Jungfrau
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„Die junge Frau sitzt in sich ruhend am Rand der sorgfältig bestellten Felder, eine Ähre in der Hand, die Sichel griffbereit neben sich,- beides Attribute der Erntezeit.
Die für sie wichtigen Utensilien sind mit viel Liebe zum Detail angeordnet:
Der Korb, um die Spreu vom Weizen zu trennen, die Lupe zu genauen und prüfenden Beobachtung, die Pinzette zum vorsichtigen Sortieren, Bücher und Ordner zum gründlichem Studium und zur Beseitigung des Chaos.
Und nicht zuletzt der Äskulapstab, der Ihre heilerischen Fähigkeiten und ihr medizinisches Interesse symbolisiert.“
Bild und Text oben: Ulrike Aepfelbach
Gedicht unten: Sabine Bends
Jungfrau
Wenn im Herbst die Früchte reifen,
gibt es mancherlei zu tun:
ernten, prüfen und vergleichen,
darum kann sie niemals ruh’n.
Die Hüterin der Erde,
sie sorgt für uns vor,
auf daß Winter werde,
denn er steht schon vor dem Tor.
Nur was nach kritischem Urteil
als brauchbar und rein
die Prüfung bestanden,
darf übrig und behalten sein.
Wer ihre Genauigkeit verlacht,
sich über ihre Mühe lustig macht,
hat nicht verstanden, daß sie schützt,
all das, was unser‘m Leben nützt.
Verzicht ist ihre Nahrung,
Maß zu halten ist ihr Brot.
Zum Ziele der Bewahrung,
wird Heilung ihr höchstes Gebot.
Ihr Zauber klingt irdisch,
still ihre Macht.
Wundervoll magisch
wird alles bedacht.
Wer strebt in höhere Regionen,
muß zuerst in Demut dienen.
Denn wo wirklich Götter wohnen,
ist eine Jungfrau unter ihnen.
© 2011 Sabine Bends @ 23. August 2011
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Wunderschönes Gedicht Sabine
Danke, Ines