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Christopher Weidner

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Mondfinsternis!

Der Mond, Horoskope, Zeitqualität | Noch keine Kommentare |

abbildungAm 21. Februar haben wir in unseren Breiten nicht nur Vollmond, sondern wieder die Gelegenheit, eine totale Mondfinsternis zu beobachten. Dass es sich dabei um ein faszinierendes Naturschauspiel handelt, wissen alle, die diesem Spektakel schon einmal beigewohnt haben: der Mond verfärbt sich längere Zeit tiefrot – zuletzt bei uns zu beobachten Anfang März 2007 (vgl. Die Macht des roten Mondes und Wolf frisst Mond auf astrophoenix, mehr zur Astronomie der Mondfinsternis im Wikipedia-Artikel zum Thema).
Diesmal jedoch heißt es früh aufstehen: die Finsternis wird sichtbar um 2:10 Uhr und erreicht um 4:26 Uhr ihr Maximum. Das Ende der Sichtbarkeit wird um 6:45 Uhr sein. Wie man sieht, erstreckt sich eine Mondfinsternis über 4 Stunden und 35 Minuten, wenn man den Ein- und Austritt in den Halbschatten berücksichtigt, sogar noch länger: von 1:35 Uhr bis 7:17 Uhr (Eine ausführliche Besprechung der Mondfinsternis aus astronomischer Sicht gibt es in der Astro-Corner).
Da stellt sich die Frage:

Wann beginnt eine Mondfinsternis astrologisch?

In vielen Publikationen wird der Zeitpunkt der maximalen Verfinsterung herangezogen. Doch schon Michael Roscher bemängelte, dass dies im Sinne der Astrologie eigentlich unlogisch sei, denn: Astrologie geht davon aus, dass der Beginn eines Prozesses die größte Aussagekraft hat. So berechnen wir ein Horoskop auf den Beginn des Lebens und leiten daraus unsere Schlüsse für den weiteren Verlauf ab. Ähnlich in der Ereignisastrologie: hier heißt, so wie eine Sache beginnt, so geht sie weiter und so endet sie auch. Daher ist auch schlüssig, den Beginn der Finsternis als Zeitpunkt zu nehmen. Doch welchen Beginn? Hier schlug Michael Roscher vor, den Beginn der Totalität zu verwenden, also jenen Augenblick, in dem die Finsternis total wird. Dies geschieht bei unserer Mondfinsternis um 4:01 Uhr.
Dies macht für die Position des Mondes und der Sonne nur einen minimalen Unterschied aus. Doch wenn ich die Finsternis auf einen Ort berechnen möchte, erhalte ich zu unterschiedliche Positionen für die Häuserachsen.

Wie lange gilt eine Mondfinsternis?

Bevor wir uns das Horoskop genauer anschauen, sollten wir noch klären, wie lange diese Finsternis Gültigkeit hat. Allgemein gilt: eine Finsternis gilt so lange, bis sie von der nächsten abgelöst wird. Die nächste totale Mondfinsternis findet erst wieder am 21.12.2010 statt – die Konstellationen dieser Finsternis würde demnach also fast drei Jahre gelten! Allerdings gelten Mondfinsternisse als weniger bedeutsam im Vergleich zu den augenfälligeren Sonnenfinsternissen. Claudia von Schierstedt meint, dass Mondfinsternisse daher nur wenige Wochen wirksam seien (Schierstedt, Finsternisse astrologisch deuten, Chiron Verlag, S.81). Ob dies pauschal immer so zu betrachten ist, kann ich mangels Erfahrung mit der Deutung von Mondfinsternissen nicht sagen. Doch da wir bereits am 1. August dieses Jahres wieder eine totale Sonnenfinsternisse haben werden, gehe ich davon aus, dass spätestens diese Finsternis die Auswirkungen der Mondfinsternis aufheben wird.

Das Horoskop

Schauen wir uns das so berechnete Horoskop an:

