Belehrungen des Herrn der Ringe
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Haaaaalt! Nicht weiterblättern! Wohin denn so eilig des Weges?
Ich muss erst mal prüfen, ob Sie sich hier überhaupt aufhalten dürfen. Also, darf ich Sie um Ihren Namen, Geburtsdatum und Wohnort bitten? Was? Wie meinen Sie?
Das war hier bis dato noch nie nötig? Aber gute Frau und guter Herr, das war ja auch vor meiner Zeit. Sie wissen doch, mit wem Sie es gerade zu tun haben? Was soll das heißen, ich soll die Dinge nicht so ernst nehmen?
Nun gut. Dann muss ich wohl erst mal eine Belehrung über meine Funktion hier abgeben. Papperlapapp! Von wegen, Sie haben dafür gerade keine Zeit! Ich habe genug Zeit, ich habe sogar alle Zeit der Welt. Und alles, was ich von Ihnen verlange, ist, dass Sie sich Zeit für mich nehmen. Sie haben ansonsten keine Chance, an mir vorbei zu kommen. Ja, so einfach ist das.
Ich bin der, der immer zwischen den Dingen steht. Zwischen dem, was war und was sein wird oder werden könnte. Zwischen den Tagen, die der Arbeit und Schule zur Verfügung gestellt wurden, und dem Tag, der euch zur Feier gegeben wurde. Zwischen den persönlichen Belangen und den Belangen, die über das persönliche Sein hinausgehen. Ich bin der, der euch innehalten lässt, um den nächsten Schritt gehen zu können. Ich weiß um die Dinge, die nötig sind, um allen Leben Halt zu ermöglichen. Um zu diesem Wissen zu gelangen, ist es notwendig, euch zu prüfen. Denn nicht jeder vermag mit diesem Wissen behutsam und bedächtig umzugehen. Ja, es setzt eine gewisse Reife voraus, um dieses Wissen leben zu können. Viele von euch empfinden diese Erkenntnisse als Last und als Bürde, und tragen dies schwer durch ihr Leben. Genau darum geht es eben nicht! Die Aufgaben sind nur für euch; kein anderer kann sie für euch übernehmen. Ihr sollt nicht daran zugrunde gehen, sondern daran wachsen und reifen, um euer erfahrenes Wissen in das Kollektivwissen einbringen zu können. Ihr sollt erkennen, welchen Teil ihr zum großen Ganzen beitragen könnt, damit ihr euer Leben nicht sinnlos vergeudet. Dann das würdet ihr tun, wenn ihr den ganzen lieben langen Tag nur eurem Vergnügen dienen würdet. Was würdet ihr damit erreichen? Sinnlosigkeit würde sich nur allzu schnell breit machen.
Seht euch doch mal um. Lasst euch Zeit.
Ich kann warten.
Was, glaubt ihr, würde in eurer Welt heute sein, wenn die Menschen nicht ihren Aufgaben nachgekommen wären? All das wurde nur erreicht, weil die Menschen ihr Leben gelebt, ihr Können und ihre Weisheit eingebracht haben. Und erst so konnten sie das manifestierte Leben loslassen.
Ja, das ist die Gnade, die der Tod euch bietet. Viele müssen erst alt werden, was auch immer das in Menschenjahren bedeuten mag, um diesen Schritt gehen zu dürfen. Manchen wird der Tod noch verwehrt, weil sie noch nicht ihre ganze Aufgabe erfüllt haben, bzw. manche kommen trotz großem Leid auf die Welt, um euch ein großer Lehrer zu sein. Habt weder Mitleid noch Verachtung für diese Menschen! Sie sind eines eurer größten Schätze, denn in ihnen steckt soviel Weisheit und Liebe, die ihr gut gebrauchen könnt. Sie lehren euch Geduld. Unendliche Geduld. Diese ist unverzichtbar, wenn euer Leben Bestand haben soll.
Da wären wir schon beim nächsten Punkt. Bestand und Beständigkeit. Wie kamt ihr bloß auf den Gedanken, dass jemand wie ich, der in einem gasförmigen Zustand lebt, von euch Erstarrung fordert? Nur, weil ich euch nicht alles durchgehen lasse, und euch zur Konzentration auf eine Sache zwinge, heißt das noch lange nicht, dass ihr so lange darauf rumkauen sollt, bis der Saft aus der Materie draußen ist. Schaut mich an! Ich wirke felsenfest, aber meine Form ist weich. Das Geheimnis liegt in meiner Struktur: die wesentlichen Bestandteile sind stabil und fest, deswegen kann ich in dieser Form existieren. Wesentlich werden heißt, in sich stabil zu sein. Es heißt aber nicht, in sich starr zu werden, und nichts Neues in sein Leben einlassen zu dürfen. Es ist nur wichtig, zu lernen, auf was man Stabilität aufbauen kann und was einen zu Fall bringen könnte.
