Grenzen setzen
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“Es wird heutzutage viel über das Setzen von Grenzen gesprochen; dies ist eine notwendige Fähigkeit, wenn man seine Energie bewahren möchte und sie nicht von anderen Menschen erschöpfen lassen will. Allerdings haben nur wenige von uns gelernt, dies wirklich zu tun. Die folgende Übung ist einfach, wirksam und wird Ihnen zeigen, wie man eine fühlbare Grenze für sich selbst in Begegnungen setzt.
Sie zieht Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre eigene Energie. Sie erhält und bewahrt Ihre Energie und sorgt dafür, dass genügend Energie da ist, um Sie zu unterstützen. Diese Übung isoliert Sie nicht und schneidet Sie auch nicht von zwischenmenschlichen Begegnungen ab. Stattdessen liefert sie eine neuartige Basis für Begegnung, eine, bei der Sie tief in sich selbst ruhen. Regelmäßig angewandt, verhindert sie, dass andere Ihre Energie erschöpfen. Wenn Sie diese Übung einmal eine Weile praktiziert haben, können Sie sie — wenn nötig — in drei Sekunden durchführen.
Setzen Sie sich ruhig hin, wenn Sie diese Übung die ersten Male machen. Später können Sie sie überall ausführen, im Gespräch, im Stehen im Bus oder Zug, an Ihrem Schreibtisch. Jetzt setzen Sie sich aber hin und atmen ruhig. Bringen Sie Ihre Energie für einige Augenblicke zur Ruhe.
Nun stellen Sie sich vor, dass Sie mit Ihrem Geist eine Linie goldenen Lichts um Ihren Körper ziehen. Fangen Sie oben am Kopf an, einige Zentimeter von Ihrem Körper entfernt. Lassen Sie die Linie an der rechten Seite Ihres Kopfes hinunterlaufen, den Nacken, die Schulter und den Arm entlang, um jeden Finger, innen am rechten Arm zurück hoch, an der rechten Körperseite entlang, die Außenseite des rechten Beines hinunter, um jeden einzelnen Zeh, an der Innenseite des rechten Beins zurück hoch, und so um den ganzen Körper herum bis Sie wieder oben am Kopf ankommen.
Es ist eine einzige ununterbrochene Linie. Wenn Sie sie verlieren, fangen Sie erneut an. Wenn Sie Spannung feststellen oder ein Hindernis, machen Sie einfach weiter. Dies ist keine nebelige Lichtwolke um Sie herum. Es ist eine klar definierte Linie. Sie umrahmt den Körper wie eine zweidimensionale Zeichnung an der Tafel. Meine Erfahrung mit dieser Übung lehrt, dass es sehr hilfreich ist, die Linie ziemlich nah, fünf bis zehn Zentimeter vom Körper entfernt, zu ziehen. Wenn Sie es anders erleben, tun Sie, was für Sie richtig ist. Denken Sie jedoch daran, dass diese Übung nicht dazu dient, sich mit Licht zu umgeben. Hier geht es um Selbstdefinition — den Umriss Ihres einzigartigen Selbst zu zeichnen, wie ein Kartograf die Grenzen eines Landes auf einer Karte zeichnen würde. Wenn Sie versuchen, ein zu großes Gebiet im wörtlichen physischen Sinne zu definieren, könnten Sie dieses Gefühl der Grenze wieder verlieren.
Wenn Sie dann die Linie um sich herum gezogen haben, bleiben Sie einfach einen Moment ruhig sitzen und fühlen Sie sie. Stellen Sie sie sich als die Grenze, den Rand Ihres einzigartigen und persönlichen Wesens vor. Jedweder Einfluss von außen darf nur hereinkommen, wenn Sie es möchten. Stellen Sie sich vor, dass Sie Ihre eigene persönliche Energie von Ihrem Kopf durch Ihren Körper in Ihre Beine und wieder zurück fließen spüren. Sie ist wie das Blut, das in Ihrem Körper zirkuliert. Sie erleben den Fluss Ihres eigenen Energiesystems, Ihres Feldes. Fühlen Sie die Energie, die das Gefäß durchströmt, das Sie definiert haben.
Tun Sie das, solange Sie möchten.”
Entnommen aus: Donna Leslie Thomson, “Mehr Energie! – Innere Kräfte aktivieren und wirkungsvoll nutzen”, Knaur, Übersetzung: Sabine Bends
© 2008 Sabine Bends @ 21. Februar 2008
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Schlagwörter: Donna Leslie Thomson, Energie, Meditation
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