Satsang mit mir selbst – Teil 1
Spiritualität, The Work | Noch keine Kommentare |
Wenn ich “The Work” von Byron Katie mache, dann mache ich “Satsang” mit mir selbst. Was ist The Work? Was ist Satsang? Wer ist Byron Katie?
Was ist Satsang?
Eins nach dem anderen. Satsang kommt aus dem Sanskrit und bedeutet: sat – Wahrheit, sangha – Zusammensein, Begegnung. Man könnte es also mit “Begegnung in Wahrheit” oder “Begegnung mit der Wahrheit” übersetzen. Und schon wieder entstehen Fragen. Was ist Wahrheit? Gibt es eine Wahrheit? Lassen wir auch diese Fragen vorerst so stehen.
Im Allgemeinen versteht man unter Satsang die Begegnung mit einem Lehrer, einem Guru, einem Meister. Dieser ist im “Besitz” einer “Wahrheit”, die sich dem Schüler scheinbar entzieht. Es sind also Wahrheitssucher, die sich in Satsang begeben. Was hat so ein Lehrer, so ein Guru, das seine Schüler nicht haben? Ein Meister gilt als erleuchtet, als erwacht. Als jemand, der das Absolute erkannt hat, die “Wahrheit” eben. In seiner Gegenwart kommen die Schüler zur Ruhe, zum inneren Frieden. Sie finden ein Stück mehr zu sich selbst. Satsang-Gänger sagen, dass sie nach dem Zusammensein mit dem Lehrer innerlich geklärter sind, zufriedener, glücklicher. Sie hoffen, dass das, was der Lehrer “gefunden” hat, auch ihnen zuteil wird.
Byron Katie, eine Amerikanerin, die durch die Fragetechnik “The Work” auf der ganzen Welt bekannt geworden ist, würde wahrscheinlich dazu sagen: “Niemand ist erwachter als jemand anderes. Niemand lehrt mehr als jemand anderes. Niemand hat mehr Wissen als jemand anderes.” Es gibt nur diesen einen Moment, und entweder du bist mit der Realität im Reinen oder du bist es nicht. Im ersten Fall bist du gerade “wach”, im zweiten Fall schläfst du gerade. “Confusion is the only reason for suffering.” – Verwirrung ist die einzige Ursache für unser Leiden. Wenn wir “wach” sind, “er-wacht”, dann sind wir klar und im Reinen mit dem, was ist. Wenn wir “schlafen”, bleiben wir verwirrt und wollen, dass irgend etwas anders ist. Das geschieht in jedem Moment und kann sich jeden Moment wieder ändern. Bei Menschen, die dauerhaft “erwacht” oder “erleuchtet” sind, ändert es sich im Allgemeinen nicht mehr. Doch das soll uns nicht daran hindern, nach dem Erwachen in diesem Augenblick zu suchen. So winzig er auch sein mag.
Leiden im Alltag
Sie kennen das sicher: Sie haben es eilig und landen prompt in einem Stau. Nun haben Sie zwei Möglichkeiten zu reagieren: Sie können sich aufregen, sich Sorgen über ihre Verspätung machen, herumschimpfen und nervös sein. Dann sind sie – in Katies Worten – “confused”, verwirrt. Oder Sie können akzeptieren, dass Sie im Stau stehen und überlegen, wie Sie am besten die Zeit verbringen und Ihren Verabredungspartner benachrichtigen. Dann sind Sie klar und wach.
Die Wahl
Im ersten Fall leiden Sie. Wovon sich der Stau auch nicht auflöst. Im zweiten Fall sind Sie entspannt und zufrieden, mit oder ohne Stau – Ihr innerer Frieden hängt nicht von den Umständen ab. Jeder Mensch kann in jedem Moment “erwacht” oder “wach” sein. Und jeder Mensch kann in jedem Moment verwirrt sein und darunter leiden. Oder auch sein Leiden auf seine Umwelt übertragen und dadurch noch vergrößern. Wenn Sie schon sauer sind, weil es einen Stau gibt, schimpfen Sie vielleicht laut und verschmutzen die Atmosphäre in Ihrem Auto für Ihre Mitreisenden gleich mit.
So oder so. Wir haben die Wahl. An der Realität ändert das nichts. Die bleibt gleich: Es gibt einen Stau. Diese so offensichtliche “Wahrheit” des Staus zu sehen, fällt uns leicht. Andere “Wahrheiten” bleiben unserer Wahrnehmung leichter verborgen. Deswegen hat Byron Katie eine einfache Fragetechnik entwickelt, die uns hilft, der “Wahrheit” auf die Spur zu kommen.
Selbstbefragung als Weg zur Erlösung
In allen spirituellen Traditionen wird Wahrheitssuchenden empfohlen, sich selbst bestimmte Fragen zu stellen. Eine ganz zentrale lautet z.B. “Wer bin ich?” Nach langwierigen Meditationen über solche Fragestellungen enthüllt sich dem Suchenden irgendwann das Absolute Wissen. Oder auch nicht.
Byron Katie, die sich übrigens weder als erwacht noch erleuchtet noch als Lehrerin fühlt, ist da nicht anders. Doch viel pragmatischer. Auch sie stellt Fragen. Doch ihre Fragen gelten direkt und in jedem Moment den Gedanken, die mich verwirren. Um bei unserem Beispiel mit dem Stau zu bleiben, wäre es ja möglich, dass ich denke: “Scheiß-Stau! Ich muss zu meiner Verabredung. Ich habe jetzt keine Zeit im Stau zu stehen! Kann der sich bitte schleunigst auflösen!??!!” Meist kann der Stau das im Übrigen nicht, selbst wenn ich es noch so sehr will… :-/
Ein solcher Gedanke bringt Nervosität, Unruhe und Verwirrung in mein Leben. All das, was Wahrheitssucher im Satsang hinter sich lassen wollen. Dort suchen sie Ruhe und Klarheit. Und genau deswegen stellt sich der pragmatische Wahrheitssucher in solchen Augenblicken innerer Qual eine paar einfache Fragen. Wenn ich als praktisch veranlagte Wahrheitssucherin dies tue, nehme ich mir dafür einen Moment Zeit. Doch je öfter ich es tue, umso schneller geht der Frageprozess vonstatten. Mein privater Satsang mit mir selbst. Und am Ende bin ich immer mehr bei mir, mehr in Frieden, ausgeglichener, glücklicher. Egal, ob es sich noch staut oder nicht.
Möchten Sie gern wissen, wie die Fragen lauten, die ich mir dann stelle? Dann schauen Sie in ein paar Tagen doch wieder bei uns vorbei. Ich freue mich auf Sie und euch!
The Work mit Byron Katie im Internet: www.thework.com, www.youtube.com
Übungsabende mit The Work in Köln bei Sabine: Ich bin was ich denke.
Ein online-Kurs bei Phoenix Astrologie online zum Erlernen und Üben der Methode ist in Vorbereitung.
© 2009 Sabine Bends @ 13. Januar 2009
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Schlagwörter: Byron Katie, Erleuchtung, Erwachen, Satsang, The Work, Wahrheit
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