Astrologie & Karten
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Im Laufe der Zeit kombinieren viele astrologische Berater die Astrologie mit anderen Disziplinen. Denn Astrologie kann vieles, aber nicht alles. Astrologie ist ein hervorragendes Diagnoseinstrument, um zu sehen, was aktuell gerade im Leben ansteht, was „dran“ und was wichtig ist. Doch manchmal kommt man vielleicht an eine Stelle, wo das Problem erkannt und benannt ist, und es sich zeigt, dass zur weiteren Lösung des Themas noch andere Schritte notwendig sind, wie z. B. ein klärendes Ritual, systemische Aufstellungsarbeit, die Auflösung von gedanklichen Blockaden oder was auch immer. Und dann gibt es Stellen, wo die Astrologie nicht geeignet ist, um bis ins Detail einer Frage zu gehen oder die dazugehörigen Hintergründe aufzudecken. Schließlich hat jede astrologische Konstellation eine Vielzahl von möglichen Entsprechungen. Für diese Fälle kann es sinnvoll sein, weitere Prognosemethoden – ich nenne sie gern „Orakel“- einzusetzen.
Eine albanische Bekannte von mir beherrschte die Kunst des Kaffeesatzlesens bis zur Perfektion. Sie konnte damit vor allem brandaktuelle Tagesereignisse präzise voraussagen, was mich sehr beeindruckt hat. Handlesen ist eine weitere alte Orakelkunst. Ich habe schon zweimal gute Handlesungen erhalten, die allerdings vorwiegend charakterliche Merkmale von mir aufgegriffen haben. Eine Weile habe ich mit dem „Gummibärchen-Orakel“ experimentiert, das eigentlich ein Farborakel ist und darauf beruht, dass Farben für bestimmte Energien stehen. Mit einem solchen Orakel lassen sich vor allem aktuelle seelische Anliegen sehr gut beschreiben. Es gibt noch viele weitere Orakel, zu denen Kristallkugeln, Runen, Numerologie und viele andere Dinge gehören. Auch wenn ich einige davon sehr faszinierend finde, möchte ich meine Klienten, die fast alle hier im Westen groß geworden sind und einen bestimmten Anspruch an die „Wissenschaftlichkeit“ einer Beratungsmethode stellen, nicht mit allzu mysteriös wirkenden Orakeln erschrecken. Alles, was allzu undurchsichtig auf uns wirkt, hat eine Aura von „magisch“, „unerklärbar“ und „geheimnisvoll“, die ich für eine wirklich gute Beratung nicht gerade hilfreich finde.
Viel anerkannter und verständlicher sind für uns hier im Westen Karten als Prognoseinstrumente. Sie haben etwas Bildhaftes, das jeder Mensch sofort intuitiv versteht. Ich habe – noch bevor ich auf die Astrologie stieß – viel mit Tarotkarten gearbeitet. Später kamen Kipperkarten und Lenormandkarten hinzu. Bei den mystischen Lenormandkarten, die zusätzlich zu ihren Bildern noch astrologische Symbole haben, bin ich schließlich „hängen geblieben“. Diese Karten sind einfach zu verstehen, sehr sprechend durch ihre Bilder, haben eine positive Ausstrahlung und besitzen einen gewissen Zauber. Für Astrologen sind sie sehr leicht erlernbar, da die symbolische Zuordnung von Tierkreiszeichen, Häusern und Planeten das Verständnis ungeheuer erleichtert. So steht die Karte Nr. 3, das Schiff, beispielsweise in Verbindung zum 9. Haus. Das Bild: Ein Schiff auf hoher See, das Reisende an ein weit entferntes Ziel bringt. Wenn wir Astrologen sind und das 9. Haus kennen, verstehen wir die Bedeutung der Karte sofort: Horizonterweiterung, Reisen, Visionen, Ziele usw. Zwar hat sie auch noch einige Bedeutungen darüber hinaus, doch der Kern der Karte ist bereits allein durch das Bild und das astrologische Symbol verständlich.
Ich setze die mystischen Lenormandkarten gern als Ergänzung zu astrologischen Beratungen ein, zur Verfeinerung sozusagen. Ich möchte Ihnen im Folgenden ein Beispiel aus meiner Beratungspraxis geben:
Horoskopabbildung zum Beispiel
Eine Klientin kam zu mir, weil sie sich beruflich verändern wollte. Sie arbeitete freiberuflich als Musikerin und Musiklehrerin, vor allem mit Kindern, und hatte sich um die stellvertretende Leitung einer Musikschule beworben. Ihre Frage lautete: Ist diese neue Verantwortung das Richtige für mich und wird das mit der Stelle klappen? Ein Blick in Ihr Horoskop verriet: Der laufende Saturn stand direkt an Ihrem Jungfrau-Aszendenten. Dies verbinden wir damit, dass ein Mensch eine neue Verantwortung übernimmt, einen neuen Reifezyklus beginnt und in höhere Aufgaben hineinwächst. Mit einem Mond im zehnten Haus der Öffentlichkeit und des Berufs und Saturn im Zeichen Krebs eignet sich die Klientin hervorragend, um beruflich mit Kindern zu arbeiten. Eine leitende Autoritätsstellung in einem Bereich, wo es um Kinder, Seelisches oder Künstlerisches geht, sind sehr gute Entsprechungen dafür. Dass es das Richtige für sie war, konnte ich also dem Horoskop entnehmen. Doch würde sie erfolgreich aus der Bewerbung hervorgehen?
