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Dagmar Wäscher

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10 Kommentare

  1. Sabine Bends
    Sabine Bends
    21. Juni 2006 @ 09:56

    Liebe Dagmar,

    als Fan von Familienthemen und Eingeweihte in dein Horoskop kann ich natürlich direkt ganz viel mit deiner Beschreibung anfangen – total schön.

    Ich habe passend zum Thema “Heimat, Verlust der Heimat, Suche nach den Wurzeln und Rückkehr in die Vergangenheit” kürzlich ein schönes Buch gelesen, das stelle ich gleich noch separat vor.

    Scheinbar tauche ich auch schon in die Krebs-Energie ein, obwohl die Sonne noch gar nicht in Krebs steht, sondern da erst in den nächsten Stunden reinwandert!

    Ich werde immer daran erinnert, wenn der Geburtstag meiner Großmutter väterlicherseits naht. Sie ist ein Mehrfachkrebs und eine Art Nabel der Familie und wird dieses Jahr 91 Jahre alt.

    Auf unsere Ahnen! Mögen all ihre Errungenschaften und Kräfte auch uns zur Verfügung stehen und mögen wir ihr Andenken in Ehren halten.

    Lieben Gruß,
    Sabine

  2. Barbara Wiehl
    21. Juni 2006 @ 13:00

    Hallo ihr beiden Krebsfans

    Auf unsere Vaeter, die unsere Muetter sind..

    wie schoen

  3. Barbara Wiehl
    21. Juni 2006 @ 17:41

    Liebe Dagmar

    Mein Vater hat am gleichen Tag Geburtstag wie Angela Merkel.ggg

    Er ist Sonne Krebs in Konjunktion mit Pluto und Jupiter und sein Mond steht im Loewe.

    Er war Krankenpfleger. ggg

    Als er fruehpensioniert wurde konnte er die ersten Wochen nicht durch Mainz laufen ohne das er an einer Ecke stehen bleiben musste weil wieder mal ein Ex–patient von ihm sich bei ihm haendeschuettelnd bedankte….

    Er ist ein sehr ungewoehnlicher Mensch…und ich idealisierte ihn…manchmal noch heute.
    Aber er hatte auch seine Fehler…
    Die wollte ich nie wahrhaben

    Wenn mal seine Wut aus ihm herausbrach war die sehr powervoll.

    Er hat eine ganz leise Stimme..aber einmal am Telefon als er sich ueber den Umgang mit Tieren empoerte war die stark und Kraeftig…

    Er war Hausmann…weil er sich in der Klinik mit einer Krankheit ansteckte…sieben Jahre durfte er nicht arbeiten.
    Er sagte zu mir…das habe ihn psyschisch sehr belastet das er fuer seine Familie nicht sorgen kann.
    Meine Mutter ging arbeiten, erst im Buero der Unikliniken Mainz…dann machte sie einen Kurs als Schwesternhelferin.
    MIt 40 wurde er wieder gesund geschrieben….Mit 45 haben meine beiden Eltern das Examen zum Krankenpfleger gemacht…neben Beruf und 5 Kindern.
    Aus gesundheitlichen Gruenden, die Kortisontherapie hatte seine Hueftgelenke angegriffen, stellte meine ANwaltsschwester einen Antrag auf Fruehrente.
    Meine MUtter arbeite bis zum Ende des offiziellen Arbeitslebens am Schluss in der Bibliothek der Unikliniken.

    Heute sind sie Rentner…die Eigentumswohnung ist abbezahlt und sie geniessen es…auch wenn sie beide gesundheitlich sehr auf der Kippe stehen.

    Mit Mitte 60 bekam mein Vater Darmkrebs…auch diese Krankheit hat er ueberstanden.
    Er wirkt zwar schon angeschlagen…aber als er das letzte Mal als ich in Deutschland ihn traff vor mir stand spuerte ich eine grosse Power—da war was anders als sonst…nicht mehr so der fast einwenig unterwuerfige KRebsmann.
    Er kann nicht auf seinem Hintern sitzen, roedelt den ganzen Tag im Haushalt rum…dazu ist er Fruehaufsteher..hat sich so eingetunt weil sein erster Beruf Baecker war…
    und MOrgens um sechs sieht man ihm mit dem Fahrrad durch die Strassen seiner Wohnsiedlung fahren.
    Das hat er sogar gemacht als er vor Schmerzen wegen seiner Huefte kaum laufen konnte.
    Er hat nie einmal gesagt das er Schmerzen hat….weil er Angst vor einer Hueftoperation hatte.

