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Holger A. L. Faß

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2 Kommentare

  1. Christopher Weidner
    Christopher Weidner
    16. April 2006 @ 10:19

    Wer mehr über die Formel zur Berechnung des Osterdatums erfahren möchte, dem kann ich den Wikipedia-Artikel empfehlen unter:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ostern

    Hier heißt es, dass die Wahl des Ostersonntags als ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond (erster Vollmond nach der Frühlingstagundnachgleiche) auch deshalb gewählt wurde, damit an Karfreitag keine Sonnenfinsternis mehr stattfinden kann.
    Christopher

  2. Holger A. L. Faß
    Holger A. L. Faß
    17. April 2006 @ 07:47

    Hier gibt es übrigens einen kleinen Quiz, bei dem man sein Wissen über das Osterfest überprüfen kann:

    http://spiel.tagesschau.de/quiz/index.php?id=82

    :-)

    Viel Vergnügen,
    Holger A. L. Faß

Astrologie und Ostern

Wissenskiste | (2) Kommentare |

Woher stammt der Begriff Ostern?
Früher ging man davon aus, daß er von der Göttin Ostara abgeleitet sei. Ostara soll eine teutonische Göttin der Morgenröte gewesen sein. Heutzutage ist man sich jedoch sicher, daß es diese Göttin nie gegeben hat. Vielmehr scheint der Begriff von dem lateinischen Wort austra bzw. dem altslavischen zaustra kommt. Uns kann das aber egal sein: denn auch austra / zaustra bedeutet Morgenröte.
Ganz offensichtlich hat Ostern etwas mit dem Morgen zu tun. Tatsächlich finden wir in der Bibel in allen Evangelien betont, daß die Auferstehung Jesus frühmorgens (Johannes), in der Morgendämmerung (Matthäus), in aller Frühe, als eben die Sonne aufging (Markus), in aller Frühe (Lukas) stattfand. Der Morgen ist der Himmelsrichtung Osten zugehörig – denn im Osten geht die Sonne und gehen die Sterne auf. Auch Osten ist sprachverwandt mit Ostern.

Bei einer Horoskopzeichnung ist der Ostpunkt identisch mit dem Aszendenten. Der Aszendent, das im Osten aufgehende Zeichen zeigt an, welche Kraft im Moment der Geburtsstunde das Licht der Welt erblickt. Der Ostpunkt gibt also eine Geburtssituation wieder – und folgerichtig leitet man vom Aszendenten im individuellen Horoskop auch zum Teil die Geburtssituation eines Menschen ab. Die Astrologie zeigt uns, daß es sich dabei um eine Wiedergeburt handelt – denn “geboren” wird ein Tierkreiszeichen. Und ein Kreis hat bekanntlicherweise weder Anfang noch Ende.
Auch die christiche Symbolik verweist auf die Wiedergeburt. Denn nichts anderes meint der Begriff der Auferstehung. Mit dem Osterfest feiern wir die Wiedergeburt des Lichtes.

Ostern fällt stets in die Widder-Zeit. Es wird kurz nach der Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche zelebriert; denn der Eintritt der Sonne in das Zeichen Widder markiert diesen Punkt der Tag-und-Nachtgleiche. Das ist der Moment im Jahr, an dem Licht und Dunkelheit gleich stark sind – und das Licht tagtäglich zunimmt. Es ist also der Moment, an dem das Licht über die Dunkelheit siegt (oder zu siegen scheint). Egal was vorher war: jetzt kommt das Licht – und mit dem Licht das Leben, die Kraft und die Lebensfreude.

Im archetypischen Horoskop beginnt der Tierkreis mit dem Widder. Auch der Widder steht für den Geburtsprozeß. Wir kennen die Energie dieses Tierkreiszeichens als etwas Trennendes. Hier findet sich die Kraft, sich (wenn nötig im Kampf, mit dem Schwert, und feurigem Willen) von etwas zu Trennen. Der Widder sucht nicht etwa die Verbindung, sondern tritt heraus und präsentiert sich mit einem lauten “ICH”. Symbole des Trennens und Spaltens finden wir auch in der biblischen Ostergeschichte: vor der Auferstehung reißt im Tempel ein Vorhang entwei, Felsen spalten sich und Gräber öffnen sich (Matthäus). Wenn ein Kind geboren wird, löst es sich aus der Einheit mit der Mutter (dem Fische-Prinzip) heraus; es wird getrennt von ihr, die Nabelschnur durchschnitten. Das ist nach Art und Weise des Widders.

Der Moment der Wiedergeburt wird in der christlichen Tradition am Ostersonntag gefeiert. Auch heute noch wird in vielen Kirchen dabei ein ergreifendes Ritual zelebriert: der völlig verdunkelte Kirchenraum wird durch eine einzige Kerze erleuchtet. An dieser Kerze zünden Gemeindemitglieder eigene Kerzen an, und nach und nach erstrahlt immer mehr Hellingkeit im Gotteshaus. Dieser Brauch symbolisiert den über Tod und Sterben siegenden Jesus Christus – und die Weiderkehr von Leben, wo immer es zuvor gestorben sein mag. Denn der Wiedergeburt geht das Sterben voran. Diesem Moment wird am Karfreitag gedacht. Es ist der Kummer-Freitag. Der Wortstamm Kar leitet sich nämlich von dem althochdeutschen Begriff chara ab, was soviel wie Elend, Klage oder Trauer bedeutet.

In der Bibel wird darauf hingewiesen, daß Jesus in der neunten Stunde gestorben sei. Das darf nicht mit “9:00 Uhr” übersetzt werden. Gezählt wurden die Stunden ab Sonnenaufgang. Da wir ja die Zeit der Tag-und-Nachtgleiche haben, wissen wir, dass die Sonne gegen sechs Uhr morgens auf- und gegen sechs Uhr abends untergeht. Von sechs Uhr morgens an neun Stunden gezählt kommen wir also auf 15:00 Uhr. Im Horoskop finden wir die Sonne für diesen Zeitpunkt im achten Haus. Auch dies birgt eine tiefe Weisheit in sich: denn das achte Haus wird traditionell als das Haus des Todes bezeichnet. Aber es ist mehr als das Todesfeld – ist ist vor allem der Ort der Transformation. Das achte Horoskophaus ist äquivalent zum Tierkreiszeichen Skorpion und zum Planeten Pluto, deren Verwandlungskraft wir kennen. Hier finden wir das Phönix-aus-der-Asche-Prinzip. Das Vergehen und Entstehen – das Stirb-und-Werde. Der alte Herrscher des Skorpions ist übrigens Mars – der zugleich über das Widder-Zeichen regiert. Somit verbinden sich erneut das Sterben (Skorpion / Haus abbildung und der Neustart (Widder / Aszendent).

© 2006 Holger A. L. Faß @ 11. April 2006

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