Zu dieser Frage fanden sich unter anderem folgende Faktoren: Der laufende Jupiter (Unterstützung, Erfolg, Expansion) stand im Trigon zu ihrem besagten Mond im Berufshaus und im Sextil zu ihrer Sonne, als Symbol für den individuellen Ausdruck der Persönlichkeit. Trigon und Sextil als hilfreiche Aspekte sorgten hier dafür, dass der individuelle Ausdruck, die eigene Lebendigkeit und der mütterlich-fürsorgliche Anteil meiner Klientin in dieser Phase viel Rückenwind bekamen. Wir konnten das als positive Signale deuten, dass sie die Stelle möglicherweise bekommen würde. Zumal sie die perfekte Qualifikation für die Stelle hatte.
Doch es gab auch etwas, das dagegen sprach: Saturn stand im Quadrat zum Herrscher ihres Deszendenten. Dies steht symbolisch für einen möglichen Widerstand von außen. Wer oder was dies sein konnte, war uns nicht klar, die Klientin hatte dazu auch keine Idee. Auch ein innerer Widerspruch war denkbar, eine Unklarheit über die eigene Motivation (Neptun als Herrscher des DC nahe dem IC).
Insgesamt befanden sich die astrologischen Aussagen scheinbar in einer Pattsituation, es gab einiges, das „dafür“ sprach, aber auch etwas „dagegen“. In so einem Fall bemühe ich gern die Karten. Da die Klientin dafür aufgeschlossen war, taten wir das auch. Wir stellten zunächst ihre Frage: „Wie sind meine Aussichten, die Stelle zu bekommen?“ Die Kartenlegung ergab: Herr, Berg und Turm. Die Karte „Herr“ wird dem Planeten Mars zugeordnet und steht für eine männliche Person. Die Karte „Berg“ hat einen Bezug zum Zeichen Steinbock und steht für ein Hindernis, für etwas, das mehr Mühe machen könnte als es an Vorteilen einbringt. Der Karte „Turm“ wird astrologisch Saturn zugeordnet. Sie symbolisiert unter anderem Autoritätspersonen, institutionelle Einrichtungen, Grenzen und Isolation, aber auch selbständiges Arbeiten.
Diese Kombination im Zusammenhang mit unserer Frage ist eindeutig und sagt: Nein, das wird nichts. Die Hindernisse sind zu groß. Es gibt offenbar eine männliche Person in dem Institut, die viel zu sagen hat und die die Entscheidung für die Klientin entweder langfristig blockiert oder ganz abbiegt.
Ich fragte meine Klientin daraufhin, ob Sie denn alternative Ideen hätte, falls das mit der Stelle nicht klappen würde. Die hatte sie. Sie wollte in diesem Fall ihre selbständige Tätigkeit als Musiklehrerin ausweiten und die Leitung eines weiteren Kinderorchesters übernehmen.
Wir stellten also noch eine Frage für die Kartenlegung: „Wie entwickeln sich die Alternativprojekte, wenn ich diese angehe?“ Die Karten antworteten mit: Störche, Kind, Sonne. Die „Störche“ ist eine aktive Karte, die viel Bewegung und Veränderung anzeigt. Das „Kind“ steht für alles Kleine, alles Neue und Junge. Die „Sonne“ symbolisiert schlicht und einfach Erfolg und Gelingen.
Auch diese Kombination ist sehr eindeutig und sagt: Es wird eine Veränderung und einen Neuanfang geben. Etwas noch Kleines und Zartes wird sich zu einem Erfolg und zu einer Quelle der Lebensfreude entwickeln. Wir sponnen gemeinsam ein paar Ideen, welches noch „ungeborene“ Projekt am ehesten dafür infrage kam.
Auch eine mögliche Schwangerschaft sprach ich an. Die Klientin hatte durchaus einen Kinderwunsch, nur war ihr nicht klar, ob dies der richtige Zeitpunkt dafür war.
Die Karten Störche und Kind können in dieser Kombination für eine Schwangerschaft stehen; und auch die astrologische Symbolik macht dafür Sinn, denn eine „neue verantwortungsvolle Aufgabe“, eine „hohe Lebendigkeit“, das Hereinwachsen in eine „Autoritätsrolle“ und „Arbeit mit Kindern“ ist die Mutterschaft allemal! Mit Transit-Jupiter im Trigon zum Mond war die Empfangsbereitschaft meiner Klientin sicherlich relativ groß. Jupiter herrscht zudem über ihr IC, das heißt, sie hat eine große Resonanz zur Mond-Jupiter-Thematik. Auch der laufende Neptun, Herrscher ihres DC, stand im Trigon zum Radixmond und zeigte so möglicherweise eine Begegnung an, die ihre mütterlichen Seiten und bedingungslose Nähe und Liebe zum Vorschein bringen konnten.
Die Klientin war zufrieden mit der Beratung und ging nach Hause. Einige Wochen später bekam ich Feedback von ihr: Sie hatte die Stelle nicht bekommen, jemand anderes war ihr -trotz geringerer Qualifikation – vorgezogen worden. Unter der Hand erfuhr sie, dass dies „interne Gründe“ hatte. Die Leiterin der Musikschule hätte sie gern in der Rolle ihrer Vertreterin gesehen, doch von anderer Seite gab es Befürworter für einen männlichen Vertreter. Meine Klientin hatte sich damit schon abgefunden und freute sich nun darauf, ihre anderen Projekte zu verfolgen.
Ein paar Monate darauf meldete sie sich nochmals bei mir: Sie war schwanger. Sie und ihr Mann hatten sich kurzerhand entschlossen, dem „Storch“ mal die Tür zu öffnen, ohne es damit allzu eilig zu haben, und es hatte wider Erwarten direkt geklappt.
Sie möchten selbst Kartenlegen lernen? Am 12. Mai beginnt ein Anfängerkurs mit Sabine Bends in Köln:
http://www.astrologie-koeln.de/workshops.html#KartenA
© 2012 Sabine Bends @ 17. April 2012
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Schlagwörter: Kartenlegen lernen
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