Kummerkasten August 2007
Sabines Kummerkasten | Noch keine Kommentare |
Sehr geehrte Fr. Bends,
seit ich ins Gymnasium gewechselt habe, habe ich mich mehr und mehr zurück-gezogen, weil ich mich in meinem neuen Umfeld nicht wohl fühlte. Seit einem Jahr habe ich einige Freunde verloren, weil sie umgezogen sind. Nun möchte ich wieder nach außen treten und neue Kontakte knüpfen, doch etwas hindert mich daran. Ich kenne mich selber in der Astrologie aus, doch ich komme nicht weiter. Soll ich weiter im Hintergrund bleiben, oder ist die Zeit reif, wieder mit voller Kraft nach außen zu treten??
Lieber Fabio,
die Antwort auf deine Frage ist für mich aus astrologischer Sicht recht eindeutig und klar. Doch lass uns zunächst einmal kurz die Vergangenheit beleuchten, die du beschreibst. Wo finden wir dein Erleben wieder? Freunde verbinden wir mit dem 11. Haus. Dort finden wir bei dir das eingeschlossene Krebs-Zeichen und den absteigenden Mondknoten. Der Mond steht im 7. Haus der Begegnungen, gegenüber von Venus und Jupiter im ersten Haus der Kontaktaufnahme und des Sich-in-Beziehung-Setzens mit der Welt. Alle genannten Faktoren haben mit Begegnung, Kontakt und somit auch Freundschaft zu tun.
Was ist passiert? In den vergangenen Jahren, seit du auf das Gymnasium gehst, wanderte Transit-Saturn zunächst durch dein 11. und dann durch dein 12. Haus. Zur gleichen Zeit überlief Transit-Uranus die Spitze deines 7. Hauses. Transit-Saturn in 11 überprüft bestehende Freundschaften, setzt im Krebs Grenzen für emotionale Abhängigkeiten und kann durchaus bewirken, dass wir uns zunächst von unserem gewohnten Umfeld abgeschnitten fühlen. Du bist mit dem absteigenden Mondknoten in Krebs in 11 grundsätzlich ein Mensch, der sehr loyal gegenüber Freunden ist und eine große Anhänglichkeit an bestehende Kontakte hat. Die Zeit von Saturn in Haus 11 hat sich daher für dich womöglich einsam angefühlt.
Zur gleichen Zeit sorgte Uranus am DC für viele neue Kontakte und Impulse. Die uranische Kraft ist dir allerdings von Hause aus nicht so vertraut, sie befremdet dich. Uranus steht in der Nähe deines aufsteigenden Mondknotens in Haus 5 und zeigt an, dass es wichtig für dich ist, Unabhängigkeit und Eigenständigkeit zu entwickeln. Das Uranische ist vor allem für unser emotionales Wohlbefinden fremd und kann sich wie eine Trennung anfühlen. Auch wenn es uns eigentlich nur für neue Erfahrungen öffnen möchte.
Zugespitzt hat sich die Situation im letzten Jahr dadurch, dass Uranus über deinen Mond im siebten Haus lief. Nun zogen vertraute Freunde endgültig weg. Saturn stand die ganze Zeit in Haus 12. Dies ist häufig eine Zeit, in der wir Rückzug dem Kontakt vorziehen, weil wir innerlich etwas vorzubereiten haben.
Diese Vorbereitungszeit findet nun ein Ende. In Kürze wird Saturn auf deinen Aszendenten laufen und sich fast ein Jahr in dessen Nähe aufhalten. Zugleich berührt er zwischendurch immer mal wieder Venus und Jupiter in deinem ersten Haus. Was heißt das? Mit Saturn in Haus 1 trittst du wieder stärker in die Sichtbarkeit. Du bist innerlich durch die vergangenen Jahre gereift und gefestigt worden. Du verfügst über eine stärkere Ausstrahlung, mehr Selbstvertrauen und Unabhängigkeit. Du wirst Kontakte selbstbestimmter und sorgfältiger auswählen, kannst dich anderen Menschen wieder neu zuwenden und öffnen. Doch innerlich bist du nicht mehr so abhängig wie noch vor 4, 5 Jahren. Du bist durch einen Reifungsprozess gelaufen.
Aktuell, also derzeit, ist die Fragestellung für dich so akut und auch noch so mit Unsicherheit behaftet, weil die transitierende Venus rückläufig über deinen Aszendenten läuft. Im September wird sie wieder rechtläufig, und dein innerer Prozess der Fragestellung “Kontakte: ja oder nein?” wird abgeschlossen sein. Spätestens Ende September/Anfang Oktober beginnt für dich ein neuer Schritt in Richtung Kontaktaufnahme. Ich wünsche dir dabei viel Zuversicht und Vertrauen in deine eigene Kraft!
Von Herzen alles Gute.
Sabine
P.S. Ich füge dir im Folgenden noch einen kurzen Abschnitt aus meiner Analyse zur rückläufigen Venus durch Haus 1 ein:
Rückläufige Venus im ersten Haus
Wie viel Nähe brauchen Sie? Und wie viel Distanz? Die rückläufige Venus könnte es mit sich bringen, dass Sie sich auf sich selbst zurückgeworfen fühlen. Wie gehen Sie mit Beziehung um? Und wie mit dem Alleinsein? Welchen von beiden Polen leben Sie mehr, welcher fällt Ihnen leichter? Im Lebensbereich des ersten Hauses geht es vor allem um das “Ich”, im Gegensatz zum “Du” bzw. “Wir”. Venus möchte Sie daher auffordern, aus Ihrer persönlichen Stärke heraus zu handeln. Wenn diese geschwächt sein sollte, durch Selbstzweifel, Ängste, Abhängigkeitsgefühle oder anderes, dann geht es jetzt womöglich darum, diese Stärke und innere Unabhängigkeit zurück zu gewinnen.
Fragen Sie sich deshalb, wie Sie sich in Kontakte begeben und auch, wie Sie sich aus diesen lösen. Vielen Menschen fällt es ebenso schwer, sich abzugrenzen wie sich zu verbinden. Wir sind meist froh, wenn einmal Kontakt hergestellt ist. Dann wollen wir uns den anderen Menschen womöglich nicht vergraulen, indem wir ihm oder ihr sagen, dass wir derzeit keine Lust auf Austausch oder Miteinander haben. Es gibt auch den umgekehrten Fall, dass wir nicht wissen, wie wir auf andere Menschen zugehen wollen. Wir trauen uns nicht, uns zu zeigen oder Kontakt aufzunehmen, aus Angst abgewiesen zu werden. Wir halten uns bedeckt im Hintergrund und warten darauf, dass andere auf uns zukommen. Diese Angst blockiert wirklichen authentischen Kontakt.
© 2007 Sabine Bends @ 15. August 2007
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