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Dagmar Wäscher

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Der tibetische Schrei

Horoskope | Noch keine Kommentare |

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Tibet – ein Volk schreit auf und wird in der Weltöffentlichkeit tatsächlich wahr genommen. Die Sommerolympiade in Peking wird für viele Staaten, die sich an die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UN-Generalversammlung (als Grundlage ihrer jeweiligen Verfassungen) halten, zum Spießrutenlaufen: sie werden Stellung beziehen müssen – und das wird eine wahre Herausforderung werden. Denn wie soll man sich gegenüber China verhalten, welches das Volk der Tibeter gewaltsam unterdrückt (und nicht nur dieses) und welches ein wichtiger Wirtschaftshandelspartner geworden ist. Gleichzeitg will man gegenüber dem inzwischen sehr geachteten Dalai Lama, das spirituelle Oberhaupt vieler Tibeter, Loyalität bewahren.

Mir liegt in diesem Bericht nichts daran, irgendjemanden zu verurteilen. Auch wenn es mir schwerfällt. Aber geht es in unserer heutigen Zeit nicht eher darum, allen Menschen und Staaten eine Chance zur Veränderung in die Umsetzung der Menschenrechte zu ermöglichen? Ausschluss aus einem Völkerbund bewirkt nicht unbedingt das gewünschte Resultat. Auch dürfen nicht die Menschen vergessen werden, die chinesische Staatsbürger sind, sich nicht mit diesem Regime identifizieren und darunter zu leiden haben.

 

Was mich zutiefst beeindruckt, ist der Mut und die Entschlossenheit eines Volkes, einen Aufstand gegen ihrem Machthaber durchzuziehen, obwohl es wissen muss, dass es mit harten Bestrafungen, Folter und Tod einhergehen kann und sehr wahrscheinlich auch wird. Immer wenn Völker bereit sind, vor diesem Hintergrund „persönliche Opfer“ zu bringen, müssten rein theoretisch die transpersonalen Planeten Uranus, Neptun und Pluto eine markante Rolle spielen. Planeten also, die eine Wirkung über unser persönliches Leben hinaus inne haben. Die uns selbst-los machen, um unsere Visionen in die Welt bringen zu können. Um unsere „kollekitven“ Träume und idealistischen Vorstellungen leben zu können und zu dürfen. Freiheit war schon immer eines der mächtigsten Motivation in uns Menschen, aufzuschreien, aufzustehen und dafür „Leben zu lassen“. Unterdrückung kann immer nur bis zu einer gewissen Grenze durchgesetzt werden, das beweist uns die Geschichte zur Genüge. Wenn das Leid zu groß wird, scheinen die größten Angstmacher in der Masse außer Kraft gesetzt zu werden.

 

So kam ich nicht umhin, mich mit eventuellen astrologischen Auslösern des tibetischen Volkes zu beschäftigen. Aber da wir nicht über die Geburtshoroskope von Tibet und China verfügen, habe ich mich auf die Suche nach einem möglichen, sogenannten „Unterhoroskop“ begeben. Ich entschloss mich daher, ein Horoskop für Tibet zu erstellen, auf dem Tag, an dem das „17-Punkte-Abkommen“ in Peking zwischen Tibet und China unterzeichnet wurde. Es war der 23. Mai 1957 (das Horoskop wurde auf 0:00 h Russian Zone 6 Time Lhasa erstellt). Mehr zum 17-Punkte-Abkommen unter http://de.wikipedia.org/wiki/17-Punkte-Abkommen.

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Was man in diesem Horoskop auf einen Blick gut erfassen kann, ist der Druck, unter dem dieses Abkommen unterzeichnet wurde (Spannungsaspekte!). Vor allem würde ich mir die Quadrate von Mond und Sonne, Sonne und Pluto, Mond und Saturn, und Neptun und Uranus näher unter die Lupe nehmen, wenn ich in die Deutung der Aspekte einsteigen würde. Den Fokus möchte ich in diesem Artikel jedoch primär auf die Hauptachsen und ihre Konstellationen der Kritischen Grade (nach Michael Roscher) legen.

