Einen Tag für den Mond
Serie | Ein Kommentar |

*Mond geht auf *
Endlich! Morgen ist wieder Montag! Mondentag! Auch wenn ihr mich in der vergangenen Nacht so bestaunt habt, so freue ich mich auf den Wochentag, der nur mir gewidmet ist und der ebenso zyklisch wiederkehrt. ![]()
Aber das schert euch wohl nicht, denn ihr habt daraus den meist unbeliebten Tag der Woche kreiert. Und wieso, wenn ich fragen darf? *verärgert* Weil ihr dann zur Arbeit müsst? Oder weil ihr so launisch seid, oder so gefühlvoll? Bekommt ihr montags denn den Blues? Gut, das könnte ich verstehen. Denn ich beeinflusse euch auf ganz gefühlvolle Art und Weise. Nicht etwa wie ihr euch das in euren Mythen von mir vorstellt, also von wegen Schlafwandeln und so. Nette amüsante Geschichten! *lach* Beweist euren Fantasiereichtum, den ihr allein meinem Anblick zu verdanken habt. Ich inspiriere euch eben!
Ich bin euch Licht in der Nacht, und wenn die Einsamkeit erwacht, habt ihr immer noch mich am Firmament. *bedächtig* Ich leuchte euch zu euren Gefühlen und zu euren seelischen Empfindungen. Durch mich nehmt ihr euch und die Welt über eure Gefühle wahr. Weil ihr euch des Nächtens nicht auf euer Augenlicht verlassen könnt, sondern mit euren anderen Sinnen die Welt erspüren müsst, deswegen hat jeder von euch eine andere Wahrnehmung von der Welt. Und ein bisschen Angst? *beunruhigt* Weil euch die Welt immer anders erscheint! Sie ist und bleibt nie gleich. Das ist nur die Sehnsucht in euch, alles stabil und statisch haben zu wollen. Aber wo bliebe dann das Gefühl der Lebendigkeit? *erleichtert*
Seltsam. Kein anderer Planet oder Trabant verschafft euch diese Sentimentalität. Vielleicht weil ihr erahnt, dass ihr ohne mich nicht existieren würdet? Nicht nur, weil ich euch mit eurer Seele verbinde, sondern auch auf ganz pragmatischer Weise.
Ich bin ein Kind der Erde, eurer Heimat. Vor ewigen Zeiten hat mich die Erde unter großen Schmerzen geboren. *sehr traurig* Es wurde getrennt, was nie getrennt werden durfte. *weint* Diesen ewigen Schmerz spürt ihr, wenn ihr mich am Himmel seht. Aber seid getröstet, denn meine Sehnsucht nach Verschmelzung mit der Erde kann zwar nie gestillt werden, aber man sagt ja, der Zweck heiligt die Mittel. Und so halte ich durch meine Umlaufbahn die Erdachse derart stabil, dass sich erst durch mich das Leben begünstigende Klima auf der Erde entfalten konnte. Wie ihr wisst, entstehen durch Schmerzen die größten Geschenke des Lebens. Und eines davon seid ihr! *glücklich*
Es ist unglaublich, die Erde von hier aus zu betrachten. *erstaunt* Sie verändert sich am laufenden Band, nicht nur oberflächlich betrachtet, sondern vor allem durch die unbeständigen Stimmungen, die allzeit vorherrschen. Die Menschen, die mich besuchen kamen, wissen wovon ich spreche. Das Leben bekam für sie eine andere Bedeutung, seit sie auf mir verweilten. Also, wenn ihr mal wieder jemanden auf den Mond schießen wollt, dann bedenkt, dass ihr ihm damit einen großen Gefallen tut. *schmunzel*
Von keinem Mond gibt es so schöne Geschichten, Märchen, Mythen und Sagen, wie von mir, eurem Erdenmond. Ich liebe es, wenn ihr euren Kindern davon erzählt. *entzückt* Wie schön wäre es, wenn ihr den Mond-Tag wieder zu dem machen würdet, zu dem er auserkoren wurde? Ein Tag für die Seele! Schenkt euch den Wasch- und Putztag! Denn das ist es, was viele von euch am Montag beschäftigt. Lest euch lieber die Geschichten vor, haltet Badetage ab, lasst euren Gefühlen freien Lauf. Macht einfach das, zu dem ihr Lust und Laune habt! *euphorisch*
Ach – jetzt verstehe ich, weswegen ihr montags so miesepetrig drauf seid. Anstatt euren Launen zu frönen, müsst ihr euren Pflichten nachkommen. Nun, das kann sich ja wieder ändern… *Mond geht unter*
© 2007 Dagmar Wäscher @ 4. März 2007
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Liebe Dagmar
Deine Erzählung hat mich sehr angesprochen, denn ich bin ein solches Mondkind, geboren an einem Montag.
In meiner Erinnerung und auch noch heute war und ist dies immer ein besonderer Tag in der Woche.
Vielleicht liegt es auch daran dass der Mond in meiner Radix im sechsten Haus steht, dem Feld der Alltagsgeschichten und Pflichten .
“In jedem Staubkorn sitzt auch ein Buddha “, und hier sehe ich die Lernaufgabe darin den kleinen alltäglichen Dingen mit Liebe und Achtsamkeit zu begegnen.
An einem solchen Montag besteht kein Grund zur Eile und mürrischer Pflichterfüllung.”gg”
Nimm dir Zeit und nicht das Leben und zwischendurch a nice cup of tea.
Montägliche Grüsse
Barbara