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Dagmar Wäscher

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2 Kommentare

  1. Sabine Bends
    Sabine Bends
    6. November 2007 @ 13:27

    Liebe Dagmar,

    was für eine tolle Recherche und eine wunderbare Deutung einer spannenden Biografie! Ich komme dieser Tage an einer Autorin nicht vorbei: Dagmar Wäscher. Bei mir liegen der neue “Meridian” und die neue “sternzeit” in Warteposition, und auf beiden Titelblättern lachen mich Artikel von Dagmar an :-) . Es werden die ersten sein, die ich auf meiner Zugfahrt am Samstag nach Heidelberg lese…

    Es grüßt dich von Herzen
    Sabine

  2. Pluto, Ceres, Sedna | Von Astro-Fox | astrophoenix
    8. November 2007 @ 19:09

    [...] für mich einen Bezug zu Lebensmitteln – insbesondere Mohnkuchen :-) . (siehe auch Horoskop von Karl Ludwig Schweisfurth Sonne Konjunktion Ceres). Eine Frau mit Ceres in der Nähe am AC fragte ich (mehr aus Spaß [...]

Karl Ludwig Schweisfurth – Der Mann, dem es um die Wurst geht

Horoskope | (2) Kommentare |

abbildungHelden des Alltags erkennt man nicht daran, dass sie unter spektakulären Umständen einen Nobelpreis oder einen Oscar für ihr Lebenswerk entgegennehmen, sondern daran, dass sie ihr Handeln mit ihrem Dasein vereinen, mit dem Gefühl im Bunde, heim gekommen zu sein.

Karl Ludwig Schweisfurth gehört zu dieser Rubrik von Helden: ein Mann der Tat und nicht bloß der schönen hohlen Worte. Obwohl, wenn ich ihn mir so ansehe, würde ich nicht vermuten, dass dieser weißhaarige, noch recht glattgesichtige, 77jährige Mann irgendeinem Lebewesen jemals etwas antun könnte. Dennoch gehörte das Töten zu einem Teil seines Lebens und wurde später sogar zu seiner Mission. Eine Mission, die unter seinem innigsten Wunsch verwirklicht wurde: echte Lebensmittel – Mittel zum Leben! – herzustellen, mit dem Ziel, wieder im Einklang mit der Natur zu kommen, damit alle Lebewesen eine Chance zum Überleben haben. Was heutzutage für immer mehr Menschen bereits in Gedanken, in der Produktion und im Verbrauch Gang und Gebe ist, hieß Anfang der 80er Jahre, sich dem Gespött so mancher Mitmenschen auszusetzen. Noch dazu wenn man Karl Ludwig Schweisfurth heißt und einen millionenträchtigen Konzern namens HERTA leitet. Sicher erinnern sich noch Viele unter Ihnen an den Slogan: „Herta – wenn’s um die Wurst geht!“. Genau dieser Mann stieg aus der Fleischindustrie aus und gründete die Herrmannsdorfer Landwerkstätten, um ökologische Landwirtschaft betreiben zu können. Wie ist es möglich, dass ein Mensch, der über ein derartiges Fleisch-Monopol herrschte, zu einem Inbegriff artgerechter und menschenwürdiger Tierhaltung wurde? Für den Menschen Karl Ludwig Schweisfurth ist dies kein Widerspruch. Der Metzgermeister sagt von sich selbst, dass er zwei Leben lebte: eines in der alten Welt und eines in der neuen Welt. Das Erwachen für die neue Welt begann langsam, subtil, aber stetig.

abbildungHerr Schweisfurth wuchs als einziger Sohn einer Metzgerfamilie in Herten auf, deren Betrieb bereits von den Großeltern geführt wurde. So war es keine große Frage, wer das Geschäft weiter übernehmen sollte. Aus diesen Kindheitstagen sollte sich das Vermögen prägen, Unmittelbarkeit in der Lebensmittelbranche wiederherzustellen, denn Fleisch musste nach der Schlachtung frisch über die Theke wandern, weil es bis über die Mitte des letzten Jahrhunderts an Haltbarkeitsmethoden mangelte. Mit dem Mond nehmen wir die Welt wahr, und so ist es nicht verwunderlich, dass er mit dem Mond in Haus 2 (nach der Regel des letzten Sechstels) Zusammengehörigkeit lernte, wie z.B. das Einnehmen der Mahlzeiten mit sämtlichen Arbeitern und Familienmitgliedern. Noch heute liebt er das gemeinsame Essen. Als Chef des Fleischkonzerns legte er außerdem großen Wert darauf, dass ein Chef nicht einen anderen Schreibtisch oder gar Sessel bräuchte, als ein normaler Mitarbeiter, „weil doch schließlich alle Hintern gleich wären (1)“.

