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Christopher Weidner

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1 Kommentar

  1. Dagmar Wäscher
    Dagmar Wäscher
    16. Juli 2007 @ 20:16

    Lieber Christopher,
    ich möchte mich ausdrücklich für diesen Artikel bedanken, er spricht mir aus der Seele! Vor allem, wenn ich bedenke, dass es für die meisten Menschen, noch dazu vielen Frauen (denen ich begegnet bin), ziemlich selbstverständlich ist, dass wir unsere Rechte/Grundrechte einfach haben wie sie eben sind. (Die letzten Frauen-Gesetze wurden in den 70- und 80ern ins Leben berufen!) Und ich habe immer das Gefühl, dass “man” davon ausgeht, dass sie unzerstörbar sind. Nun, die Geschichte beweist es immer wieder, das dem nicht so ist, und das “man/frau” immer wieder für die Rechte einstehen und kämpfen muss(z.B. Tarifverträge). Wenn ich bedenke, dass die aktuelle Diskussion über “Datenüberwachung” in den 70ern (wie mir scheint, war uns in dieser Zeit die Demokratie hoch und heilig und unantastbar) unmöglich gewesen wäre, und wie wir alle dieses Phänomen als gegeben hinnehmen, dann bricht es mir das Herz. (Die Sendung Quer vom BR hatte vor einigen Wochen diesbezüglich ein spannendes Experiment gestartet).
    Ich könnte noch mehr so Beispiele nennen, aber das würde hier den Rahmen sprengen. Was ich eignetlich sagen wollte: ich bin diesen Frauen dankbar, dass sie sich dafür, teilweise mit ihrem Leben, eingesetzt haben. Wir wären sonst nicht da, wo wir jetzt sind. Es ist NICHT selbstverständlich! Drum ihr lieben Frauen, geht z.B. zum Wählen, wann immer ihr könnt! Je weniger hingehen, desto eher wird uns diese Recht eines Tages genommen werden (gilt auch für die männliche Bevölkerung unter uns ;) . Auch wenn ihr mir jetzt einen Vogel zeigt, aber ich glaube an die Kraft der Demokratie – nur, gelebt muss sie werden!
    In Dankbarkeit an unsere Vorreiterinnen
    Dagmar

Emmeline Pankhurst – ein Leben für den Kampf um Ideale

Horoskope | Ein Kommentar |

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“Wenn es für Männer richtig ist, für ihre Freiheit zu kämpfen, ist es auch für Frauen richtig, für ihre Freiheit und die ihrer Kinder zu kämpfen. Dies ist das Glaubensbekenntnis der militanten Frauen Englands.”

“Frauen sind erst dann erfolgreich, wenn niemand mehr überrascht ist, dass sie erfolgreich sind.”

Die Militanz der Männer hat durch die Jahrhunderte die Welt mit Blut getränkt, und für diesen Horror, diese Zerstörung sind sie mit Denkmälern, großen Gesängen und Epen belohnt worden. Die Militanz von Frauen hat nur das Leben derjenigen bedroht, die diesen gerechten Kampf gekämpft haben. Nur die Zeit wird offenbaren, welcher Lohn den Frauen zugesprochen werden wird.

Am 14. Juli 1858 um 21:30 LMT wurde in englischen Manchester eine ungewöhnliche Frau geboren: Emmeline Goulden, die als 20jährige den Anwalt Richard Pankhurst heiratete und als Emmeline Pankhurst in die Geschichte eingehen sollte.1

Biographische Notizen

abbildungSchon in ihrem Elternhaus wurde sie mit radikal-demokratischem Gedankengut vertraut und mit 14 besuchte sie ihre erste Versammlung zur Durchsetzung des Frauenwahlrechts. 1903 gründete sie mit der Women’s Social and Political Union (WSPU) eine der ersten Frauenbewegungen, die später als „Suffragetten“2 bekannt wurden. Als das Interesse der Öffentlichkeit an Fragen des Frauenwahlrechts zu schwinden begann, änderte sie 1905 ihre Strategie.