    Also, eines Tages denunzierte ggg meine Mutter ihn bei ihrem Hausarzt und machte ohne seine Zustimmung sozusagen einen Operationstermin aus.
    Er nahm es dann doch dankend an..und es lief ohne Komplikationen..hinterher mit Reha use.

    Heute ist er froh, denn es war wie ein neues Leben ohne Schmerzen sich bewegen zu koennen…
    Er geht wahnsinnig gerne im Wald spazieren….er braucht das Laufen.

    Und er ist ein absoluter Fussballfan…zu seinem Geburtstag vor zwei Jahren schickte ich ihm die Dvd Das wunder von Bern

    Dummerweise hatten meine Geschwister die gleiche Idee..ggg

    Dann einigten wir uns das sie, weil es einfacher war, das Geschenk umtauschten.

    Er ist ein tief religoeser Mensch…und seinen Beruf nahm er so Ernst im christlichen Auftrag.

    Als ich vor zwei..oder sind es erst anderthalb Jahren zur Goldenen Hochzeit von meinen Eltern eingeladen wurde…sie bezahlten den Flug fuer mich und meinem Freund, traff ich auch auf der Feier auf seine fruehrer Arbeitgeber.
    Eine Aerztin meinte
    So was wie den Herrn Wiehl habe ich noch nicht erlebt.
    Wenn ich mal krank werde, moechte ich mich nur von ihm pflegen lassen.

    Ja, und wie war er fuer mich als Kind…er hat so hart gearbeitet und doch versucht fuer uns da zu sein.
    Das war nicht einfach..und mit Sicherheit blieb einiges auf der Strecke.
    Er sagte mal zu mir
    Vielleicht habe ich einen Fehler gemacht bei dir..ich haette dir mehr zuhoeren sollen und Zeit mit dir verbringen.
    Er geisselt sich sogar manchmal regelrecht ( Schuldgefuehle) das er glaubt er haette uns mehr geben sollen oder muessen.
    Aber ich hatte ja auch meine Buecher…nur vorgelesen , das kam ganz selten vor…ich erinnere mich da so garnicht ob das mal so war…

    Jedenfalls krebsmaessig macht er sich immer Sorgen…das nervte mich schon des oefteren.
    Aber der hoert die Blaetter im Wald rauschen…der kriegt genau mit wenn was nicht in Ordnung ist.
    Jedenfalls versuchte ich ihn zu verschonen ihn mit irgendwas zu belasten…..

    Uebrigens, das Element LUft fehlt in seiner Radix…..er kann sich auch nicht so gut ausdruecken.
    Er hat nur den Volksschulabschluss, weil als er aufs Gymansium geschickt wurde schwaenzte er den Unterricht und ging stattdessen auf den Fussballplatz. gggg

    Jedenfalls die Nachbarn sagten mal als ich dort war..Sie haben den Jahrhundertvater.
    Na ja, hoert sich reichlich uebertrieben an…aber mit SIcherheit ist er ein sehr ungewoehnlicher und hilfsbereiter Mensch immmer gewesen.

    Spiel Portugal Mexico
    24. Minute
    Matheus kann definitiv nicht mehr weitermachen.
    Fuer ihn kommt Love ins Spiel.

    Ja , diese Wm hat eine Symbolik wie unser Leben…gibt es nicht ein Lied
    Fussball ist unser Leben??
    Sie hatte schoene, aber auch haessliche wie trauige Seiten.
    ICh bin gespannt was uns diese Wm noch so fuer einen SPiegel vorhaelt.
    Und natuerlich ist mein Vater Fan von Mainz O5.
    Durch Mainz, die Gutenbergstadt laueft der 50. Breitengrad am Theaterplatz.
    Als der ehemals eher unbedeutende Verein mit HIlfe des neuen Trainer Klopp in die LIga aufstíeg haben die Mainzer Drei Tage gefeiert..
    die haben zwar sonst auch den Karneval..muss aber hoellisch abgegangen sein wie er mir das erzaehlte.