K. L. Schweisfurth ist unserer Zeit immer ein Stück voraus (Sonne aus Haus 12 in Haus 11 / Uranus in Haus 8). Das begann schon damals, als er nach seiner Metzgerlehre (Abschluss 1951) ein Studium der Betriebswirtschaft begann. Sein Vater förderte ihn von Kindheit an, eigene Entscheidungen zu treffen und Verantwortung dafür zu übernehmen. Allerdings sorgte sein Vater meistens für den notwendigen Anstoß, und so begab er sich 1955 auf Studienreise in die USA, was für damalige Verhältnisse sicherlich als Privileg bezeichnet werden durfte. Womit sich K. L. Schweisfurth mit seinem Jungfrau-Aszendenten tief beeindrucken ließ, war die Arbeitsorganisation und Arbeitsteilung, die er in Amerika antraf und die er als absoluten Fortschritt empfand. Fließbandarbeit war in Deutschland in der Fleischwarenbranche bis dato undenkbar. Er war so fasziniert von der rationellen Durchführung, „bei der kein unnötiger Arbeitsgang getan wurde und zudem alles klar und sauber von sich ging (1)“, dass er seinem Vater ein Konzept zur Neugestaltung des Betriebes vorlegte, der mittlerweile mit 300 Mitarbeitern zum größten Arbeitgeber in Herten avanciert war. Aber alles lief dort noch nach altbewährtem Schema: der Meister machte die Anweisungen und die Arbeiter führten diese aus. K. L. Schweisfurth erkannte, dass dies zu ineffizient ist, wenn man noch auf diese Art handwerklich arbeitet. (Dass er mit seinem Projekt der Landwerkstätten genau wieder da anknüpfen sollte, erscheint im Nachhinein absurd.) Sein Jungfrau-Aszendentenherrscher Merkur befindet sich in Haus 12 (nach der Regel des letzten Sechstels), d.h. mit diesem Merkur ist er mit der gesegneten Fähigkeit ausgestattet, das Unmögliche zu denken, und es dann in einem verwertbaren Sinn umzusetzen, sofern Aussicht auf Gelingen besteht. So finden wir an dieser Stelle im Horoskop eine seiner Gaben, alles ins Geschehen mit einzubeziehen, sei es auch noch so lapidar und geringfügig.

