Sternenhimmel Mai 2007
Sternenhimmel | Ein Kommentar |
Merkur ist der Innerste der Planeten. Von der Erde aus betrachtet entfernt er sich nie sehr weit von der Sonne, maximal 27 Grad. So verbleibt selbst dann, wenn er als Abendstern seinen größten Abstand zu ihr einnimmt, nur wenig Zeit zwischen Sonnenuntergang und seinem eigenen Verschwinden hinter dem Horizont. Hinzu kommt das helle Licht der Dämmerung. Merkur ist also nicht so leicht zu Gesicht zu bekommen. Und dann gibt es ja auch noch Wolken …
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Sonne – Mond – Merkur – Venus
Im Mai eilen Merkur und Venus der Sonne in ihrem Jahreskreis weit voraus. Sie sind daher bei klarer Sicht kurz nach Sonnenuntergang gut über dem Westhorizont beobachtbar. Am 16. Mai 2007 ist Neumond. Ein paar Abende darauf gesellt sich dort dann also auch die schmale Mondsichel hinzu.
Ein Blick in die Ephemeriden
Sonne, Merkur und Venus haben in der zweiten Maihälfte die folgenden ekliptikalen Längen:
16. Mai 2007: Sonne 25 Grad Stier, Merkur 9 Grad Zwillinge, Venus 8 Grad Krebs. 23. Mai 2007: Sonne 2 Grad Zwillinge, Merkur 22 Grad Zwillinge, Venus 16 Grad Krebs. 30. Mai 2007: Sonne 8 Grad Zwillinge, Merkur 1 Grad Krebs, Venus 23 Grad Krebs.
Demnach nimmt Merkur eine Position zwischen Sonne und Venus ein: zuerst geht die Sonne unter, dann folgt Merkur und zuletzt die Venus.
Wie finde ich nun Merkur am Himmel?
Dazu werfen wir auch einen Blick auf die Deklinationen, den Abständen der Gestirne vom Äquator. N steht für nördliche Deklination:
15. Mai 2007: Sonne 19 Grad N, Merkur 23 Grad N, Venus 26 Grad N. 23. Mai 2007: Sonne 20 Grad N, Merkur 25 Grad N, Venus 25 Grad N. 31. Mai 2007: Sonne 22 Grad N, Merkur 25 Grad N, Venus 24 Grad N.
Merkur und Venus haben zeitweise bis zu über 25 Grad nördliche Deklination, und das heißt für unseren Blick auf den Westhimmel, sie gehen nicht genau im Westen unter, sondern weiter rechts davon, etwas nördlicher eben.
Und es geht noch genauer. An ihrer größeren nördlichen Deklination sehen wir, dass Merkur und Venus noch weiter rechts untergehen als die Sonne. Um den 23. Mai herum haben Merkur und Venus fast die gleiche Deklination und durchziehen somit kurz nacheinander fast den gleichen Untergangspunkt. Die sinkende Sonne und die darüber hell erstrahlende Venus bilden in diesem Mai also einen idealen Rahmen um den Merkur zu entdecken. Irgendwo dazwischen muss er doch sein …
Merkur im Mai – Die Fotodoku für Wolkenliebhaber
Die Bilder zeigen den westlichen Abendhimmel in Köln, am 15. Mai 2007 von 20.10 Uhr bis 22.00 Uhr MESZ, mitteleuropäische Sommerzeit, in etwa fünfminütigem Abstand – und den Merkur hinter den Wolken verborgen. Die komplette Fotoserie steht zur Zeit auf www.gekipptequadrate.de. Auf den letzten Bildern wird dort die Venus sichtbar.
Viel Vergnügen bei der Suche nach Merkur und schöne Maiabende
Thomas P. Birkhoff
© 2007 Thomas Birkhoff @ 21. Mai 2007
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…wunderschön, dein Himmelszauber. Danke!
Sabine