    Ist schon eine interessante Stadt Mainz.
    Immerhin die Ideen der franzoesischen Revolution wurden dort zuerst nach Deutschland getragen.
    Auch ein paar Revoluzer, sogar ANarchisten kommen von dort her.

    Ist es wirklich ein Zufall das ich dort geboren wurde…ggg

    So, das war ein unredigierter Erguss von mir…

    Danke Dagmar fuer dieses wunderbare Thema welches du hier inspiriert hast..

    Barbara

  4. Dagmar Wäscher
    Dagmar Wäscher
    21. Juni 2006 @ 22:28

    Liebe Sabine, liebe Barbara,
    wie schön, dass wir mit unseren Krebsen so gesegnet sind; mir kommt Vieles sehr bekannt vor, Barbara, was meinen Vater betrifft.

    Um es auch wieder auf das Fußballthema zu bringen -> ob die FIFA sich dessen bewusst war, dass sie die WM in die Zeitspanne des Krebses verfrachtet hat? Ich meine, sie ist gut dafür, zu seinem Land und seiner Mannschaft zu stehen, aber Gnade dir Gott für die Mannschaften, die ab jetzt rausfliegen werden. Da tut es doch umso mehr weh, weil die Identifikation mit Heimat viel größer ist, als in den anderen Zeiten. Meine Güte, da werden noch Tränen fliessen.

    Übrigens: meine Prognose für das Samstagspiel steht schon, aber ich warte auf eure Postings, Sabine und Christopher! ;)

    Liebste Grüße aus der Münchner Nacht
    Dagmar

    P.S. Nicht vergessen, heute ist Johannisnacht, merkt euch eure Träume! (Passt doch auch wunderbar zum Krebs!)

  5. Barbara Wiehl
    23. Juni 2006 @ 12:29

    Halloechen

    An die Steinbock..Krebs Achse Front

    Nun da habe ich mir doch mal erlaubt mal meine Schatzkiste meines 12. Hauses In Krebs zu oeffnen und sentimental, wie ich es garnicht gerne bin, in Erinnerungen geschwelgt…gggg

    Und damit auch die Poesie hier ihren Platz hat

    hiermit mein Nr. Eins Hit aus meinen Kindertagen und eigentlich heute noch…ggg

    Ich wollt dich laengst schon wieder sehen
    mein Alter Freund aus Kindertagen
    Ich haette manches dir zu sagen
    und wussste du wuerdest mich verstehn
    Als kleines Maedchen kam ich schon
    zu dir mit all den Kindersorgen
    und fuehlte mich bei dir geborgen
    und aller Kummer flog davon
    Hab ich in deinem Arm gewein
    Strichst du mir mit deinen Blaettern
    mir uebers Haar mein alter Freund

    Mein Freund der Baum ist tot
    Er fiel im fruehen Morgenrot
    Du fielst heut frueh, ich kam zu spaet
    DU wirst dich nie im Wind mehr wiegen
    Du musst gefaellt am Wegrand liegen
    Und mancher der vorfuebergeht
    Der achtet nicht den Rest von Leben
    und reisst an deinen Gruenen Zweigen
    Die sterbend sich zur Erde neigen
    die ich in deinen Schatten fand
    Mein bester Freund ist mir verloren
    der mit der Kindheit mich verband
    Mein Freund der Baum ist tot
    Er fiel im fruehen Morgenrot
    Bald waechst ein Haus aus Glas und Stein
    dort wo man ihn hat abgeschlagen
    bald werden graue Mauern ragen
    dort wo er liegt im Sonnenschein
    Vielleicht wird es ein Wunder geben
    ich werde heimlich darauf warten
    Vielleicht blueht vor dem Haus ein Garten
    Und er erwacht zu neuem Leben
    Doch ist er dann noch schwach und KLein
    und wenn noch viele Jahre gehen
    Er wird nie mehr derselbe sein
    Mein Freund der Baum ist tot
    Er fiel heut frueh im MOrgenrot

