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Yamuna Becker

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4 Kommentare

  1. Astro-Fox
    Astro-Fox
    23. Februar 2009 @ 11:56

    Hallo Yamuna,

    netter interessanter Artikel!

    Ich bin neugierig:
    Was hat Dich bewogen, ihn zu schreiben?

    Danke für Antwort

    *Astro-Fox*

  2. Sabine Bends
    Sabine Bends
    24. Februar 2009 @ 19:52

    Liebe Yamuna,
    hab vielen Dank für diesen wunderbaren Einblick in einen faszinierenden Kulturkreis!
    Wir richten im online-Kurs zur rückläufigen Venus auch gerade unsere Wünsche an die liebe sonnennahe Begleiterin – und wenn Buddhas Wundertaten uns dabei auch noch energetisch unterstützen, was kann dann schon schief gehen? ;-)
    Herzliche Grüße von Sabine

  3. Yamuna
    Yamuna Becker
    24. Februar 2009 @ 21:19

    Ja, und wenn dann in der Neujahrsnacht noch ein grüner Komet auftaucht – grün ist die Hoffnung, und grün ist auch die bekannteste Erscheinungsform von Tara, die weibliche Gottheit des Mitgefühls und “Mutter aller Buddhas” ;-) )
    Wünschen wir also, was das Zeug hält!
    Yamuna

  4. Astro-Fox
    Astro-Fox
    24. Februar 2009 @ 22:02

    Ja, supi,

    dann gucken wir doch heute Nacht (!) aus dem Fenster – vielleicht sehen wir Lulin, den giftgrünen Kometen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Lulin

    grüne Grüße

    * Astro-Fox *

    … und was ist mit der Antwort auf meine Frage ???

Losar – tibetisches Neujahr

Aus dem Leben, Wissenskiste, Zeitqualität | (4) Kommentare |

abbildungWährend wir im Rheinland Karneval feiern, feiern die Tibeter ihr Neujahrsfest: Losar. Der tibetische Kalender (besser: verschiedene tibetische Kalendersysteme!) basiert auf dem Mondzyklus.

Jedes Jahr ist nach einem der 12 tibetischen Tierkreiszeichen benannt und wie im ihm verwandten chinesischen Kalender außerdem einem der fünf Elemente Holz, Metall, Erde, Wasser und Feuer sowie den männlichen oder weiblichen Energien zugeordnet. Auf ein männliches folgt ein weibliches Jahr desselben Elementes gepaart mit dem nächsten Zeichen, und ein vollständiger Zyklus durch alle Zeichen und Elemente dauert 60 Jahre – eine durchschnittliche Lebensspanne.

Wie in der chinesischen Tradition (deren Jahr jeweils einen Monat früher beginnt) werden auch in Tibet alle Geborenen eines Jahrgangs zum selben Tierkreiszeichen gerechnet: 2004 war das Jahr des männlichen Holz-Affen, 2005 das des weiblichen Holz-Vogels (in China: Hahn), 2006 das des männlichen Feuer-Hundes, gefolgt 2007 von dem des weiblichen Feuer-Schweins. 2008 war die männliche Erd-Maus dran (in China: Ratte). Auch Monate, Tage und Doppelstunden werden nach demselben System unterteilt, doch für tibetische Nomaden ist das schwer nachzuhalten.

abbildungDas tibetische Jahr im Zeichen des „weiblichen Erd-Ochsen“ beginnt mit dem Neumond in den Fischen, in diesem Jahr also am 25. Februar. In den Tagen zuvor wird durch intensive religiöse Zeremonien rund um die Uhr negative Energie des vergangenen Jahres gebannt und dann feierlich in einem Ritual verbrannt; derartige Bräuche zum Vertreiben „böser Geister“ gibt es ja auch in anderen Regionen der Welt. Nach dieser inneren Reinigung wird auch das Haus geputzt, und alle bereiten sich auf den Neubeginn bei Neumond vor. Am Vorabend gibt es Orakelsuppe: in Momos (Maultaschen) verbergen sich Füllungen mit Kohle, Chili, Salz oder Zucker, die auf die zu erwartenden Erfahrungen des nächsten Jahres hinweisen – die tibetische Variante unseres Bleigießens abbildung )

