Die Kunst, sich an seine Träume zu erinnern
Sie tun sich schwer, sich an Ihre Träume zu erinnern? Die folgenden Tipps und Tricks können Ihnen helfen, Ihr Erinnerungsvermögen für träume erheblich zu steigern. Die Traumarbeit beginnt bereits vor dem Einschlafen, denn Sie können bereits im Wachzustand einiges dafür tun, um die Wahrscheinlichkeit, sich an Ihre Träume zu erinnern, beträchtlich zu erhöhen.
Steigern Sie Ihr Interesse
Je größer Ihr Interesse und Ihre Bereitschaft schon im Wachzustand ist, sich der Traumwelt zu öffnen, umso wahrscheinlicher werden Sie sich an Ihre Träume erinnern. Lesen Sie Bücher über Träume, und zwar nicht nur Fachliteratur, sondern gerade auch Romane und Geschichten! Auch die intensive Beschäftigung mit Märchen und Mythen erhöht die Bereitschaft, sich auf die Traumwirklichkeit einzulassen. Vor allen Dingen aber: Freuen Sie sich auf die Nacht und auf das Eintauchen in die Traumwelt! Setzen Sie sich in einen erwartungsfrohen Zustand vor dem Schlafen gehen und bitten Sie darum, sich am Morgen an Ihre Träume erinnern zu können!
Üben Sie das Deuten von Symbolen, zum Beispiel mit Tarot-Karten oder den wunderschönen Soulcards von Deborah Koff-Chapin.
Steigern Sie Ihre Kreativität
Je häufiger und kreativer Sie sich auch im Wachzustand mit den Inhalten Ihrer Träume auseinandersetzen, umso reichhaltiger, farbiger und plastischer werden auch Ihre Träume. Nutzen Sie jede Gelegenheit, um auch tagsüber mit den Inhalten Ihres Traumes zu arbeiten. Gerade der kreative Umgang mit den Träumen ist förderlich: Malen Sie Szenen aus Ihren Träumen nach, verfassen Sie Gedichte darüber oder schreiben Sie eine kurze Geschichte auf der Basis der Traumbilder. Oft genügt es schon, den Traum einem anderen Menschen zu erzählen und zu versuchen, ihn besonders spannend und farbenprächtig wiederzugeben.
Es mag auch hilfreich sein, sich ganz allgemein bereits am Tage beeindruckbar zu machen für das, was einen umgibt: Machen Sie sich also dünnhäutiger und versuchen Sie sich häufiger in andere Menschen zu versetzen. Halten Sie hin und wieder bewusst inne und nehmen Sie wahr, was sich gerade um Sie herum befindet, ohne es zu bewerten oder zu analysieren.
Steigern Sie Ihr visuelles Gedächtnis
Nachweislich ist ein gut trainiertes visuelles Gedächtnis eine optimale Voraussetzung für Traumerinnerung. Es ist deshalb nicht verkehrt, auch am Tage seine Aufmerksamkeit auf das Training diesen wichtigen Faktor der Traumerinnerung zu lenken. Fangen Sie damit an, sich auch tagsüber Ihren Tagträumen hinzugeben. Malen Sie sich Ereignisse aus und lassen Sie sie wie in einem Kinofilm vor dem geistigen Auge vorbeiziehen.
Nützlich sind auch Übungen wie folgende, die neben dem visuellen Vorstellungsvermögen auch die Denkfähigkeit trainieren:
Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich einen Apfel oder irgendein anderes Obst vor.
Beantworten Sie im Geist für sich die folgenden Fragen: Wie sieht der Apfel genau aus? Wie ist seine Farbe? Wie groß ist der Apfel? Wie weit ist der Apfel entfernt? Wie realistisch ist der Apfel?
Fangen Sie nun an, die Eigenschaften des Bildes zu verändern: Lassen Sie den Apfel vor Ihrem geistigen Auge immer größer werden, bis er so groß ist wie Sie selbst. Wie viele Apfelkuchen könnten Sie mit diesem gigantischen Apfel wohl backen? Lassen Sie den Apfel jetzt immer kleiner werden, bis er so groß ist, dass er auf Ihre Fingerspitze passt. Schieben Sie schließlich den Apfel in Ihrem Geist immer weiter weg, bis Sie ihn fast nicht mehr sehen können. Dann holen Sie ihn wieder so nahe an sich heran, bis er Ihre Nasenspitze berührt.
Stellen Sie sich die Geschichte des Apfels vor: Wo stand er Baum, auf dem er wuchs? Wer hat ihn gepflückt? Welche Wege musste er bis zu Ihnen zurücklegen? Wie gelangte er schließlich in Ihren Besitz? Was wird mit diesem Apfel passieren?
