ein starkes, besonderes Horoskop, das Mut macht, weil es zeigt, dass Kreativität und gesellschaftliche Gestaltung sich nicht ausschließen, sondern eine kraftvolle Symbiose eingehen können, die Menschen bewegen kann.
Weiterführende Informationen:
http://www.theatre-du-soleil.fr – Seite des Theaterensembles
http://www.arte.tv – Gespräch mit Ariane Mnouchkine
Das Foto stammt von Michèle Laurent.
Das Horoskop wurde mit der Astrosoftware Astroplus erstellt.
Daten im AAF-Format (”cut&paste”):
#A93:Mnouchkine,Arlette,*,03.03.1939g,20:50,Boulogne Billanc. -92-,F
#B93:*,48n50,002e14,00he08:56,m
#CWORD:AR,Kuenstler
#VIA:LESC03,De Lescaut
© 2008 Christopher Weidner @ 3. März 2008
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Schlagwörter: Ariane Mnouchkine, Herrscher von 11 in 5, Herrscher von 2 in 10, Herrscher von 3 in 5, Herrscher von 4 in 7, Mars in 3, Merkur-Mars, Mond in Löwe, Mond Quadrat Uranus, Mond-Uranus, Mond-Venus, Pluto in 10, Saturn in 7, Sonne, Sonne Konjunktion Jupiter, Sonne-Jupiter, Sonne-Merkur, Sonne-Mond, Sonne-Uranus, Theater, Venus-Saturn
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