“Ist es Liebe, wenn es schmerzt?” Eva Christiane Wetterer, Die dritte Seite des Mondes, Heyne
Lesen | (7) Kommentare |
Ein Buch passend zur Waage-Zeit
Die dritte Seite des Mondes.
Autor: Eva-Christiane Wetterer
ISBN: 3453580060
Online bei amazon.de bestellen
Waage ist das Zeichen der Partnerschaft und der Ergänzung. Das Zeichen des Ausgleichs, aber auch das Zeichen der Projektion. Warum? Weil nichts so sehr Spiegel unseres Innenlebens ist wie die Menschen, die wir lieben.
Eva Christiane Wetterer weiß das, und genauso weiß es ihre Romanheldin, Katharina alias Rose. Denn Katharina sucht als Rose im Internet nach dem, was ihr in ihrem realen Leben zu entgleiten droht: Die Liebe. Katharina ist so wie wir alle, insbesondere wir Frauen, insbesondere selbständige Frauen zwischen 30 und 40, die ihr Leben mithilfe von Handys, Freunden, Pasta und Schokolade meistern. Vielleicht auch mit einem Haustier, aber eben…. ohne Mann. Ohne Familie. Dafür mit einem tollen Job, in dem wir uns verwirklichen. Mit vielen tiefsinnigen Gedanken, und inspirierenden Worten, die wir mit anderen anregenden Geistern austauschen.
Wenn wir “Die dritte Seite des Mondes” aufschlagen, fühlen wir uns sofort zu Hause, wir sind in unserem eigenen Leben. Gut, vielleicht sind Sie nicht selbständig als Kolumnistin, haben gerade keinen Liebeskummer, vielleicht haben Sie auch einen Mann und Kinder und mögen keine Nudeln. Aber soviel anders als Katharina sind Sie sicherlich nicht! Oder haben Sie sich nie gefragt, wie das eigentlich ist mit der Liebe? Warum Sie nie das bekommen, was Sie wollen oder nur vom falschen Menschen, im falschen Moment?
Wo ist die Liebe, wenn sie nicht bei uns ist? Ist sie da draußen, in einem anderen Menschen? In einem ganz bestimmten, einem “Seelenpartner”? Oder in jedem beliebigen Menschen? Oder gar… in uns selbst? Wie können wir etwas finden, das wir scheinbar nicht haben, das aber möglicherweise auch kein anderer uns geben will?
Eva Christiane Wetterers Gedanken, die ihre Heldin Kathi für uns in Worte fasst, gehen tief in Sphären, an die wir nur mit Wahrhaftigkeit uns selbst gegenüber gelangen. Reine Projektion bringt uns da nicht weiter. Und so ist es nicht nur ein Buch über Partnerschaft und die Liebe, sondern über uns selbst, unsere Ängste und inneren Blockaden, über Verdrängtes und das, was wir nicht sehen wollen. Eine Andeutung von Skorpion…
Alle Andeutungen in diesem Buch in astrologische oder andere Bereiche, in denen wir “geheimes” oder metaphysisches Wissen erlangen, sind kein Zufall. Man spürt die tiefe Beschäftigung der Autorin mit all dem. Und auch ihren mit Vorsicht gepaarten Forschergeist gegenüber dem ein oder anderen “Unsagbaren”. Oder ist das “nur” ihre Romanheldin, die da spricht, und gar nicht die Autorin selbst?
Alles, was wir sehen, produzieren, treffen, kommt aus uns selbst. Ich habe mich in diesem Buch zutiefst wiedergefunden – eine Waage-Begegnung mit mir selbst. Haben Sie auch Lust auf ein Rendezvous mit sich selbst?
Herzlichen Gruß,
Sabine Bends
© 2006 Sabine Bends @ 27. September 2006
Empfehlen Sie diesen Artikel weiter!
Schlagwörter: Buch, Liebe, Mond, Partnerschaft, Projektion, Waage-Zeit
Weitere Beiträge von Sabine Bends.