 

Der Aszendent befindet sich auf 20°13’ Wassermann; er schwankt daher in der Zugehörigkeit zwischen Venus und einer Uranus/Neptun-Konstellation (UR/NE). Für mich ist es in diesem Horoskop eine eindeutige UR/NE-Konstellation, da sich in den allermeisten Fällen Konstellationen eines Horoskops wiederholen. UR/NE wiederholt sich hier in dem Quadrat von Uranus und Neptun. Auch der Herrscher des 12. Hauses, Saturn, in Haus 10 ergibt zwar zunächst eine SA/NE-Konstellation, doch da Parallelzeichenherrscher in derartigen Konstellationen austauschbar sind, können wir SA gegen UR auslösen. Demnach erhalten wir hier ebenfalls UR/NE.

 

20° Wassermann (UR/NE) beschreibt Michael Roscher folgendermaßen: extremer Fantasiereichtum, Hang zum Weltfremden, passt in kein Schema. Auf die Durchsetzungsqualität der Tibeter bezogen stellt sich die Frage: kann sich ein Volk auf Dauer einem übergeordnetem Schema unterwerfen, das ihm Freiheiten zum Ausleben dieser UR/NE-Qualitäten nimmt?
Hat Tibet nicht oft genug bewiesen, dass es eine Art von idealistischem Leben tatsächlich bewerkstelligen kann, und es nicht nur beim „Träumen eines spirituellen Weges“ bleibt? Das macht doch tatsächlich einen Eindruck von Weltfremdheit und Außergewöhnlichkeit, wenn ein Volk einen derartigen Weg in Wirklichkeit auch lebt. Tibet passt nicht in das Schema „Volk und Staat“, das wir uns in einer „westlichgeprägten“ Welt vorzustellen gedenken.

Man beachte den Herrscher des Aszendenten – Uranus -, der sich im sechsten Haus befindet. Anpassung ist unter den neuen Umständen (Chinas Indoktrination) eine große Herausforderung. Es wird wohl immer wieder aus der Rolle fallen (müssen).

 

Das Medium Coeli befindet sich auf 03°17’ Schütze; auch dieser schwankt in der Zugehörigkeit zwischen Saturn/Neptun (SA/NE) und Sonne/Neptun (SO/NE). Hier würde ich beide Qualitäten berücksichtigen. SA/NE aus den obengenannten Gründen. SO/NE finden wir in der Konstellation aus Sonne-Quadrat-Pluto (SO/PL) wieder: Pluto ist nach dem Kybernetischen Modell der gegenpolare Planet von Neptun und lässt sich demnach auch hier austauschen. Aus SO/PL wird SO/NE. In der Radix des Unterhoroskops steht die Sonne in Haus 4 und Pluto in Haus 7. Ein Sein wird immer nur unter der Berücksichtigung der Begegnungen lebbar sein. Übertragen wir dies auf das tibetische Volk, könnten wir sagen, das Handeln entspringt seiner Gefühlsnatur (Sonne in Haus 4), das jedoch, unter der Vorgabe der chinesischen Staatsregierung, dieses Handeln in zu geringem Maße ausleben darf (Quadrat Pluto in Haus 7). Dies erzeugt eine enorme innere Spannung, die sich in äußeren Konflikten auswirken kann und sicher auch wird.

 

Michael Roscher sagt zu diesem Schützegrad, wenn er eher SA/NE gefärbt ist: alle Zerfalls- und Auflösungsprozesse; Zwang, sich mit der Wahrheit auseinander zu setzen.
Wenn er eher SO/NE gefärbt ist: Antriebsschwäche, extreme Erschöpfungszustände nach Stresssituationen, Tendenz zu Angstzuständen.
Als „untergeordnetes“ Lebensziel könnte man es für die Tibeter folgenderweise in einer Synthese formulieren: Sie ertragen aus Angst viel zu viel, sind jedoch durchaus in der Lage, durch das Erkennen der Wahrheit hinter der Wahrheit (Neptun), Prozesse in Bewegung zu setzen, die fundamentale Änderungen (Pluto) nach sich ziehen werden.

 

Alles in allem werden meine Überlegungen sehr experimentell werden, da ich selbst noch nicht weiß, ob es Auslöser zu diesem Horoskop geben wird.