Gemeinsam mit ihren Töchtern Christabel und Sylvia organisierte sie den Widerstand gegen von Männern beherrschte Politik ihrer Zeit, indem sie Wahlkampfversammlungen störten, sich dafür ins Gefängnis sperren ließen, um dann in Hungertreiks zu treten und so ihre Freilassung zu erzwingen. Sie zerbrachen Schaufenster und zündeten die leerstehende Landsitze politischer Prominenz an. Emmeline Pankhurst wurde dafür am 3. April 1913 zu drei Jahren Haft verurteilt.

“Die Landarbeiter hatten das Wahlrecht gewonnen, … indem sie Heuschober anzündeten, Krawalle anzettelten und so den englischen Politikern ihre Stärke demonstrierten in der einzigen Sprache, die diese verstehen.”

Während des ersten Weltkriegs stoppte sie alle Aktivitäten der Frauenbewegung und trat energisch für die Beteiligung Englands am Krieg gegen Deutschland ein. Zugleich verlangte sie von der Industrie, alle Stellen mit Frauen zu besetzen, damit Männer in den Krieg ziehen konnten.

Emmeline starb am 14. Juni 1928 – kurz nachdem in England das gleichberechtigte Wahlrecht für Frauen eingeführt wurde.

Astrologische Notizen zum Horoskop

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Aszendent auf 23,5° Wassermann: Saturn/Uranus

Dieser Kritische Grad beschreibt nach Roscher die „Fähigkeit, in widersprüchlichen Lebenssituationen zu existieren.“ Zugleich weist er darauf hin, in sich selbst widersprüchliche Tendenzen gut aushalten zu können: mit einer SA/UR-Konstellation am Aszendenten wird der Widerspruch auch zu meiner Art und Weise, meine Bedürfnisse gegen die Umwelt durchzusetzen. Möglicherweise wirke ich dann für andere „unberechenbar“. Emmeline Pankhurst wurde einmal als „konservative Revolutionärin“ bezeichnet, eine Beschreibung, die, wie ich finde, SA/UR genau trifft: Saturn, das Konsrevative, verbindet sich mit Uranus, dem Revolutionären. Zugleich zeigt es aber eine der wichtigsten Fähigkeiten Pankhursts: sich hoch gesteckte Ziele zu setzen, sich für diese aktiv gegen jeden Widerstand einzutreten und dabei mit überkommenen Vorstellungen zu brechen. Man kann sich das Entsetzen der britischen Öffentlichkeit vorstellen, als mit Emmeline Pankhurst zum ersten Mal eine Frau für sich in Anspruch nahm, ihre Rechte auch mit Gewalt durchzusetzen.
Als sie 1903 die WSPU gründete befand sich die nach Nabod dirigierte Meridianachse (IC/MC) übrigens auf 0° Wassermann – ebenfalls eine SA/UR-Konstellation, und zugleich auf ihrem Saturn als Herrscher von 11 und 12 in 6.

Uranus als Herrscher von 1 in 3: Merkur/Uranus – Merkur/Mars

Wohin geht dieses ganze revolutionäre Potenzial? Das dritte Haus steht für die kommunikative und auch körperliche Selbstdarstellung. Wenn der Herrscher von 1 in 3 steht, ergibt dies eine Merkur/Mars-Konstellation. Mein aggressives Potenzial zeigt sich bevorzugt in all meinen Formen des Selbstausdrucks wie Wort und Schrift, aber auch im körperlichen Einsatz. Pankhursts Werdegang lässt keinen Zweifel daran, dass sie sich nicht scheute, den Mund aufzumachen, wenn ihr etwas nicht passte, und dafür auch die körperlichen Konsequenzen in Kauf zu nehmen, wenn sie z.B. ins Gefängnis ging oder in Hunger- und Durststreik trat. Auch ein gewisser Hang, sich zur Schau zu stellen, zumindest auch über die körperliche Erscheinung zu beeindrucken, kann an dieser Konstellation abgelesen werden, ebenso wie eine schnelle Auffassungsgabe und ein geistige Wendigkeit.
Da auch Jupiter in 3 zu finden ist, spiegelt dies den ungeheuren Eindruck, den die Begegnung mit Emmeline Pankhurst hinterlassen haben dürfte.