Mit Venus in Konjunktion zum Aszendenten, die ihren Auftrag u.a. aus Haus 2 erhält, ist es ihm ein Bedürfnis, die Interessen der Familie, sprich des Betriebes umzusetzen. So war und ist es immer noch immens wichtig, dass hinter seinen Ideen auch die Menschen stehen, mit denen er sich verbunden fühlt. Dass sich sein Vater damals mit dem neuen Konzept einer rationellen Arbeitsorganisation einverstanden erklärte, bedeutete ihm sehr viel. Allerdings bedeutete dies auch, dass neuartige Maschinen und Arbeitsflächen geschaffen werden mussten, sprich der Betrieb musste in eine Fabrik umgewandelt werden. Das hieß im Klartext: die Fabrik musste erst mal gebaut werden. Diese Verantwortung übergab sein Vater ganz in die Hände seines Sohnes – Karl Ludwig Schweisfurth wurde bereits mit 25-26 Jahren, als Uranus im Transit durch sein 11. Haus wanderte, in die Firmenleitung aufgenommen.
abbildungMenschen, die bereits Uranus im Transit durch das 11.Haus in diesen noch recht jungen Jahren erleben, bekommen demnach auch sehr früh die Gelegenheit, im gesellschaftlichen Kontext tätig zu werden. Das wird aufgrund des Alters entweder relativ kritiklos begrüßt oder aber mit einer Haltung des „Sich-Verweigerns“ abgewehrt, weil die darin enthaltene Aufgabe meistens einen Reifeprozess voraussetzt, um den Widerspruch von Individualität und Gesellschaft konstruktiv umsetzen zu können. Um diesen Widerspruch zu überwinden, setzt es eine Bewusstwerdung voraus, die in der Adoleszenz noch nicht erwartet werden kann. Ohne zu werten: jede Aufgabe, die in der späten Jugendzeit übernommen wird, trägt immer den Hauch des Naiven mit sich. Die Reflektion geschieht erst mit zunehmendem Alter, wie dies auch bei K.L. Schweisfurth stattgefunden hat. Aber egal, welches er von den beiden Leben der alten oder der neuen Welt lebt, die Sonne, unsere Weise, wie wir uns in die Welt leuchten, entlässt ihn, durch die Grundstimmung des 11.Hauses, niemals in die Welt des Alleingangs. Das ist ein Paradoxon mit Sonne in 11, das in der Regel überwunden wird, wenn man die seine zugewiesene Rolle eines Wegbereiters übernimmt: dadurch erlangt man Profil und schließt Gemeinschaftlichkeit nicht aus. Herr Schweisfurth bekam somit eine schier unglaubliche Chance, sein Handlungspotenzial zu vergrößern. Einen weiteren möglichen Grund, wieso er zunächst zögernd, dann aber ohne große Bedenken in die Firmenleitung eingestiegen ist, sehe ich in der Konjunktion der Ceres mit seiner Sonne. Denn Ceres, als die Fähigkeit, für sich selbst und für andere zu sorgen (3), verspricht in dieser Position zumindest dem Auftrag „für andere zu sorgen“ gerecht zu werden. In seinem Fall kam die Weisung in der Lebensmittelbranche zum Tragen, gefärbt mit der Botschaft aus dem 11.Haus: vorausschauend und zukunftsweisend das Überleben von menschlichen Gemeinschaften zu sichern, und Sorge dafür zu tragen, dass die Nahrungsressourcen auch weiterhin als Ressourcen genutzt werden können. Der letztere Punkt fiel während seiner Zeit als HERTA-Chef unten durch. Auch der Ceres-Aufruf „für sich selbst zu sorgen“ entfiel erst mal zugunsten des Aufbaus des HERTA-Konzerns. Für ihn selbst spielte dies zunächst keine große Rolle, denn jedwede Idee, die er verwirklichte, erwies sich als Vorreiter und Erfolgsgarant: bald konnte jedermann den Wurstaufschnitt im Kühlregal der Lebensmittelläden erstehen, was in dieser Zeit als Revolution galt. Immer wieder verhilft ihm sein Uranus in Haus 8 und seine Sonne aus Haus 12 zu derartigen ungewöhnlichen Pionierleistungen, allerdings mit dem starken Element der Pflichterfüllung vereint, die Nutzbarkeit des Ganzen in den Vordergrund zu stellen (Uranus als Herrscher des 6.Hauses).

Seine Autobiografie offenbart viel von seiner Demut und Achtung den Menschen gegenüber, und von den Selbstzweifeln (Mond im Quadrat zu Saturn in Haus 4), seinen Vorstellungen und Rollen gerecht zu werden. Das Erstere spiegelt sich in der Venusposition in der fast exakten Konjunktion zum Aszendenten wider. Mit der Venus aus Haus 9 kommend, besitzt er somit ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden und trägt den Wunsch in sich, Gegensätze zwischen den Menschen zu überwinden. Aus derselben Konstellation heraus, in Verbindung mit dem Mond in Haus 2 in der Waage, entsteht ebenfalls sein tiefes Gefühl für Kunst als einem Lebenselixier. Egal was er erschuf, die Kunst (vor allem die zeitgenössische) wurde als wesentlicher Bestandteil in die räumlichen Funktionen der Betriebe integriert. K.L. Schweisfurth will menschliche Atmosphären schaffen – sein Plan einer Großraumfabrik, unter Berücksichtigung, dass sich die Lebens- und Arbeitsräume auf die Menschen, die darin arbeiten, beziehen, wurde aus dem Zusammenwirken von Architekt, Ingenieur und Künstler realisiert. Dieser Einfall schlägt sich später in dem Schlagwort Humanisierung der Arbeitswelt nieder. Er prägte damit die moderne Arbeitswelt entscheidend mit; ein weiterer Beweis für seinen Einsatz, das Ungewöhnliche nicht nur zu denken, sondern auch zielgerichtet in die Welt zu setzen (Mars als Herrscher aus Haus 8 in Haus 10, nach der Regel des letzten Sechstels). Glücklicherweise begegneten ihm auch immer die Menschen, die bereit waren, mit ihm seine neuartigen Eingebungen zu verwirklichen. Da der Deszendent mitunter alles enthält, was uns begegnet, erschien für ihn mit den Fischen am DC alles möglich, und so blieb er nach außen geöffnet, um immer am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu sein (AC Jungfrau). Nicht nur dem Alltäglichen gegenüber, sondern vor allem dessen, was noch nicht fassbar oder sichtbar ist, aber schon in der Luft zu schweben scheint. So greifen die Herrscher des Aszendenten (Merkur in 12) und des Deszendenten (Neptun in 12) wunderbarerweise ineinander über und geben dem „Unsichtbaren“ Raum und Gestaltung, auch in einem gesellschaftlich beeinflussenden Sinn. Folgendermaßen plädiert er heute für ein Erkennen, dass das reine Funktionieren und die Aufrechterhaltung von multiplen Mechanismen, von dem, was uns Allen gemeinsam ist, trennt, und ein unwürdiges Leben für alle Beteiligten erschafft. Er konfrontiert die Menschen gerne mit anschaulichen Beispielen, damit Erkennen umgehend erfahren werden kann. Wie auch seine Ausstellung über die gegenwärtige Fleischherstellung beweist: „Ich möchte Menschen nachdenklich machen…. (z.B. über solche Fragen wie): was ist das eigentlich, was man sich drei Mal täglich einverleibt? Also die Qualität anzuschauen, hinter der Qualität. Wie es gemacht ist (2)“.