Am Neumondtag blebt man lieber zuhause, da zu frühes Hervorwagen Unglück bringen kann, verbrennt Weihrauchzweige als Opfer und hängt neue Gebetsfahnen auf. Dazu wird Mehl in die Luft geworfen, um fruchtbare Ernte zu erbitten. Als Neujahrsgebäck gibt es “Kapses”, frittiertes Gebäck, das wie große Mutzen in Zöpfen und anderen Formen serviert wird. Am zweiten Tag des neuen Jahres brechen alle auf zu gegenseitigen Besuchen, dann ist die ganze Bevölkerung auf den Beinen, Mönche und Nonnen reisen heim zu ihren Familien. Denn gibt es gleich zwei Anlässe zum Feiern:

abbildungDa tibetische Nomaden oft ihr exaktes Geburtsdatum nicht kennen – im Jahr, als der Wintereinbruch zu früh kam, oder in dem Sommer, als die Wölfe ein Yak holten – feiern der Einfachheit halber alle zugleich am Neujahrstag auch ihren Geburtstag. Ein kurz vor Neujahr geborenes Baby wird an Losar zwei Jahre alt – die Zeit der Schwangerschaft gilt als erstes Lebensjahr! Also sind Altersangaben bei Tibetern mit Vorsicht zu genießen, immerhin lassen sie eine Schwankungsbreite von 2 Jahren zu.

Die beiden Wochen bis zum ersten Vollmond des neuen Jahres gelten als besonders glückverheißend: in jener Zeit soll Buddha täglich ein anderes Wunder vollbracht haben. So finden als Andenken daran 14 Tage lang in den Klöstern große Gebetsversammlungen für Wunschgebete statt, Mönlam genannt. Es heißt, daß in dieser segensreichen Zeit der Verdienst – die positive Energie – solcher Gebete um ein Vielfaches verstärkt wird.

Dasselbe gilt auch für Aktivitäten an Mond- oder gar an Sonnenfinsternissen: jegliche positiven oder negativen karmischen Handlungen am Tag einer Mondfinsternis gelten 1000fach, die an einer Sonnenfinsternis gleich millionenfach multipliziert. Man achte also genau darauf, was man an solchen Tagen tut! Die Ansammlung von Verdienst und die Reinigung von Karma ist für Tibeter sehr wichtig, und an solchen Tagen kreisen Gebetsmühlen und Malas, Gebetsketten, noch schneller als sonst, um so viele Mantren und Gebete wie möglich zum Wohle aller Wesen in Bewegung zu setzen.

abbildungAuch die höchsten buddhistischen Feiertage Vesakh und Saka Dawa zur Erinnerung an Buddhas Geburt, Erleuchtung und Nirvana fallen auf Vollmondtage im Mai bzw. Juni, je nach Tradition. Weitere wichtige Tage für Zeremonien sind jeweils der Halbmond, also 8. Tag eines Monats, der Vollmondtag, der 25. Tag (Sichelmond) sowie der 28. Tag, der den sog. „Schützern“ der buddhistischen Lehre vorbehalten ist. Am Tag vor dem Neumond wird in den Klöstern Sojong praktiziert, die Reinigungspraxis für eventuell im vergangenen Monat übertretene Gelübde.

So regelt der Mond den Alltag in Tibet seit vielen Jahrhunderten – und auch längere Lebenszyklen: eine Runde durch den Tierkreis dauert 12 Jahre, was die Verbindung zum Jupiterzyklus nahelegt. Jeweils im 12., 24., 36., 48. und 60. Lebensjahr ist Rückzug angesagt, bevor ein neuer Zyklus beginnt: man soll in dieser Zeit nicht reisen, sondern sich nach Möglichkeit zu Gebet und Meditation in Klausur begeben, sonst drohen Krankheiten und Unglück. Als besonders kritisch gilt das Jahr vor dem Beginn eines komplett neuen 60-Jahres-Zyklus, bei dem erstmals wieder die eigene Geburtskonstellation gilt.

Dieser Rat zum Rückzug erinnert an die Traumphase des Jupiterzyklus: das Alte ist vorbei, das Neue zwar als Potential vorhanden, doch noch nicht manifest, so wie der Samen ausreichend lange in der Erde ruhen muß, bevor der Keim wachsen und sich zeigen kann.

Möge uns das neue Jahr des Erd-Ochsen Glück bringen:
Tashi Delek, Tashi Losar – glückliches Gedeihen für das neue Jahr!

Yamuna

© 2009 Yamuna Becker @ 22. Februar 2009

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