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Dagmar Wäscher

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1 Kommentar

  1. Barbara Wiehl
    26. November 2006 @ 10:01

    Du bist lustig.

    Die Deutschen sind ein Volk von paranoiden Schizophrenikern, die sich nicht entscheiden können , ob sie sich lieben oder hassen sollen.

    Meint wenigstens Roger Boyes, Deutschlandkorrespondent der Londoner Times.
    Mit seinem Buch ” My dear Krauts” hat er eine Auflockerungs-Mission für eine vewirrende Nation gestartet.

    “Mal sind sie überzeugt komplette Versager zu sein und machen sich über alles in die Hosen, mal sind sie glühende Patriotisten und glauben alles besser zu wissen”.

    Es ist absolut verwirrend ,sagt der altgediente Journalist, der seine Laufbahn in den siebzigern Jahren in Bonn startete und seit 1993 nach Stationen in Osteuropa, dem Balkan und Italien wieder in Deutschland lebt.

    Die Wm 2006 war ein typisches Beispiel. Vorher hiess es wochenlang ” Oh, Gott, wir kriegen es nicht hin. Der Ticketverkauf funkitoniert nicht.Keiner wird kommen.
    Dann kam die WM, alle wurden patriotisch und auf einmal hiess es, keiner macht es besser.”

    Boxes bekennt, Ihm ist das gepeinigte Land ans Herz gewachsen.
    Daher hat er beschlossen Abhilfe zu schaffen..mit einer ironischen Schilderung der Eigenheiten teutonischen Lebens anhand diverser Anekdoten, die er im Laufe der Jahre bestanden hat.

    Aussöhnung mit Humor.
    Ich betrachte mich als Entwicklungshelfer für den deutschen Humor.
    Grundsätzlich brauchen die Deutschen jede Hilfe, die sie kriegen können. Ich bin entschlossen meinen Teil beizutragen.
    Dabei können sie durchaus lustig sein. Sie lachen gerne. Sie sind nicht ganz so schlagfertig wie der Rest der Welt. Und sie verstehen nichts von Ironie.”

    Bei aller Kritik ist “My dear Kraut” das diese Woche in Deutschland erscheitn als Werk der Aussöhnung gedacht.
    Ich versuche hier meinen Frieden mit Deutschland zu machen und das glaube ich , geht mit Humor.
    Den deutsch-englischen Beziehungen werde es nicht schaden.
    Die Deutschen mögen ja , das man sie verspottet und kritisiert. Das ist das Masochistische an ihrer Mentalität.
    In Sachen Humor sollten sie jeden Tag vorm Spiegel stehen und rufen
    “Ich bin lustig. Das könnte helfen.
    Aber optimistisch bin ich nicht.”

    Leider ist Humor in Deutschland an bestimmte Ereignisse oder Termine gebunden..an Comedey Shows im Fernsehen oder die Woche Karneval am Rhien.
    Humor ist hier ghettoisert. Eingezäumt.
    Warum kann er nicht jeden Teil des Lebens durchdringen.?

    Abgesehen von sauberen Zügen mag Boyes an den Deutschen, dass sie die Freundsahcft ernster nehmen und besser pflegen als die Briten.

    Was ihn aber stört ist wir jegliche öffentliche Debatte durch ein kollektives Bedürfniss nach Konsens abgewürgt wird.
    Ihm gehen die endlosen TV-Talk Shows auf die Nerven, die sich meist um belanglose Veränderungen im spendablen Sozialsystem drehen.
    “Solche langweiligen Shows scheinen hierzulande die Meinungsbildung zu bestimmen”, sagt Boyes.

    Boyes ahnt, des es länger dauern könnte bis seine Humor Kampagne Wirkung zeigt.
    Aber er kann warten.
    Ich bin in beiden Ländern Aussenseiter und wenn ich schon Aussenseiter sein muss, dann wenigstens dort, wo das Bier billiger ist. (”G”)

    Auszüge aus einem Artikel von heute, 26. November 2006,
    Spiegel Online Kultur,
    “Du bist lustig”

Im Tierkreiszeichen Schütze: Zuversichtliche Zeiten

Serie | Ein Kommentar |

abbildung

Immer wenn wir uns an die dunkle Zeit so einigermaßen gewöhnt haben, befinden wir uns auf dem Weg der Besserung. Ängste können leichter überwunden, der Rückzug nach Innen besser ausgehalten werden. Außerdem dauert es nur noch einige Wochen, dann werden die Tage wieder länger und das Licht kehrt zurück. Wir wissen, aber wir machen uns auf das Warten gefasst – der Winter beginnt schließlich erst.

Der Vorteil der langen Nächte ist es, dass wir auf dem Nachhauseweg nicht mehr viel von den Farben des Tages erkennen, und uns somit früher das Leuchten der Sterne entgegenblinkt. Daher wenden wir unser Gesicht viel eher dem Himmel entgegen, als dass wir es in Richtung Boden halten. Alleine diese Änderung der Blickrichtung reicht aus, dass uns ein Gefühl von Hoffnung durchströmt. Obwohl wir nicht wissen können, was die Zeit bereithalten wird, aber irgendetwas setzt diese hoffnungsvolle Ahnung in uns frei, dass alles gut werden wird. Ist es, weil wir in der unendlichen Weite des Sternenhimmels erkennen, dass wir nicht allein auf der Welt sind und dass wir alle ein großes Ganzes ergeben? Oder ist es reiner Verdrängungsmechanismus und wir blenden das Schlechte und Ängstigende um uns herum einfach aus? Ab einem bestimmten Level kann man dem alltäglichen Frust und das Elend nicht mehr ertragen, dann machen wir die Schotten dicht.