    Ja , liebe Dagmar, interessant das in der Radix von Spanien Mond im Krebs stehen soll, genau wie relociert mein Ac dann KRebs waere.

    ggg

    Zufaelle gibst…lach

  6. Barbara Wiehl
    28. Juni 2006 @ 17:42

    Engel fliegen einsam

    Weisst du wie die Dichter schreiben
    hast du je einen gesehn
    Dichter schreiben einsam

    Weisst du wie die Maler malen
    Hast du je einen gesehn
    Maler malen einsam

    Weisst du wie die Engel fliegen
    Hast du je einen gesehn
    Engel fliegen einsam

    und weissst du wie ich mich jetzt fuehle
    Hast du je daran gedacht

    Du und ich gemeinsam

    Engel fliegen einsam
    Du und ich gemeinsam
    Engel fliegen einsam
    Niemals mehr allein sein

    Weisst du wie die Trauemer schlafen
    hast du je einen gsehen
    Traeumer schlafen einsam

    Weisst du wie die Feen verzaubern
    Hast du je eine gesehn
    Feen verzaubern einsam

    Weisst du wie die Engel fliegen
    Ich weiss es geht dir ganz genauso
    Was hast du mit mir gemacht
    Du und ich gemeinsam

    Engel fliegen einsam
    Du und ich gemeinsam
    Engel fliegen einsam
    Du und ich gemeinsam

    Dann bin ich aufgewacht
    Und habe mich gefragt
    Bist du auch so allein
    Und muss das wirklich sein

  7. Barbara Wiehl
    30. Juni 2006 @ 23:04

    Vaeter

    Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

    Dieser Tage dachte ich viel nach wie wir unsere Wirklichkeit wahrnehmen, wer dies gepraegt hat und wie unsere Kindheitsmuster immer wieder unsere Erfahrungen und Denkweisen beeinflussen.

    Wenn wir aelter werden fangen wir vielleicht an unsere Eltern mehr so zu sehen wer sie wirklich sind und waren…das sie das taten , uns weil sie es nicht besser wussten.

    Lass dich nicht von den lieben Verwandten und Bekannten wankelmuetig machen.

    Und hiermmit wieder mal ein poetischer Text von den Puddys.
    Ich mag ihre kernigen authentischen Texten auch so mitten aus dem Leben, eben nicht nur abgehoben…sondern nahe am wirklichen Leben und Erleben.

    Ja so kann die Muttersprache der Deutschen auch sein, nicht nur kuehl, unnahbar abweisend.

    Abschied von den kindlichen Ilussionen einer heilen Welt

    Totale Immunitaet

    Niemals sterben
    Nie alt werden
    ewig zeit und ewig jung
    Niemals weinen
    Niemals leiden
    und niemals Enttaueschung

    utopische Visionen
    Utopische Visionen
    Ohne dunkle Seele
    Niemals Schmerzen fuehlen

    Nie versagen
    Nie verzagen
    Niemals Angst und ewig stark
    Nie verlieren
    Niemals frieren
    Niemals bluten
    Niemals schwach

    Utopische Visionen

    Totale Immunitaet
    Engel ohne Fleisch und Blut
    Totale Immunitaet
    Dasein ohne Seelenwut

    Niemals hassen
    Nie verlassen
    und niemals Einsamkeit
    Niemals sterben
    Nie alt werden

    und Ewige Zufriedenheit

    Totale Immunitaet
    Engel ohne Fleisch und BLut
    Totale Immunitaet
    Dasein ohne Seelenwut

  8. Barbara Wiehl
    2. Juli 2006 @ 11:40

    Himmel voller Geigen

    Manchmal streichelt Wind die warme Haut
    Manchmal scheint das Fremde so vertraut

    Manchmal aber blaest der Wind uns Kaelte ins Gesicht
    Und vertraute Naehe spuert man nicht

    Mal haengt der Himmel voller Geigen
    Mal sind die Sterne ueberhaupt nicht mehr zu sehn
    Mal kann man jeden Berg besteigen
    und ueber tiefe Wasser gehn

    Manchmal fuehlt man sich betrogen
    Mal glaubt man unsterblich zu sein
    Manchmal wird man selbst von Gott belogen
    Und Engel sind aufeinmal kalt wie stein

    Mal haengt der Himmel voller Geigen
    Mal sind die Sterne ueberhaupt nicht mehr zu sehn
    Mal kann man jeden Berg besteigen
    Und ueber tiefe Wasser gehn

    Quelle
    Puddys aus dem ALbum
    Zufrieden?