Meine ersten Überlegungen treffe ich meistens aus dem Blickwinkel der Transite. Hierzu das Horoskop mit den Transiten vom 10. März 2008, Mittagsstände.abbildung

Mein Augenmerk fällt spontan auf zwei Komponenten, die nicht jedes Jahr als Transit vorkommen können. Zum einen wäre das Eineinhalbquadrat von T-Uranus zum Radix-Uranus zu erwähnen. Uranus, der hier zur Grundthematik des Aszendenten und seines Herrsches aufruft! Zum anderen, und darauf werde ich näher eingehen, auf die Wiederkehr des Chiron.

 

Brigitte Hamann schreibt in ihrem Buch „Chrion – Brennpunkt für besondere Fähigkeiten“ Folgendes: „Chiron bündelt Energie in dem Bereich oder den Bereichen, in denen wir verletzt wurden und in den wir mit dem, was uns dort angeboten wird, nicht zurecht kommen, so dass wir andere Lösungen finden müssen. In diesem Suchen und Finden, zu dem Mut gehört, sich Schwierigem oder Schmerzvollem zu stellen, liegt die Quelle für große Kräfte und Fähigkeiten.“ „Chiron fordert von uns ein klares ‚trotzdem’, eine Entscheidung, der Prüfung nicht auszuweichen.“ „Wir wandeln uns unter Chiron, in dem wir die Entscheidung treffen, uns dem Schmerz zu stellen, die Feuertaufe zu bestehen und das, was wir können, dem Leben zur Verfügung zu stellen.“

 

In diesem Unterhoroskop von Tibet steht Chiron nach der Regel des letzten Sechstels bereits im ersten Haus. Im ersten Haus geht es u.a. darum, meine körperliche Unversehrtheit zu beschützen. Brigitte Hamann: „Wenn Chiron hier steht, besteht ein Störfeld, ein mehr oder weniger deutlicher Schmerz; da ist etwas, das nicht so gut klappt bis hin zu Gefühlen von Unfähigkeit und Ohnmacht.“
Ich sehe daher in dieser Wiederkehr von Chiron den Aufruf, sich dieser Ohnmacht gegenüber den “körperlichen Ressourcen” endlich zu widersetzen. Um sich stark, durchsetzungsfähig und lebendig zu fühlen, darf man sich nicht mit bloßem Reagieren zufrieden zu geben. Die Menschen von Tibet besitzen andere, starke Fähigkeiten zum Überleben und zum Ausleben ihrer Bedürfnisse, wenn sie es vollbringen, das ohnmächtige Reagieren in ein autarkes Agieren umzuwandeln. Leid und Schmerz gehört zu Chirons Prüfungen, aber er verlangt nicht den Tod von Menschen, oder, durch bewusst eingesetzte Gewalt, das Herbeiführen von körperlichen Verletzungen. Eine wahrlich schwierige Prüfung für die Tibeter, die sich im aktuellen Geschehen erst einmal in gegenseitigen Gewalttaten auszuwirken scheint.

 

Betrachten wir uns jetzt die Auslöser der direkten Sekundärprogression (S):

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Der S-Deszendent geht in Konjunktion zum Radix-Neptun, eine Venus/Neptun-Konstellation (VE/NE). Radix-Neptun löste sich in der Form des Parallelzeichenherrschers Pluto aus, der sich in Haus 7 des Horoskops aufhält, eine Venus-Pluto-Konstellation (VE/PL). Wenn sich eine Planetenqualität über den Parallelzeichenherrscher auswirkt, erlebt man diese Auslöser meistens in Form von „etwas geschieht mir von außen“.

 

Das S-Medium Coeli befindet sich in Konjunktion zur Hausspitze 12, das ergibt eine SA/NE-Konstellation und löst diese demnach in der Radix über das Medium Coeli und über Saturn in Haus 10 aus.
Außerdem löst das S-Medium Coeli den Kritischen Grad 19°42’ im Steinbock aus, eine Mond-Venus-Konstellation (MO/VE). Sie löst sich im Radix folgendermaßen aus: Mond in Haus 1 wirft ein Quadrat auf Venus in Haus 4. Der Bereich der zwei Lebensquellen Haus 1 und Haus 4 können sich nun über die Aktivierung von Mond und Venus zu Wort melden. Da Mond und Venus eher über die eigene Wahrnehmung gelebt werden, brechen sie jetzt aus ihrer Verletztheit in eine nach außen gerichtete Energie aus. Für mich fühlt es sich derzeit so an, dass der verankerte stumme Schrei in einen wütenden, um sich schlagenden Schrei verwandelt wurde.