Verwandte Artikel:








Liebe Sabine,
spricht die Romanheldin oder die Autorin, ist Fiktion, was geschrieben steht oder ist es ein Abbild der Wirklichkeit?
Die Dritte Seites des Mondes ist nicht meine Geschichte und doch ist sie ganz die meine. Ein Paradox? Die Eigenwilligkeit der Figuren die entstehen, ist – bei mir – nicht vom Leben selbst zu trennen, und so wie der Leser sich im Idealfall berührt erkennt, erkenne auch ich mich und manchmal wird das, was ich schreibe unvermittelt lebendig und klopft an meine Tür oder lässt mich auf weite Reisen gehen.
Ich bin habe mich vor einigen Jahren aufgemacht um einen Mann kennen zu lernen, über den ich lange bevor ich ihm real begegnete, bereits mit Kathis Worten in einem Buch schrieb. Es war das Buch, das später „Die dritte Seite des Mondes“ wurde. Ich reiste nicht nach Frankfurt wie Kathi, ich reiste in eine Stadt in der die Narren regierten zu jener Zeit. Und weil ich nicht sicher war, was die Realität für ein Licht auf unser Antlitz zaubern würde, liess ich bei meiner Ankunft meinen Koffer erst einmal im Schliessfach. Spät am Abend fuhren wir wieder zum Bahnhof, dass ich bleiben würde war keine Frage. Der Mann nahm mir lächelnd den Schliessfach-Schlüssel aus der Hand und bot an, meinen Koffer zu holen. Als er wieder aus dem Bahnhofsgebäude kam wurde er von zwei Polizisten begleitet, die annahmen er wolle den Koffer stehlen. Und so stieg ich schockiert aus dem Taxi, zeigte meinen Ausweis und versuchte auf dem müde erleuchteten Bahnhofsplatz, die Zahlenkombination einzugeben die meinen Koffer öffnen würde.
Wie oft sehen wir, was wir leben werden und wie selten sind wir in der Lage, es umfassend zu dechiffrieren? Was war im Koffer? Und warum schrieb Kathi mit meiner Feder über einen Mann, den ich erst später kennenlernen sollte? Fragen, die ihre Antwort gefunden haben. Einige stehen im Buch, andere werden für immer nur tief in mir stehen und dort neue Wirklichkeit erschaffen. Im Leben und in Büchern *lächel*. Beides ist niemals zu trennen, auch wenn das, was wir Realität nennen, scheinbar eine ganz andere Geschichte erzählt.
Sich für Momente seiner ureigensten Wahrheit nah zu fühlen, ist immer ein Wegweiser. Dass ich ihn in einem Buch, auf einem kalten Bahnhofsplatz, in dem Duft einer Rose oder in der Stille meines Herzens finden kann, gehört für mich zu den Wundern des Lebens. An denen auch ich zweifle, verzweifle, glücklich bin, mich wärme und mich immer wieder aufmache, zu neuen unbekannten Ufern.
Danke für Deine Worte zu meinem Buch! Sie haben meinen Tag erhellt!
Herzliche Grüße,
Eva
Liebe Eva,
“Wie oft sehen wir, was wir leben werden und wie selten sind wir in der Lage, es umfassend zu dechiffrieren?” schreibst du.
Ja! Wir sprechen, wir schreiben, wir tanzen, wir malen, wir drücken uns aus. Was auch immer wir ausdrücken, kommt aus uns. Und wenn es ganz tief aus unserer inneren Wahrheit kommt, dann ist es, was wir sind / werden / waren / sein möchten / sein können / immer schon gewesen sind.
Gerade das, was wir aus uns heraus fließen lassen, ohne Auftrag, ohne Ziel oder klarer Vorgabe, ist ein Hinweis wie er tiefer nicht sein könnte. Was für ein schönes Motiv, Schriftsteller zu sein!
Ich habe eine Zeitlang sehr viel gedichtet. Viele dieser Gedichte habe ich erst später verstanden, manche erst jetzt. Ich hatte und habe zuweilen dieses Erleben von Gewissheit “Das wird so sein.” Ich glaube, in jedem Augenblick, jedem Wort, das aus unserem Inneren kommt, allem, was wir hören und was uns tief berührt, liegt diese innere Wahrheit.