  9. Barbara Wiehl
    2. Juli 2006 @ 22:49

    Noch einige Gedanken zum Krebs-Mondprinzip

    Gefuehle sind veraenderlich und mit dem Planeten Mond und miit dem Milzchakra , indem auch die Phnatasie aber auch der Wahnsinn, der Irrtum und die Selbstbescheoenigung sitzen.

    (Tibetan Pulsing, diese Technik wurde in tibetischen Kloestern bewahrt bis ein Mensch dort auftauchte der das Wissen weitergegeben bekam.)

  10. Barbara Wiehl
    2. Juli 2006 @ 22:55

    Dieses Ausgesetztwerden war wie ich jetzt sehe ein Segen.
    Es taufte mich mit dem Wasser der Verzweiflung, die so Getauften haben keine andere Wahl als nach der letzten Wahrheit und nach endgueltiger Heilung zu suchen oder an innerer Auszehrung zu sterben.

    Von Mutter Meera

Im Tierkreiszeichen Krebs: Für unsere Väter

Serie | (10) Kommentare |

Kurze Unterbrechung in der Fußballdiskussion! Entschuldigung, aber der Sommer ist nun amtlich ausgebrochen!

Ganz schnell zum Mitmachen: drei Gedanken, die Ihnen zum Tierkreiszeichen Krebs einfallen …

Gefunden? Vielleicht sind es sogar diese: Mutter, Heimat, Geborgenheit?
Komisch, obwohl es die Inhalte des Krebses sind, fällt mir dabei nicht meine Mutter, sondern in erster Linie mein Vater ein. Erinnerungen an meine Kindheit und Vergangenheit tauchen aus meinen “Archiven und Speichern” empor. Normalerweise wühle ich nicht so in der Vergangenheit herum, aber wir sind in der Krebszeit angelangt, und dieses Zeichen hat einen unglaublichen Bezug dazu. Zumindest erlebe ich es bei vielen “Krebsen”, sie leben sehr in der Vergangenheit oder beziehen fast alles auf sie. Also, warum nicht mal wieder einen Tauchgang in meine Fotoalben starten?

abbildungDa sind sie, die Bilder meiner Kindheit. Und wie ich mich dadurch an die Erlebnisse, an die Gerüche und vor allem an die Gefühle erinnere! Es ist erstaunlich! Sich erinnern können ist auch so eine Wahnsinnsqualität des Krebses: was damals mein Vater alles aus seinem Erinnerungsvermögen fischte! Als Kind war ich schwer beeindruckt davon. Blumen, Vögel, Tiere, Pflanzen, er wusste alle Namen, er kannte zu jedem Lebewesen eine Geschichte. Er merkt sich jede Straße, die er durchläuft, er kennt die Daten seiner Geschichte. (Generell fällt mir dies zusehends als großartige Eigenschaft der Krebsbetonten auf.) Ich war viel in der Natur mit ihm; ich liebte es, mit meinem Vater auf Wanderschaft zu gehen. Eine Leidenschaft, die wir noch bis vor ein paar Jahren regelmäßig zusammen teilten und durchführten.

Im Zeichen Krebs geboren übernahm er quasi beide Rollen der Eltern. Meiner Mutter war es aus gesundheitlichen Gründen nicht durchgehend möglich, für uns drei Kinder zu sorgen. Mein Vater hatte zu der damaligen Zeit kein Problem, nach der Arbeit (Schichtdienst im Akkord!) selbst für seine drei Mädels zu sorgen: er erledigte die Einkäufe, zog sich die Schürze um, schwang den Kochlöffel, machte uns satt. Er überlegte sich für uns die schönsten Spielsachen, die er dann in eigener Handarbeit als großartige Kunstwerke anfertigte. Mit seinen Zauberhänden erschuf er aus Pressholz alle damaligen Walt-Disney-Figuren, bemalte sie und hängte sie in unserem Kinderzimmer auf. Er konstruierte Puppenmöbel, sammelte Steine und bastelte daraus Spielfiguren. Er erdachte sich das Alles, ohne eine Vorlage zu besitzen. (Heute weiß ich, wie viel Fantasie Krebsbetonte in sich tragen).