Vor dem Einschlafen
Manchen Menschen hilft es, wenn Sie vor dem Einschlafen noch einmal ins “Kopfkino” gehen und den vergangenen Tag Revue passieren lassen. Stellen Sie sich den gesamten Tagesablauf vom Erwachen bis zum Bettgehen noch einmal bildhaft und in so vielen Einzelheiten wie nur irgend möglich vor. Spüren Sie nach, was Sie gefreut, geärgert, deprimiert und aufgebaut hat.
Wenn Sie schon mit der Traumarbeit begonnen haben, ist es auch ratsam, sich vor dem Einschlafen den Traum der vorangehenden Nacht noch einmal durchzulesen. Denken Sie darüber nach, ob und wie sich dieser Traum im gerade zu Ende gegangenen Tag gespiegelt hat. Suchen Sie nach Bezügen, aber auch nach offenen Fragen. So machen Sie sich im Vorfeld für die Erfahrungen der Traumwirklichkeit empfänglich.
Bevor Sie in das Reich der Träume tauchen, bitten Sie den Schlaf oder Ihr Traum-Ich oder eine sonstige Instanz, Ihnen einen Traum zu schicken, an den Sie sich in der Früh erinnern können. Dies funktioniert besonders gut, wenn Sie sich bereits kurz vor dem Einschlafen befinden und völlig entspannt sind. Sie können sich dann auch mit folgenden Autosuggestionen auf die Traumerinnerung einstimmen:
“Ich bereite mich darauf vor, die Bilder, die mir im Traum zuteil werden, als wichtige Botschaften anzuerkennen.”
“Ich bin bereit, die Botschaften des Traums zu empfangen und zu verstehen.”
“Ich erwache morgen früh und bin ganz überrascht, wie klar und deutlich ich mich an alle Einzelheiten meines Traumes erinnern werde.”
“Ich erwache morgen früh und bin ganz überrascht, welche spannenden und weisen Antworten auf wichtige Fragen meines Lebens mein Unbewusstes mir im Traum geschickt hat.”
“Ich muss mich nicht an meine Träume erinnern, aber ich werde mich gerne an sie willkommen heißen, was auch immer mir im Traum begegnet.”
“Ich werde bald eingeschlafen sein und zu träumen beginnen. Und wenn es dann in Ordnung ist, werde ich mir erlauben, mich in der Früh an meine Traumbilder zu erinnern.”
Und in ganz hartnäckigen Fällen probieren Sie doch einmal damit:
“Ich werde am nächsten Morgen alles versuchen, meine Träume so schnell wie möglich wieder zu vergessen!”
Wachen Sie langsam auf
Kurz nach dem Erwachen, sollten Sie so den Traum so schnell wie möglich festhalten. Folgende Tipps sind nützlich, um die Erinnerung an den Traum unmittelbar zu stärken:
Lassen Sie sich nicht von lauten und schrillen Weckern aus dem Schlaf reißen. Insbesondere Musikradios sind der “Tod” eines jeden Traums, denn wenn Sie gleich mit den morgendlichen Nachrichten und neusten Hits aus den Charts versorgt sind, sind Sie schneller wieder im Wachbewusstsein als der Traum sich halten kann. Manchen Menschen gelingt es, sich darauf zu trainieren, vor dem Weckerklingeln zu erwachen.
Es ist wichtig, dass Sie die Aufwachphase möglichst ungestört verbringen – der Traum ist ein zartes Gespinst, das von den geringsten äußeren Einflüssen zerrissen werden kann! Stehen Sie nicht sofort auf, wenn Sie erwacht sind, sondern bleiben Sie einige Minuten in der Stellung liegen, in der Sie sich gerade befinden, und zwar mit geschlossenen Augen. Versuchen Sie Ihre Aufmerksamkeit ganz bei den Bildern der Nacht zu behalten. Bleiben Sie bei Ihrem Traum und spüren Sie ihm nach. Meditieren Sie über den Traumbildern, ohne sie zu bewerten. Atmen Sie dabei ruhig ein und aus. Aber: Schlafen Sie nicht wieder ein! Dies würde den Traum völlig auslöschen.
Es ist übrigens auch sehr hilfreich, sich schon jetzt einen Titel für den Traum auszudenken: dieser Titel sollte die wichtigsten Stichworte des Traumgeschehens enthalten, etwa Die Alte im Souvenirladen, Der Hase auf der Flucht usw.
Notieren Sie Ihren Traum
Es kostet anfangs vielleicht ein wenig Überwindung, sofort nach dem Aufwachen zu Papier und Stift zu greifen, aber es lohnt sich! Machen Sie es sich zur Gewohnheit neben dem Bett stets griffbereit einen Notizblock und Schreibzeug zu haben! Verschwenden Sie keine Zeit: Schreiben Sie sofort alles auf, was Ihnen in den Sinn kommt! Wenn Sie manche Details nicht beschreiben können, dann fertigen Sie einfach eine Skizze an. Wer Mühe hat, sich aufzuraffen und etwas aufzuschreiben, der kann natürlich auch ein Diktiergerät einsetzen.