Dazu habe ich meine Ringe um mich herum erbaut; sie dienen mir als Schutzwall. Hindurch kommt nur das, was sich als würdig erweist, was also demnach die Prüfungen besteht. Wer über meine Grenze will, der muss erst bestimmte Aufgaben erfüllen. Meine 56 Monde sind meine Wächter – die Wächter des Hüters unseres Sonnensystems. Bei mir hat eben alles seine Ordnung.
Ich spüre Angst in Ihnen aufkommen. Sie meinen, ich bin zu streng? Das verstehe ich nicht, denn ich bin weit davon entfernt, Ihnen etwas antun zu wollen. Das ist eben auch so ein Missverständnis bei den Menschen. Ist man streng, schon fällt man in Ungnade! Meine “Strenge”, wie ihr sie empfindet, gründet nicht auf Strafe, sondern auf Liebe. Ich will nur euer Bestes, nämlich, zu der bestmöglichen Menschenversion zu werden, zu der ihr im jetzigen Leben fähig sein könnt! Das setzt nicht Unmögliches voraus, sondern Arbeit und Leistung. Eigentlich ganz einfach, aber ihr empfindet Arbeit und Leistung als anstrengend. Und weil Prüfungen Leistungen von euch erfordern, erlebt ihr diese als schwierig, weil anstrengend. Ist es jetzt klarer geworden? Nicht die Lebensprüfungen sind die Schwierigkeiten, sondern das, was dazu getan werden muss.
Ich liebe die Menschen, weil sie den Dingen über viele Zeitalter hinweg Bestand verleihen können. Es geht nicht um die Körperlichkeit, die lange währen soll (ein fataler Trugschluss, wenn ich an euren Wunsch denke, körperlich ewig leben zu wollen), sondern um die Dinge, die die Welt erbauen. Die dem Leben Halt und Sicherheit schenken. Es ist die innere Struktur, die dies ermöglichen kann, nicht das, was uns als fest erscheinen mag. Jeder Berg wird irgendwann vergehen, es ist nur eine Frage der Zeit.
O ihr Lieben! Alles geschieht zu euren Gunsten! Meine Liebe vermag streng zu wirken, denn sie ist gerecht. Ich bevorzuge niemandem, ich teile nur jedem das zu, das ihm zusteht. Und wahrlich, ihr bekommt im Leben immer viele Gelegenheiten, um eine höhere Stufe eures Selbst werden zu können! Nur kann ich nichts dafür, wenn ihr eure Chancen nicht nützt. Ihr Menschenkinder wollt halt gerne den bequemen Weg gehen, aber der bequeme führt ins Nichts. Dann möget ihr denken “Mir bleibt aber auch nichts erspart!”, aber eines Tages werdet ihr mir dafür dankbar sein, dass ich euch so liebe, dass ich euch dadurch so fordere.
Also, ich sage euch jetzt im Guten, dass immer, wenn ihr wütend auf mich werdet oder am Verzweifeln seid, wenn euch das Leben zu schwer erscheint, dann haltet inne. Hört in euch hinein, in die unendliche Stille und Klarheit in euch, denn das ist der Zugang zu meinem Reich. Das Sprichwort “Reden ist Silber, Schweigen ist Gold” stammt von mir. Wer schweigt, der hält still, und wird sich selbst gewahr.
Viele bedeutende Menschen, die für euch Vorbilder sind, sind sich selbst gewahr worden. In euren Bildern stellt ihr sie meistens mit einem Heiligenschein dar. Und was glaubt ihr, woher ihr dieses Bild habt? Schaut mich an, dann wisst ihr es!
Diese Menschen haben ihre Aufgaben angenommen, auch wenn sie damit vielleicht zuvor gehadert haben. Sie haben ihre größten Prüfungen abgelegt und sind sich dadurch selbst wahr geworden. Sie sind WAHR geworden. Sie zeugen von der einen reinen Wahrheit, die in euch allen vorhanden ist.
Was bekümmert ihr euch noch? Wie sagt der Zauberer Gandalf in dem “Herrn der Ringe” so treffend zu Frodo, als dieser unter seiner Bürde zu zerbrechen droht: Uns ist es nicht gegeben, darüber zu entscheiden, was unsere Aufgabe sein möge – wir müssen nur entscheiden, was wir mit dieser Zeit anfangen wollen.
Und ich, der Herr über die Zeit, gebe euch alle Zeit der Welt dafür. Seht ihr, jetzt braucht ihr keine Angst mehr zu haben.
Ich stehe euch jederzeit zur Verfügung. Ihr entscheidet, wie ihr mich erfahren wollt.
So, normalerweise halte ich mich nicht mit so langen Reden auf. Worte sind nicht gerade meine Stärke, aber das war jetzt notwendig.
Ihr könnt jetzt passieren.
Empfohlener Link: http://www.anderegg-web.ch/astro/saturn.htm#1
© 2007 Dagmar Wäscher @ 7. Januar 2007
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Schlagwörter: Bestand, Geduld, Hüter, Heiligenschein, Klarheit, Liebe, Prüfung, Saturn, Stabilität, Stille, Strenge, Struktur, Tod, Wahrheit, Weisheit, Zeit
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Hut ab, liebe Dagmar für diesen wahrhaft gelungenen Beitrag.