Mein Vater betonte oft, wie wichtig es sei, einen Beruf zu erlernen, was für diese Zeit für Mädchen zwar schon üblich, aber nicht so selbstverständlich war. So brachte er uns u.a. auch bei, wie man Autoreifen wechselt, tapeziert und Hammer und Schraubenzieher benutzt. (Er hat mir sogar einmal gezeigt, wie ich ein Gummiband in meine Unterhose neu einziehen kann! Zu meiner Zeit als Kind gab es noch diese Kinder-Liebestöter abbildung )

Ein Arbeitskollege leidet gerade sehr an dem Zustand, dass er aus beruflichen Gründen seine Kinder kaum noch sieht. Da ich mich mit ihm bereits öfter darüber unterhalten habe, überkam mich letztens die Frage, die ich mir noch nie stellte, weil sie mir noch nie so bewusst wurde: Ob mein Vater auch so gelitten hat, als er uns in unserer frühesten Kindheit für eine längere Zeit verlassen musste? Wie tief mag sein Schmerz gewesen sein? Seltsam, irgendwie habe ich es als große Verletzung als Kind erlebt, aber dass er wahrscheinlich genauso starke Schmerzen empfand, wird mir erst durch meinem Kollegen klar.

Ich kann zwar nicht wissen, ob Sie gerne ins Kino gehen, aber wenn es so sein sollte: ist Ihnen schon aufgefallen, dass es seit längerer Zeit ein Filmthema gibt, das Sie in sämtlichen Variationen antreffen können? Es ist das große Suchen nach dem Vater, nach der Mutter, und auch die Väter und die Mütter suchen zeitweilig ihre Kinder. Anscheinend ist das kollektive Suchen ausgebrochen.

Aber ist es nicht auch so, dass, wenn wir Mutter und Vater in unserem Leben hatten, trotzdem auf die große Suche gehen? Was wissen wir wirklich von unseren Müttern, von unseren Vätern? Wer sind sie? Und wo finden wir sie in uns?
Und wenn wir sie finden, was haben wir dann? Was erhoffen wir uns von dieser Suche? Einen Teil unseres Selbst zu finden? Näher bei sich und der inneren Heimat angekommen zu sein?
Wenn wir das Gefühl haben, dass sie uns verlassen haben, körperlich und/oder seelisch, können wir ihnen wirklich nicht verzeihen, obwohl wir eigentlich nie wirklich wissen können, was sie dazu bewegt hat?

Aus dem Film “Smoke Signals” stammen die folgenden Fragen eines jungen Mannes, der seinen Freund auf der Suche nach dessen Vater begleitete:

Wie vergeben wir unseren Vätern?

Vielleicht in einem Traum?

Vergeben wir unseren Vätern, dass sie uns, als wir klein waren, so oft allein ließen oder für immer verließen? Oder dafür, dass sie uns mit ihrer plötzlichen Wut erschreckten oder uns nervös machten, weil es überhaupt nie Wut zu geben schien?

Vergeben wir unseren Vätern, dass sie unsere Mütter geheiratet oder nicht geheiratet haben? Dass sie sich von unseren Müttern scheiden ließen oder nicht scheiden ließen?

Vergeben wir ihnen die Wärme, die sie uns entgegen brachten oder die Kälte?
Vergeben wir ihnen, dass sie uns hielten oder fallen ließen? Dass sie Türen verschlossen, dass sie durch Wände sprachen oder niemals sprachen oder niemals still waren?

Vergeben wir unseren Vätern in unserem Alter oder in ihrem oder in ihrem Tod, indem wir es ihnen sagen oder nicht sagen?

Wenn wir unseren Vätern vergeben, was bleibt dann?

Für alle Väter, die unsere Mütter sind.

Foto: Friedrich Wäscher

© 2006 Dagmar Wäscher @ 21. Juni 2006

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