Hätten Sie’s gewußt: Wie groß ist der Erdumfang?
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Das Ergebnis gleich vorneweg: nach modernen Messungen und Berechnungen beträgt der Erdumfang am Äquator 40.075 Kilometer. Doch hinter dieser scheinbare nüchternen Frage steckt noch mehr…
Wann wurde der Erdumfang erstmalig berechnet? Was glauben Sie? Bedenken Sie, dass man nur dann den Umfang einer Kugel berechnen kann, wenn man sich die Erde überhaupt als Kugel vorstellt… Also was meinen Sie: vor 100, 200, 500, 1000, 1500, 2000 Jahren?
Alles falsch: bereits vor 2.200 Jahren! Zugegeben: mit der Bemerkung in Bezug auf die Kugelgestalt der Erde habe ich Sie ein bisschen in die Irre geführt. Unsere Annahme, die Form der Erde sei eine moderne Erkenntnis, täuscht. Bereits im alten Griechenland wurde die Kugelgestalt unter den Wissenschaftlern diskutiert und u.a. von Eratosthenes nachgewiesen.
Nun: Eratosthenes müssen Sie nicht kennen. Er lebte vor ca. 2200 Jahren und war als Astronom und Astrologe tätig. Eine bisweilen fast feindselige Trennung dieser Wissenschaften, so wie wir Sie heutzutage kennen, gab es damals nicht. Das, wovon ich nun berichten möchte, hängt mit der Sommersonnenwende zusammen, also dem Zeitpunkt, da die Sonne ihren höchsten Stand im Jahreslauf erreicht. Das ist dann der Fall, wenn die Sonne das Tierkreiszeichen Krebs betritt. Diesen Zeitpunkt wollte Eratosthenes nutzen, um seinen “Verdacht” zu überprüfen – nämlich die Hypothese, dass die Erde eine Kugel sei. Und den Umfang der Erdkugel wollte er gleich mit bestimmen.
Eratosthenes lebte in Griechenland; genauer gesagt in Alexandria. Einige hundert Kilometer südlich davon entfernt befand sich die Stadt Syene, dem heutigen Assuan (Ägypten). Im Gespräch mit Kollegen hatte er etwas Banales und doch Bemerkenswertes erfahren. Man hatte ihm berichtet, dass zur Sommersonnenwende, wenn die Sonne ihren Höchststand erreichte, sie sich direkt von oben in einem Brunnen spiegelte. Die Sonne befand sich also exakt über Syene. Über Syene also mußte die Sonne in diesem Moment im Zenit stehen. Zur gleichen Zeit, nämlich als die Sonne während der Sommersonnenwende ihren Höchststand in Alexandria erreichte, war dies allerdings nicht der Fall. Von Alexandria aus betrachtet, stand die Sonne nicht im Zenit. Sie hätte sich nicht direkt von oben in einem Brunnen spiegeln können. Das machte den Astro-Forscher stutzig.
Zwischen dem Zenit und dem Sonnenhöchststand gab es eine Abweichung von 7,5 Grad, wie durch einfaches Nachmessen herausgefunden werden konnte. Diese Abweichung kann es nur geben, weil die Oberfläche der Erde rund ist, dacht sich Eratosthenes.
Er stellte als Wissenschaftler dann auch gleich eine Formel auf. Dabei benutzte Eratosthenes diesen Winkel der Abweichung und die Entfernung zwischen den beiden genannten Städten. Daraus errechnete er auf Grundlage der Annahme, dass die Erde eine Kugel sei, ihren Umfang. Er kam auf einen Wert von 39.500 Kilometer; ein Ergebnis, dass in seiner Genauigkeit verblüfft. Die Abweichung Eratosthenes’ Berechnung vom heutigen Wert beträgt gerade mal eineinhalb Prozent! Und das zu einer Zeit, da man keine sehr genauen Kilometerangaben bezüglich der Entfernung beider Städte vorliegen hatte.
Was Eratosthenes vor mehr als 2.200 Jahren nicht wußte war, dass die Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne um 23,5 Grad geneigt ist. Syene lag nun tatsächlich genau auf 23,5 Grad nördlicher Breite und insofern war hier die Sonne wirklich im 90 Grad Winkel von der Erde aus gemessen zu sehen – das heißt, sie stand genau am Himmel zur Mittagszeit über einem. Alexandria lag auf 31 Grad nördlicher Breite. Die Berechnung, die Eratosthenes angewendet hatte, war also nur mit den Beobachtungen und Messungen zur Sommersonnenwende möglich.
Astronomie und Astrologie sind aus der Beobachtung hervorgegangen. “Kleinigkeiten” wurde besondere Beachtung geschenkt. Wenden auch Sie den Blick immer wieder in den Himmel und betrachten Sie aufmerksam die Prozesse der Natur. Sie werden daraus die Gesetzmäßigkeiten des Lebens ableiten können: die physikalischen ebenso wie die spirituellen.
Grundwissen in astronomischen Dingen, wie beispielsweise unser Sonnensystem aufgebaut ist, wie man sich am Sternen- und Planetenhimmel zurecht findet und wie eigentlich Horoskope berechnet werden, wird daher auch von Profi-Astrologen, die den geschützten Titel “geprüfter Astrologe DAV / geprüfte Astrologin DAV” erhalten möchten, verlangt. Kenntnisse der Radix-Berechnung, der Astronomie, der Astrologiegeschichte aber auch der verschiedenen Schulen und Systeme innerhalb der Astrologie vertiefen das eigene Wissen. Sie sind daher auch für solche Astrologie-Interessierten von Belang, die nicht zwingend den o.g. Titel anstreben.
Wer mehr über die Geschichte der Astrologie, über die Himmelsphären, die Berechnung von Radix, Solar und Direktionen, die Geburtszeitkorrektur und die Schulen und Systeme der Astrologie erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, am Kurszyklus “DAV-Prüfung bestehen!” teilzunehmen.
© 2006 Holger A. L. Faß @ 21. November 2006
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