Interessant ist auch ihre Mars-Stellung, zumal ihre gesamte Biographie sich auch um die Frage nach dem Einsatz von Gewalt zur Durchsetzung höherer Ziele dreht.

Mars als Herrscher von 2 in 8: Mars/Pluto, Venus/Pluto

Mars in 8 weist darauf hin, dass Gewalt als legitim betrachtet wird, wenn dies vor dem Hintergrund persönlicher Vorstellungen geschieht. Das heißt: Wenn meine aus meinen Erfahrungen kondensierten Vorstellungen über das, was richtig und falsch ist, es nahelegen, werde ich für meine Ideen auch bereitwillig in den Kampf ziehen. Das achte Haus steht für das, was ich für mich als geistig verbindlich erlebe: meine Prinzipien, Einstellungen, Ideale.
Mit Mars als Herrscher von 2 wird Materie als etwas verstanden, dass sich diesen geistigen Prinzipien zu unterwerfen hat. Es ist ein Hinweis auf eine hohe Opferbereitschaft im Kampf für die eigenen Ideale.
Mars steht in Elevation, also an höchster Stelle im Horoskop. Dies zeigt meines Erachtens die Wichtigkeit von Kampf und Durchsetzung im Leben der Emmeline Pankhurst: Ein Leben für den Kampf für das, was man aus eigener Erfahrung heraus als richtig und wichtig empfindet – ohne Kompromisse und immer bereit dafür bis zum letzten zu gehen.

Was mich an diesem Horoskop bewegt

Auch wenn mir vieles am Leben der Emmeline Pankhurst fremd bleibt und mich Militanz als solche eher abschreckt, spüre ich doch, wie tief es mich beeindruckt, wenn Menschen für ihre Ideale einstehen. Und so frage ich mich: Für welche meiner Ideale wäre ich bereit zu kämpfen? Für welche Ideale würde ich sogar ins Gefängnis gehen? Und indem ich mir diese Frage stelle, merke, wie unmodern eine solche Haltung geworden ist. Vielleicht braucht unsere Zeit andere Antworten als diese radikalen Haltungen. Und dennoch spüren wir am Beispiel einer Emmeline Pankhurst, dass sich vieles nur dann verändern wird, wenn wir bereit sind, uns radikal zu verändern. In vielen Fragen gibt es eben keine Kompromisse – ein bisschen Frieden, ein bisschen Klimaschutz, ein bisschen Menschenrechte? Geht das? Ich glaube nicht. Die Radikalität dieser Frau könnte uns Mut geben, dass jede Revolution mit einem entschiedenen “Nein” beginnt – und mit der Bereitschaft, sich auch radikal von allen faulen Kompromissen zu verabschieden.

Herzliche Grüße,
Christopher

Weiterführende Artikel:

(a) deutsche Quellen
http://www.helloarticle.com/de/emmeline-pankhurst-englands-radikale-suffragette-r229.htm
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/emmeline-pankhurst/

(b) englische Quellen
http://www.vqronline.org/articles/2003/spring/rollyson-conservative-revolutionary/
http://www.biographyshelf.com/emmeline_pankhurst_biography.html
http://www.time.com/time/time100/heroes/profile/pankhurst01.html

  1. Datenquelle: IHL []
  2. Der französisch-englische Begriff „Suffragette” ist von dem lateinischen Wort „suffragium” (deutsch: „Stimmrecht”) abgeleitet. Die „Suffragetten” in Großbritannien kämpften mit Hungerstreiks, Demonstrationen und gewaltsamen Aktionen für die politische Gleichberechtigung der Frauen. []

© 2007 Christopher Weidner @ 14. Juli 2007

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