Ich stelle für mich immer wieder fest, dass es in der Schütze-Zeit mit anderen Dingen zugeht. Das Elend in der Welt wird nicht geringer, aber hier sind wir am fähigsten, den unbequemen Tatsachen ins Auge zu sehen, ohne in ein Loch zu fallen. Hier geben wir am bereitwilligsten von unserem Geld den anderen, ob in Form von Spenden oder als Weihnachtsgeschenke für unsere Liebsten, es bekümmert uns am wenigsten. In dieser Zeit sind wir am zuversichtlichsten, was zumindest das Zusammenleben mit allen betrifft. Das ändert sich als Massenphänomen jahraus und jahrein recht schnell. Auch für unser eigenes Leben erhalten wir uns nur wenig Optimismus aus dieser Zeit. Wieso eigentlich? Haben wir Angst, als Spinner oder Narren bezeichnet zu werden? Fühlen wir uns wohler in unserer Haut, wenn wir uns ständig in und mit unserem Mangel definieren? Neidisch schielen wir auf diejenigen unter uns, die das Glück gepachtet zu haben scheinen. Anstatt von ihnen zu lernen, halten wir sie lieber für Größenwahnsinnige.

Worin liegt denn der Unterschied zwischen Hoffnung und Größenwahnsinn? Ist es gar dasselbe?

Ein wundervolles Magazin ist vor zwei Monaten zu diesem Thema erschienen:

GEO – 30 Jahre: eine Jubiläumsausgabe

Die Kraft der Zuversicht

20 Geschichten, die Hoffnung machen

Zitat: “Kennen Sie den Trick mit der rosafarbenen Brille? Wer sie trägt, sieht alles in positives Licht getaucht. Seine Zukunft. Sich selbst. Er hält sich für attraktiver, erfolgreicher und gesünder als die anderen. Eine Täuschung? Sicher, auch. Das Verblüffende aber ist: Der Blick durch die Brille färbt nicht nur schön – sondern verändert sie tatsächlich.
Die raffinierte Brille stammt aus der Trickkiste der Evolution….. Man nennt sie: Zuversicht.”

Die Zuversicht – unsere Triebkraft des Lebens. Natürlich verschleiert sie unseren Blick auf so manche Realität, aber ohne sie würden wir unseren Lebensmut verlieren. Durch sie befinden wir uns in einer Welt der Illusion, denn wir pflegen uns ständig mehr vorzunehmen, als wir tatsächlich bewältigen können. Wir fühlen uns gesünder als andere, meinen unfehlbarer zu sein oder alles unter Kontrolle zu haben. Schlichtweg: wir beschummeln uns. GEO: “unverbesserlicher Optimismus ist offenbar eine kontrollierte Form des Größenwahns – ohne ihn würden wir viele Projekte gar nicht erst beginnen.”

Also ist Größenwahn das Geheimnis von Erfolg? Mitnichten. Erfolg lässt sich am ehesten erschließen, wenn wir eine Form von Zuversicht in uns tragen, die “auf Gefühlen von eigener Kompetenz” aufbaut. Der US-amerikanische Psychologe Martin Seligman nennt sie die “Selbstwirksamkeitserwartungen”. Ausgerechnet diese scheinen uns deutschen Bundesbürgern zu Haufen zu fehlen, denn laut dem international tätigen Meinungsforschungsinstitut Gallup sind wir die Pessimismus-Weltmeister! Hört, hört!

Ob wir diesen Titel auf uns sitzen lassen wollen? Ich bin da ganz zuversichtlich, dass unser eigener Schütze-Anteil, den wir schließlich alle irgendwo besitzen, Bewirkung auslöst. Nicht nur in dieser Zeit.
Im Grunde ist es ganz einfach, dass dieser Mechanismus in Gang gesetzt wird. Sie glauben mir nicht? Dann stellen Sie sich doch immer wieder die Frage, was auf dieser Welt durch sie besser geworden ist. Am besten jeden Tag.

Sehen Sie, es wirkt!
Anstatt unserem eigenen Glück verzweifelt hinterher zu rennen, ist es doch einfacher, für Glück in der Welt, in der eigenen Umgebung zu sorgen. Ist es Ihnen denn nie passiert, dass dann das Glück Einzug hielt? Dann haben wir Teil am Glück, denn wir können ihm nur gewahr werden, wenn wir unseren Blick auf das Ganze werfen.

Diese Fähigkeit bietet uns die Schütze-Qualität an. Sie ist es, die uns den Einklang mit der Welt beschert. Sie kennen doch den Spruch: Immer wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Dieser Funken Hoffnung ist in uns allen angelegt und der schwappt in dieser Zeit auf uns alle über. Dem Himmel sei Dank!

Die Schütze-Zeit stachelt uns an, mehr Mut zur Zuversicht auf uns zu nehmen. Um wie viel leichter unser Alltag dadurch werden könnte!

Da, sehen Sie! Die Sterne leuchten jetzt viel heller als vorhin! DAS gibt mir Hoffnung.

P.S. Jupiter wandert übermorgen ebenfalls in das Zeichen Schütze. Ob uns dadurch eine zuversichtlichere Zeit beschert wird?

© 2006 Dagmar Wäscher @ 22. November 2006

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