abbildung

(1) Der Kritische Grad der Finsternis

Der erste Blick gilt dem Tierkreis-Grad, auf dem die Finsternis stattfindet: dieser bewegt sich zwischen 1°36′ Jungfrau für den Mond und 1°51′ Fische für die Sonne. In diesen Bereich fällt der Kritische Grad 1,5° – 2,5° in allen beweglichen Zeichen, der die Konstellation Mars/Jupiter trägt. Michael Roscher nennt in seinem Buch “Kritische Grade in der Prognose” diese Konstellation die “Schiedsrichterkonstellation”, und kommentiert dies mit: “mischt sich ein”. Gemeint ist wohl, dass Entscheidungen getroffen werden (Mars) aus einer übergeordneten Position aus (Jupiter). Der Schiedsrichter ist einer, der nicht zum Spiel gehört, wohl aber den Ablauf des Spiels beeinflussen kann. Man könnte auch sagen: Er lenkt durch seine Entscheidungen das Spiel, nicht selten zum Missfallen der Spieler. Seine Entscheidungen werden daher oft als Einmischungen empfunden. Für uns könnte dies bedeuten, dass die Mondfinsternis den Beginn einer Phase ankündigt, in der wir mit Einmischungen von höherer Stelle zu rechnen haben, die das, was wir in Gang setzen, von einer übergeordneten Warte aus beurteilt. Vielleicht fühlen wir uns dadurch sogar bevormundet.
Mars/Jupiter verweist jedoch auch auf die erfolgreiche (Jupiter) Durchsetzung (Mars) unserer Interesse. Es ist DIE Unternehmerkonstellation. Möglicherweise stehen gerade die Projekte auf dem Prüfstand, die auf expansives Wachstum setzen, auf Gewinn. Ich muss gerade an die jüngsten Ereignisse in Deutschland denken: die Razzien bei sich der Steuerhinterziehung verdächtig gemachten Personen. Warf hier die Finsternis ihren Schatten voraus? Wie dem auch sei: Überall dort, wo Jupiter seine Finger im Spiel hat, werden wir auch mit der Gefahr des “Zuviel des Guten” konfrontiert. Wo wir beginnen zu übertreiben und glauben herrschendes Recht gelte nicht für uns, wird es schwierig: der kosmische Schiedsrichter wird uns kein Foul durchgehen lassen.
Roscher schreibt hierzu: “legt sich mit zu vielen gleichzeitig an; überschätzt die eigenen Kräfte.” Vorwärts zu gehen, aber sich nicht dabei zu überschätzen, auch wenn wir glauben, dass wir Rückenwind haben – das scheint die Devise zu sein. Etwas unternehmen, aber dabei die Grenzen zu wahren und immer wieder zu überprüfen: Nehme ich mir nicht zu viel vor? Überschätze ich mich möglicherweise? Verspreche ich mehr, als ich halten kann?
Beachtenswert ist dabei, dass wir in naher Zukunft sich die Mars-Jupiter-Opposition wiederholt, die schon 2007 prägte: am 24.04.2008 steht der wieder direktläufig gewordene Mars Jupiter genau gegenüber. Durch die Konstellation auf dem Finsternisgrad wird dieser Opposition eine besondere Prägnanz verliehen, da bin ich mir sicher.

(2) Aspekte zur Finsternis

Das Horoskop der Mondfinsternis vom 21.02.08 zeigt einen markanten Aspekt: die Konjunktion des Saturn mit Mond. Meines Erachtens verstärkt dieser Aspekt die Ernsthaftigkeit, mit der wir uns dem oben genannten Thema widmen müssen. Es geht darum, dass übergeordnete Strukturen gewahrt werden müssen, wollen wir uns erfolgreich durchsetzen. Eine maßvolle und respektvolle Haltung ist nötig, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen. Eine distanzierte und objektive Betrachtungsweise der Folgen unseres Verhaltens wird uns weiter bringen als ein enthusiastisches Voranstürmen mit wehenden Fahnen.
Andererseits bedeutet dieses Konstellation auch, dass wir uns möglicherweise in unserem Erlebensspielraum (Mond) eingeschränkt fühlen (Saturn). Es fällt uns schwerer als sonst, Recht und Ordnung zu wahren, fühlen uns vielleicht förmlich gezwungen. Doch das Versprechen von Mond/Saturn ist die Nachhaltigkeit des Ergebnisses. Wer sich als jetzt dazu anhält, diszipliniert und mit kritischen Blick auf jeden einzelnen seiner Schritte voranzugehen, der wird am Ende als Gewinner dastehen.

Weiterführende Deutungsmöglichkeiten

Damit ist erst der Anfang einer Deutung geschaffen. Traditionell werden nun die Finsternis-Horoskope auf verschiedene Orte übertragen und dann aus diesen weltpolitische oder gesellschaftlich relevante Tendenzen abgeleitet. Man kann auch den Finsternisgrad mittels Astrokartographie auf die Landkarte projizieren und so Orte herausfinden, zum Beispiel wo sich die Finsternis am Aszendenten oder am Medium Coeli befindet. Dort würde sie sich naturgemäß am stärksten auswirken. Auch künftige Transite von anderen Planeten zum Finsternisgrad sind zu beobachten.
Spannend ist auch die Betrachtung des der Finsternis in Bezug auf das eigene Horoskop. Man könnte dabei so vorgehen:

  • In welches Haus fällt bei mir die Finsternis? Aspektiert sie Planeten oder andere Horoskopfaktoren?
  • Welche Lebensbereiche sind daher für mich besonders wichtig in Bezug auf die oben genannten Themen?

Eins jedoch passt wieder mal wie die Faust aufs Auge: Michael Roscher warnt bei dem Kritischen Grad indirekt vor einer Überdosis Koffein (Mars – das Koffein, Jupiter – das Zuviel davon). Genau die werden wir aber brauchen, wenn wir das ganze Schauspiel von Anfang bis Ende genießen wollen, angesichts der doch recht morgendlichen Stunde.

In diesem Sinne: Tassen hoch!

Christopher Weidner

© 2008 Christopher Weidner @ 20. Februar 2008

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