Wenn Sie am Anfang der Traumarbeit stehen, kann es vorkommen, dass Sie sich nur an Bruchstücke erinnern können, die vielleicht keine großartigen Zusammenhänge aufweisen – das ist völlig normal. Würdigen Sie auch diese Fragmente als Botschaften aus der Traumwelt und schreiben Sie sie auf! Manchmal enthalten selbst die kleinsten Traumpartikel wichtige Informationen und dürfen auf keinen Fall verloren gehen. Nicht selten taucht die Erinnerung an weitere Einzelheiten im Laufe des Tages von selbst auf. Durch das Aufnotieren selbst der kleinsten Bruchstücke, beginnen Sie sich langsam aber sicher sich selbst auf eine bessere Traumerinnerung zu programmieren.
Ein Grundsatz der Traumerinnerung besagt: Gefühle sind wichtiger als Traumbilder! Denn erst die begleitenden Gefühle machen den Traum zu einem individuellen Erlebnis. Machen Sie sich die Gefühle bewusst, die der Traum in Ihnen ausgelöst hat und benennen Sie sie: Angst, Verzweiflung, Wut, Trauer, Glück, Heiterkeit etc. Manchmal bleibt von einem Traum sogar nur das Gefühl übrig – dann notieren Sie dieses!
Später können Sie den Traum in ein speziell für diese Zwecke angelegtes Traumtagebuch übertragen. Zumeist fallen einem dabei noch weitere, auch sehr wichtige Einzelheiten ein – das ist nicht ungewöhnlich, denn es ist bekannt, dass ein nicht geringer Teil der Träume überhaupt erst im Laufe des Tages erinnert wird, zum Beispiel durch spontane Hinweise. Das Traumtagebuch kann außerdem dazu dienen, die Träume zu systematisieren und zu deuten. In jedem Fall aber wird das Führen eines solchen Buches die Traumerinnerung erheblich verbessern, weil Sie sich auch tagsüber aktiv mit Ihrem Traum auseinander setzen.
Sprechen Sie über Ihren Traum
Wenn Sie mal Zettel und Stift nicht parat haben, dann hat es sich bewährt, den Traum gedanklich in allen Einzelheiten zu wiederholen und ihn dann so schnell wie möglich einem anderen Menschen zu erzählen. Dann ist der Traum so weit in ihr Langzeitgedächtnis übergegangen, dass Sie ihn später aufschreiben können. Diese Methode kann auch zusätzlich zum Aufschreiben die Traumerinnerung festigen. Am besten Sie erzählen es gleich Ihrem Partner oder einem anderen Menschen, mit dem Sie sich regelmäßig über Ihre Träume austauschen. Lassen Sie sich auch Fragen zu Einzelheiten des Traumes stellen und nutzen Sie die Gelegenheit, sich intensiv mit den Bildern Ihrer Traumwelt auseinander zu setzen.
© 2007 Christopher Weidner @ 10. März 2007
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Schlagwörter: Erinnerung, Traum
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lieber Christopher,
für mich ist der Traum ein Zugangsweg zur Intuition, wobei ich ich die Szenen meiner Träume nicht detailgetereu zu interpretieren versuche, sondern mir Gesamteindrücke mitnehme, diesen dann in den Tag hinein mitrage und das mir Begegnende im Bewußtsein meiner Träume dann (er)lebe.Diese Form des Träumens kann sehr hilfreich sein. ich wurde in meinem Leben schon 2* vor einer Gefahr gewarnt . das 1. mal habe ich die Intuition leider nicht erkannnt…Insgesamt bedeutet es aber auch sehr viel Verantwortung sich auf sein Traumleben einzulassen,schließlich ist es oft nicht sofort ersichtlich: war das ein Wunschtraum, oder wirklich eine Vision…
lieben Gruß
Sigrid
Hallo Christopher,
das trifft mich ja jetzt doch irgendwie mit dieser “Traumreihe”. War ich doch gerade am Finsternis- und Vollmondwochenende auf einem Traumseminar mit genau diesen Inhalten.
So hab ich alles nochmal schriftlich. Es gibt keine Zufälle.
Lieben Gruß
Iris
Liebe Sigrid, liebe Iris!
Ja – auch für mich wurde durch Zufall (Zufall?) meine alte Leidenschaft für die Traumdeutung und das Träumen wiederentdeckt. Ich freue mich darauf, diese Leidenschaft mit euch hier teilen zu können.
Liebe Grüße,
Christopher