Sternenhimmel Juni 2007
Sternenhimmel | (3) Kommentare |
Junimond
Der Vollmond im Winter wandert in einem hohen Bogen über den Himmel. Zur Zeit des Sommeranfangs kugelt er dagegen flach am Horizont entlang. Da der Mond auf seinem Weg ungefähr der Sonnenbahn folgt, befindet er sich bei Vollmond stets etwa dort, wo die Sonne ein halbes Jahr zuvor stand.
Während die Sonne das Sternbild Stier durchstreift, ereignet sich der Vollmond also vor den Sternen des Skorpion. Das Bild zeigt den Südhimmel in der Nacht zum 1. Juni 2007, um 1 Uhr 30. Der Mond ist bereits an Antares vorbeigezogen, und nähert sich seiner Konjunktion mit Jupiter, der ganz links und deutlich höher steht.
Wenn der Vollmond den Horizont entlang kugelt
Im Mai und Juni 2007 bewegt sich der Vollmond so tief am Himmel wie seit langem nicht mehr. Wie kommt das? Betrachten wir dazu im zweiten Bild die Art von Sternkarte, die wir in der Astrologie verwenden: eine Horoskopzeichnung. Auch sie zeigt die Nacht zum 1. Juni 2007. Darunter ist wie im ersten Bild die dazugehörige Mercatorprojektion des Südhimmels dargestellt, diesmal aber mit den wichtigsten Großkreisen: der Himmelsäquator als horizontale blaue Linie, darunter die Ekliptik in orange, dann die Mondbahn in weiß und ganz unten der Horizont in grün.
Das Horoskop als Sternkarte
Es ist halb zwei morgens. In Köln bildet der Mond um diese Uhrzeit mit dem MC eine Konjunktion, er steht am Himmel also fast genau im Süden.
Sonne und Mond stehen in Opposition – wir haben Vollmond.
In seinem monatlichen Umlauf ist der Mond bei etwa 9 Grad Schütze angelangt und nun nicht mehr weit vom tiefsten Punkt der Ekliptik entfernt, 0 Grad Steinbock, dem Ort der Sonne im Dezember zur Zeit der Wintersonnenwende. Hier hat im Winter die Sonne ihren größten südlichen Abstand vom Himmelsäquator und zieht ihren Tagbogen sehr flach über dem Horizont.
Der aufsteigende Mondknoten liegt in Fische. Der Mond steht im Quadrat dazu. Er ist noch etwas über 90 Grad entfernt in Schütze und nimmt hier somit seine beinahe tiefste Position südlich der Ekliptik ein. Seine Bahn ist an dieser Stelle noch 5 Grad flacher als die der Sonne Anfang Dezember.
Dass wie dieses Jahr der tiefe Junivollmond fast mit der größten südlichen Breite der Mondbahn zusammenfällt, ist immer dann möglich, wenn der Mondknoten sich in der Nähe des Frühlingspunktes befindet, in unserer Horoskopzeichnung also nicht weit von 0 Grad Widder. Und das bedeutet etwa alle 18,6 Jahre, denn so lange dauert ein Umlauf der Mondknoten auf der Ekliptik.
Jupiter und Antares
Wer am 31. Mai nicht schlafen kann, mag also vielleicht einmal nach Süden schauen. Irgendwo zwischen Bäumen und Häusern ist er – der Vollmond. Und nur ein paar Tierkreisgrade weiter steht Jupiter auf 15 Grad Schütze. Beide begegnen sich hier vor dem eindrucksvollen Sternbild Skorpion und seinem hellen, rot leuchtenden Stern Antares.
Thomas P. Birkhoff
www.gekipptequadrate.de
© 2007 Thomas Birkhoff @ 30. Mai 2007
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Hallo Thomas,
manche zeigen einem ihre Briefmarkensammlung.
Andere die Sterne.
Ich bevorzuge zweiteres.
Vielen Dank für die Erklärungen.
Gruß
Iris
Lieber Thomas,
wenn Monde kugeln und Sterne blinken, ist die Welt völlig in Ordnung.
Dankeschön, dass du uns den Kosmos schenkst.
Sabine
Lieber Thomas,
danke für Deinen inspirierenden Beitrag, und für die “Gebrauchsanweisung”! Gestern nach dem dicken Unwetter wurde der Himmel plötzlich wie leergefegt, und ich konnte meinen Blick schweifen lassen von Merkur und Venus, den Halbmond, Saturn in Löwe und Jupiter im Skorpion. Es war berührend, so mit eigenen Augen sehen zu können, was sonst nur die Horoskopzeichnung mit ihren Symbolen andeutet.
Freu mich schon auf Deinen nächsten bebilderten Beitrag!
Liebe Grüße
Yamuna