 

Der S-Aszendent fällt auf den Kritischen Grad 0° Stier, ein Venus-Mars-Grad (VE/MA). Auf dem ersten Blick erschliesst sich diese Konstellation nicht in der Radix, aber wenn man Mars mit seinem Parallelzeichenherrscher Pluto austauscht, ergibt sich eine Resonanz durch Pluto in Haus 7 (VE/PL).

 

Sehen wir uns zuletzt die regressive Sekundärprogression an (rS), eine überaus spannende Angelegenheit.

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Hier berühren rS-Aszendent und rS-Deszendent die Hausspitzen 11 und 5, die individuellsten Faktoren eines Horoskops. rS-Aszendet auf Hausspitze 11 ist demnach eine Mars-Uranus-Konstellation (MA/UR), die sich über den Herrscher des 11.Hauses, Jupiter, auswirkt. Jupiter als Herrscher von Haus 11 in Haus 7 bedeutet eine Venus-Uranus-Konstellation (VE/UR). Nach dem gegenpolaren Prinzip des Kybernetischen Modells lässt sich Venus mit Mars austauschen, also auch eine MA/UR-Konstellation. Hier löst sich folglich ebenso ein „Erleben von Außen“ aus. Da sich Jupiter und Pluto in der Radix im siebten Haus befinden, wird es das tibetische Volk eher als ein Einwirken von Außen in seine weltpolitische Rolle zu spüren bekommen.

rS-Deszendent auf Hausspitze 5 ergibt eine Sonne-Venus-Konstellation (SO/VE). Im Radix finden wir die Resonanz aus dem Herrscher von Haus 2 in Haus 5 (Mars). In Anbetracht der derzeitigen Lage von großer Wichtigkeit, da Haben, Sein und Leben unmittelbar an das Aufbegehren verknüpft sind. Das Bedürfnis sich zu befreien, das sich hier zeigt, ist von höchst existentieller und vitaler Bedeutung für das tibetische Volk.

 

rS-Aszendent befindet sich auf den Kritischen Grad 27°09’ Schütze, ein MA/SA-Grad. Durch den Austausch von Mars mit dem gegenpolaren Prinzip Venus tritt er als VE/SA-Konstellation in Kraft. Venus und Saturn stehen in der Radix in Opposition von Haus 4 zu Haus 10 in Verbindung. Die Motivation und Identität des Volkes bedürfen einer Balance zu ihren Lebenszielen. Da unter der chinesischen Herrschaft beides zu kurz gekommen ist, bzw. nicht mit den Motivationen und Zielen der chinesischen Regentschaft identisch ist, will sich auch hier etwas Verkümmertes zu Wort melden.

 

Last but not least finden wir am rS-Medium Coeli den Kritischen Grad 12°09’ Waage, ein Venus-Jupiter-Grad (VE/JU). VE/JU zeigt sich im Horoskop via Jupiter in Haus 7 und als Herrscher von Haus 9 in Haus 7 (Pluto). Horizonterweiterung geschieht vor allem aus der Umwelt, mit Begegnungen oder neuen Impulsen von außen. Pluto erscheint mir hier sehr stark durch die chinesische Regentschaft infiltriert worden zu sein, was natürlich eine dementsprechende Beschneidung für das Volk bedeutet. (Pluto wird bereits um ein Vielfaches ausgelöst und spielt eine erhebliche Rolle in der Auseinandersetzung). Michael Roscher beschreibt diesen Grad in der Prognose mit den Worten: Expansion in Umfeld und Partnerschaft; sich in der Partnerschaft neue Freiräume nehmen, ansonsten müssen diese beim anderen hingenommen werden; das Neue tun, ohne das Alte zu lassen.

 

Kein Wunder, dass sich ein Volk auf diese Art jetzt zu Wort meldet. Pluto fordert durch die verschiedensten Auslösungen auf, in die eigene Macht und Kraft zu gehen, und sich nicht von den Dogmen anderer Mächte einnehmen zu lassen.

Möge sich für alle Beteiligten eine höhere Einsicht entfalten, dass konstruktives Leben nur im friedlichen Zusammenwirken möglich ist.

© 2008 Dagmar Wäscher @ 24. März 2008

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