Einen langen Zeitraum hinweg verhalf ihm seine Jupiter-Saturn-Opposition, über die bereits entstandenen Betriebe im In- und Ausland den Überblick zu bewahren. Wachstum (Jupiter in Haus 10) konnte mit dem Bestreben, stets selbst nach dem Rechten sehen zu wollen, im Gleichgewicht gehalten werden. Als jedoch Saturn in den Jahren 1973/74 im Transit das 10. Haus passierte, abbildungerkannte er die Grenzen der Expansion und des Ressourcenverbrauchs. Diese Erkenntnis wirkte sich zwar noch nicht unmittelbar auf sein Verhalten aus, aber der schleichende Prozess des Nachdenkens hatte begonnen. Anregungen hierfür bezog er aus kritischen und weit blickenden Schriften. So vollzog er in den 70ern eine Umstrukturierung nach dem Motto Small is beautiful: vom großen Konzern zu einer Anhäufung von Einzelunternehmen, um wieder Überschaubarkeit herzustellen und den Mitarbeitern Verantwortung zurückzugeben. Nicht nur dieses Beispiel läutete insgesamt eine langsam fortwährende Entwicklung für selbstkritische Ambitionen ein. Astrologisch betrachtet, kam er durch die „Vereinnahmung“ seiner IC-MC-Achse mittels Transit-Saturn und des später folgenden Transit-Neptuns am Imum Coeli (ab ca. 1976) nicht umhin, sich selbst aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

abbildungEbenfalls in dieser Zeitspanne erreichte Transit-Pluto seinen Mond (in Haus 2), der von Haus aus in Quadraten zu Jupiter und Saturn steht. Sein Mond erfüllte ihn wohl ständig nach dem Bedürfnis des Habens, aber Pluto hinterfragte das reine Haben durch das Gefühl, das ihn beschlich, in einem seelischen Sinn nicht mehr satt zu werden. Gedanken, die daraus empor gingen, deklarierte K. L. Schweisfurth zum Leitbild seiner Unternehmen und Mitarbeiter. In einem seiner Grundsätze für die Geschäftspolitik heißt es z.B.: „Ich erwarte von meinen Mitarbeitern Bescheidenheit: Ich denke, dass wir alle weitgehend darauf verzichten sollten, unser eigenes Image und Profil zu pflegen…. Jeder der wirklich Autorität hat, kann auf (Status)Symbole verzichten (1)“. Gleichzeitig erhebt er den Menschen in den Mittelpunkt allen wirtschaftlichen Geschehens und teilt mit, dass Technik und Fortschritt nur Mittel zum Zweck sind.