Da fiel es mir doch siedenheiss wieder ein
Wo ist der Saturnhut von Papst Benedikt abgeblieben?
Oder wirkt dieser eher vornehm aus dem Hintergrund. ??
2007 ist nach der traditionellen Astrologie ein Saturnjahr.
Saturn im Löwen wird dem letzten Egomanen klarmachen, das seine Sonderstellung eine Illussion ist.
Wenn Saturn im Sommer in das Zeichen Jungfrau eintritt sind nach den Mächtigen die kleinen Leute dran , das Thema Dienstleistung wird eine neue Bedeutung bekommen.
Herr, gib mir Durchhaltevermögen, vielleicht dann kommt endlich meine Stunde.gg
Vor mir liegt ein Buchgeschenk
“Sei gut zu dir, wir brauchen dich noch.”
Dem Leben zu vertrauen bedeutet auch manchmal im Dunkelm im Nichtwissen weiterzugehen
Es bedeutet sich nicht von Rückschlägen beirren oder einschüchtern zu lassen.
Wer seine wahre Mission finden will, benötigt eine gewisse Zeit.
Viele Einflüsse müssen zusammen finden. Vieles muss sich entwickeln muss heranreifen , sich entfalten, und sich in der Materie manifestieren.
Eines ist klar.
Aus Chaos entsteht notgedrungen noch mehr Chaos. Chaos ist an sich nichts Schlechtes.
Chaos ist reine Energie, ist reine Kraft, aus der im rechten Augenblick etwas vollkommen Neues entsteht.
Doch manchmal ist es für Menschen schwieriger den rechten Zeitpunkt abzuwarten, als etwas zu unternehmen, was die Dinge meist noch mehr verwirrt.
Dann ist man wenigstens mit Aufräumarbeiten beschäftigt und lebt in der Illussion, etwas würde passieren und die Dinge würden sich tatsächlich weiterentwickeln.
Wenn wir aber nicht abwarten können, bis sich die Dinge oder Situationen klären, schaffen wir mit unserer Einmischung nur noch mehr Verwirrung.
Erwachsen werden heisst Geduld zu entwickeln, Abstand halten, den Dingen ihren Lauf lassen.
Dauernd etwas tun müssen, nur damit man das Gefühl, es würde etwas passieren oder es würde sich weiterbewegen, ist reiner Energieverschleiss.
Das Leben führt uns , ob wir es glauben oder nicht auf all unseren Wegen weiter. Ganz gleich ob wir den aktiven oder passiven Weg wählen.
Geistige Einsichten snd nicht vom hohen Ross aus zu erreichen.
Man muss herabsteigen und im Schlamm wühlen, wenn man wirklich etwas verstehen will.
Man muss die Materie umarmen, um die Geheimnisse des Himmels zu begreifen und sich auch an ihr erfreuen.
Der erste Schritt ist immer der, sich selbst zu respektieren und gut zu behandeln.
Denn wie wir uns selbst behandeln, so behandeln wir alle anderen Menschen.
Wir wir mit uns selbst umgehen, so gehen wir auch mit dem Rest der Welt um.
In diesem Sinne
Ich brauche meine Felsenburg noch als einen äusseren Halt, ggg
wie lange, das weiss nur
Mutter Saturn.gg
Im Kopf ist ein Problem nur zu verstehen, nicht zu lösen. gg
Einen Gruss ins Jungfräuliche München
Barbara
Der Mensch braucht Stabilität
Früher oder später muss er damit aufhören gierig nach Empfindungen und Erfahrungen zu greifen.
Und die Notwendigkeit damit aufzuhören wird zum Stoff seiner grössten Prüfung.
Heute entdeckt, vergraben in alten Aufzeichnungen,
jetzt bin ich aber geschockt. gg
Saludes Barbara,
danke für deine Hinweise: jetzt weiß ich, warum ich am Sonntag einen so starken Drang hatte, diesen Artikel zu schreiben.
Ich glaube wirklich, dass wir verstehen und lernen müssen, dass das “Materielle” nicht das “Böse” in der Welt ist. Wir müssen nur kapieren, dass wir es “richtig” nützen müssen. Auch wir sind nun mal körperlich, aber nicht fest und starr. Genauso wie Saturn eben
Aufhören nach Erfahrungen zu streben? Aber nicht doch! darum geht es doch
Liebe Grüße in das was-weiß-ich-Andalusiche! Dagmar
Glaub ich dir Dagmar, ich kenne das zugut mit diesem Drang etwas schriftlich ausdrücken zu müssen in einem bestimmten Moment.
Wer weiss was am Sonntag los war gg
Vielleicht sind wir auch nur Kanal für eine Botschaft, wer weiss gg
Man hat erst spät den Mut zu dem, was man weiss.
Albert Camus
Aus der Art, wie das Kind spielt, kann man erahnen, wie es als Erwachsener seine Lebensaufgabe ergreifen wird.
Rudolf Steiner
Erziehung ist wesentlich das Mittel, die Ausnahme zu ruinieren, zugunsten der Regel.
F.Nietzsche