Es gibt Stellen in deinem Buch, an denen man förmlich spürt, wie tief die Wahrhaftigkeit ist, die da aus dir spricht. Und es war mir beim Lesen klar, dass dies niemals nur und ausschließlich Fiktion ist. Wie du sagst, die Wirklichkeit, unsere Wirklichkeit, liegt nicht nur in unserem Leben selbst, sonder auch in all unseren Schöpfungen. Ein Buch ist nicht nur ein Buch. Ein Rat an jemanden ist nicht nur ein Rat. Ein Bild ist nicht nur ein Bild.
Als ich noch ganz jung war, habe ich einmal meinen Lebensweg in Bildern gemalt, einfach so wie er mir kam. Da waren irgendwann ein Braut und eine Bräutigam, danach ich wieder alleine, danach konnte ich nichts weiter malen. Ich war erstaunt, warum denn da eine Frau alleine auf dem Bild war, wenn sie doch vorher geheiratet hatte… Damals habe ich nicht weiter darüber nachgedacht. Bei meiner Scheidung fiel mir das Bild wieder in die Hände…
Ich wünsche dir inspiriertes Schreiben! Sei herzlich gegrüßt, liebe Eva,
von Sabine
Liebe Sabine,
ich habe das Buch leider nicht gelesen, aber die Sache mit deinen Gedichten finde ich sehr beeindruckend. Wollen die nicht mal an die Öffentlichkeit?
Liebste Grüße
Dagmar
Liebe Sabine,
“Ich glaube in jedem Augenblick, jedem Wort, das aus unserem Inneren kommt, allem, was wir hören und was uns tief berührt, liegt diese innere Wahrheit”.
Ja, das glaube ich auch. Es gibt Momente, die unvergesslich sind, und die in der Schatzkammer des Inneren wirken, ohne dass wir genau wissen, auf welche Weise der alchemistische Prozess arbeitet. Aber dass unentwegt in der Tiefe und stille Bewegung und wissendes Ahnen da sind, das ist gewiss. Was wie Magie erscheint, nämlich, dass wir Bildnis von Lebensstationen schaffen oder sehen, lange vor der Zeit oder aus einer anderen Zeit, ist vermutlich eine Normalität, die das menschliche Bewusstsein dennoch nur schwer fassen kann.
Mir fiel vor einigen Wochen ein Bild in die Hände, das ich als etwa vierjähriges Mädchen gemalt habe. Es war das Bild meiner Familie. Die Eltern auf einem Berg. Zwei Kinder auf einem anderen Berg. Und ein drittes Kind auf einem weiteren Berg. Ich habe eine Schwester. Und dennoch habe ich die Wahrheit gemalt. 34 Jahre später hatte ich sie im Bewusstsein und konnte fragen und bekam die Antwort. Das wahre Wissen ist immer da, manchmal schläft es lange Zeit, aber erlöschen kann es niemals.
Ich wünsche Dir goldene Herbsttage!
Alles Liebe,
Eva
Liebe Dagmar,
ich dachte einmal, sie wollten. Aber das wurde dann doch in letzter Sekunde nichts und ich nahm es als Zeichen. Zuweilen taucht mal das ein oder andere hier und dort auf. Und so soll es wohl auch sein. Ich glaube, es ist gut so.
Ganz lieben Gruß nach München von
Sabine
Hallo Sabine!
Kennst du die Bücher von Peter Lauster? Ich glaube die könnten dir auch gefallen. Ich lese gerade das dritte vom ihm hintereinander.
Schau doch mal auf seine Homepage http://www.peterlauster.de.
Ganz liebe Grüße an dich
Nici
Liebe Nici,
danke für den Tipp! Na, auf der Seite kann man ja Stunden schmökern
…und witzig: Der Autor lebt ja in Köln.
Schönen Sonntag dir von
Sabine