Neptun im Transit am Imum Coeli (ca. 1976 – 79) brachte eine Folge von Bewusstseinsveränderungen mit sich, die bis in die Gegenwart anhielten und prägend auf K. L. Schweisfurth wirkten. Mit seiner zweiten Ehefrau begann er Reisen in buddhistische Länder zu unternehmen, zu meditieren und sich in einen jährlichen Rückzug zu begeben, um zu fasten und ganz bei sich sein zu können (Saturn in 4: sich Klarheit durch strukturierten Rückzug verschaffen). Mit seinen drei Kindern aus erster Ehe gab es zwar schon Diskussionen darüber, wie er aus ihrer Sicht sein Leben zwischen dem permanenten Unterwegssein und der Vermehrung der Fabriken inkl. Produktionssteigerung sinnlos vergeudete, aber erst als Saturn im Transit am Aszendenten und ins 1.Haus Einkehr hielt (1979 – 1981), unterzog er sich selbst einer kompletten Überprüfung und hinterfragte seine Art zu leben. abbildungMit Saturn im Geburtshoroskop in Haus 4 stehend, als Herrscher des 5.Hauses, werden unsere Schöpfungen kontinuierlich auf uns zurückgeworfen. Bei K. L. Schweisfurth äußerte sich dieses Geschehen zuerst durch seine biologischen Schöpfungen, seinen drei Kindern, bis sie ihre Aufgabe als solches erfüllten, und er nun selbst das Ausmaß seiner in die Welt gesetzten technischen Errungenschaften erkannte. Jetzt stand er vor der Erschaffung seines Mammutkonzerns mit all den Unwägbarkeiten, die da lauteten: Unmöglichkeit das Unternehmen in dieser Größe noch zu überblicken, Entfremdung der Natur, Massentierhaltung, Umfunktionierung des Menschen zur Maschine, schmachvolles Abschlachten der Tiere. Er, der Mann, der sich derartiges auf diese Weise niemals wünschte; der bestrebt war, die Technik für die Menschheit zu nutzen, und ihr nicht damit das Genick zu brechen, hatte zu all dem beigetragen. Eine weitere Begebenheit stürzte ihn schließlich in einen tiefen Konflikt. Er unternahm eine Reise zu den Betrieben, von denen er die Tiere bezog. Er erkannte, dass er nichts darüber wusste, wie die Tiere gehalten wurden, ehe sie abgeschlachtet in seinen Fabriken landeten. Was er erlebte und sah, traf ihn zutiefst in der Seele. „Mir war schlagartig klar, dass Fleisch von derartig gequälten Tieren keine lebensfördernde Nahrung für uns Menschen sein kann, und gleichzeitig war ich als Chef des riesigen Unternehmens darauf angewiesen, Tiere in sehr großen Mengen geliefert zu bekommen (1)“.

Es vergingen noch einige Jahre, bis er diesen inneren Zwist lösen konnte. Bis dahin schleiften äußere Einflüsse an seinem Ceres-Auftrag „für sich selbst und andere zu sorgen“, ohne sich dabei in derartige Konflikte begeben zu müssen: inzwischen bestimmten nicht mehr die Unternehmensleitungen den Markt, sondern die Kunden beeinflussten deren Entscheidungen. Aber auch der wirtschaftliche Wettbewerb wurde zum inneren Verhängnis. K. L. Schweisfurth lehnte trotzdem jeglichen Qualitätsverlust, bezogen auf die Erzeugnisse, der sozialen Systeme und der Arbeitsplätze in seinem Unternehmen, vehement ab. Zum Jahreswechsel 1983/84 begab er sich, wie bereits zur Gewohnheit geworden, auf Rückzug in die ritualisierte Fastenwoche. Dieses Mal sollte er jedoch von einem Geistesblitz getroffen werden; vielleicht hätte er diese Vision früher oder später auch ohne die Opposition des Transit-Uranus zu Mars (in 10 aus Haus 8 kommend) erhalten, aber wie so viele Dinge in unserem Leben geschieht es meistens, wenn wir wirklich bereit dazu sind. abbildungSo wurde die Idee eines neuen Lebensziels geboren: Rückbesinnung auf die Natur, um wieder im Einklang mit ihr leben zu können – Herstellung von Lebensmitteln, die dem Anspruch, Leben zu beinhalten, erfüllen – völliger Neubeginn von Allem, was er bis dahin getan hatte. Diese Vision brachte ihn auf dem Weg zu den heutigen Herrmannsdorfer Landwerkstätten, in denen unter Mitwirkung vielfältiger Fachkompetenzen der ökologische Landbau und die artgerechte Tierhaltung Einzug erhielt. Ende 1984 verkaufte er den millionenschweren HERTA-Konzern und konzentrierte sich völlig auf den Aufbau eines neuartigen Wirkungsbereiches.

Um eine höhere Version seines Selbst zu werden, bedarf es auf der IC-MC-Achse einer beträchtlichen Anstrengung. Mit dem Medium Coeli im Zeichen Zwilling ist er zwar immer dazu aufgefordert, Verbindungen herzustellen, aber jetzt hatte er eine zufrieden stellende Möglichkeit gefunden, das Imum Coeli im Zeichen Schütze, sprich Jupiter im 10.Haus, als Herrscher des 4.Hauses, mit zu integrieren. Er erreichte eine Form eines vernetzenden Denkens, das in der Lage war, jedes Detail, das für den Aufbau einer ökologischen Wirtschaft von Bedeutung ist, in die Gesamtzusammenhänge so einzubetten, dass die Synergieeffekte nutzbar und lebenserhaltend wurden.
abbildungMit dem Einzug des Transit-Uranus ins vierte Haus, nun aus der Kraft des wahrhaftigeren Selbst heraus, konnten sich endlich seine Visionen manifestieren. Bevor K. L. Schweisfurth ein Stück Land und einen Hof für die Landwerkstätten fand, gründete er im November 1985 die Schweisfurth-Stiftung in München. Diese hat den Auftrag, sich mit allen Zusammenhängen zu befassen, die die Gesundheit und das Leben fördern. Es geht ihm nicht darum, die Technik zu verteufeln, sondern sie vernünftig in die Landwirtschaft zu integrieren. (Aus diesen Intentionen heraus trug er 1993 auch dazu bei, dass in Berlin der erste Lehrstuhl für Agrar-Kultur errichtet wurde; das geschah zu der Zeit, als Neptun und Uranus im Transit in sein 5.Haus wanderten.) Kurz darauf konnte er zwei wunderschön gelegene Gutshöfe erkaufen: Gut Sonnenhausen für die Tierhaltung und Gut Herrmannsdorf für die Produktion. Wurde er bei seiner ersten Saturn-Wiederkehr zum ersten Mal Vater, so wurde er in der Phase seiner zweiten Saturn-Wiederkehr Vater einer neuen Welt.

Doch wie sieht sich Karl Ludwig Schweisfurth denn nun selbst? „Wer bin ich? Ein neugieriger Mensch, ….den es nicht interessiert, die ausgetrampelten Pfade des Lebens immer weiter und weiter und weiter zu gehen. Die grundsätzlichen Fragen des Lebens kann man auch anders anpacken, als wie man es gewöhnt ist (2)“. Dass man dazu einige Umwege in Kauf nehmen muss, beweist uns das Leben zur Genüge. Es wird einen Grund geben, wieso der Spruch „Das Labyrinth ist das Gleichnis des Lebens, denn der schnellste Weg führt nicht unmittelbar zum Ziel“ am Fuße des Labyrinthberges in Herrmannsdorf steht.
(1) Zitate wurden aus der Autobiografie „Wenn’s um die Wurst geht“ von Karl Ludwig Schweisfurth entnommen; TB, Goldmann-Verlag

(2) Zitate aus “Vom Wurst-Baron zum Bio-Bauern – K. L. Schweisfurth”: ein Film von M. Hemschemeier, WDR 2004

(3) inspiriert wurde ich bei der Ceres-Deutung von Christopher A. Weidner

Geburtsdaten Karl Ludwig Schweisfurth: 30.07.1930; 09:00 h MEZ; Herten, BRD. Placidus. Persönliche Angaben der Familie Schweisfurth, der ich hiermit meinem herzlichsten Dank aussprechen möchte!

Sonstige Hinweise:

http://www.schweisfurth.de/die-stiftung.html

http://www.herrmannsdorfer.de

http://www.zukunft.de/index1.htm

Das Foto befindet sich auf der Homepage der Herrmannsdorfer Landwerkstätten; ich erhielt hierfür die freundliche Genehmigung von Karl Ludwig Schweisfurth. http://www.herrmannsdorfer.de/content.php?mid=0

Für alle, die noch mehr über Karl Ludwig Schweisfurth erfahren möchten, können in der demnächst erscheinenden Novemberausgabe der Sternzeit-Fachzeitschrift meinen Artikel “Der Sog, über sich selbst hinauszuwachsen: Die Irrfahrten des Karl Ludwig Schweisfurth” lesen. Ich behandle in diesem Artikel ausführlich den vierten Quadranten, die sich darin befindenden persönlichen Planeten und ihre Aufgaben als Herrscher. Zu beziehen unter http://www.stern-zeit.de/

© 2007 Dagmar Wäscher @ 20. Oktober 2007

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